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Veröffentlicht am 16.02.2025

Ein Tierkrimi mit Charme

Mord in Shady Hollow
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In diesem besonderen Krimi taucht die Leserschaft in eine charmante und liebevolle Welt ein, die von tierischen Protagonisten bevölkert wird. Das Autorenduo kreiert mit dieser Geschichte einen interessanten ...

In diesem besonderen Krimi taucht die Leserschaft in eine charmante und liebevolle Welt ein, die von tierischen Protagonisten bevölkert wird. Das Autorenduo kreiert mit dieser Geschichte einen interessanten Waldtierkrimi, der nicht nur spannend, sondern auch voller Witz und Charme ist. In der Story geht es um ein Städtchen voller Tiere. In Shady Hollow leben Tiere aller Art sehr harmonisch und zivilisiert zusammen. Doch eines Tages wird die Harmonie durch einen brutalen Mord gestört. Die Füchsin Vera Vixen ist neu in der Stadt und arbeitet als Journalistin in der örtlichen Zeitungsredaktion Herald. Sofort macht ihr journalistischer Spürsinn sich bemerkbar und sie ermittelt zusammen mit ihrer Freundin der Räbin und Buchhändlerin Lenore. Doch bald muss sie merken, dass sie sich nicht überall Freunde macht. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Die Hauptfigur, Vera Vixen, ist eine schlaue und gewitzte Füchsin, die die Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann zieht. Mit ihrem scharfen Verstand, ihrem journalistischen Talent und ihrem unerschütterlichen Gespür für das Verbrechen ist Vera nicht nur selbstbewusst, sondern auch unglaublich sympathisch. Die vielseitigen Nebencharaktere bringen viel frischen Wind in die Erzählung. Gerade bei der Charakterentwicklung hat das Autorenduo ganze Arbeit geleistet. Der Deputy Orville, ein Bär als Polizist, hat mir dabei sehr gut gefallen, da er sich charakterlich wandelt. Die Grundidee, einen Krimi in einer Welt voller Tiere zu inszenieren, hat mir wirklich gut gefallen. Denn es verleitet die lesenden Personen dazu, über menschliche Verhaltensweisen aus einer anderen Perspektive nachzudenken.

Die interessante Auflösung des Mordfalls und die cleveren Hinweise geben dem Buch einen klassischen Krimi-Charakter, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Die Spannung der Erzählung ist gut temperiert worden. Der Schreibstil des Duos ist liebevoll, durchaus humorvoll mit einer leicht infantilen Note versehen worden. Dabei soll das kein Kritikpunkt darstellen, denn ich bin mit der Grundumsetzung der Geschichte zufrieden gewesen. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch mehr Wendungen gewünscht, aber in Summe hat mich dieser Krimi wirklich gut unterhalten. Auch wenn ich mit meiner Verdächtigung richtig lag, ist dies kein Grund diesen Krimi nicht zu mögen. Eine Grundidee mit viel Charme und Potential die ich gerne weiterverfolgen werde.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
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Eine Achterbahnfahrt der Gefühle im eiskalten Island, eine Geschichte die unter den einmaligen Nordlichtern zu Tränen rührt.

Lilly, eine junge Floristin, muss den schweren Verlust ihres Zwillingsbruders ...

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle im eiskalten Island, eine Geschichte die unter den einmaligen Nordlichtern zu Tränen rührt.

Lilly, eine junge Floristin, muss den schweren Verlust ihres Zwillingsbruders Luca verkraften. In einem Online-Forum für Angehörige herzkranker Menschen findet sie halt, da ihre Eltern sich völlig vor ihr zurückziehen und sie gar nicht mehr wahrnehmen. Ganz anders als Aron, er ist für Lilly innerhalb dieses Forums da und hört ihr zu. Als Lilly sich mit ihrer Mutter nach dem Tod ihres Bruders überwirft flieht sie zu Aron nach Island, doch der ist erstmal distanziert zu Lilly, wusste er doch nicht, dass sie zu ihm nach Island kommt und dass ihr Bruder gestorben ist.

