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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2018

spannend erzählt

Unterleuten
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Juli Zeh beschreibt in ihrem 640 seitigen Roman den Wandel eines brandenburgischen Dorfes namens „Unterleuten“ seit der Wende, wobei vorhergehende Ereignisse ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen.

Anhand ...

Juli Zeh beschreibt in ihrem 640 seitigen Roman den Wandel eines brandenburgischen Dorfes namens „Unterleuten“ seit der Wende, wobei vorhergehende Ereignisse ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen.

Anhand von Erlebnissen Alteingesessener und nach der Wende Zugezogener erlebt der Leser den Wandel von der Plan-, über die Unterleutener Tausch- zu der um sich greifenden Marktwirtschaft samt dem großen Ausverkauf, bei dem nahezu jeder das Beste für sich herausholen will. Schon seit jeher scheint Unterleuten ein Dorf gewesen zu sein, das nicht mit Behörden zusammengearbeitet hat und stolz darauf war, alles selber zu regeln; da fallen eigene Rachefeldzüge, kriminelle Aktionen und Selbstjustiz, Tratsch und Verleumdung gar nicht wirklich auf, sondern gehören zum ganz normalen Alltag dieses Dorfes. Soziale Verstrickungen und Abhängigkeiten beeinflussen das Taktieren seit jeher und nun, während der Planung eines Windparks, stellen sie die Gegenspieler zu skrupellosen Investoren dar, beim Wettlauf um die eigenen Vorteile, bei denen auch Zugezogene alles geben.

Die Bewohner Unterleutens werden eher klischeehaft dargestellt; im Laufe des Romans lernt man sie ein wenig kennen, erfährt von ihren Schicksalschlägen, Beweggründen, Überzeugungen, von Situationen, die sie sprachlos oder gedemütigt zurückließen und veränderten, von Treue und Verrat und von Familienfehden, die sich über Jahrzehnte erstrecken. Trotz der Einblicke in ihr Leben hinterläßt keiner von ihnen einen wirklich bleibenden Eindruck bei mir. Das ist vielleicht auch gar nicht nötig, um über ihre und die eigene Moral nachzudenken und sich zum Schluß mit ihnen gemeinsam zu fragen: Hat es sich dafür gelohnt?


Insgesamt wurde der Roman spannend und facettenreich erzählt; dennoch fand ich einiges schon deutlich zu langatmig und überzeichnet.

Veröffentlicht am 15.12.2017

Heilrezepte, eingebettet in eine erdachte Geschichte mit alten Briefen

Mein Kräutererbe
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Eunike Grahofer erzählt eine Geschichte, in der Johanna am Tag ihrer Verlobung zwölf Briefe ihrer Urgroßmutter ausgehändigt bekommt, die ihre Mutter, die eben diese Urgroßmutter als Kind selber nur wenige ...

Eunike Grahofer erzählt eine Geschichte, in der Johanna am Tag ihrer Verlobung zwölf Briefe ihrer Urgroßmutter ausgehändigt bekommt, die ihre Mutter, die eben diese Urgroßmutter als Kind selber nur wenige Male gesehen und offensichtlich zeitlebens bis Johannas Verlobung ungelesen und in Vorhangstoff eingepackt, aufgehoben hat. Johanna soll jeden Monat bis zu ihrer Hochzeit einen Brief öffnen, der Familiengeschichten zu den beiliegenden Rezepten enthält. Die Idee, alte Heilrezepte in diese Geschichte einzubetten, fand ich ganz interessant, wobei mich diese Briefe und Beschreibungen zu Johanna von Monat zu Monat weniger ansprachen; obwohl alles so paßgenau erzählt, konstruiert und abgestimmt war, ist der Funke dabei nicht wirklich übergesprungen. Immer stärker hatte ich das Gefühl, dass ich auf diesen Seiten viel lieber neue Rezepte gelesen hätte...

