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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2025

Beeindruckend

Das Vaterland
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Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben ...

Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben von den Ereignissen und Geschehen in Deutschland und der Veränderungen seit dem Regierungsantritt der Nazis im Januar, auf See nichts erfahren. Beschrieben werden die mannigfachen Reaktionen der Besatzung. Da gibt es über die bestehende Gewalt Ungläubigkeit und Widerstand, jedoch auch Sympathie für die Bewegung der Nationalsozialisten.
Ausführlich beschreibt der Autor das Verhalten des Kapitäns und der einzelnen Mitglieder seiner Mannschaft, nachdem sie das Schiff verlassen haben. Wie sie das Verhalten der Nazis und der Bevölkerung mit ihren Ängsten und den allgemeinen Wandel wahrnehmen. Auch wird der Alltag im Konzentrationslager Wittmor bei Hamburg bildhaft geschildert. Der Schreibstil ist dokumentarisch ausgearbeitet. Erschreckende Geschehen, die mir bisher unbekannt waren, werden glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Im Anschluss an den Roman gibt es noch eine interessante Biografie des Schriftstellers.
Dieses Pamphlet, wie Heinz Liepmann dieses Buch bezeichnet, hat mich tief beeindruckt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Ein großartiger Debütroman

Berchtesgaden
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Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der 19-jährigen Sophie Gruber, die im Frühjahr 1945, nach der Machtübernahme der Amerikaner, in Berchtesgaden eine Arbeit beim Military Government ...

Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der 19-jährigen Sophie Gruber, die im Frühjahr 1945, nach der Machtübernahme der Amerikaner, in Berchtesgaden eine Arbeit beim Military Government antritt. Sie arbeitet eng mit ihrem Chef, dem jüdischen Emigranten Frank Rosenzweig, zusammen. Dadurch erhält sie Einblick in die Kriegsgeschehen, die ihr bisher unbekannt waren und sie beginnt, zu hinterfragen. Mit dem schwarzen GI Sam erlebt sie ihre erste große Liebe.
Dieser penibel recherchierte Roman erzählt vom Ende der Naziherrschaft in Berchtesgaden und dem Neuanfang nach der Besetzung der US-Amerikaner. Es treffen hier die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Sieger und Besiegte, Täter und Opfer, sowie Mitläufer und Wendehälse. Realhistorische und fiktive Personen und Ereignisse sind gekonnt miteinander verwoben. Vielschichtig sind die einzelnen Protagonisten ausgearbeitet. Dadurch gelang es mir, in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen zu können.
Die Handlung, durch die Carolin Otto mit einem flüssigen und mitreißenden Schreibstil führt, ist sehr gut aufgebaut und nimmt in ihrem Verlauf kontinuierlich an Spannung zu. Dadurch fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Lediglich der Schluss des Buches ließ viele Fragen offen, bei denen ich sehr gerne gewusst hätte, wie es wohl weitergeht.
Diese fesselnde Geschichte, die teilweise unter die Haut geht, hat mir spannende Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Eine Frau muss sich behaupten

Wer aus dem Schatten tritt
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Nachdem ich bereits elf Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf das neue Buch dementsprechend groß. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Hochmotiviert tritt ...

