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Veröffentlicht am 14.06.2025

Göttliche Pläne und wütende Geister

The Legend of Lady Byeoksa
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Seit ihrer Kindheit nimmt Bin Seomoon die Welt der Lebenden ebenso wie Geister des Jenseits wahr. Als Seelenjägerin, auch Byeoksa genannt, bekämpft sie nun diese Geister, ausgestattet mit praktischer Männerkleidung ...

Seit ihrer Kindheit nimmt Bin Seomoon die Welt der Lebenden ebenso wie Geister des Jenseits wahr. Als Seelenjägerin, auch Byeoksa genannt, bekämpft sie nun diese Geister, ausgestattet mit praktischer Männerkleidung und speziellen Waffen. Die dabei manchmal anfallenden Perlen haben für sie eine besondere Bedeutung. Ebenso wie Eunho, der junge Minister des Königs, auf den sie bei einer Geisterjagd trifft und der sich nicht mehr an ihre gemeinsame Vergangenheit erinnern kann.
Insgesamt beinhaltet das Buch eine sehr schöne Geschichte, in der Göttinnen der Unterwelt ebenso ihre Pläne der Macht verfolgen wie die Gemahlin des jungen Königs in der Menschenwelt. Und zwischendrin die Seelenjägerin Bin, ein arroganter Schlangengott und diverse rachsüchtige Geister. Die Schauplätze wechseln, neben den Intrigen am Königshof und in der Unterwelt jagt Bin Geister, klärt einen Todesfall auf und nähern sich Bin und Eunho an. Es gibt also Spannung, Mythologie und Romantik. Ebenso kommen hier die weiblichen Hauptcharaktere stark zum tragen und die Frauen-unterdrückende Gesellschaft wird hier beispielhaft kritisiert.
Womit ich mich vor allem zu Beginn schwertat ist der Schreibstil. Von einem Satz zum nächsten kann die Perspektive oder die Szene wechseln und nicht immer war mir sofort klar, wer denn nun am Sprechen ist. Mit dem leicht distanzierten Stil kann ich wiederum leben, den kenne ich bereits von anderen Romanen aus Fernost. Wobei die Szenen, in denen es um die Liebe zwischen Bin und Eunho geht, emotional deutlich bewegender geschrieben sind. Doch grad zu Beginn empfand ich diesen sprunghaften Stil unnötig anstrengend und verwirrend, da ich an dieser Stelle noch keine wirklichen Bezugspunkte hatte.
Von der Idee und der Aufmachung her eine wirklich schöne Erzählung mit einer aussergewöhnlichen Protagonistin, nur der Schreibstil hat mir vor allem zu Beginn einige unnötige Hürden bereitet.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Magische Ritualmorde in den Goldenen Zwanzigern

Diviners – Aller Anfang ist böse
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Evie wird von ihren Eltern zu Onkel Will nach New York geschickt, nachdem sie daheim im Ort dank ihrer magischen Fähigkeiten für Unruhe gesorgt hat. Tagsüber kann sie nun in Wills Museum für Okkultes mithelfen, ...

