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Veröffentlicht am 07.01.2025

Ab heute heiße ich Margo

Ab heute heiße ich Margo
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1936 in Stendal. Margarete lebt mit ihrer Schwester bei den Eltern, der Vater arbeitet und ist auch ein ziemlicher Familientyrann. Die Mutter Hausfrau. Margarete will eine Ausbildung im Büro in einem Fotogeschäft ...

1936 in Stendal. Margarete lebt mit ihrer Schwester bei den Eltern, der Vater arbeitet und ist auch ein ziemlicher Familientyrann. Die Mutter Hausfrau. Margarete will eine Ausbildung im Büro in einem Fotogeschäft machen und setzt das letztendlich auch durch. Sie schneidet sich die Haare kurz und versucht, selbständiger zu leben und will Margo genannt werden. Im Fotogeschäft lernt sie Helene kennen. Diese ist Fotografien und war im Spanien-Krieg. Beide verlieben sich in Alard. Das beendet ihre freundschaftliche Beziehung für lange Zeit. Helene kommt ins KZ und dort ins Bordell, Margo heiratet den Bruder einer Mitschülerin und geht während des Krieges nach Schlesien. Dort trifft sie Alard wieder und bekommt ein Kind von ihm. Sie erlebt nach dem Krieg Vertreibung, Vergewaltigung, trifft Helene wieder und verliert ihre Tochter. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende, denn die Wege von Margo und Helene kreuzen sich immer wieder …
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist in 3 Teile gegliedert: 1936 bis Kriegsende, dann nach dem Krieg bis zur Wende und die Jahre nach der Wende. Wechselseitig erzählen Margo und Helene ihre Erlebnisse, später dann die Töchter und Enkeltöchter. Dadurch hat man einen jeweils anderen Blick auf das Geschehen. Margo geht in den Westen, Helene bleibt in der DDR. Beide Figuren sind nicht nur schwarz-weiß, beide Teile Deutschlands werden ebenfalls differenziert beschrieben. Das ist für meine Begriffe ein absoluter Vorteil dieses Buches. Margo ist anfangs sehr naiv, von den Nazis überzeugt und bekommt vieles nicht mit. Nach dem Krieg entwickelt sie sich eher in Richtung Karrierefrau, die auch wenig Rücksicht nimmt. Helene dagegen arbeitet für die Stasi und behält sich trotzdem ihre Zweifel. Beide Frauen sind nicht durchweg sympathisch, aber trotzdem hat man Verständnis für viele ihrer Entscheidungen.
Dazu kommt noch, dass das Buch von Stil her sehr gut lesbar ist. Je nach Alter hat man viele eigene Erinnerungen an die Zeit und erkennt sich auch wieder.
Unabhängig davon ist es außerdem noch eine großartige Familien- und Zeitgeschichte.
Ich kann das Buch nur uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

18 - Zahlen des Todes

18 - Zahlen des Todes
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Leana hat ihren ersten Tag bei einer Spezialeinheit des LKA Düsseldorf. Nach 18 Jahren kehrt sie aufgrund familiärer und gesundheitlicher Probleme aus Südafrika nach Deutschland zurück und wird Leiterin ...

Leana hat ihren ersten Tag bei einer Spezialeinheit des LKA Düsseldorf. Nach 18 Jahren kehrt sie aufgrund familiärer und gesundheitlicher Probleme aus Südafrika nach Deutschland zurück und wird Leiterin dieser Einheit. Damit beginnen die Probleme, denn eigentlich Natalia diese Stelle bekommen. Sie lässt Leana deutlich ihre Abwehr spüren.
Doch gleich am ersten Tag wird ein Toter entdeckt. Während das Team mit den Ermittlungen beginnt, wird einen Tag später in Köln ein weiterer Toter entdeckt – genau so „hingesetzt“ wie der erste. Und es wird noch weitere Tote geben …

Mir hat das Buch gut gefallen. Erst mal vom Design her, aber auch vom Inhalt. Am Anfang die Probleme zwischen Leana und Natalia haben mich ein wenig genervt – vom Stil her. Hier gab es überwiegend kurze Sätze. Ein ständiges Hin und Her. Allerdings wurde es dadurch auch spannend und teilweise hektisch. Ich hätte nicht das ganze Buch in diesem Stil lesen mögen. Doch im Laufe der Kapitel änderte sich mit den Ermittlungen auch der Stil. Die Spannung blieb hoch. Ich kann nicht einschätzen, ob es so eine Spezialeinheit mit den technischen Möglichkeiten wirklich gibt, aber interessant war es auf jeden Fall.
Der Autorin ist es in meinen Augen gut gelungen, die Arbeit dieser Spezialisten darzustellen. Ebenso überzeugend fand ich die Darstellung des Täters und die Gründe (um niemanden die Spannung zu nehmen, gehe ich hier nicht in Details). Für mich war das absolut nachvollziehbar und hatte mein Verständnis.
Das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, das nächste Buch ist für Herbst angekündigt. Ich freue mich darauf

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Veröffentlicht am 07.01.2025

In der ersten Reihe sieht man Meer

In der ersten Reihe sieht man Meer
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Alexander Klein, Mitte 40, will mit seiner Familie in den Urlaub nach Italien fahren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und alle sind gestresst. Am letzten Abend setzt er sich mit etwas Rotwein ...

