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Veröffentlicht am 14.10.2024

Journeyman

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Der Autor Fabian Sixtus Körner beschliesst, eine Art Weltreise zu unternehmen, d. h., er möchte auf jedem der 5 Kontinente wenigstens ein Land besuchen und dort arbeiten für Unterkunft und Essen. So eine ...

Der Autor Fabian Sixtus Körner beschliesst, eine Art Weltreise zu unternehmen, d. h., er möchte auf jedem der 5 Kontinente wenigstens ein Land besuchen und dort arbeiten für Unterkunft und Essen. So eine Art Walz, die früher die Handwerker gemacht haben. Er stellt sich auch „Walzregeln“ auf, die er dann aber schnell nicht mehr alle einhält, sondern den Gegebenheiten anpasst. Und er startet mit noch genau 255 € auf dem Konto. Eigentlich eine verrückte Idee, doch ganz so blauäugig, wie es der Klappentext darstellt, ist Fabian dann doch nicht. Er versucht, sich jeweils im Voraus schon mal eine Arbeit zu organisieren und eine Unterkunft. Es klappt oft, wenn auch nicht immer. Und so zieht er von Land zu Land und von Kontinent zu Kontinent und bekommt die unterschiedlichsten Arbeiten angeboten und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen. Und seine Art zu reisen funktioniert super.
Und auch als Leser macht es großen Spaß, Fabian auf seiner Reise zu folgen. Er bemüht sich dabei, den Einheimischen so nah wie irgend möglich zu kommen und die Sitten und Bräuche der Länder zu beachten, die Menschen möglichst nicht aus „deutscher“ Brille zu sehen und ihnen vorurteilsfrei zu begegnen. Dabei trifft er Menschen aus aller Welt und macht viele gute und wenige schlechte Erfahrungen. Das ganze wird durch teils ziemlich witzige Fotos gut illustriert. Die Texte sind kurz gehalten (manchmal hätte ich mir mehr Ausführlichkeit schon gewünscht), wunderbar zu lesen und neben guter Unterhaltung lernt man auch einiges über die Länder, was nicht unbedingt in normalen Reiseführern steht.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Drei Frauen im R4

Drei Frauen im R4
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Nele, Trudi und Renate sind 50 geworden, seit 40 Jahren Freundinnen und erhalten als gemeinsames Geschenk von den Töchtern eine Reise nach Italien. Nun ist das aber keine normale Reise, denn die 3 wollten ...

Nele, Trudi und Renate sind 50 geworden, seit 40 Jahren Freundinnen und erhalten als gemeinsames Geschenk von den Töchtern eine Reise nach Italien. Nun ist das aber keine normale Reise, denn die 3 wollten Anfang der 80er Jahre schon einmal gemeinsam nach Italien – dann kamen die Töchter „dazwischen“ und die Reise fand nie statt. Also soll sie jetzt nachgeholt werden – aber eben stilecht im R4, mit den Klamotten aus den 80ern, ohne Computer und Handy, mit Dosenessen und wenig Geld, ohne Kreditkarte – einfach nur mit den Dingen, die es Anfang der 80er Jahre schon gab. Die Reise wird zu einem besonderen Abenteuer…

Mir hat das Buch gut gefallen. Zuerst einmal die Idee dieser ausgefallenen Zeitreise. Dann die liebevoll mit Songs übertitelten Kapitel und die „Fotos“, die Zeichnungen sind. Dazu die wirklich gute Beschreibung der 3 Freudinnen, die so unterschiedlich und doch so gleich sind. Ihre Entwicklung im Leben und während der Reise, ihre Sorgen und Freuden und zuallererst ihr Zusammenhalt während der Reise und im Leben. Geschrieben ist das Buch mit viel Wärme und Humor, mit Seitenhieben auf die teilweise Übertreibungen der Feministinnen in den 80ern, aber auch deren wichtige Funktionen und erreichte Leistungen. Im ganzen Buch schwingt viel Nostalgie mit, aber eben ohne zu Verklären und auch ohne den Fortschritt zu negieren. Trotzdem wird immer wieder auf eine der wichtigsten Sachen im Leben zurückgekommen: Freundschaft. Von daher ist es ein wunderbar gelungenes Buch mit mehr als nur einem Augenzwinkern, ganz wenig Sentimentalität und ganz viel Herz.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Der Schock

Der Schock
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Das Buch war ein Schock - im absolut positivem Sinn. Ich habe damit angefangen und die Nacht durchgelesen, weil ich nicht aufhören konnte. Immer noch ein Kapitel und noch ein Kapitel ...

In dem Buch geht ...

Das Buch war ein Schock - im absolut positivem Sinn. Ich habe damit angefangen und die Nacht durchgelesen, weil ich nicht aufhören konnte. Immer noch ein Kapitel und noch ein Kapitel ...

