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Veröffentlicht am 05.11.2017

Ein solider Mittelband, der durchaus auch packende Szenen bereit hält

Das Feuerzeichen - Rebellion
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Klappentext
„In der düsteren Welt der Zukunft herrscht eine Zweiklassengesellschaft: Die perfekten Alphas regieren und genießen alle Privililegien, die Omegas – ihre vermeintlich weniger perfekten Zwillinge ...

Klappentext
„In der düsteren Welt der Zukunft herrscht eine Zweiklassengesellschaft: Die perfekten Alphas regieren und genießen alle Privililegien, die Omegas – ihre vermeintlich weniger perfekten Zwillinge – werden tagtäglich unterdrückt und gedemütigt. Nachdem die Insel der Omegas zerstört wurde, ist Cass, zusammen mit ihren Freunden Piper und Zoe, auf der Flucht. Irgendwo jenseits des Ozeans, so hoffen sie, gibt es ein Land, in dem das Omega-Brandzeichen auf ihrer Stirn keine Rolle mehr spielt. Doch dazu müssen sie erst einmal an die Küste gelangen, und Cass' ruchloser Zwillingsbruder Zach ist ihnen dicht auf den Fersen ...“

Gestaltung
Das Omega-Zeichen, das auf dem Cover des ersten Bandes nur leicht an den Rändern angeschmort gewesen ist und von dem etwas Rauch aufstieg, steht auf dem Cover von „Das Feuerzeichen – Rebellion“ nun in Flammen. Das passt natürlich zum Untertitel „Rebellion“ und die Idee, dass mit den Covern so eine Entwicklung dargestellt wird, gefällt mir auch sehr gut. Auch hier sieht der Rand des Covers wieder wie angeschmorkeltes Papier aus, was zum brennenden Omega-Zeichen passt. Das Blau ist jetzt nicht unbedingt mein Farbfavorit, weil ich finde, dass der Effekt des Feuers so etwas geschmälert wird, aber es gibt sicher schlimmeres (pink hätte zum Beispiel gar nicht gepasst).

Meine Meinung
Nach dem Ende des ersten Bandes der „Das Feuerzeichen“-Trilogie musste ich unbedingt wissen, wie es weiter gehen würde. Das Ende war einfach eine Wucht und hat mich komplett sprachlos zurückgelassen. Jedoch war die Geschichte vor dem überraschenden Ende durchaus auch von Längen durchzogen gewesen, sodass ich herausfinden wollte, ob dies beim zweiten Band auch so sein würde, oder ob die Autorin Francesca Haig mit dem rasanten, absolut grandiosen Ende mithalten können würde.

Leider muss ich sagen, dass die Autorin direkt zu Beginn von „Das Feuerzeichen – Rebellion“ wieder in das Muster verfallen ist, das der erste Band vor dem tollen Ende auch schon zeigte: es gab lange Gespräche und auch Szenen, die mir die Handlung einfach zu gedehnt erschienen ließen. Wo das Ende mit dem überraschenden Tod einer Figur aufwarten konnte, setzt nun Band zwei bei der Trauer von Protagonistin Cassandra an. Dies wird dann auf den ersten gut 100 Seiten auch geradezu ausgeschlachtet. So kam es immer wieder dazu, dass ich den Eindruck hatte, die Geschichte würde vor sich hinplätschern. Dabei hatte ich wirklich gehofft, dass die Autorin im zweiten Band das hohe Niveau des Endes beibehalten würde.

In diesem Band gibt es neben so manch einer langen Diskussion aber dennoch auch spannende Kämpfe oder überraschende Verbindungen zwischen verschiedenen Figuren. Zwar werden diese Momente ein wenig umrahmt vom Fokus auf die Gefühle und Gedanken von Cass, aber so werden sie auch zu besonderen Highlights in der Geschichte, die dann besonders hervorstachen. Für meinen Geschmack dürfte es ruhig noch mehr solcher Highlights im nächsten Band geben!

