Cover-Bild Wo der Wolf lauert
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kein & Aber
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 13.09.2022
  • ISBN: 9783036961477
Ayelet Gundar-Goshen

Wo der Wolf lauert

Ruth Achlama (Übersetzer)

Lilach Schuster hat alles: ein Haus mit Pool im Herzen des Silicon Valley, einen erfolgreichen Ehemann und das Gefühl, angekommen zu sein in einem Land, in dem man sich nicht in ständiger Gefahr wähnen muss wie in ihrer Heimat Israel. Doch dann stirbt auf einer Party ein Mitschüler ihres Sohnes Adam. Je mehr Lilach über die Umstände des Todes erfährt, desto größer wird ihr Unbehagen: Ist es möglich, dass Adam irgendwie damit in Verbindung steht?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2025

Vielschichtig

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Nach ihrem Umzug aus Israel haben Lilach und Michael in Kalifornien auf allen Ebenen Erfolg.
Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes auf einer Party und alles gerät ins Wanken.
Kann es sein, dass ...

Nach ihrem Umzug aus Israel haben Lilach und Michael in Kalifornien auf allen Ebenen Erfolg.
Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes auf einer Party und alles gerät ins Wanken.
Kann es sein, dass ihr Sohn etwas mit dem Tod zu tun hat?

Mit “Wo der Wolf lauert” deckt Ayelet Gundar-Goshen gleich mehrere Genres ab: Die Handlung ist spannend wie ein Thriller, der Schreibstil gehoben wie Literatur, die Themen vielschichtig und politisch wie ein Gesellschafts-/ Familienroman.
Vom ersten Kapitel an packt einen das Buch und lässt einen nicht mehr los. Die Aufklärung des Mordes rückt beinahe in den Hintergrund - obwohl der tote Junge stets eine wichtige Rolle spielt - vielmehr behandelt die Autorin innerfamiliäre und gesellschaftliche Konflikte: Probleme in Israel vs in den USA, Rassismus und Antisemitismus. Entfremdung von Mutter und Sohn. Wie gut kennt man seine Familienmitglieder wirklich? Und vor allem macht Gundar-Goshen eines deutlich: Der Wolf lauert überall. Überall gibt es Gefahren unterschiedlicher Herkunft, je nach Perspektive ist jede:r sowohl Opfer als auch Täter:in.
Geschickt wird man mit Lilachs Gefühlsleben konfrontiert, bekommt es aufprojiziert und empfindet den Konflikt nach, ihren Sohn Adam sowohl beschützen, gleichzeitig aber die Wahrheit herauszufinden zu wollen; spürt die Verzweiflung, als sie merkt, wie er ihr immer weiter entgleitet.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt, der Schreibstil, die Vielschichtigkeit und genaue Analyse der Charaktere, sowie die vielen Themen und die spannende Grundhandlung haben es mich kaum aus der Hand legen lassen. Absolute Leseempfehlung. ⭐️5/5⭐️

*Übersetzt von Ruth Achlama

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Veröffentlicht am 11.12.2024

So toll!

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WO DER WOLF LAUERT
Ayelet Gundar-Goshen

Lilach und Michael Schuster sind israelische Einwanderer in den USA. In Silicon Valley haben sie sich dank Michaels erfolgreicher Karriere ein wohlhabendes Leben ...

WO DER WOLF LAUERT
Ayelet Gundar-Goshen

Lilach und Michael Schuster sind israelische Einwanderer in den USA. In Silicon Valley haben sie sich dank Michaels erfolgreicher Karriere ein wohlhabendes Leben aufgebaut. Gemeinsam mit ihrem 16-jährigen Sohn Adam führen sie ein scheinbar geordnetes Familienleben.

Adam, ein introvertierter und wohlerzogener Junge, verbringt seine Zeit lieber mit Schachspielen als auf Partys. Diese Zurückgezogenheit bereitet seinen Eltern Sorgen, und sie drängen ihn immer wieder, aus seiner Komfortzone auszubrechen. Doch Adam hat weder Freunde noch Hobbys.

Eines Abends überreden die Eltern ihn, an einer Party teilzunehmen - ein Wendepunkt im Leben der Familie. Dort stirbt ein afroamerikanischer Jugendlicher namens Jamal unter mysteriösen Umständen. Nach diesem tragischen Ereignis verändert sich Adam vollkommen, und Lilach wird gezwungen, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen, als immer mehr Hinweise darauf deuten, dass Adam in den Tod des Jungen verwickelt sein könnte.

Ayelet Gundar-Goshen erzählt in ihrem Roman kunstvoll und packend aus der Perspektive einer Mutter, die zusehen muss, wie ihr Sohn immer weiter außer Kontrolle gerät. Der Roman greift zentrale Themen wie Migration, Mobbing, Antisemitismus und mangelnde Integration auf. Dabei entfaltet sich ein fein gesponnenes psychologisches Drama, das mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat.

Eine klare Leseempfehlung!
5/ 5

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Ein berührendes Familiendrama

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»Wo der Wolf lauert« ist der erste Roman, den ich von Ayelet Gundar-Goshen gelesen habe. Es war eine Buchempfehlung, nachdem ich sagte, dass ich gerne nochmal ein Buch mit ähnlich poetischem und emotionalem ...

»Wo der Wolf lauert« ist der erste Roman, den ich von Ayelet Gundar-Goshen gelesen habe. Es war eine Buchempfehlung, nachdem ich sagte, dass ich gerne nochmal ein Buch mit ähnlich poetischem und emotionalem Schreibstil lesen wollen würde wie »Der Gesang der Flusskrebse«. Es ging definitiv in eine ähnliche Richtung, hat mich abgeholt und nachdenklich gestimmt.

Inhalt
Lilach Schuster ist mit ihrer Familie aus Israel nach Kalifornien ausgewandert. Ihr Mann hatte hier, im Silicon Valley, eine gute Chance auf einen erfolgreichen Job. Letzten Endes war es aber der Wunsch nach Sicherheit, der die Familie zum Verlassen ihrer Heimat bewegte.
Doch als auf einer Party plötzlich ein Mitschüler ihres Sohns Adams verstirbt, gerät das Leben ihrer sonst so intakten Familie aus dem Gleichgewicht und mit jeder neuen Information, die Lilach über diesen mysteriösen Todesfall erfährt, wächst ihr Unbehagen: Könnte ihr eigener Sohn damit etwas zu tun haben? Kennt sie ihren Adam überhaupt so richtig…?

Schreibstil
Ayelet Gundar-Goshen schreibt nüchtern und durch diese nüchterne Schreibweise gleichzeitig emotional. Der gesamte Roman ist aus der Sicht von Lilach, Adams Mutter, geschrieben. Dadurch erhält man einen direkten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und kann die Herausforderungen, die das Muttersein mit sich bringt, nachvollziehen. Ich würde den Schreibstil als ›auf den Punkt gebracht‹ betiteln, weswegen manche Worte einen so berühren und treffen können.

Figuren
Lilach ist durch und durch Mutter. Sie ist aber auch Ehefrau, Freundin und fühlt sich irgendwie immer fremd, egal ob in ihrer Heimat Israel oder in ihrem neuen Zuhause in Silicon Valley. Mit ihr fühlt und denken wir als Leser mit, da wir ihr durch die Geschichte folgen. Für mich eine Figur, die absolut authentisch dargestellt wurde.
Adam ist im Teenageralter und geht auf die Highschool. Dort wird er nicht nur mit gängigen Problemen konfrontiert, sondern auch mit Mobbing aufgrund seiner jüdischen Herkunft. Er kapselt sich vermehrt von seiner Familie ab, geht ganz in einem Selbstverteidigungskurs auf, der von Uri – einem jüdischen Kriegsveteranen – geleitet wird und verhält sich nach dem Tod seines Mitschülers (in Lilachs Augen) immer merkwürdiger.
Uri hingegen ist eine sehr widersprüchliche Figur des Romans – die Sympathie für ihn gerät immer wieder ins Straucheln. So kümmert er sich aufopferungsvoll (nach einem Anschlag in einer Synagoge) um die jüdischen Kinder im Ort und bringt ihnen Selbstverteidigung bei. Er trifft aber auch oftmals fragwürdige Entscheidungen und seine Figur umgeben viele Mysterien. Doch die Kinder, allem voran Adam, vergöttern ihn.

Meine Meinung
Der Roman beinhaltet neben Themen wie Krieg und Flucht, Heimat- und Fremdheitsgefühle insbesondere auch Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität und vieles weitere. Dadurch erreicht der Roman tiefere Ebenen und wird äußerst vielschichtig und komplex. Dieses Buch hallt nach Beendigung der letzten Seite nach und lässt einen aufgewühlt (und auch fragend!) zurück. Trotzdem ist er realitätsnah geschrieben und macht einem deutlich, dass so unsere Wirklichkeit aussieht – fiktiv widergespiegelt. Von mir eine klare Empfehlung für nachdenklichere Lesetage!

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Starke Themen, etwas zu viele Details

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"Wo der Wolf lauert" ist ein Roman, der sofort durch seine dichte Atmosphäre und die starke psychologische Ausrichtung auffällt. Ayelet Gundar-Goshen greift ein komplexes, gesellschaftlich relevantes Thema ...

"Wo der Wolf lauert" ist ein Roman, der sofort durch seine dichte Atmosphäre und die starke psychologische Ausrichtung auffällt. Ayelet Gundar-Goshen greift ein komplexes, gesellschaftlich relevantes Thema auf und verbindet es mit einer sehr persönlichen, emotionalen Perspektive. Im Fokus steht Lilach, deren scheinbar stabiles Familienleben durch ein tragisches Ereignis erschüttert wird. Ihre innere Zerrissenheit, Zweifel und Schutzinstinkte sind bemerkenswert authentisch dargestellt.

Besonders gelungen ist die Thematik: Die Autorin beleuchtet Vorurteile, Identität, Angst und die Frage, wie gut man die eigenen Kinder eigentlich kennt. Die psychologische Genauigkeit und der Blick auf die unterschwelligen Spannungen des Alltags erzeugen eine stete Grundspannung, die lange trägt.

Allerdings wirkt der Roman an einigen Stellen zu detailliert. Manche Beschreibungen und innere Monologe wiederholen sich oder führen in Szenen, die wenig Mehrwert bieten. Dadurch gerät der eigentlich starke Spannungsbogen gelegentlich ins Stocken. Einige Abschnitte fühlen sich eher wie Füllmaterial an und mindern die Dynamik, die der Geschichte guttun würde.

Trotz dieser Schwächen bleibt der Roman ein intensives, nachdenklich stimmendes Leseerlebnis, das vor allem durch seine psychologische Tiefe überzeugt. Wer atmosphärische, vielschichtige Romane mag und bereit ist, sich auf langsame, detailreiche Passagen einzulassen, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Das gewisse Etwas hat leider gefehlt

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So richtig weiß ich nicht, was ich mit diesem Roman anfangen soll, denn irgendwie kann ich ihn nicht wirklich einordnen. Einerseits wirkt er schon fast wie ein Thriller, schließlich gibt es einen relativ ...

So richtig weiß ich nicht, was ich mit diesem Roman anfangen soll, denn irgendwie kann ich ihn nicht wirklich einordnen. Einerseits wirkt er schon fast wie ein Thriller, schließlich gibt es einen relativ mysteriösen Todesfall, andererseits enthält er aber auch die Geschichte über eine jüdische Familie in Amerika, über Antisemitismus und auch Verrat spielt irgendwie eine Rolle.

Die Geschichte beginnt dabei mit einem Anschlag auf eine Synagoge und dem Tod eines Mädchens, welches ihre Oma beschützen wollte. Dies führt zu Unsicherheit, aber auch dem Willen Adams, Lilachs Sohn, sich selbst verteidigen zu können. Da kommt der charismatische, aber zwielichtige Uri gerade recht, der ein paar jüdischen Jugendlichen, unter anderem auch Adam, Selbstverteidigung beibringt. Und hier beginnt es bereits komisch zu werden, denn seine Mittel sind recht kurios. Als dann auf einer Party auch noch ein Mitschüler von Adam stirbt, fängt es so richtig an, unbequem für Lilachs Sohn zu werden, wobei diese ihn aber wohl am besten kennt und für ihn kämpft. Allerdings wirkte dieser Kampf recht einsam auf mich, gleichzeitig konnte ich ihn aber auch verstehen, schließlich ist die Liebe einer Mutter unerschütterlich und das hat die Autorin hier absolut nachvollziehbar und eindrücklich rübergebracht. Dazu kam, dass Uri immer wichtiger für die Geschichte wurde, sich immer mehr in Lilachs Familie einschlich und dabei sehr undurchschaubar blieb. Mit dem Ende hatte ich dann aber auch nicht gerechnet, denn dieses war absolut nicht vorhersehbar. Hier ist der Autorin eine gute Ablenktaktik gelungen.

Dennoch fand ich die Geschichte nur eher okay, denn die Erzählung war doch etwas sehr sachlich und manchmal ging es mir auch zu viel rund um den heißen Brei. Dazu kam, dass ich keinen richtigen Zugang zu Lilach selbst finden konnte. Ja, ich konnte sie bezüglich Adam verstehen, aber ansonsten war da nicht viel Tiefgang. Adam hingegen fand ich wirklich super geschrieben, wie einen typischen, teils verkannten Teenager, mit Ecken und Kanten, aber ohne erkennbare Boshaftigkeit. Dafür war mir Uri umso zwielichtiger, undurchschaubar und kurios. Ich konnte ihn nicht so richtig einordnen, konnte aber verstehen, warum die Jugendlichen ihn so sehr mögen.

Alles in allem fand ich diesen Roman, wie schon erwähnt, ganz okay, aber vom Hocker hat er mich trotzdem nicht gerissen, denn dazu hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ebenso fand ich ihn nicht übermäßig spannend, wenn auch teilweise interessant. Am meisten hat mich dann aber gestört, dass die wichtigste Frage ungeklärt blieb. Ein Roman also, den man gerne mal lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss.

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