In dem Buch geht es um 4 Leute: Jan, seine Schwester Kathy, deren Freund Greg und Jans Jugendschwarm Laura machen Urlaub an der Cote d'Azur. Laura verschwindet, kommt wieder und ein Streit beginnt, nach dem Laura endgültig verschwindet. Später findet Jan ihr Handy mit einer verstörenden Aufnahme und macht sichauf die Suche nach Lara. Und damit beginnt für ihn ein Alptraum mit dem Fund seiner toten Nachbarin und so geht es weiter ...

Wie gesagt, das Buch war für mich absolut spannend und obwohl nicht wirklich sehr viele "brutale" Details beschrieben worden, doch sehr grausam. Auch wenn man im Laufe der Handlung mehr und mehr Details erfährt, die wirkliche Auflösung und eine Ahnung derselben hat man erst sehr weit am Schluss.
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Veröffentlicht am 11.10.2024

Lotta Wundertüte

Lotta Wundertüte
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Lotta ist schwerbehindert. In der Schwangerschaft bekommt ihr Gehirn nicht genug Sauerstoff. In den ersten Monaten ihres Lebens muss sie viele Operationen überstehen. Lottas Mutter beschreibt in dem Buch ...

Lotta ist schwerbehindert. In der Schwangerschaft bekommt ihr Gehirn nicht genug Sauerstoff. In den ersten Monaten ihres Lebens muss sie viele Operationen überstehen. Lottas Mutter beschreibt in dem Buch die ersten 3 Jahren von Lottas Leben und vom Leben der gesamten Familie – dem älteren Bruder, den Eltern, Großeltern, Nachbarn. Das Buch ist kein Sachbuch, dafür ist es zu persönlich. Das Buch ist aber auch keine einfache Familienerzählung, dafür gibt es zu viele auch allgemeine Fakten. Trotzdem oder gerade deswegen ist es ein starkes Buch geworden – ein Buch über ein starkes kleines Mädchen und eine noch stärkere Familie darum. Lottas Mutter verlangt viel von den Lesern, aber sie erwartet nur Mitgefühl, kein Mitleid. Sie zeigt sowohl die Schwierigkeiten, wie auch die schönen Seiten dieses Lebens. Sie berichtet von ihren vielen Zweifeln, ihren Kämpfen und den Glücksmomenten. Den Kampf um ein normales Familienleben neben dem behinderten Kind, aber auch den Kampf um jeden Fortschritt des Kindes. Sie beschreibt die vielen Rückschläge, aber auch die viele Hilfe von überall her. Das Buch war für mich wie ein Bahnhof mit vielen Gleisen und Weichen davor. Lottas Eltern haben sich für ein Gleis entschieden. Als Leser kann ich diesem Gleis folgen, ich kann aber auch andere Entscheidungen und Abzweige wählen. Ich habe immer die Möglichkeit, die gestellten Fragen für mich selbst zu beantworten. Sandra Roth drängt dem Leser keine ihrer Entscheidungen auf, sie rechtfertigt sie nicht – sie verlangt eigenes Denken, ohne zu verurteilen. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Und ich hoffe auf eine Fortsetzung. Ich möchte gern wissen, wie es mit Lotta und ihrer Familie weitergeht.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Schwesterlein, komm stirb mit mir

Schwesterlein, komm stirb mit mir
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Mehrere Frauen werden ziemlich bestialisch ermordet, später auch Männer. Kommissar Stadler tippt ziemlich schnell auf einen Serientäter und holt sich als Verstärkung die Psychologin Elizabeth Montario ...

Mehrere Frauen werden ziemlich bestialisch ermordet, später auch Männer. Kommissar Stadler tippt ziemlich schnell auf einen Serientäter und holt sich als Verstärkung die Psychologin Elizabeth Montario zu Hilfe. Diese kann auch gute Tipps geben, ist aber selbst stark in den Fall verwickelt.
Die Autorin schreibt gerade ein Promotion über Val McDermid. Das merkt man dem Buch an. Wie auch bei McDermid ist hier ein Ermittlerduo die „Hauptperson“. Nur sind es in diesem Fall ein Kommissar und eine Psychologin (bei McDermid ist es eine Kommissarin und ein Profiler). Aber ich empfinde es nicht als schlecht, wenn man sich an einer der – meiner Meinung nach besten – Krimischriftstellerin ein Beispiel nimmt. Und Karen Sander ist dies mehr als gut gelungen. Ihr Buch ist absolut spannend wie auch logisch. Auch wenn man ungefähr ab Mitte des Buches eine Ahnung hat, wer der Täter ist und evtl. auch warum. Es mindert keinesfalls den Reiz am Lesen. Denn sie hat immer noch eine Idee im Ärmel, treibt die Ermittlungen auf die Spitze und trotz allem wirkt nichts überzogen oder übertrieben. Man kann die Schritte logisch nachvollziehen und auch die Beweggründe. Die Figuren sind sympathisch, ohne Superhelden zu sein. Die Ermittlungsarbeit und die Kollegen sind gleichberechtigt, es gibt auch ein Privatleben – aber in der Hauptsache geht es immer um den Fall. Das Buch hat eine sehr hohe Qualität und ich würde es uneingeschränkt jedem Krimi- und Thrillerfan weiterempfehlen.

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