Atmosphärisch und Übernatürlich
LAKE – Das Haus am dunklen UferDie Schauspielerin Casey Fletcher muss den Verlust ihres Mannes verkraften und den Nullpunkt ihrer schauspielerischen Karriere. Um wieder ins Leben zurückzukommen, verfrachtet ihre Mutter sie an den Lake ...
Die Schauspielerin Casey Fletcher muss den Verlust ihres Mannes verkraften und den Nullpunkt ihrer schauspielerischen Karriere. Um wieder ins Leben zurückzukommen, verfrachtet ihre Mutter sie an den Lake Greene in Vermont, ausgerechnet dorthin, wo ihr Mann vor einigen Monaten verstarb. Dies und die absolute Ruhe lassen Casey immer häufiger zur Flasche greifen und zu einem alten Fernglas. Doch Casey beobachtet nicht die weite Natur, sondern das Haus an der gegenüberliegenden Uferseite und damit das Ehepaar Tom und Katherine.
Schnell merkt Casey, dass bei den beiden mehr Schein als Sein existiert und plötzlich verschwindet Katherine spurlos. Sie ist sich sicher, dass Tom etwas damit zutun haben muss.
Lake von Riley Sager klang nach einem spannenden (PsychThriller, doch leider war das Buch eher ruhig und atmosphärischer. Lange baut Sager erst eine extrem dichte und düstere Atmosphäre auf, die dazu führt, dass Caseys Gedanken- und Gefühlswelt sehr gut aufgestellt werden und eine gewisse Nähe zu ihr aufgebaut wird. Doch insgesamt passiert in der Zeit nur wenig spektakuläres.
Im letzten Viertel wird dann jedoch das Tempo stark angezogen und mit einigen Twists und Wendungen gespielt. Manche sind überraschender, andere weniger und leider sind manche ganz schön übernatürlich. Ich bin kein Fan, wenn übernatürliche Dinge passieren und in diesem Fall wurde das nicht nur dick aufgetragen, sondern kam auch urplötzlich und aus dem Nichts. Aufgrund des bis dato aber doch eher zähen Verlaufs, habe ich zumindest das daraus resultierende Tempo gerne mitgenommen. Denn die angesprochene Spannung konnte es definitiv gebrauchen und auch die (natürlichen) Wendungen gefielen mir gut.
Wer auf atmosphärische und eher ruhige Thriller steht, die auch übernatürliche Elemente haben dürfen, der ist bei Lake genau richtig. Wer mindestens eins davon gar nicht mag, der könnte hier eine große Enttäuschung erleben. Für mich darf es gerne etwas ruhiger und atmosphärischer sein, wenngleich es mir hier doch ein paar Seiten zu viel waren und deswegen, sowie aufgrund der übernatürlichen Dinge, reicht es leider 'nur' für drei Sterne.