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Veröffentlicht am 09.07.2024

In Details verloren

Toskanisches Verhängnis
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"Toskanisches Verhängnis" von Camilla Trinchieri ist ein Buch, das sich in Details und Beschreibungen verliert. Doch erstmal begleitet man Nico Doyle zurück in die Toskana und ermittelt zusammen mit ihm ...

"Toskanisches Verhängnis" von Camilla Trinchieri ist ein Buch, das sich in Details und Beschreibungen verliert. Doch erstmal begleitet man Nico Doyle zurück in die Toskana und ermittelt zusammen mit ihm im Mord an einer reichen Witwe, der viele Fragen aufwirft.

Wie soll es anders sein, gibt es neben Nico noch unzählige weitere Protagonisten, die für Verwirrung sorgen können. An manchen Stellen waren es sogar zu viele, die immer mal wieder mit unterschiedlichen Spitznamen angesprochen wurden.
So gibt es zwar ein Personenregister am Ende des Buches, aber selbst dieses ist fast drei Seiten lang. Und wenn man denken könnte, dass die Personen die wichtigsten Charaktere in diesem Buch sind, liegt man, in gewisser Hinsicht, falsch. Denn besonders Nicos Hund OneWag bekommt sehr viel Aufmerksamkeit von der Autorin. Es vergeht kaum eine Seite auf der nicht beschrieben wird, was er gerade macht.
Dazu kommen die ewigen Beschreibungen des Essens. Ist zwar nicht schlecht, aber brauche ich auch nicht auf jeder Seite.

Diese Punkte führen dazu, dass die Geschichte etwas repetitiv wirken kann. Spannung kommt ebenfalls nicht wirklich auf. Dafür liegt das Augenmerk auf zu vielen anderen Dingen, wie den Liebesbeziehungen der Protagonisten, die aber auch nicht wirklich authentisch rüberkommen.
Was aber gut rüber kommt, ist das Urlaubsfeeling. Wenn man dieses Buch liest, dann möchte man am liebsten direkt in den Urlaub fahren, auch wenn die Sprache manchmal etwas gestelzt wirkt. So ist es doch die Atmosphäre, die einen Großteil der Geschichte ausmacht.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass zu keinem Zeitpunkt, in der Geschichte, wirklich Spannung aufkommt. Stattdessen wirkt es eher wie ein Urlaubsroman in dem ein Mord passiert. Zu viele Protagonisten und unwichtige Details werden in den Vordergrund gerückt. Ich habe mir etwas anderes erhofft.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2024

Definitiv nicht alles gut

Alles gut
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2,5 von 5

Im Roman „Alles gut“ von Cecilia Rabess ist definitiv nicht alles gut, und das stellt man auch recht schnell fest.
Wir begleiten Jess bei ihrem Leben in New York, das von Politik und vielen ...

2,5 von 5

Im Roman „Alles gut“ von Cecilia Rabess ist definitiv nicht alles gut, und das stellt man auch recht schnell fest.
Wir begleiten Jess bei ihrem Leben in New York, das von Politik und vielen weiteren Themen wie Rassismus und Diskriminierung geprägt ist. Erfahren mit ihr zusammen, was Liebe bedeuten kann, wenn der Partner die genauen Gegensätze vermittelt.

Mit Jess und Josh treffen wir auf zwei Protagonisten, die nicht unterschiedlicher sein könnten, alleine schon von den Voraussetzungen her, mit denen sie ins Leben gestartet sind.
Während Jess mit Rassismus und Diskriminierung aufwachsen musste, hatte Josh ein recht sorgenfreies Leben. Und das merkt man.
Josh steht zu seinen Ansichten und sieht es ein, wenn er Fehler gemacht hat. Er ist offen, selbstbewusst und würde nahezu alles für die Menschen machen, die er liebt. So auch für Jess.
Jess, die sich quasi als einzige schwarze Person auf der Welt sieht und ihre Unsicherheiten versucht, mit Kritik an anderen zu überspielen. Sie sucht die Fehler immer bei den anderen und reflektiert ihr eigenes Verhalten auf keinster Weise, was sie mir absolut unsympathisch macht. Es war punktuell immer wieder nervtötend und anstrengen zu lesen, wie sie immer nur das Schlechte in allen Menschen sieht und denkt, dass alle nur etwas Böses von ihr wollen. Keiner kann es gut mit ihr meinen. So macht es zumindest den Eindruck.

