Profilbild von black_snapper

black_snapper

Lesejury Star
offline

black_snapper ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit black_snapper über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2019

Kein typischer Stephen King

Joyland
0


Wer beim neuesten Werk von Stephen King eine Art "Carry", "Friedhof der Kuscheltiere" oder "Es" erwartet, der wird enttäuscht sein. Joyland ist kein Horrorschocker von Stephen King. Joyland ist anders. ...


Wer beim neuesten Werk von Stephen King eine Art "Carry", "Friedhof der Kuscheltiere" oder "Es" erwartet, der wird enttäuscht sein. Joyland ist kein Horrorschocker von Stephen King. Joyland ist anders. Im Prinzip ist die Geschichte schnell erzählt. Ein Student namens Devin nimmt in den 70-er Jahren einen Ferienjob in einem Freizeitpark an. Dort lernt er nicht nur eingefleischte Schausteller "von altem Schrot und Korn", sondern auch andere Studenten kennen, die durch den Ferienjob ein bißchen Geld verdienen wollen, um das nächste Semester finanzieren zu können. Die Wochen plätschern so dahin. Devin ist sehr beliebt, nicht nur weil er ein besonderes Talent besitzt, Kinder in einem Hundekostüm glücklich zu machen. Er ist ein zuverlässiger Mitarbeiter und rettet sogar zwei Menschen das Leben. Doch eine Sache lässt ihm keine Ruhe: vor Jahren ist in der Geisterbahn eine junge Frau ermordet worden, und ausgerechnet seinem studentischen Kollegen Tom ist sie dort erschienen. Devin hätte gerne mit Tom getauscht. Der Fall ist noch ungelöst, und so macht sich Devin mit Hilfe von Erin, einer weiteren Studentin, daran, die Umstände des Mordes zu erforschen. Dabei stoßen sie auf weitere ähnliche Morde, die wahrscheinlich von ein- und demselben Täter begangen wurden. Während Tom sich von nun an von der Geisterbahn fern hält, will Devin tiefer graben. Erst später erkennt er Zusammenhänge, die ihn schließlich auch zum Mörder führen. Warum King eine Nebenhandlung mit einem behinderten Jungen und seiner Mutter, die ganz in der Nähe von Devins Pension, wohnen, erschafft, ist zunächst unklar. Doch er begreift, daß der Junge, das "zweite Gesicht" hat und erinnert sich an die Prophezeiung der Wahrsagerin von Joyland. Die sagte ihm nämlich an seinem ersten Tag im Park ebenso ein Kind und einen dunklen Schatten, der auf ihm laste, voraus. Hier kommt ein bißchen Stephen King-Gefühl auf, ein wenig Übersinnliches. Man wartet aber vergeblich auf unheimliches. Letztendlich endet das Buch in einem vorhersehbaren Showdown. Das Gute siegt über das Böse. Der Protagonist entkommt in letzter Minute aus einer ausweglosen Situation.

Joyland ist keiner der früheren Horrorschocker von Stephen King. Im Gegenteil, das Buch mutet fast etwas langweilig an, wenn man mit der Vorfreude daran geht, unheimlichen kurzatmigen Horror zu erleben. Man könnte es wohlmeinend als nette Geschichte beschreiben. Brillant formuliert ist es zweifelsohne, aber es fehlt die Originalität der Geschichte, der Biß. Der Sprecher des Hörbuches trägt leider noch zur Durchnittlichkeit des Buches bei.

Veröffentlicht am 30.08.2021

Zielgruppe Low-Carb und glutenfrei

Genussvoll gesund bleiben
3

„Genussvoll gesund bleiben“ klingt zunächst toll, das trifft den Zeitgeist. Das Titelbild macht Lust auf gesunde Gemüseküche. Im Vorwort erklärt der Autor, warum er sich für diese Form der Ernährung entschieden ...

