Potenzial ungenutzt
Royal Houses – Haus der DrachenKerrigan ist Halb-Fae und wird deswegen strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden dient sie am Berg dem Haus der Drachen. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hofft von einem herrschenden ...
Kerrigan ist Halb-Fae und wird deswegen strukturell diskriminiert. Um Teil der Gesellschaft zu werden dient sie am Berg dem Haus der Drachen. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hofft von einem herrschenden Haus gewählt zu werden. Zeitgleich findet am Berg das berühmte Drachenturnier statt, doch niemand hat mit der Teilnahme von Fordham aus dem verstoßenen Haus der Schatten gerechnet.
Mir ist der Einstieg etwas schwergefallen, da ich eine andere Story erwartet habe. Man wird mit Namen bombardiert, ohne diese genauer zu erklären. Sodass man sehr schnell den Überblick verliert. Klar darf das Worldbuilding komplex sein und klar hebt man sich Sachen für die Folgebände auf, es sollte aber dennoch verständlich sein. Hier fehlen leider viele Beschreibungen und Erklärungen, sodass sich das Buch stellenweise, wie ein zweiter Band anfühlt, dessen ersten Teil man nicht kennt. Zudem werden Szenen wild aneinandergereiht, ohne einen wirklichen roten Faden oder Sinn zu haben. Hinzu kommen Perspektiven die absolut keinen Mehrwert liefern. Das Turnier, das Haus der Drachen und die Drachen selbst rücken komplett in den Hintergrund, sodass ich die Rolle der Drachen und den Sinn des Turniers nicht verstehe.
Kerrigan ist zwar mächtig, wird aber oft unterschätzt und mit Vorurteilen konfrontiert. Ihre neugierige und aufmüpfige Art hat mich am Anfang sehr gestört, dies legt sich allerdings im Laufe der Geschichte. Fordham kann ich nicht einschätzen, was aber auch an der Er-Erzähler Perspektive liegt. Er ist nett und überkommt seine Vorurteile, doch sein wirklicher Plan bleibt blass. Grundsätzlich mochte ich die Dynamik zwischen Ker und Fordham, allerdings handelt es sich hier eher um den Aufbau einer Freundschaft als um eine Love Story. Weswegen ich einige Punkte nicht gefühlt habe und inszeniert finde. Auch die generellen Emotionen wechseln so abrupt, dass ich es nicht authentisch finde.
Die Idee der Story hat Potenzial wurde aber nicht gut umgesetzt. Die Handlung zieht sich teilweise sehr, war langweilig und durch die Random Aneinanderreihung von Szenen schlecht aufgebaut. Zudem ist der deutsche Klappentext komplett irreführend und schlecht übersetzt. Hier sollte man sich doch den originalen durchlesen.
Wer Romantasy in Band 1 erwartet, dürfte eher enttäuscht werden. Sehr wahrscheinlich Romantasy in den Folgebänden, doch Band 1 liest sich eher wie High Fantasy mit aufbauender Freundschaft und Mystery. Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen, weswegen ich die Folgebände nicht lesen werde.