Dachte ich zudem noch am Ende von Band eins, dass Cass durchaus Potenzial hat und sie vielleicht noch eine Entwicklung durchmachen könnte, so sollte ich nun beim Lesen des zweiten Bandes feststellen, dass ich mit meinen Gedanken nur teilweise Recht habe. Eine Entwicklung hat sie durchgemacht, ja, aber leider für mich nicht ins Positive, da sie gerade zu Beginn sehr passiv ist und sich einfach hängen lässt. Mir wäre es wesentlich lieber gewesen, wenn sie von Emotionen wie Wut oder einem Ehrgeiz, die Welt zu verbessern, um ihren gestorbenen Freund zu ehren, ergriffen worden wäre.

Auch da der Untertitel „Rebellion“ bei mir die Erwartung geweckt hat, dass Cass nun den Kampf gegen das System aufnehmen würde, habe ich natürlich auf einiges an Action gehofft und gewartet. Was ich Cass aber hoch anrechne ist, dass sie nicht einfach eine Verfechterin der Schwachen ist, sie behält beide Seiten der Medaille (oder in diesem Fall des Regierungssystems) im Blick: sie sieht, wie schwer es die Omegas haben, aber dennoch glaubt sie fest daran, dass es eine gemeinsame Zukunft mit den Alphas gibt. Dies macht sie anders als die anderen Teilnehmer der Rebellion und vielleicht kann man sie in ihrem Glauben auch naiv nennen, aber ich denke, dass sie durchaus berechtigte Einwände in die Geschichte bringt und so auch dem Widerstand eine menschliche Seite verleiht.

Fazit
Der zweite Band der „Das Feuerzeichen“-Trilogie ist etwas durchwachsen: einerseits gibt es wirkliche Highlight-Momente, die voller Action sind und mich mitreißen konnten, aber andererseits gibt es auch einige Längen durch die Konzentration auf die Gedanken und Gefühle der Protagonistin. Auch viele Diskussionen lassen die Highlights etwas untergehen. Für mich war „Das Feuerzeichen – Rebellion“ ein guter Mittelband, der Raum nach oben lässt und meine Neugier auf das große Finale geweckt hat!
Gute 3 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 05.11.2017

Ein typischer Mittelband, den man auch gut hätte weglassen können

Dark Elements 2 - Eiskalte Sehnsucht
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Klappentext
„Layla ist verzweifelt und einsam! Sie vermisst Roth, den teuflisch attraktiven Dämonen-Prinzen. Und ihr bester Freund Zayne, der sie vielleicht über den Verlust hinwegtrösten könnte, bleibt ...

Klappentext
„Layla ist verzweifelt und einsam! Sie vermisst Roth, den teuflisch attraktiven Dämonen-Prinzen. Und ihr bester Freund Zayne, der sie vielleicht über den Verlust hinwegtrösten könnte, bleibt dank ihrer seelenverschlingenden Küsse für sie tabu. Dass ihre sonst so fürsorgliche Gargoyle-Ersatzfamilie auf einmal Geheimnisse vor ihr hat, macht alles schlimmer. Schließlich entdeckt sie auch noch neue Kräfte an sich. Dann taucht völlig unerwartet Roth wieder auf. Aber bevor Layla die Zweisamkeit mit ihm genießen kann, bricht die Hölle los ...“

Gestaltung
Das neue Design der Reihe gefällt mir von Band zu Band besser. Ganz besonders extravagant und klasse finde ich das metallische Funkeln und Glitzern des Covers (da kommt wohl das kleine Girlie in mir durch ;) ). Das Symbol auf dem Cover, das mich sehr an ein Tattoo erinnert, finde ich auch sehr stylisch und zur Trilogie passend. Zudem sieht das dunkle Altrosa neben dem Dunkelgrün des ersten Bandes farblich sehr passend aus.

Meine Meinung
Ich bin ja ein großer Fan der „Obsidian“-Reihe von Jennifer L. Armentrout und ich mochte auch den ersten Band der „Dark Elements“ Reihe gerne. Aber Band 2 hat mich nun ein wenig enttäuscht. Zum einen fand ich die Handlung vorhersehbar und recht langweilig, zum anderen gefiel mir der Schreibstil hier nicht so gut, ebenso wie Laylas Dreiecksbeziehung.