Das Buch ist, wie schon gesagt, nach Monaten eingeteilt, was ich ausgesprochen praktisch finde. So kann man die entsprechenden Heilpflanzen im Jahresverlauf, wie aufgeführt sammeln oder die Rezepturen im nächsten Schritt weiter verarbeiten, denn nicht alle Heilrezepte werden in einem Arbeitsgang fertiggestellt.
Für jeden Monat gibt es eine Doppelseite mit dem Monatsnamen sowie der Rezeptauflistung, wobei die Anzahl der Rezepte meist zwischen zwei bis fünf schwankt; eine weitere Doppelseite beeinhaltet den Brief.
Mittlerweile habe ich mehrere Bücher der Kräuterpädagogin Eunike Grahofer und bin jedesmal sehr angetan davon; ich muß gestehen, diesesmal bin ich ein wenig enttäuscht, denn allzu viele neue Rezepte habe ich leider nicht gefunden und die vielen Seiten der Geschichte hätte ich als Ausgleich für weitere Rezepte nicht wirklich vermißt. Die vorgestellten Rezepte sind schon ansprechend, bis auf eines, bei dem Honig gekocht wird ( und mir als Imkerin die Haare dezent zu Berge stehen). Besonders hat mich der Apfelzucker angesprochen – Hustensaft aus Rüben oder Zwiebeln mit Zucker oder Honig und viele andere Rezepte waren nicht ganz neu für mich, für andere vielleicht schon.

Das Buch ist sehr schön illustriert und bietet für die Leser, die noch nicht allzuviele Bücher zu diesem Thema gelesen haben, viele neue Rezepte von Öl- und Alkoholauszügen, Badezusätzen, Haarwasser, Tees und mehr, erzählt dabei abwechslungsreich und auf die Rezepte abgestimmt vom Leben auf dem Lande und den Veränderungen im Laufe der Zeit.

Veröffentlicht am 09.12.2017

erzählt unkonventionell über ein Projekt mit Stadtziegen

Stadtgeiss
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Julia Hofstetter erzählt, wie sie ein gepachtetes Grunstück einer ehemalige Kiesgrube in ein Ziegen- und Begnungsparadies verwandelt hat, angefangen vom Umbau des völlig maroden Stalles, Futterraufen und ...

Julia Hofstetter erzählt, wie sie ein gepachtetes Grunstück einer ehemalige Kiesgrube in ein Ziegen- und Begnungsparadies verwandelt hat, angefangen vom Umbau des völlig maroden Stalles, Futterraufen und Urbarmachen des Grundstückes. Seitdem hat sich dieses Projekt immer weiter entwickelt, Schulklassen kommen, werkeln dort; es gibt ein Aufwachsen mit den Ziegen, viele Feste, die dort gemeinsam gegangen werden. Ständig wird etwas umgebaut, erweitert, nach Träumen gesucht und an deren Erfüllung gearbeitet, wie z.B. das Aufstellen eines Zirkuswagens, der eigentlich ein gespendestes Feuerwehrauto war. Zwischendurch erfährt der Leser vieles über Eigenarten und Lebensweise von Ziegen, erhält Bastelanleitungen oder Kochrezepte.

Julia Hofstetter ist es wichtig, nichts Starres oder Perfektes zu schaffen, sondern immer in Bewegung zu bleiben, Bestehendes um- , ab- und wieder ganz neu aufzubauen, ständig auf der Suche, zusammen mit anderen die Phantasie- und Erlebniswelt neu zu gestalten.

Das Buch war sehr kurzweilig zu lesen; viele bunte Bilder und Skizzen innerhalb von Bastelanleitungen machen auch dieses Buch ein wenig krumm und unkonventionell; und nebenbei erfährt man viel über das Leben der Ziegen.

Veröffentlicht am 24.11.2017

Leichte Kost: zum Lachen und Nachkochen

Eine Tussi speckt ab
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Daniela Katzenberger erzählt in ungefähr zwei Dritteln des Buches im Plauderton von ihren Versuchen, abzunehmen und, welche Möglichkeit für sie die Richtige war. Anekdoten aus ihrem Leben und dem ihrer ...

Daniela Katzenberger erzählt in ungefähr zwei Dritteln des Buches im Plauderton von ihren Versuchen, abzunehmen und, welche Möglichkeit für sie die Richtige war. Anekdoten aus ihrem Leben und dem ihrer Mutter kommen nicht zu kurz. Das letzte Drittel des Buches beinhaltet Rezepte der Autorin, wobei dieser Teil durch einige rosa Seiten, etwas umfangreicher wirkt, als die Rezepte alleine.