In Island erleben die beiden magische Tage unter den Nordlichtern und schon bald ist nur mehr als Freundschaft im Spiel.

Der Roman ist in der Ich-Erzählerinnen Perspektive von Lilly geschrieben, wir erleben das komplette Geschehen, bis auf das letzte Kapitel (hier erzählt Aaron), aus Lillys Sicht. Vor jedem Kapitel hat Lilly eine “Notiz an mich selbst” verfasst, welches einem Fazit des folgenden Kapitels gleichkommt, ohne die Spannung zu nehmen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional und berührt die Herzen. Sie zeichnet wundervolle Bilder nicht nur von Island, sondern auch in den zwischenmenschlichen Ebenen.

Der Roman ist in vier Phasen unterteilt, diese vier Phasen (Verleugnung, Gefühlschaos, Auf der Suche nach Antworten und Hoffnungsschimmer) stehen für die vier Phasen der Trauer.

Trauer und die Verarbeitung dieser sind die zentralen Themen des Romans. Aber es geht auch um Familie, Freundschaft, Neuanfang, Vertrauen, Herzkrankheiten, Wahrheit und Lüge, sowie Liebe.

Für mich war es definitiv nicht der letzte Roman von Sarah Stankewitz hat mich der Roman doch gefesselt und bewegt zugleich. Der zweite Teil der Dilogie “Strong Hearts” Shine like Midnight Sun ist im Ullstein Verlag bereits erschienen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Ein Krimi der mit der Kälte spielt

Tödlicher Winter
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Ein Krimi, der mit der kälte spielt. Der Kälte der Menschen sowie der Umgebung in der sie leben. Paul Schwartzmüller, ein Journalist mit Wurzeln in Siebenbürgen aus Köln, kehrt in seine alte Heimat zurück. ...

Ein Krimi, der mit der kälte spielt. Der Kälte der Menschen sowie der Umgebung in der sie leben. Paul Schwartzmüller, ein Journalist mit Wurzeln in Siebenbürgen aus Köln, kehrt in seine alte Heimat zurück. Er hat sich unsterblich in Maia eine junge Frau, die auf dem Hof seiner Tante lebt, verliebt und hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit ihr. Im Heimatort angekommen muss Paul aber feststellen, dass sich einiges seit seinem letzten Aufenthalt verändert hat. Neue Bewohner wollen das Dorf verändern und plötzlich gibt es mysteriöse Todesfälle. Bald wird Paul in einen Sog aus Hass und Angst gezogen. Wird er es schaffen den Fall zu lösen?

Paul Schwartzmüller wirkt auf den ersten Blick etwas unnahbar. Er ist ein unsicherer Mensch, der aber auch impulsiv werden kann. Er ist in Liebesdingen sehr naiv und verhält sich in einigen Situationen eher wie ein Teenager als ein reiferer Mann. Auch wirkt er manchmal etwas unbeholfen und weiß nicht so recht, wie er sich verhalten soll. Als interessante Charaktere können sein Freund mit dem nicht so geradlinigen Verhalten Sorin; Maia, die junge Carry sowie Pušomori eine junge Frau, die eher im Hintergrund agiert genannt werden.

Der Schreibstil der Autorin ist gut erzählend und sehr gut lesbar. Sie schafft es die Umgebung zu beschreiben und man findet sich als lesende Person sehr gut in der kalten Umgebung Siebenbürgens zurecht. Auch die Verhaltensweisen der handelnden Personen sorgen durch die Charaktertiefe für ein gutes Setting. Die Story an sich ist gut und spannend erzählt und man erkennt die kulturellen Besonderheiten dieser Region sehr deutlich. Das Ende ist interessant gestrickt und war tatsächlich unerwartet für mich. Ein Fall mit einem interessanten Ermittler, wo die Polizei eher eine Nebenrolle spielt, der mich gut unterhalten hat. Ich würde sehr gerne alsbald noch einmal einen Fall von Paul Schwartzmüller lesen

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein Roman über die Verletzlichkeit

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der ...