„Genussvoll gesund bleiben“ klingt zunächst toll, das trifft den Zeitgeist. Das Titelbild macht Lust auf gesunde Gemüseküche. Im Vorwort erklärt der Autor, warum er sich für diese Form der Ernährung entschieden hat, der er im Buch konsequent folgt. Doch welche Ernährungsform ist das überhaupt? Jetzt, nachdem ich einige Rezepte gekocht habe, kann ich sagen: auf jeden Fall Low-Carb und in weiten Teilen glutenfrei. Ein Hinweis dazu an prominenter Stelle wäre sinnvoll gewesen und würde helfen, die richtige Zielgruppe zu finden. Ich habe beim Kochen gemerkt, daß ich nicht dazu gehöre.
Der Autor ruft eine Challenge aus, die immunstärkend wirken soll.
Zunächst stand ich vor dem Problem, woher ich die nicht alltäglichen Zutaten bekommen soll: Mandelmehl, Xanthan, Xylit, Erythrit, Hanfsamen, Misopaste, Aprikosenkerne, Perlhuhnbrust, Linsenmehlspaghetti, Linsenreis. Einige Zutaten habe ich nicht im Umkreis gefunden (Perlhuhnbrust), bei anderen wiederum war ich erstaunt, daß es sie im örtlichen Supermarkt gab (Mandelmehl, sogar in Bio-Qualität). Teilweise muss man ein ganzes Päckchen kaufen, braucht dann aber nur eine winzige Menge davon. Den Rest hat man dann zu Hause stehen.
Als es ans Ausprobieren der Rezepte ging, sind mir einige, teils nicht unerhebliche Fehler aufgefallen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob überhaupt jemand die Rezepte ausprobiert hat bevor das Buch in den Druck ging. Da fehlten Zutaten, die man auf dem Bild sehen konnte, die im Rezept aber nicht auftauchten. Generell scheint auch das Thema Würzen eher einem selbst überlassen zu sein, wie auch die Garzeiten. Eine Einkaufsliste gibt es nicht.
Wie ein roter Faden zieht sich ein Problem mit den Mengenverhältnissen durch das Buch. Auffallend oft hat das „Quellmaterial“ nicht zur Flüssigkeitsmenge gepasst, so daß ich irgendwann dazu übergegangen bin, generell die Flüssigkeit in den Rezepten zu reduzieren. In meinen Augen ist das ein No-Go in einem Kochbuch.
Wenn man die Challenge durchführt, wie im Buch vorgeschlagen, dann muss man sich auf Salate (mit Schafskäse, Mozzarella, Flußkrebs oder rohen Champignons) oder Gemüse zum Frühstück einstellen. Das ist nicht Jedermanns Sache. Außerdem sind die Rezepte sehr Ei-lastig.
Das Versprechen, nach der Challenge mehr Freude und Genuss am Essen zu verspüren als je zuvor, wurde bei mir nicht eingelöst. In Rezepten nicht erwähnte Würze und Zutaten, falsche Maßangaben, Garzeiten und unmögliche Mischungsverhältnisse haben mir das Buch verleidet.
Meiner Ansicht nach gehört das Buch überarbeitet. Ich würde es mir so nicht kaufen.

Von mir gekochte Rezepte:
Tomaten-Oliven-Brot von Seite 28: pappig-teigig, schwer, zu salzig, nicht das, was ich unter Brot verstehe.
Low-Carb-Mandelpfannkuchen von Seite 41: zu flüssiger Teig, 60 g Erythrit sind viel zu viel, vor allem wenn man es erstmalig ißt, kann es Verdauungsstörungen verursachen
Auberginenmousse von Seite 71: Hervorragend fand ich die in Olivenöl und Zitrone marinierten Zucchinischeiben. Die Auberginenmousse habe ich warm statt kalt gegessen.
Käse-Omelette von Seite 92: Das Omelette ist sehr lecker-würzig. Das Ofengemüse ist fad, da es lediglich gesalzen wird. Außerdem soll es in 5 cm große Stücke geschnitten werden, was wohl ein Schreibfehler ist. Auf dem Foto kann man noch Feta und Nüsse erkennen, die im Rezept nicht vorkommen. Wenn man die dazu gibt, schmeckt auch das Gemüse nicht mehr fad und das Gericht insgesamt gut.
Pancakes von Seite 156: zu flüssiger Teig, Pancakes krümelig, haben ungewöhnlich lange gesättigt. Kalorien?
Kopfsalat von Seite 176: leckere Kombination, aber die Salatsoße aus Öl, Wasser, Zitrone, Kräutern, Salz+Pfeffer ist langweilig und zu sauer.
Gebratene Jakobsmuscheln von Seite 208: lecker. Gute Kombination. Leicht und schnell nachzukochen.
Rote-Bete-Aufstrich von Seite 64: einfach zu machen und lecker.
Weiße Bohnen mit Spinat von Seite 34: gute Zutaten-Kombination und sehr schnell zubereitet, aber für 2 Portionen zu wenig und irgendwie hat der Kick gefehlt. Man kann noch gut mit Gemüse strecken. Ich habe Erbsen genommen. Und das Gericht mit Limettensaft gepimpt, weil mir etwas Frische gefehlt hat.
Schafskäse-Omelette von Seite 146: Wenn man es zu dick belegt, kann man es nicht mehr zuklappen, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tut. Durch den Schafskäse erfährt es eine schön deftige Würze, und die gerösteten Pinienkerne verleihen ihm einen guten Biß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Rezeptideen
  • Gestaltung
Veröffentlicht am 02.11.2020

Verbrechen im beschaulichen Odenwald

Lügenpfad
6

Dieser Krimi hat mir einiges abverlangt. Nicht weil er brutal oder blutig ist, sondern weil ich weit über die Hälfte hinaus nicht verstanden habe, um was es eigentlich geht. Ich habe mich ziemlich quälen ...