Vorab muß ich sagen, dass dieses mein erstes Buch von Daniela Katzenberger war und ich auch noch keine Sendung ( außer Werbung) mit ihr gesehen habe. Dennoch haben mich einige Details aus ihrem Leben, wie beispielsweise ihre Hochzeit mit Lucas Cordalis und ihre erfolgreiche Gewichtsabnahme mit der Ernährungsumstellung bzw. dem Programm von Detlef D. Soost, erreicht. Genau dieses Programm hatte mich interessiert und ich hatte gehofft, darüber ein paar Details zu lesen. Jetzt, nach Lesen von „Eine Tussi speckt ab“, denke ich, sie hätte vermutlich Rechte fremden geistigen Eigentums verletzt; offensichtlich hat es bei ihr mit dieser Methode absolut funktioniert.

Nichtsdestotrotz war die Lektüre sehr kurzweilig, überwiegend spaßig zu lesen; ich habe oft schallend lachen müssen. So wirklich neue Erkenntnisse zum Abnehmen habe ich nicht gewonnen, wobei es mir schon sehr gefallen hat, zu lesen, dass andere sich damit auch schwer tun. Mir war vorher schon bewußt, dass es sich hier um keine wissenschaftliche Ausarbeitung handeln würde und eher kurzweilige Unterhaltung mit ein paar Tipps erwartet. Das habe ich alles erhalten, hatte viel Spaß dabei und zum Abschluß sogar noch eine kleine Rezeptsammlung, die dem Programm von bodyChange entsprechen, für die Woche oder den „Fresstag“.

Veröffentlicht am 10.11.2017

70 traditionelle oder innovative Brotrezepte

Beste Brote
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Die Rezepte für „Beste Brote“ stammen von 35 Bäuerinnen, die einzeln vorgestellt werden und ihre Wertschätzung des Brotes erläutern. Jede von ihnen hat zwei ihrer Lieblingsrezepte preisgegeben, jeweils ...

Die Rezepte für „Beste Brote“ stammen von 35 Bäuerinnen, die einzeln vorgestellt werden und ihre Wertschätzung des Brotes erläutern. Jede von ihnen hat zwei ihrer Lieblingsrezepte preisgegeben, jeweils ein traditionelles und eine innovative Eigenkreation. Zu finden sind Rezepte mit Sauerteig oder Hefe, aus ganz verschiedenen Mehlsorten, angereichert mit Zutaten vom eigenen Hof, wie beispielsweise Obst, Nüsse, Saaten, Zucchini, Bohnen oder Möhren. Neben mir noch bekannten Mehlsorten in verschiedener Ausmalung finden sich auch ganz spezielle wie Waldstaudenmehl oder Roggenvorschuss; von beiden habe ich hier das erste Mal gelesen. Auch Zubereitungsbestandteile wie Quell-, Brüh- und Kochstück waren mir unbekannt.

Die Auswahl der Rezepte finde ich gut gelungen, zu jedem brot oder Brotgebäck gibt es eine Foto sowie eine kurze Anleitung. Man merkt schon, dass die Rezeptgeber ihre Rezepte beruflich umsetzen, auch, dass sie in anderen Mengen arbeiten, als unsereins zuhause. Es finden sich durchaus Rezepte, die für drei oder neun Brote ausgelegt sind, wobei ich es nicht schwierig finde, die Zutaten für ein Brot umzurechnen. Manche Zubereitungen gestalten sich schon etwas aufwändiger, sind aber durchaus nachzubereiten.

Mein Favorit ist das Fünf-Minuten-Vollkornbrot, eine Variante des „faulen Brotes“, aber auch das Bio-Zucchini-Brot, ein Erdäpfelbrot, ein Vitalbrot mit Karotten, ein Vifzackbrot und den Alleskönner-Weißbrotteig finde ich sehr interessant. Manche Brote, beispielsweise das Bauernbrot, findet man in verschiedenen Ausführungen, wobei sich alle etwas unterscheiden. Zum Ende des Buches wird auch noch erklärt, wie man einen Sauerteig ansetzt, füttert und weiterverwendet.

Insgesamt finde ich die Rezeptauswahl dieses schön gestalteten Buches recht abwechslungsreich, manche Kreationen wirken auch sehr phantasieanregend um das hauseigene Brot zu entwicklen.