Nachdem ich bereits elf Bücher der Autorin mit Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf das neue Buch dementsprechend groß. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Hochmotiviert tritt die 26jährige Renate im Jahr 1958 ihre erste Stelle als Ärztin in der Hamburger Psychiatrie des Krankenhauses Ochsenzoll an. Doch sehr schnell muss sie feststellen, dass sie nicht überall willkommen ist. Für den Oberarzt Dr. Kleinschmidt sowie den Stationsarzt Dr. Lehmann gehört sie, wie alle Frauen, an den Herd und hat im Berufsleben nichts zu suchen. Beide Ärzte versuchen, Renate das Leben schwer zu machen, in der Hoffnung, sie so loszuwerden. Ein tragisches Ereignis in der Klinik lässt Renate Nachforschungen anstellen, durch das sie den Fußballspieler Matthias kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Wie alle Bücher von Melanie Metzenthin hat mich auch dieses bereits nach den ersten Seiten gefesselt. Mit Spannung habe ich Renates Eintritt in das Berufsleben verfolgt. Die Schikane, denen sie von ihren Kollegen ausgesetzt ist, sind nachvollziehbar und glaubwürdig. Auch die Stellung der Frau in den 1950er Jahren ist überzeugend beschrieben. Interessante Wendungen und Ereignisse machen die Handlung fesselnd, sodass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Frau Metzenthin führt mit einem bildhaften Schreibstil durch die perfekt recherchierte Geschichte.
Mich hat dieser Auftakt der neuen Reihe sehr berührt. Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Trotz schwerer Themen sehr zu empfehlen

Wo die Sterne am hellsten leuchten
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Auch in ihrem neuen Buch schreibt Josefine Weiss eine hochemotionale Geschichte über Hoffnung, Schmerz, Schicksalsschläge, Trauerbewältigung und Neuanfang. Trotz Tabuthemen steht dabei das Thema Leben ...

Auch in ihrem neuen Buch schreibt Josefine Weiss eine hochemotionale Geschichte über Hoffnung, Schmerz, Schicksalsschläge, Trauerbewältigung und Neuanfang. Trotz Tabuthemen steht dabei das Thema Leben im Vordergrund. Mit ihrem ausdrucksstarken Schreibstil ließ sie mich sofort in die Handlung eintauchen. Detailliert und lebensecht sind die verschiedenen Charaktere beschrieben, sodass ich sie zu kennen glaubte und dadurch auch ihre Gefühle teilen konnte. Unvorhersehbare Wendungen sorgten für Spannung und so las ich das Buch auf einen Rutsch durch. Schließlich musste ich ja unbedingt wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
Mich hat dieser wunderschöne und gefühlvolle Roman sehr berührt und auch zu Tränen gerührt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Macht neugierig auf die anderen Bücher der Autorin

Die Wächterin von Köln
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Nach dem Tod ihrer Mutter bleibt der 16jährigen Elsbeth nichts anderes übrig, als sich als Hübschlerin zu verdingen und im Bordell "Zur schönen Frau" in Köln zu arbeiten. Hier gehen die einflussreichsten ...

Nach dem Tod ihrer Mutter bleibt der 16jährigen Elsbeth nichts anderes übrig, als sich als Hübschlerin zu verdingen und im Bordell "Zur schönen Frau" in Köln zu arbeiten. Hier gehen die einflussreichsten Männer der Stadt ein und aus. Als ein Freier in ihrer Anwesenheit stirbt, wird sie des Giftmordes angeklagt. Ihr bisher unbekannter Halbbruder Nicolai Golatti, einer der mächtigsten Männer der Unterwelt, gibt sich ihr gegenüber zu erkennen und bewahrt sie vor einer Verurteilung. Nach dem Tod der Hurenwirtin übernimmt Elsbeth das Bordell, arbeitet mit ihrem Halbbruder zusammen und wird zur mächtigsten Frau in Köln. Anonym bewirkt sie dadurch viel Gutes. Doch dann wird Nicolai ermordet.
Es ist mein erstes Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe. Und ich muss gestehen, es hat mich ab der ersten Seite total begeistert. Petra Schier versteht es, den Leser zu fesseln, in das Mittelalter eintauchen zu lassen und die Handlung spannend, nachvollziehbar und realistisch zu erzählen. Angenehm ist der eindrucksvolle Schreibstil zu lesen, der die Sicht aus der Perspektive von Elsbeth beschreibt. Bildhaft sind die einzelnen Charaktere angelegt und ausgearbeitet. Spannend wurden die historischen Fakten in die Geschichte mit eingewoben, bei der natürlich auch eine außergewöhnliche Liebesgeschichte nicht fehlt.
Mich hat dieses kurzweilige Buch sehr gut unterhalten. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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