Beginnen wir mit meinem zuletzt genannten Kritikpunkt. Layla ist unsterblich in den ach so schönen Roth verliebt, aber während sie mit ihm zusammen ist, denkt sie über ihren besten Freund Zayne nach und kommt nicht von ihm los. Ist sie dann aber mit Zayne zusammen, dann denkt sie wieder an Roth. Kann Layla sich nicht entscheiden? Das wirkte ein wenig zwiespältig auf mich. Aber nicht nur Layla konnte ich nicht verstehen, auch beide Jungs (selbst der ach so harte „Badboy“) haben ihr alles (!) verziehen. Als ob es ihnen egal ist, dass Laylas Verhalten sie verletzt, Hauptsache, sie bekommen am Ende das Mädchen. Dieses Liebeshinundher wurde mit der Zeit auch langweilig (und vorhersehbar), fast so als ob der Autorin nichts Neues eingefallen wäre für diesen zweiten Band.

Damit wären wir auch schon bei meinem nächsten Kritikpunkt: der Handlung. Es passiert hier einfach nichts. Gut 80% der Handlung dümpelt vor sich hin im Liebeswirrwar der Dreiecksbeziehung. Erst am Ende rückt Frau Armentrout mit spannenderen und überraschenderen Wendungen heraus. „Dark Elements – Eiskalte Sehnsucht“ war für mich ein typischer Mittelband, der die Handlung zu sehr gestreckt hat, nichts Neues eingebracht hat und einfach nur als Füller diente.

Gestört hat mich auch der Schreibstil bzw. vorrangig die Dialoge. Sie wirkten erzwungen, platt und nicht sehr eloquent. Da bin ich aus der „Obsidian“-Reihe ganz anderes gewöhnt! Ich hatte oftmals den Eindruck, als hätte die Autorin versucht, besonders cool und locker rüber zu kommen. Immer wieder eingestreute Phrasen, die vermutlich jugendlich wirken sollten, haben auf mich eher so gewirkt, als wäre hiermit versucht worden, die Figuren trotz ihrer Handlungen viel jünger wirken zu lassen als sie eigentlich erscheinen. Dabei hat Frau Amentrout sowas eigentlich nicht nötig, da sie durchaus in der Lage ist sehr witzige und spritzige Dialoge zu schreiben!

Fazit
Für mich war „Dark Elements – Eiskalte Sehnsucht“ ein typischer Mittelband einer Trilogie, der von der Handlung her mit nichts neuem Aufwarten konnte. Die Dialoge und die Sprache waren eher unreif sowie kindisch. Auch die Liebesbeziehung konnte mich dieses Mal nicht überzeugen, da sie auf mich etwas gekünstelt gewirkt und mich das Hin und Her gelangweilt hat. Dennoch hat mir das Ende gefallen, sodass ich den dritten Band dennoch lesen werde.
Ganz knappe 3 von 5 Sternen!


Veröffentlicht am 05.11.2017

Schade, dass der Leser keine Verbindung zu ALLEN Figuren bekommen kann

Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand
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Klappentext
„Viele träumen davon, für die 16-jährige Charlotte ist es ein Fluch: in die Zukunft blicken. Denn Charlotte ist ein Orakel und wird von Visionen heimgesucht – und sie muss dagegen ankämpfen, ...