Dieser Krimi hat mir einiges abverlangt. Nicht weil er brutal oder blutig ist, sondern weil ich weit über die Hälfte hinaus nicht verstanden habe, um was es eigentlich geht. Ich habe mich ziemlich quälen müssen bis es endlich besser wurde. Zum einen lag das am skandierenden Schreibstil der Autorin. Ich konnte ihrer Denkweise oft einfach nicht folgen. Zum anderen kommen sehr viele Personen- und Szenenwechsel vor, die mich verwirrt haben.
Auch habe ich keinen Zugang zum Protagonisten gefunden. Die Gemütsbewegungen und Aktionen von Frank Liebknecht waren mir ziemlich suspekt. Es wird auch vieles nur vage angedeutet. So konnte ich mich überhaupt nicht in ihn hineinversetzen und war oft deswegen frustriert. Ob mir das wohl besser gelungen wäre, wenn ich die vorherigen Bände gelesen hätte? Erst am Ende wurde er mir sympathischer, und ich bekam eine Ahnung, warum er sich zuvor so verhalten hat. Sein privates Glück hat mich schließlich gerührt. Da hätte ich gerne ein paar tiefere Einblicke gehabt.
Der Fall, in dem ermittelt wird, ist gut ausgedacht und spannend mit dem Bezug auf einen dunklen Fleck der deutschen Geschichte, der mal nicht mit der Farbe Braun zu tun hat. Nur die Umsetzung hat mir nicht gefallen.
Gut fand ich auch, daß der Krimi nicht nach Schema F aufgebaut ist: Mord, Ermittlung, Aufklärung. Schon wie Frank Liebknecht zum Fall kommt, ist außergewöhnlich, die Ermittlung sowieso, und die Aufklärung verläuft mehrgipfelig. Alle Fragen wurden am Ende geklärt.
Ein Buch, dem ich erst gegen Ende wirklich folgen konnte und das ich weggelegt hätte, wenn ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte, kann ich nicht weiterempfehlen.
Aufgrund der o.g. Kritik bleiben hier leider nicht mehr als 2,5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 24.02.2025

Ja wo ist das Glück den nun?

Wo ist dieses Glück noch mal?
0

Ich bin ganz schwer ins Buch gekommen. Der Schreibstil ist so distanziert. Ich lese viele Romane, auch aus der 3. Person, die meine liebste Sichtweise ist (lieber als 1. Person präs), aber hier hat es ...

Ich bin ganz schwer ins Buch gekommen. Der Schreibstil ist so distanziert. Ich lese viele Romane, auch aus der 3. Person, die meine liebste Sichtweise ist (lieber als 1. Person präs), aber hier hat es die Autorin nicht geschafft, mich nahe ans Geschehen zu holen. Außerdem fließt der Text nicht richtig. Die Sätze kommen mir vor wie einfach nur aneinandergereiht.

Beispiel: Außerhalb des Städtchens, das sie ansteuert, liegt ein kleines Gewerbegebiet, und es bietet Enni alles, was sie im Augenblick braucht.

So zieht sich das so durchs ganze Buch.

Bis etwa 50% wusste ich gar nicht, um was es eigentlich geht. Kommt noch ein Kriminalfall? Handelt es sich um einen Liebesroman? Was historisches? Das Cover, das mir zum Zeitpunkt der Lektüre nicht vorgelegen hat, hätte mir gar nicht weitergeholfen. Das Buch hat mich überhaupt nicht gecatcht. Dann so ab 60% wurde es besser, und ich habe geahnt, daß es ein Liebesroman sein muss. Aber durch den distanzierten Schreibstil kam da null Gefühl bei mir auf. Dabei wäre das Potenzial absolut da.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2025

Der Femur von Nybro

Dunkle Schatten über Småland
0

Der Krimi zieht sich wie Kaugummi. Im ersten Drittel gibt es null Ermittlungsergebnisse, lediglich eine Aneinanderreihung von Hypothesen. Nach 200 Seiten sind gerade mal die Opfernamen bekannt. Gewohnt ...

Der Krimi zieht sich wie Kaugummi. Im ersten Drittel gibt es null Ermittlungsergebnisse, lediglich eine Aneinanderreihung von Hypothesen. Nach 200 Seiten sind gerade mal die Opfernamen bekannt. Gewohnt haben sie über fast ganz Schweden verteilt. Das letzte Drittel war dann einigermaßen interessant. Aber da muss man erstmal hinkommen. Zumindest bin ich erst sehr spät auf den Täter gekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere