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Veröffentlicht am 30.03.2025

Kein 5 Sterne Menü, sondern Durchschnitt

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Der Einstieg ist gelungen und ich war sehr schnell mitten im Geschehen. Die Handlung wird in der Gegenwart mit Rückblicken in die Vergangenheit erzählt.
Nach fünf Jahren treffen sich die ehemaligen Freunde ...

Der Einstieg ist gelungen und ich war sehr schnell mitten im Geschehen. Die Handlung wird in der Gegenwart mit Rückblicken in die Vergangenheit erzählt.
Nach fünf Jahren treffen sich die ehemaligen Freunde Hanna, Jonathan, Lotta, Tristan und Kiano in einem abgelegenen Restaurant in der Eifel. Jonathan ist der Gastgeber und Chefkoch im Restaurant und lädt zum Krimi-Dinner, bevor seine Schwester Hanna nach Brasilien aufbricht. Ein Platz am Tisch bleibt jedoch leer. Es ist der von Maria, die vor fünf Jahren gemeinsam mit der Clique bei einem Festival unterwegs war und spurlos verschwand. Während draußen ein Sturm aufzieht, wird es langsam auch im Restaurant ungemütlich. Denn das Krimi-Dinner weist immer mehr Parallelen zum damaligen Wochenende auf und auch die Spieler erkennen diese früher oder später. Schon bald scheint der Abend zu eskalieren.....

Auch ich habe mir die Frage gestellt, warum sich diese ehemaligen Freunde überhaupt treffen. Sie sind derart unterschiedlich und nicht wirklich Sympathieträger. Hatten sie jemals Gemeinsamkeiten? Und welche Rolle spielen die jeweiligen Charaktere? Welche Geheimnisse verbergen sie?
Während Jonathan als Gastgeber etwas blasiert und kontrolliert wirkt, ist seine Schwester Hanna das komplette Gegenteil. Sie ist Künstlerin, sehr exaltiert und hat das Verschwinden ihrer Freundin Maria scheinbar bis heute nicht richtig verkraftet. Hanna möchte unbedingt wissen, was damals passiert ist und erhofft sich an diesem Abend eine Antwort.
Lotta, Jonathans Verlobte ist Psychologin und wirkt auf der einen Seite unscheinbar, erkennt aber als Erste die Parallelen des Spieles zu den damaligen Vorkommnissen. Bald liegen ihre Nerven blank...
Tristan ist der Weiberheld der Runde und der Exfreund von Hanna. Einige seiner Aussagen sind mir richtig aufgestoßen. Er wirkt sehr selbstverliebt und scheint etwas dümmlicher, als der Rest. Oder gibt er sich nur so?
Kiano ist wohl der Außenseiter der Runde, der sich von seinem damaligen Freunden abgegrenzt hat. Warum ist er diesmal zum gemeinsamen Treffen gekommen ist, ist eine weitere Frage, die ich mir gestellt habe.

Während die Vorspeise und das Hauptgericht serviert wurde, habe ich noch richtig mit gefiebert. Leider verliert sich die Spannung nach dem starken Beginn sehr schnell, denn mit mehreren Rückblicken in die Vergangenheit nimmt Emily Konrad die Spannung leider ziemlich raus. Die Zeitsprünge und die wiederkehrenden Wiederholungen beim Perspektivwechsel unterbrechen den Lesefluss. Wir gehen zwar dem Verschwinden von Maria und der Verfremdung der Freunde auf den Grund, jedoch hat mich dieser Abschnitt nicht richtig packen können. Es dreht sich vieles im Kreis und wiederholt sich. Zusätzlich erkennt man als geübter Thrillerleser bald, in welche Richtung es gehen wird.
Obwohl der Thriller bereits nach dem ersten Drittel sehr absackt, kann die Autorin zum Ende hin nochmals mit einer unerwartenden Wendung und einer finalen Auflösung punkten. Für mich war das aber zu spät und konnte mich nicht mehr wirklich überzeugen.

Der Schreibstil war einfach, was perfekt zu einem Thriller passt. Trotzdem war er mir manchmal etwas zu plump und auch zu vulgär und irgendwie verlor sich das eigentliche Dinner im Laufe der Handlung.

Dieses Gericht konnte man leider ab der Mitte nur mehr lauwarm genießen. Obwohl das Dessert kurz den Gaumen gekitzelt hat, war der Gesamteindruck des Krimi-Dinners eher schal.