Klappentext
„Viele träumen davon, für die 16-jährige Charlotte ist es ein Fluch: in die Zukunft blicken. Denn Charlotte ist ein Orakel und wird von Visionen heimgesucht – und sie muss dagegen ankämpfen, um jeden Preis. Nichts ist schlimmer als die Zukunft zu ändern, das hat Charlotte im Alter von sechs Jahren am eigenen Leib erfahren. Damals hat sie einen Unfall verursacht, bei dem ihr Vater starb. Doch als Charlotte es einmal nicht schafft, eine sehr mächtige Vision zu bekämpfen, sieht sie etwas, das ihr schier den Atem nimmt: Eine Mitschülerin liegt auf dem Footballfeld der Schule – ermordet. Am nächsten Morgen sind diese Bilder auf jedem Fernsehsender zu sehen, und nach einer weiteren Mordvision beschließt Charlotte zu handeln: Sie will in die Vision zurückkehren und den Mord verhindern. Etwas, das sie niemals tun dürfte …“

Gestaltung
Düsteres Grün gemischt mit rosefarbenen Schuhen! So weckt das Cover direkt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Die hellen Ballerinas stechen durch die dunklen Hintergrundfarben sofort hervor. Ansonsten ist das Cover allerdings nicht sehr besonders. Vermutlich symbolisieren die Schuhe Protagonistin Charlotte oder aber verschiedene Mädchen, die sie in ihren Zukunftsvisionen sieht. Der zentrierte Titel ist in einer schlichten Schriftart gehalten. Allgemein begeistert mich das Cover aber nicht besonders. Es ist ganz nett anzusehen, aber kein wirklicher Hingucker, der Begeisterungsstürme in mir hervorruft.

Meine Meinung
Ich muss leider sagen, dass ich "Dangerous Visions" mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe. Ich fand es zu Beginn spannend, aber das letzte Drittel hat mich wirklich sehr verwirrt. Es gab einiges, das ich gar nicht durchblicken konnte (z.B. warum die Tante der Protagonistin Charlotte sie ihr Leben lang angelogen hat) und am Ende war ich einfach nur noch durcheinander. Aber erstmal der Reihe nach, beginnen wir von Anfang an.

In diesem Roman geht es um Charlotte, eine Jugendliche, die von Visionen heimgesucht wird. Sie sieht zukünftige Ereignisse voraus und beginnt im Handlungsverlauf mit Versuchen diese zu verhindern oder verändern. Mit Charlotte konnte ich sehr gut mitfiebern, da sie nicht die typische starke Heldin der Geschichte ist, sondern eigenes Leid kennt und durch ihre Gabe der Visionen innerlich wächst.

Ich habe mit der Protagonistin mitgefühlt. Wurde sie von ihren Visionen „geplagt“, so hatte ich Mitleid. Wurde sie von ihren Mitschülern ausgeschlossen oder sehnte sie sich nach Freunden, so hätte ich ihr gerne Beigestanden. Jedoch war Charlotte auch die einzige Figur, die derartige Gefühle im Leser geweckt hat. Die anderen Nebenfiguren blieben meiner Meinung nach eher blass, da der Leser sie kaum kennen lernte. Eine Einsicht in die Gefühle oder Gedanken erhielt man leider nicht.

Von der Autorin Aprilynne Pike habe ich bisher noch kein Werk gelesen und darum war ich sehr gespannt auf ihre Art zu schreiben und darauf, wie es sich so liest. Und ich muss eindeutig sagen, dass ich gut mit ihrem Schreibstil klar gekommen bin. Ich konnte ihn ohne zu Stocken lesen und auch die Wortwahl war verständlich.

Allerdings waren die ganzen übernatürlichen Geschehnisse am Romanende schwer zu durchschauen und nachzuvollziehen. Irgendwann habe ich einfach den Überblick verloren, was eigentlich genau passiert. Zudem erschienen mir einige Szenen ziemlich brutal (u.a. werden Menschen von Teenagern brutal erstochen), fast schon zu brutal für ein Jugendbuch.

Da es sich hierbei voraussichtlich um eine Trilogie handelt, bin ich allerdings gespannt, wie es im Folgeband weiter gehen soll. Ich erhoffe mir weniger Brutalität und eine tiefere Verbindung zwischen dem Leser und allen weiteren Figuren (nur mit der Protagonistin reicht mir einfach nicht aus!). Daher werde ich Band zwei auf jeden Fall eine Chance geben!