Dazu kommt das Springen von einer Handlung in die nächste. Von der Gegenwart in die Vergangenheit. Von einer Woche zur nächsten. Richtig tiefgründige Szenen mit wirklich viel Gefühl findet man nur selten vor.
Was man dagegen häufig vorfindet, sind Fachbegriffe aus der Finanz und Banken-Branche. Besonders im ersten Drittel des Buches wird man damit überhäuft und wenn man sie nicht versteht, dann verliert man schnell die Lust am Lesen. Hätte ich mir die Mühe gemacht und alle Fachbegriffe gegoogelt, wäre ich ewig beschäftigt gewesen.
Direkt zu Beginn wurde somit vieles verbaut und meine Motivation das Buch weiterzulesen ging gegen null. Dabei wird man durch den rasanten und eigentlich recht flüssigen Schreibstil durch die Geschichte gezogen. Einfache Formulierungen treffen in diesem Sinne auf viele Fachwörter, um es kurz zu machen.
Doch es gibt noch eine Sache, die mich stört, und das ist der Punkt, dass ich die Geschichte absolut nicht „verdammt lustig“ und „witzig“ fand, wie sie von manchen großen Stimmen angepriesen wird. Humor habe ich verzweifelt und vergeblich gesucht.
Vielleicht ist er durch die Übersetzung auf der Strecke geblieben? Ich weiß es nicht. Vielleicht habe ich auch einfach keinen Sinn für diese Art von Humor.

Schlussendlich finde ich die Idee eine Liebesgeschichte auf Politik treffen zu lassen, sehr spannend und ich sehe hier definitiv gute Ansätze, bei denen manche leider auf der Strecke geblieben sind.
Es wäre schön gewesen, hätte man bei Jess eine Charakterentwicklung gesehen, denn das Potenzial dafür ist auf jeden Fall da.
Dennoch muss man sagen, dass dieser Roman uns viele Probleme der Gesellschaft direkt vor die Nase hält und verdeutlicht, was immer noch schiefläuft. Das ist gut und bringt bestimmt viele Menschen zum Nachdenken. Auch über ihr eigenes Verhalten.

Zum Schluss möchte ich allerdings noch ergänzen, dass es schön ist, dass man im Laufe der Geschichte einen direkten Bezug zum Cover herstellen kann, was auf den ersten Blick verwirrend sein mag.

Alles in allem ist „Alles gut“ ein Roman, der mir das Leben nicht leicht gemacht hat. Von einer unsympathischen Protagonistin bis hin zu Fachwörtern ohne Ende, gab es vieles, das dafür gesorgt hat, dass ich dieses Buch nicht wirklich mag.
Deshalb kann ich keine wirkliche Empfehlung aussprechen, obwohl es bestimmt genügend Menschen gibt, die dieses Buch mögen würden.

Und bis heute stelle ich mir eine Frage: Hätte mir das Buch besser gefallen, wenn ich es im Original gelesen hätte?

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  • Handlung
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  • Charaktere
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 31.03.2024

Zwischen Glitzer und der Realität

Happy Hour
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2,5 von 5

"Happy Hour" von Marlowe Granados ist ein Buch ohne wirkliche Handlung. Es geht eher darum die Stimmung und Atmosphäre des New Yorker Lebens einzufangen.
Die Höhen und die Tiefen dieses Lebens ...

2,5 von 5

"Happy Hour" von Marlowe Granados ist ein Buch ohne wirkliche Handlung. Es geht eher darum die Stimmung und Atmosphäre des New Yorker Lebens einzufangen.
Die Höhen und die Tiefen dieses Lebens werden mithilfe von starken Kontrasten dargestellt, die von dem einen Extrem ins andere schwanken.