Fazit:
Der Thriller beginnt stark, lässt aber rasant nach und hinterlässt bei mir eher einen enttäuschenden Eindruck. Kein 5 Sterne-Menü, sondern eine durchschnittliche Speisefolge mit einem schmackhaften Dessert als Abrundung. Kann man lesen, muss man aber nicht...

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Leider nur mittelmäßig

Nachtwald
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Ich liebe Thriller mit einer begrenzten Personenzahl, die in einer abgeschiedenen Umgebung oder überhaupt abgeschnitten von der Welt, um ihr Überleben kämpfen müssen.
Schauplatz ist diesmal "Butler Hall", ...

Ich liebe Thriller mit einer begrenzten Personenzahl, die in einer abgeschiedenen Umgebung oder überhaupt abgeschnitten von der Welt, um ihr Überleben kämpfen müssen.
Schauplatz ist diesmal "Butler Hall", ein altes Herrenhaus in Irland, umgeben von dunklen Wäldern und nur zu Fuß erreichbar. Handyempfang gibt es ebenfalls kaum.
Lizzie hat gerade eine sechsmonatige Therapie hinter sich und versucht sich langsam wieder ihrer Mutter und ihrem Bruder Liam anzunähern. Sie ist zu einem Familienzusammentreffen in Butlers Hall eingeladen, nachdem ihre Mutter überraschend geheiratet hat. Das teilrenovierte Herrenhaus gehört ihrem frisch angetrauten Ehemann George, den Lizzie zum ersten Mal treffen soll. Unverhofft taucht auch Georges Tochter Freya mit ihrem Ehemann Hudson auf. Doch Freya und Hudson sind nicht die einzigen Überraschungsgäste, denn am Abend taucht plötzlich ein ungebetener Gast auf mit dem niemand gerechnet hat. Am nächsten Morgen wird eine Leiche gefunden und jeder wird verdächtigt den Mord begangen zu haben....

Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Lizzie. Ihr Charakter steht im Mittelpunkt der Handlung und als Leser sind wir auf ihre Sichtweise angewiesen. Man weiß deswegen nicht, ob sie eine zuverlässige Erzählerin ist.
Trotzdem erfährt man als Leser am meisten über sie und ihren Charakter, der von der Autorin sehr lebendig beschrieben wird. Die anderen Figuren bleiben hingegen teilweise eher blass.
Lizzie hat von Beginn an ein ungutes Gefühl und vertraut der überschwänglichen Fröhlichkeit und Freundlichkeit nicht. Diese wechselt auch kaum, nachdem die Leiche gefunden wird und man versucht, diese irgendwie loszuwerden. Erst als sich die Bewohner des Hauses langsam gegenseitig mehr beobachten und verdächtigen, wird die Atmosphäre zusätzlich beklemmend. Als Leser versucht man herauszufinden, wer die Wahrheit spricht oder wer etwas vertuschen möchte.
Leider fand ich die Entwicklung der Handlung etwas an den Haaren herbeigezogen - vor allem das Benehmen der anderen Familienmitglieder war teilweise befremdlich. Einzig Lizzies Gefühlsregungen und Ängste konnte ich richtig nachvollziehen. Sie war für mich auch der Charakter, der als Einziger rational handelte und Mut und Stärke bewies.

Gefallen haben mir die Naturbeschreibungen und die kleinen Einblicke in die Pflanzenkunde. Der Garten hinter "Butler Hall" verbirgt nämlich auch giftige Pflanzen. Außerdem fühlte man in jeder Zeile die Abgeschiedenheit des Hauses und die dunklen, undurchdringlichen Wälder.
Vieles fand ich zu jedoch zu konstruiert und unglaubwürdig, auch wenn die Handlung spannend erzählt wird.


Fazit:
Ein Thriller mit Stärken und Schwächen. Atmosphärisch top, aber mit kleinen Längen, einigen unglaubwürdigen Handlungen und Eigenheiten, die mir zu konstruiert waren. So richtig überzeugen konnte mich Tríona Walsh mit "Nachtwald" nicht.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Schwächer als der erste Teil

Die Brandung – Leichenfischer
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Der zweite Band der deutsch-dänischen Krimireihe um Kommissar Ohlsen Ohlsen und der Archäologin und ehemaligen Polizistin Fria Svensson spielt wieder im Grenzgebiet.
Während archäologischen Ausgrabungen ...