Alexander Klein, Mitte 40, will mit seiner Familie in den Urlaub nach Italien fahren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und alle sind gestresst. Am letzten Abend setzt er sich mit etwas Rotwein vor ein altes Fotoalbum und als er erwacht, findet er sich als Teenager in den 80er Jahren wieder und fährt zusammen mit Eltern, Schwester und Oma nach Italien in den Urlaub ...


Zuerst fällt einem bei dem Buch das liebevoll gestaltete Cover auf. Eine Mischung aus Fotoalbum und Koffer und es sieht sehr echt aus, man prüft wirklich, ob das Foto geklebt ist. Auch die Kapitelüberschriften mit den Musiktiteln (wobei ich mir nicht sicher bin, ob die wirklich alle aus den 80ern sind) haben mir gut gefallen.

Die beiden Autoren müssen es sich wohl gefallen lassen, dass ihre Bücher immer an Kluftinger gemessen werden. Doch ich muss sagen, dieses Buch steht dem in nichts nach. Der typische Humor blieb erhalten. Ich habe das Buch an einem Stück gelesen und mich sehr amüsiert. Auch wenn es für mich nie so einen Italienurlaub gab, jeder hat wohl in der damaligen Zeit ähnliche Urlaube erlebt und erkennt in dem Geschilderten Züge der eigenen Familie, von Nachbarn oder Bekannten wieder. Wenn man sich heute Fotos aus dieser Zeit ansieht, fragt man sich oft, ob man an Geschmacksverirrung gelitten hat. Doch die Mode und die teilweisen Vorurteile waren halt damals so. Heute ist man - hoffentlich - klüger und kann darüber herzhaft lachen. Und man findet bei der Familie Klein wirklich viele Eigenschaften von Deutschen im Ausland wieder. Gut gefallen hat mir das Ende, hier möchte ich aber nichts verraten. Auf jeden Fall gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Wenn Du mich tötest

Wenn du mich tötest
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Im Nordwesten von Schottland in einem kleinen Ort sitzen die Leute im Pub, als ein Mann zur Tür herein kommt und ein Einzelzimmer verlangt. Der Mann – Julian – ist ein deutscher Tourist. Komisch ist nur, ...

Im Nordwesten von Schottland in einem kleinen Ort sitzen die Leute im Pub, als ein Mann zur Tür herein kommt und ein Einzelzimmer verlangt. Der Mann – Julian – ist ein deutscher Tourist. Komisch ist nur, dass er eigentlich Urlaub mit seiner Frau gemacht und noch vor wenigen Tagen einen Bootsausflug unternommen hat. Doch dabei gab es Streit. Jetzt meldet sich der Mann bei der Polizei und seine Frau als vermisst. Bald glaubt der ermittelnde Detective nicht mehr an die Unschuld von Julian und dann wird auch noch die Leiche einer Frau angespült …

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung wird durchgehend hoch gehalten. Dabei passiert gar nicht so viel. Aber dieses ständige Spiel damit, ob Julian seine Frau getötet hat oder nicht, hält die Spannung hoch. Eigentlich ist er sympathisch, doch dann erfährt man etwas aus seiner Vergangenheit oder er verhält sich eigenartig und sofort zweifelt man wieder. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Wenn ich aufhören wollte, sagte ich mir – erst noch das Kapitel zu Ende. Und ehe ich mich versah, war ich schon beim nächsten oder übernächsten Kapitel. Ich konnte kaum aufhören. Die Figuren – vor allem die schottischen Bewohner – und die Landschaft sind sehr treffend beschrieben und ich hatte sofort wieder die Bilder meiner eigenen Reisen vor Augen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Eins

Eins
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Tippi und Grace sind Zwillingsschwestern, aber keine gewöhnlichen. Sie sind siamesische Zwillinge, an der Hüfte zusammengewachsen. Jede hat einen eigenen Oberkörper, aber einen gemeinsamen Unterleib. Jahrelang ...

Tippi und Grace sind Zwillingsschwestern, aber keine gewöhnlichen. Sie sind siamesische Zwillinge, an der Hüfte zusammengewachsen. Jede hat einen eigenen Oberkörper, aber einen gemeinsamen Unterleib. Jahrelang wurden sie zu Hause unterrichtet, doch der Vater wird arbeitslos und das Geld reicht nicht. So bekommen sie ein Stipendium für eine private Schule. Wie erwartet, wird es dort nicht einfach, doch sie finden in den Außenseitern Yasmeen und Jon Freunde. Ihre Schwester „Dragon“ träumt vom Ballett. Ihre Mutter arbeitet zu viel, der Vater beginnt zu trinken. Und dann kommen noch die gesundheitlichen Probleme...

Das Buch hat mich beeindruckt. Es ist ungewöhnlich. Zum einen vom Stil her. Kurze Sätze und Abschnitte, geschrieben wie ein Gedicht. Die Geschichte wird aus Sicht von Grace erzählt und so erhält man einen Eindruck in das Leben der Zwillinge und in ihre Gefühle. Was für sie normal ist, kann man als Außenstehender nicht immer gleich nachvollziehen. Sie sind beeindruckend in ihrem Zusammenhalt, in ihren gemeinsamen Entscheidungen und wie sie das Leben meistern. Umso trauriger ist das tragische und unerwartete Ende. Doch bis dahin gibt das Buch viel Stoff zum Nachdenken. Ich kann es nur uneingeschränkt weiter empfehlen.
Dazu trägt ebenfalls das außergewöhnlich gestaltet Cover bzw. der Umschlag bei. Hier hat sich jemand richtig gute Gedanken gemacht und die Entscheidung „Eins oder Zwei“ gut umgesetzt.

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