Evie wird von ihren Eltern zu Onkel Will nach New York geschickt, nachdem sie daheim im Ort dank ihrer magischen Fähigkeiten für Unruhe gesorgt hat. Tagsüber kann sie nun in Wills Museum für Okkultes mithelfen, während nachts Party angesagt ist. Zugleich geht ein Ritualmörder in der Stadt um, zu dessen Aufklärung Onkel Will um Hilfe gebeten wird.
Der Roman ist zunächst eine bunte Mischung verschiedener Charaktere, welche im Wechsel vorgestellt werden und die jeweils auf ihre Art mit Magie in Verbindung stehen. So kann Evie bei Berührung eines Gegenstandes in die Vergangenheit dessen Besitzers schauen, während andere in die Zukunft schauen oder heilen können. Auch die Leben der Personen unterscheiden sich, einige kommen aus dem Künstlerbereich, was hervorragend zur Atmosphäte der Goldenen Zwanziger passt. Neben den Perspektiven dieser Diviners ist auch der Ritualmörder relevant, welche die New Yorker in Angst und Schrecken versetzt.
Tatsächlich hab ich recht lange gebraucht, um mit dem Roman warm zu werden. Die vielen, zunächst vorgestellten Personen mitsamt ihrer Leben bremsten die Spannung aus, ich empfand es stellenweise als ermüdend zu lesen und auch Evie handelte zunächst wie eine verantwortungslose Partymaus. Erst mit der Zeit fanden die jungen Leute nach und nach zusammen, wurden deren Stränge miteinander verknüpft und alles wurd etwas weniger wirr. Mit den Ermittlungen zum Mörder, die ebenfalls in die Welt des Paranormalen führen, kommt Spannung rein, in welchen Evie ihre Fähigkeiten sinnvoll, wenn auch riskant einsetzen kann. Ihre diversen Egotrips zwischendurch verleideten mir leider wiederholt, sie zu mögen, vor allem war es dann ärgerlich, wenn sie mir grad sympathisch wurd und sie erneut ihre Egonummer durchzog. Zum Ende hin wird es etwas gruseliger, wenn es darum geht, den Täter aufzuhalten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Die versprochene Romantik würd ich hingegen eher als kaum vorhanden abhaken. Da ist das romantisch gestaltete Cover evtl etwas irreführend. Wegen des mir zu zähen Anfangs geb ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.01.2024

Clan-Klüngelei in Düsseldorf

Pirlo - Gefährlicher Freispruch
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Der dritte Band bietet einen neuen großen Fall für die Betreiber der Kanzlei Recht.Schaffen, Strafverteidigerin Sophie Mahler und Dr. Anton Pirlo: Ein Corona-Testzentrum ist abgebrannt und mit diesem darin ...

Der dritte Band bietet einen neuen großen Fall für die Betreiber der Kanzlei Recht.Schaffen, Strafverteidigerin Sophie Mahler und Dr. Anton Pirlo: Ein Corona-Testzentrum ist abgebrannt und mit diesem darin gelagerte Schutzmasken eines neuen Startup-Unternehmens. Der vermeintliche Täter ist schnell ausgemacht, doch dieser behauptet, nichts mit dem Brand zu tun zu haben. Von Pirlo erwartet der Beschuldigte Emre Ben Hamid, Sohn einer Clan-Familie, nichts anderes als einen Freispruch, schlagkräftige Argumente werden schnell präsentiert. Und mal wieder hängen Pirlos Brüder mit drin.
Der dritte Band schließt nicht nur an die Coronakrise mit Testzentren und Gesundheitsmasken an, sondern auch an Pirlos Liebesdesaster im zweiten Band. Entsprechend hängt Pirlo diesmal ziemlich in den Seilen, während Sophie ihre eigene Datingphase austestet. Beruflich ist diesmal viel Clan-Klüngelei dabei, in welche primär Pirlo involviert ist, während Sophie sich den Stars-und-Sternchen-Part des Falls vornimmt. Mir persönlich fehlte diesmal der Biss des ersten Bandes, grad die Clanklüngelei nahm mir die Spannung etwas raus und versperrte unnötig die Sicht auf den eigentlichen Fall. Geärgert hat mich vor allem, dass der Fall deutlich schneller geklärt worden wäre, hätte eine bestimmte Person mal eben rechtzeitig die Wahrheit gesagt. So blieb es mir zu verwinkelt, die Spannung kam über Längen nicht recht in Schwung, auch wenn der Stil selbst gewohnten Biss zeigte. Aber ich bleib dran und hoffe, der nächste Fall wird wieder knackiger. Zumal Sophie und Pirlo am Schluss wieder deutlich mehr Schwung zeigten als zu Beginn des Falls.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Geheimnis um ein mysteriöses Haus, mit leichtem Gothic-Touch

Gallant
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Die 16-jährige Olivia Prior lebt in einem Waisenhaus, ist stumm und sieht eine Art Geister Verstorbener, welche sie selbst als Ghule bezeichnet. Die graue Eintönigkeit des Alltags versucht sie durch Zeichnungen ...