Fazit
„Dangerous Visions“ startet durchaus vielversprechend, allerdings ist das Ende etwas chaotisch und undurchsichtig geraten. Zu Anfang kann man sich als Leser mit Charlottes Geschichte wirklich mitreißen lassen, auch wenn es so manch eine brutale Szene gibt. Leider blieben für meinen Geschmack die Figuren zu wenig beleuchtet. Als Leser lernt man nur Charlotte kennen und lernt mehr über sie kennen, zu allen anderen Figuren kann man keinen richtigen Draht aufbauen.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Dangerous Visions
2. Sleep of Death (auf engl. Bereits erschienen)
3. ???


Veröffentlicht am 05.11.2017

Eine durchwachsene Geschichte, die erst ab der Hälfte Fahrt aufnimmt

Club der letzten Wünsche
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Klappentext
„»Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich im Kindergarten Würmer gegessen und anderen Kindern meine Schippe über den Schädel gezogen, und jetzt lag ich in einem Krankenhaus mit einem Tumor in ...

Klappentext
„»Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich im Kindergarten Würmer gegessen und anderen Kindern meine Schippe über den Schädel gezogen, und jetzt lag ich in einem Krankenhaus mit einem Tumor in meiner Lunge.« Jesslyn wird sterben. Aber nicht, bevor sie nicht unter freiem Himmel geschlafen, das Meer gesehen, sich verewigt hat. Und nicht, bevor sie nicht die ganz, ganz große Liebe getroffen hat. Gemeinsam mit ihren Freunden erfüllt sich Jesslyn ihre letzten großen Wünsche.“

Gestaltung
Das Cover ist in verschiedenen Blaunuancen gehalten, was mir gut gefällt. Der Hintergrund sieht aus wie ein heller Sommerhimmel. Ich mag auch die Schattenumrisse der vier Menschen am unteren Bildrand, da sie Protagonistin Jesslyn und ihre Freunde repräsentieren. Es sieht nach einem lockeren Beisammensein aus. Die Schrift des Titels gefällt mir am Cover aber definitiv am besten, da sie elegant und gleichzeitig cool aussieht.

Meine Meinung
Tja, was soll ich sagen? Ich hatte mir erhofft, mit „Club der letzten Wünsche“ ein sehr berührendes Buch über Abschiednehmen und letzte Wünsche zu lesen, aber leider würden meine Hoffnungen nicht erfüllt. Das Buch hat mir ganz gut gefallen, aber es hat mich nicht umgehauen. Es war nett, aber zu mehr hat es leider nicht gereicht. Das Potenzial, das in der Geschichte und den letzten Wünschen gesteckt hätte, wurde für mich nicht ausgeschöpft.

Zunächst hat es überhaupt gut 100 Seiten gedauert, bis Protagonistin Jesslyn ihre Liste mit ihren letzten Wünschen aufschreibt. Bis diese dann umgesetzt werden dauert es auch noch einmal einige Seiten. Doch bevor diese Wunschliste erstellt wird, passiert eigentlich so gut wie nichts. Der Leser lernt zwar Jesslyn auf den ersten 100 Seiten kennen, aber da der Klappentext und auch der Titel die letzten Wünsche so in den Fokus stellen, hätte ich erwartet, dass sich das Buch viel mehr um diese Wünsche drehen würde. Doch dies passiert wirklich erst ab der Hälfte des Buches, was ich schade fand. Diese Idee, alle letzten Wünsche vor seinem Tod umzusetzen, fand ich nämlich richtig cool und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch die Wünsche mehr ins Zentrum stellt.

So hatte ich den Eindruck, dass diese Wünsche eher schmückendes Beiwerk waren. Es ging vielmehr um Jesslyn, ihre Leidensgeschichte und ihre Liebesbeziehung. Mit Leidensgeschichte meine ich allerdings nicht ihre Krebserkrankung, sondern vielmehr ihre Vergangenheit. Für mich hat die Autorin alles etwas übertrieben dargestellt, denn es wurden alle Klischees bedient, was das traurige Schicksal der Protagonistin angeht. Von Trennung der Eltern, über Alkoholsucht bis hin zu Selbstmord und tödlicher Erkrankung ist alles dabei. Ich hatte einfach den Eindruck, als würde die Autorin Jesslyn alle möglichen schlimmen Schicksale aufbürden, damit der Leser auf jeden Fall Mitleid oder Mitgefühl mit ihr empfindet. Das war für mich einfach zu viel des Guten, denn allein schon ihre Erkrankung war schlimm genug. Die traurige Vergangenheit war für mich da einfach etwas zu viel.