Man begegnet in diesem Buch vielen verschiedenen Protagonisten, die man, so schnell wie sie gekommen sind, auch wieder vergisst.
Besonders die männlichen Charaktere rücken hier in den Fokus, denn wenn der eine weg ist, kommt direkt der nächste.
Die einzige Konstante - in Sachen Protagonisten - sind Isa und Gala, denn sie stehen nun mal im Fokus der gesamten Story.
Sie sind zwei Freundinnen, auf deren Verhalten und Art man sich erstmal einstellen muss.
Dadurch, dass die Geschichte sich aus Tagebucheinträgen von Isa zusammensetzt, bekommt man einen guten Eindruck von ihrer Gefühlswelt. Auf der anderen Seite erfährt man nicht viel von Gala oder bekommt einen anderen Blickwinkel auf die Protagonisten, was sehr schade ist. So bleibt es recht Einseitig.
Außerdem kam mir die Geschichte sehr repetitiv vor, besonders ab der Mitte des Buches. Irgendwie ist alles nach einem ähnlichen Schema verlaufen und es gab kaum was Neues zu erfahren.

Des Weiteren bin ich beim Lesen immer wieder über bestimmte Formulierungen gestolpert, die mich aus dem Lesefluss gebracht haben. Generell wurde der Schreibstil mit der Zeit anstrengender und ich hatte kaum Motivation das Buch in die Hand zu nehmen.
Es gab einfach Nichts, was mich hätte überraschen können und das ist schade.

Nichtsdestotrotz hat es mir gefallen, wie deutlich Marlowe Granados die Klassenunterschiede in der Gesellschaft schildert und zeigt, wie man als junge Frau, in der großen Stadt, darum kämpfen muss, um über die Runden zu kommen. Gerade das Partyleben steht hier deutlich im Fokus. Es nimmt in New York einen wichtigen Teil des Lebens bei jungen Personen ein, wie man recht schnell feststellt.

Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen, dass man es mögen muss, wenn ein Buch keine richtige Handlung aufweist und die Vibes die Geschichte bestimmen.
Es ist wild, es wird gefeiert und doch ist der Absturz ganz nah. Das merkt man. Und wen das NYC Partyleben nicht interessiert, der sollte sich nicht an die Geschichte wagen. Ansonsten ist es einen Versuch wert. Eine richtige Empfehlung kann ich hier aber leider nicht aussprechen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Enttäuschend

Tödliches Angebot
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Bei dem Buch "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino habe ich einen Psychothriller erwartet und etwas bekommen, das nicht wirklich ein Psychothriller war. Die Geschichte dreht sich um Margo, die für ihr ...

Bei dem Buch "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino habe ich einen Psychothriller erwartet und etwas bekommen, das nicht wirklich ein Psychothriller war. Die Geschichte dreht sich um Margo, die für ihr Traumhaus über Leichen gehen würde – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Traumhaus zu bekommen ist allerdings alles andere als einfach, wenn man noch Stress mit dem Partner, einen Babywunsch hat und im Job nah an der Kündigung ist.

Im Laufe der Geschichte, wird immer offensichtlicher, wie krank Margo wirklich ist. Es offenbaren sich starke psychische Störungen und der krankhafte Wunsch, dieses eine Haus zu bekommen, was sie unbedingt will. Die ersten Seiten des Buches waren dementsprechend noch unterhaltsam, aber dann hat sich die Handlung gezogen und es geschieht eine ganze Weile kaum was. Die Protagonisten leben ihr Leben und Margos Probleme drehen sich im Kreis. Dazu gibt es immer wieder Rückblenden, die keinen wirklichen Mehrwert für die Geschichte haben und sie einfach nur in die Länge ziehen.
Dann deckt Margo etwas über einen Protagonisten auf, versucht alles darüber herauszufinden, aber am Ende war auch das unnötig.