Die 16-jährige Olivia Prior lebt in einem Waisenhaus, ist stumm und sieht eine Art Geister Verstorbener, welche sie selbst als Ghule bezeichnet. Die graue Eintönigkeit des Alltags versucht sie durch Zeichnungen angenehmer zu gestalten, Freundinnen hat sie im Waisenhaus keine. Dazu ist sie zu anders, auch wenn sie gelernt hat, sich gegen Gehässigkeit und Vorurteile zu behaupten. Als einzige Erinnerung an ihre Mutter besitzt sie deren altes Tagebuch, dessen Inhalt jedoch für Olivia äusserst rätselhaft ist. Nach Jahren erreicht ein Brief das Waisenhaus, in welchem ein Onkel Olivias sie auf dessen Herrenhaus Gallant einlädt. Für das Waisenhaus eine willkommene Gelegenheit, dieses merkwürdige Mädchen loszuwerden. Doch was wird Olivia auf Gallant erwarten?
Die Atmosphäre des Romans ist stets ein wenig düster und gruselig, ohne ein wirklicher Gruselroman zu sein, eher Richtung Gothic. Olivia ist intelligent und weiß sich trotz ihres Handicaps mitzuteilen. Dennoch wird ihr Leben für sie auf Gallant nicht besser, von einem herzlichen Willkommen keine Spur und zu den bisherigen Geheimnissen ihrer Familie kommen weitere hinzu. An dieser Stelle wurd es auf Dauer nervig, dass die wenigen Bewohner Gallants ihr eine vernünftige Kommunikation regelrecht verweigerten, zumal alle anderen Charaktere neben Olivia von der Autorin keinerlei Charaktertiefe verliehen bekamen. Ziemlich enttäuschend, stattdessen werden diverse Bilder aus dem Tagebuch der Mutter locker bis zu dreimal im Buch wiederholt abgebildet. Den Platz hätte die Autorin für mehr Komplexität und Tiefe der Handlung nutzen sollen, um das Leseerlebnis emotionaler zu gestalten. Besonders zum Schluss hin hätte mehr Tiefe in der Handlung für einen stärkeren emotionalen Effekt gewirkt, dieser blieb bei mir leider aus und ließ stattdessen unnötig viele, unbeantwortete Fragen zurück.
Auch wenn die Autorin hier wieder diverse düstere und morbide Seiten des Lebens mit eingebaut hat, empfand ich die Erzählung oberflächlicher als ihre vorherigen Werke und würd das Buch daher nur mit 3,5/5 Punkten bewerten.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Rasant, ausgefallen, hätte mit Jugendlichen besser gepasst

Die Geschichtenwandler − Magische Tinte
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Zufällig kann Enna beobachten, wie in der Londoner Buchhandlung ihrer Mutter ein Fremder in ein teures Buch kritzelt. Danach haben sich einige Details in der Stadt signifikant verändert, aber Enna scheint ...

Zufällig kann Enna beobachten, wie in der Londoner Buchhandlung ihrer Mutter ein Fremder in ein teures Buch kritzelt. Danach haben sich einige Details in der Stadt signifikant verändert, aber Enna scheint zunächst die Einzige, der bewusst ist, dass vor wenigen Momenten die Welt noch anders war. Über eine Karte, welche sie dem geheimnisvollen Fremden stibitzen konnte, wird sie auf die Geheimgesellschaft Emerald Ink aufmerksam. Eine Gesellschaft, die mit magischer Tinte Großes bewirken kann. Und die es Enna nicht einfach macht, hinter deren Geheimnis zu kommen. Doch Enna gibt so schnell nicht auf.
So rasant wie die Kinder auf dem Cover wirkt auch die Story selbst. Die Idee ist schon sehr aussergewöhnlich und bietet auch diverse unerwartete Wendungen. Insgesamt wär die Handlung meiner Meinung nach jedoch eher für Teenager ab einem Alter von vielleicht 16 Jahren passend. So jungen Protagonisten nehm ich nicht ab, dass sie bereits diverse Klassiker gelesen haben. Zudem sind die Kinder oftmals allein in der Großstadt London unterwegs, gehen auf eine Großveranstaltung mit VIP-Bereich, und das alles ohne Eltern? Das passt in dem Alter einfach nicht. Ebensowenig die spätere Action, die ist auch eher auf Jugendliche denn auf Kinder gemünzt.
Die Idee ist ausgefallen, die Story rasant, die Charaktere hätten mit ein paar Jahren älter m.E. deutlich besser zum Ganzen gepasst.

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