Zudem fand ich Jesslyn vor allem zu Beginn etwas anstrengend, weil sie sich zunächst vor ihrer Krankheit verschließt und sich nicht mal ansatzweise darum bemüht, mit den Ärzten zu kooperieren. Die Geschichte wird aus ihrer Ich-Perspektive erzählt und so erhielt ich einen guten Einblick in ihr Innenleben. Dabei haben jedoch Jesslyns Beschreibungen von sich selbst (gerade zu Beginn des Buches) bei mir manchmal ein Stirnrunzeln hervorgerufen, da sie andauernd von einer Schutzmauer spricht und davon, dass sie zu allen anderen Menschen immer ekelig und gemein ist. Sie hat dies für meinen Geschmack viel zu oft betont. Dies hat jedoch ab dem Punkt, an dem die Wunschliste geschrieben wurde, nachgelassen und Jesslyn war mir dann auch sympathischer. Generell gefiel mir die zweite Hälfte des Buches besser, weil dann durch die Erfüllung der Wünsche wirklich süße Szenen zustande kamen und vor allem das Ende sehr berührend war.

Die Liebesgeschichte in „Club der letzten Wünsche“ war einerseits romantisch, süß und herzerwärmend, andererseits war ich ihr gegenüber auch etwas skeptisch, denn diese Liebe auf den ersten Blick am Krankenbett fand ich doch etwas unglaubwürdig. James ist auf einmal da, schwört Jesslyn die große Liebe und möchte sie bis zum bitteren Ende begleiten und ich konnte einfach nicht verstehen, woher auf einmal diese tiefen Gefühle gekommen sein sollten. Sie kannten sich immerhin kaum.

Fazit
Insgesamt hat mir „Club der letzten Wünsche“ gefallen, aber für mich hat es zu lange gedauert, bis es um die Wünsche ging. In der ersten Hälfte des Buches ist nichts wirklich passiert und die Protagonistin empfand ich auf diesen Seiten als anstrengend. Erst mit der Erstellung der Wunschliste nahm die Handlung Fahrt auf, denn es gab sehr berührende, süße Momente und vor allem das Ende war sehr emotional. Die Liebesbeziehung fand ich einerseits ergreifend, andererseits waren ihr Ursprung sowie die plötzlichen tiefen Gefühle etwas schwer nachzuvollziehen.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband


Veröffentlicht am 05.11.2017

Super rasant und actionreich! Eine Geschichte mit hohem Tempo!

Camp 21
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Klappentext
„Mike und Kayla sind in Camp 21 gelandet. Sie kennen sich kaum und mögen sich noch weniger. Durch elektronische Armbänder aneinander gefesselt, ist es ihnen unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. ...

Klappentext
„Mike und Kayla sind in Camp 21 gelandet. Sie kennen sich kaum und mögen sich noch weniger. Durch elektronische Armbänder aneinander gefesselt, ist es ihnen unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Entfernen sie sich zu weit voneinander, empfangen sie über die Fessel quälende Schmerzimpulse. Während Kayla versucht mit der Situation zurechtzukommen, ahnt Mike, dass im Camp etwas nicht stimmt. Nach einem tödlichen Vorfall gelingt den beiden die Flucht. Doch dies ist erst der Anfang einer atemberaubenden Jagd, denn die Fesseln, die geheimen Experimente und die Liebe zueinander bilden für Mike und Kayla ein gefährliches Netz, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.“

Gestaltung
Die Schrift des Titels finde ich richtig cool, da er aus Maschendrahtzaun geschrieben ist. Auch finde ich es gut, dass man das zentrale Handlungselement, das aneinander Gefesseltsein eines Mädchens und eines Jungens, direkt auf dem Cover erkennen kann. Allerdings ist das rote Leuchten der Fessel für mich etwas zu hell, denn so lenkt es von dem Titel und dem restlichen Cover sehr ab. Insgesamt finde ich das Cover passend zur Geschichte, auch wenn es mich nicht ganz umhaut.

Meine Meinung
Von Rainer Wekwerth kenne ich bereits „Blink of Time“ und da sein neues Buch „Camp 21 – Grenzenlos Gefangen“ in eine ganz andere Richtung zu gehen scheint, war ich gespannt, was mich in diesem Buch erwarten würde. Ich fand vor allem die Idee spannend, dass die beiden Protagonisten Mike und Kayla in einen Erziehungscamp landen, in dem anscheinend nicht alles so läuft, wie es laufen sollte. Vor allem diese Skepsis gegenüber dem Camp hat mir gut gefallen, denn ich habe gerne selber Vermutungen angestellt, was mit dem Camp nicht stimmen könnte. So hat das Buch für spannende Lesestunden gesorgt!

Das Buch ist fesselnd und spannend geschrieben, denn die Kapitel sind nicht sehr lang, sodass ich „Camp 21“ schnell gelesen hatte. Der Schreibstil von Rainer Wekwerth ist wie ich es schon aus „Blink of Time“ kannte, sehr angenehm, denn er fokussiert auf das Wesentliche ohne zu lange, ausschmückende Beschreibungen. Zudem wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Mike und Kayla erzählt. Dabei wird meist an den spannendsten Stellen die Sichtweise gewechselt oder das Kapitel beendet. So sorgt der Autor dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Zudem steigert sich das Buch zum Ende hin was das Auftreten von rasanten Actionszenen angeht enorm. Die Geschichte wird immer temporeicher, sodass keine Zeit für wirkliche Verschnaufpausen bleibt – weder für die Figuren noch für den Leser. So liebe ich das! Allerdings fand ich die, in die Handlung eingewebte Liebesgeschichte etwas zu viel des Guten. Ich für meinen Teil hätte sie nicht gebraucht und es wirkte auf mich auch eher so, als wäre sie eingebaut worden, weil kleine Romanzen anscheinend in jedes Jugendbuch gehören oder weil die Protagonisten eben männlich und weiblich sind und hier eine Beziehung nicht ohne Liebe klappt. Und wenn dies schon eingebaut wird, dann hätte es wenigstens etwas tiefer gehen können und ausführlicher bearbeitet werden können. Ansonsten haben mir die Wendungen der Handlung aber gut gefallen und auch dass mich die Geschichte dazu angeregt hat, mitzudenken und Vermutungen anzustellen.

Die Figuren passten gut zur Geschichte, auch wenn sie für mich ruhig noch etwas mehr Tiefe hätten vertragen können. Beispielsweise denken Kayla und Mike kaum an ihr altes Leben, als sie im Camp 21 sind. Auch über den Grund, weswegen sie im Camp gelandet sind, wird kaum nachgedacht oder beschrieben, wie die Jugendlichen dies gefühlsmäßig erleben. Das Buch fokussiert wirklich sehr auf die Actionmomente, was mir auch wirklich gut gefallen hat, doch etwas mehr Tiefe bei den Figuren hätte „Camp 21 – Grenzenlos Gefangen“ für mich zu einem noch schöneren Leseerlebnis gemacht.

Fazit
Das neue Buch aus der Feder von Rainer Wekwerth zeigt wieder, wie grandios der Autor sich darauf versteht, actiongeladene Geschichten zu schreiben. In „Camp 21 – Grenzenlos Gefangen“ schrauben sich die rasanten Momente immer weiter in die Höhe, bis der Leser das Buch aufgrund seines hohen Tempos kaum mehr aus der Hand legen kann und kaum noch zu Atem kommt. Einzig die mangelnde Tiefe bei den Figuren und der Liebesgeschichte hat mich etwas gestört.
Sehr gute 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband