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Veröffentlicht am 05.11.2024

Meine amerikanische Freundin

Meine amerikanische Freundin
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Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder ...

Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder erwacht, ist sie halbseitig gelähmt, völlig verändert, mit einem ganz schlechten Kurzzeitgedächtnis. Vorher komplett unabhängig und selbständig, lebt Molly jetzt bei ihren Eltern. Ihre Freundin aus Paris besucht sie mehrfach …

Das Buch ist nur 150 Seiten dick und man hat es schnell durchgelesen, denn der Stil ist einfach und gut lesbar. Man kann sich die Frauen sofort vorstellen und auch die Situation, in der beide sind. Gestört hat mich, dass die Ich-Erzählerin keinen Namen bekommt. So beschreibt man das Buch immer als „Molly und ihre Freundin“. Dadurch wirkt die Freundin für mich unpersönlich. Ansonsten ist es aber beeindruckend. Die Schilderungen der Freundschaft, der Veränderungen und dann auch des wahrscheinlichen Auseinanderbrechens sind direkt und gradlinig, ohne Umschreibungen. Auch wenn es mir beim Lesen nicht gefallen hat, wie auf das Ende zugesteuert wird – es ist die Wahrheit. Freundschaft beweist sich erst in schweren Zeiten. Doch auch da ist sie nur begrenzt lebensfähig, denn Freundschaft besteht aus Geben und Nehmen. Und wenn aufgrund welcher Umstände auch immer ein Teil nur noch Nehmen kann oder will, hat der andere Teil irgendwann das Gefühl, dass die Freundschaft ausgenutzt wird und für einen selber nichts mehr bringt. Und dann beginnt die Überlegung, ob sich so eine Freundschaft wirklich noch lohnt … Denn eine Freundschaft, die nur aus Pflicht oder Mitleid besteht, ist für mich keine richtige mehr. Man betrauert den Verlust, man verflucht seine eigene Ohnmacht, nicht helfen zu können – und trotzdem geht die Freundschaft. Ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eismädchen

Eismädchen
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Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen ...

Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen berichten, dass es dort spuken soll. Während ihrer Zeit dort werden in London mehrere Mädchen entführt und ermordet. Das Muster des Täters Kinsella ist bekannt. Nur sitzt dieser seit 20 Jahren in genau dem Hochsicherheitsgefängnis, in dem Alice jetzt arbeitet. Er soll bewegt werden, mit der Police zusammenzuarbeiten. Aber er will nur mit Alice sprechen, doch eigentlich verrät er wenig. Dann wird in ihrem Cottage auch noch eingebrochen …

Das Buch ist einer guter Krimi, auch wenn es hier weniger um die Ermittlungsarbeit der Polizei geht. Es wechseln sich die Szenen im Gefängnis mit denen der Erlebnisse der entführten Mädchen ab. Trotzdem empfand ich die Spannung nicht übermäßig hoch, zumal ich schon mal eine ungefähre Ahnung vom Täter hatte. Der Kreis war schnell eingeschränkt und so kamen nicht mehr viele dafür in Frage. Das Interessante war dann eher der Grund. Die Ablenkungen durch die privaten Sachen hielten sich in Grenzen. Das Buch war gut lesbar, ein einfacher Stil, gut geschrieben, nicht langweilig. Insgesamt ein solider Krimi mit Luft nach oben, für den ich aber insgesamt eine Leseempfehlung aussprechen möchte.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Verwirrend

RAUCH
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Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden ...

Eine Gruppe von fünf Freunden fahren auf die Westmännerinsel von Island. Sie wollen an der Beerdigung einer ehemaligen Freundin teilnehmen. Diese ist an Krebs gestorben. Doch im Haus der Freundin finden sie eine Leiche. Und damit wird etwas in Gang gesetzt, dass nicht mehr zu stoppen ist.

Das Buch ist eines: sehr verwirrend. Es laufen mehrere Geschichten parallel nebeneinander. Da ist zum einen die Geschichte um Asta und ihren Unfall. Da ist die Geschichte der Freunde und die Geschehnisse der Vergangenheit. Und da sind die aktuellen Ermittlungen, bei denen Idunn, die einzige Rechtsmedizinerin Islands, sehr viel private Probleme in die Geschichte bringt. Das alles vermischt sich und ist teilweise richtig spannend. Teilweise wurde es mir aber gegen Ende auch etwas zu viel. Zumal die Auflösung dann nur wenige Seiten umfasste. Es blieb für mich auch einiges offen. Trotzdem ist es ein sehr guter Thriller. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Unterschiedliche Welten

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1)
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Im Land Quill ist es Brauch, dass die 13-jährigen Kinder sortiert werden. Es gibt gewollte und nützliche, die im Land bleiben dürfen. Und dann gibt es die ungewollten, die z. B. gegen ein Gesetz verstoßen ...

Im Land Quill ist es Brauch, dass die 13-jährigen Kinder sortiert werden. Es gibt gewollte und nützliche, die im Land bleiben dürfen. Und dann gibt es die ungewollten, die z. B. gegen ein Gesetz verstoßen haben. Diese Verstöße sind oft willkürlich und nur sehr klein, trotzdem werden diese Menschen verstoßen und sollen sterben. Das passiert auch mit den Zwillingen Alex und Aaron. Alex soll liquidiert werden, Aaron nicht.

Das Buch zeigt die Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Staaten. In dem einen herrscht eine Art Terror und Angst. In dem anderen dürfen sich die Menschen und auch die Tiere sehr frei entfalten. Beides ist mit großer Magie belegt, wobei allerdings in dem freien Land die Magie um vieles vielfältiger und auch größer ist. Man muss sich darauf einlassen können. Denn gerade in dem unfreien Land wird vieles nicht richtig erklärt und man muss einfach alles akzeptieren. Hier hätte ich mir mehr Details gewünscht. Die Geschichte ist anhand vor allem der Zwillingsbrüder geschrieben. Damit wird die Zielgruppe sehr gut erreicht. Die Probleme sind wiedererkennbar. Alles in allem ein schönes Buch, bei dem ich vor allem das wunderbar gestaltete Cover erwähnen möchte. Eine Fortsetzung ist angedacht.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Nur einen Horizont entfernt

Nur einen Horizont entfernt
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Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben ...

Hannah ist eine bekannte TV-Moderatorin mit eigener Sendung. In einer Zeitung findet sie einen Bericht über Fiona, eine ehemalige Mitschülerin, von der sie immer gequält wurde. Fiona hat ein Buch geschrieben über das Vergeben und Verzeihen. Sie verschickt 2 Steine mit der Bitte, einen als Zeichen der Vergebung zurückzusenden und einen an jemanden anderen zu schicken. Hannah erinnert sich, dass sie von Fiona vor 2 Jahren ebenfalls so einen Brief bekommen hat. Doch jetzt denkt sie darüber nach. Sie schickt Fiona den Stein zurück und möchte sie in ihrer Sendung haben. Gleichzeitig überlegt sie, den 2. Stein ihrer Mutter zu geben, mit der sie seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Denn ihr Freund hat sie wohl belästigt und so hat Hannah den Kontakt komplett abgebrochen und bei ihrem Vater aufgewachsen. Doch jetzt zweifelt sie daran, ob sich alles so zugetragen hat…

Das Thema des Buches hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit den 2 Steinen. Es ist nie zu spät, jemanden um Verzeihung zu bitten. Die Autorin zeigt aber im Verlauf der Geschichte auch auf, dass nicht alles nur einfach schwarz-weiß ist und dass manche Wahrheit mehr Schaden anrichten kann und man sich gut überlegen soll, was man tut.
Was den Stil des Buches angeht, war ich im 1. Viertel sehr enttäuscht. Die Figuren waren mir viel zu klischeehaft und teilweise auch statisch. Dazu kam noch, dass ich das Gefühl hatte, aus dem Buch heraus spricht ein Oberlehrer zu mir mit erhobenem Zeigefinger. Ich war etwas genervt. Obwohl ich nicht weiß, ob es an der Autorin oder an der Übersetzung gelegen hat. Zum Glück hat sich das dann im Verlauf der Geschichte gegeben. Die Figuren durften sich entwickeln, es gab mehr Facetten und man konnte Mitgefühl für fast alle aufbringen. Auch die verschiedenen Probleme, die unterschiedlichen Möglichkeiten des Verzeihens oder eben auch nicht, waren gut gewählt und sind dem Leser sicher schon irgendwo mal begegnet. Das macht die Geschichte menschlich und vor allem verständlich und nachvollziehbar. Die Zweifel der Hauptfigur und ihre Entwicklung sind wunderbar gelungen.
Der Stil ist eher einfach und macht das Lesen leicht. Das Cover passt gut dazu.

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