Spannung ist bis zu den letzten ungefähr 80 Seiten nicht zu finden und dann geht es Schlag auf Schlag mit allen möglichen Dingen, sodass das Ende irgendwie zu einfach war. Es wurde recht emotionslos über die Bühne gebracht und bietet – wie die gesamte Geschichte – keinen wirklichen Mehrwert.
Margo als Protagonistin ist dabei super interessant gedacht, nur die Umsetzung ist für mich einfach nicht die beste. Man hätte hier so viel mehr rausholen können, wäre der Verlauf der Geschichte verändert worden und vielleicht nicht alles aus der Sicht von Margo geschrieben.
Für mich haben die anderen Protagonisten diese Geschichte erst attraktiver gemacht. Sie haben Farbe in das Leben von Margo gebracht und viele Möglichkeiten offenbart.
Dennoch war das Buch für mich einfach zu sanft und als Psychothriller falsch deklariert. Psycho passt – weil Margo definitiv einer ist – aber Thriller nicht so wirklich, weil das Buch sich dafür zu sehr zieht und phasenweise wirklich langweilig war.

Der Schreibstil konnte dem auch nicht entgegenwirken, auch wenn er wirklich angenehm war und der Humor nuanciert eingesetzt wurde. Ebenfalls haben die Beschreibungen der Szenerie, an den richtigen Stellen, dafür gesorgt, dass man sich das Setting bildlich vor Augen führen konnte.

Schlussendlich hat das aber nicht ausgereicht um dieses Buch – für mich – gut werden zu lassen. Es bietet keinen Mehrwert und hat definitiv zu viel verschenktes Potential. Wäre Margo zwischendurch in der Geschichte schon wirklich crazy gedreht und nicht erst am Ende ein bisschen, dann wäre die Geschichte schon um einiges unterhaltsamer geworden. Ebenfalls hätten die Rückblenden nicht sein müssen, die das Buch – wie erwähnt – unnötig in die Länge gezogen haben.
Von mir ist dieses Buch leider keine Empfehlung, auch, wenn das letzte Angebot wirklich tödlich war.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Kurz und oberflächlich

Flockenwirbel in den Highlands
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„Flockenwirbel in den Highlands“ von Skye Macdonald ist eine kurze Geschichte mit 90 Seiten, die sich gut zwischendurch lesen lässt. Wer die Highland Hearts Reihe bereits kennt, der wird hier auf einige ...

„Flockenwirbel in den Highlands“ von Skye Macdonald ist eine kurze Geschichte mit 90 Seiten, die sich gut zwischendurch lesen lässt. Wer die Highland Hearts Reihe bereits kennt, der wird hier auf einige bekannte Charaktere treffen und sich bestimmt wohlfühlen.

Mit Rhona und Neil treffen zwei Protagonisten aufeinander, die vom Typ her komplett gegensätzlich sind. Rhona ist offen und herzlich, aber auch sehr bestimmend und von sich überzeugt, während Neil mit Unsicherheiten zu kämpfen hat, die er nicht so schnell loswird. Besonders seine Vergangenheit verfolgt ihn Tag und Nacht.

Dennoch finden beide zueinander und es ergibt sich eine interessante Beziehung, der es allerdings deutlich an Tiefe fehlt, denn für Rhona ist quasi sofort klar, dass sie zusammengehören. Es geht dementsprechend alles mehr als schnell und Zeit wird sich kaum gelassen. Dennoch finde ich die Hintergründe beider Protagonisten gut gewählt und interessant.

Auch andere Szenen konnten mich überzeugen, insbesondere wenn es um den Faktor Zusammenhalt ging.

Mit dem Schreibstil dagegen hatte ich so meine Schwierigkeiten, denn manchmal war er sehr holprig und der Satzbau alles andere als einfach, so wurde mein Lesefluss gestört und meine Motivation weiterzulesen war auch nicht wirklich vorhanden.

Alles in allem war es eine nette Geschichte, nur leider ohne tiefe Emotionen und Gefühle, aber die darf man bei 90 Seiten wahrscheinlich auch nicht erwarten. Für Fans der Reihe ist es dennoch bestimmt lesenswert.

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