“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der alles auf den Kopf stellt und nichts ist mehr so wie es vorher war. So etwas hat Heike erlebt, ihre Tochter ist seitdem nicht mehr dieselbe, die kleine Raphaela muss mit so einigen Einschränkungen zurechtkommen. Es geht im Roman um Schuld und Schuldgefühle, aber auch um Vorwürfe, die man sich selbst macht. Was ist mit dem eigenen Leben, mit den eigenen Träumen, hat man noch ein Recht darauf diese zu leben?

Wir kehren in das kleinen Dorf Alpen an den Niederrhein zurück, es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die wir noch einmal auf einer ganz neuen Ebene kennenlernen. Anna von Betheray hat als evangelische Pastorin ihre Schäfchen in der Gemeinde im Blick, sie kümmert sich um ihren Neffen Sascha, weil ihre Schwester Maria krank ist, aber auch ihre Mutter Mechthild und Tante Ottilie stehen ihr zu Seite und mischen im Ort ordentlich mit. Mit von der Partie ist auch wieder der kleine Goldendoodle Freddy, der alle Herzen im Sturm erobert und wieder für den einen oder anderen Schmunzler sorgt.

Mit viel Fingerspitzengefühl und Feingefühl zeichnet die Autorin eine Dorfgemeinschaft, die aufeinander aufpasst, aber auch (fast) alles voneinander weiß, was Fluch und Segen zugleich sein kann. Ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt, gleichzeitig schenkt er aber auch sehr viel Hoffnung, dass Gemeinschaft viele Probleme überwinden kann. Der Zusammenhalt in Alpen ist einmalig und manchmal würde ich mir wünschen einen solchen Zusammenhalt auch spüren zu dürfen und nicht in der Anonymität der Großstadt zu leben. Weitere Themen des Romans sind Drogen- und Alkoholkonsum, aber auch verschiedene Krankheiten wie Demenz oder MS.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, meist steht aber die Hauptfigur Anna von Betheray im Mittelpunkt, aber es gibt auch Rückblenden in die vergangenen Jahre, sodass wir gerade die Geschichte von Heike und Raphaela besser verstehen können. Der Spannungsbogen ist gut ausgearbeitet und steuert auf die Auflösung zu, wie es zu Raphaelas Situation kommen konnte. War es ein Unfall oder ein Verbrechen?

Ein wunderbarer Roman, der uns unsere Verletzlichkeit vor Augen führt und uns gleichzeitig Hoffnung schenkt. Und genau solche Mutmachenden Bücher brauchen wir!

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Ein Roman abseits des Mainstream

Der Untergang von Thornton Hall
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Britta Habekost hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben, abseits vom Mainstream.

Elinda ist eine wirklich bemerkenswerte Protagonistin, die uns in das antike Italien entführt. Sie begibt sich auf ...

Britta Habekost hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben, abseits vom Mainstream.

Elinda ist eine wirklich bemerkenswerte Protagonistin, die uns in das antike Italien entführt. Sie begibt sich auf eine gefährliche Reise, um ihren Zwillingsbruder wiederzufinden. Ihre Eltern hingegen hatte andere Pläne. Sie soll einen vermögenden und adeligen Mann heiraten, um das Familienerbe zu sichern. Elinda entzieht sich diesem Plan und reist mit dem geheimnisvollen Blake nach Italien. Die Männer in diesem Roman werden eher sagenumwogen und geheimnisvoll dargestellt und man muss erst herausfinden, wer Gut und Böse ist.

Ein Gruselroman, ein Schauermärchen oder eine romantische Liebesgeschichte? Hier muss man sich nicht entscheiden, man bekommt alles. Alles wohl dosiert, aber dennoch enthalten. Dazu ein Reiseführer durch das antike Italien und eine detaillierte Milieustudie.

Sehr eingängig fand ich den Erzählstil der Autorin, sie lässt dem Leser / der Leserin sehr viel Raum, um eigene Theorien anzustellen. Die Auflösung des Romans hat mir gut gefallen und ich fand sie auch schlüssig.

Dieser Roman sticht aus dem Genre “historische Romane” heraus, wagt er doch ganz neue Ansätze und Wege.

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