Der zweite Band der deutsch-dänischen Krimireihe um Kommissar Ohlsen Ohlsen und der Archäologin und ehemaligen Polizistin Fria Svensson spielt wieder im Grenzgebiet.
Während archäologischen Ausgrabungen stößt ein Baggerfahrer auf eine weibliche Leiche. Das Grab der Frau ist mit senkrechtstehenden Pfählen in einer Art Schiffform angelegt worden. Zusätzlich liegen noch Grabbeigaben bei, die jedoch in einem Billigladen in der Gegenwart gekauft worden sind. Fria erkennt auf den ersten Blick, dass die Leichen nach einem alten Wikinger Ritual bestattet wurden.
Frias Bruder Troels leitet die Ermittlungen in Dänemark, als auf der deutschen Seite ebenfalls eine weibliche Leiche in einem ähnlichen Grab gefunden wird. Kommissar Ohlsen bindet Fria mit ein und erhofft sich weitere Einblicke in die archäologischen Funde.
Doch wie hängen all die Figuren aus den verschiedenen Kapiteln zusammen? Und was inspiriert den Täter?

Für mich ist "Leichenfischer" der zweite Teil der Reihe, der jedoch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Trotzdem haben mich die ersten und teilweise sehr kurzen Kapitel leicht verwirrt. Es wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt: einem Stalker, einer Frau, die gefangen gehalten wird, ein einsam gelegenes Haus, wo eine junge und geistig behinderte Frau mit ihrem Kind bei einem Mann lebt, der sich seltsam verhält. Man hat also mehr als genug Fragezeichen im Kopf und hat keine Ahnung wohin uns die Autorin führen will. Dabei gab es diesmal leider auch einige Längen und die Fälle konnten mich nicht so packen, wie im ersten Teil.

Frias Familienumfeld finde ich sehr spannend. Sie stammt aus einer Polizistenfamilie und hat selbst ihre Karriere dort ad acta gelegt, um sich der Archäologie zu widmen. In der Zwischenzeit ist sie die Leiterin des dänischen Museums für Archäologie in Ørerup. Trotzdem kommt aber doch immer wieder ihr Ermittler-Gen durch. Sowohl auf deutscher, als auch auf dänischer Seite versucht sie mit zu ermitteln, was nicht immer gut ankommt.
Frias WG-Mitbewohner Marten ist ein sehr schräger Charakter und der dreibeinige Hund Bølle ein richtig Süßer.
Kommissar Ohlen ist ein typischer Ermittler des Genres: alleinstehend mit Fernbeziehung, ein Workaholic ohne Privatleben.
Die Autorin versteht es wieder meisterhaft falsche Spuren zu legen. Der Schreibstil ist dialoglastig und lässt sich gut lesen.
Die sehr kurzen Kapitel sollen mehr Spannung aufbauen, lassen aber kein intensives Eintauchen zu und so blieben die Figuren oftmals blass. Die Beschreibung der Gegend, die sehr unterschiedlich zu meinem eigenen Zuhause ist, finde ich wieder sehr interessant dargestellt. Lokalkolorit ist auf jeden Fall vorhanden.

Die Auflösung finde ich zwar schlüssig, aber irgendwie konstruiert. Mir hat der erste Band der neuen deutsch-dänischen Krimreihe besser gefallen und ich bin noch am überlegen, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

Fazit:
Der zweite Teil des deutsch-dänischen Grenzkrimis hatte für mich zu viele Längen und verwirrte zu Beginn mit sehr sprunghaften kurzen Kapiteln und zu vielen Figuren. Es war jedoch schön Fria und Ohlsen wieder zu begegnen. Ob ich den nächsten Band lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Habe mir mehr erwartet

Die Frau des Serienkillers
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Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, denn der Klappentext hörte sich wirklich super interessant und spannend an.
Beth und Tom Hardcastle sind vor einigen Jahren von London nach Lower Tew gezogen, ...

Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, denn der Klappentext hörte sich wirklich super interessant und spannend an.
Beth und Tom Hardcastle sind vor einigen Jahren von London nach Lower Tew gezogen, einem Dorf außerhalb von London. Tochter Poppy soll nicht in der Großstadt aufwachsen und Beth hat sich ihren Wunsch erfüllt und ein Keramik-Café eröffnet, während Tom weiterhin zu seinem Arbeitsplatz in einer Bank in London pendelt.
Als Beth mit ihrer kleinen Tochter Poppy auf die Heimkehr von Tom wartet, klopft die Polizei an die Tür, die nach ihrem Mann sucht, der unter Mordverdacht steht. Die Fassade der perfekten Familie zerfällt, denn nachdem Tom tatsächlich in Untersuchungshaft kommt, fällt die vorstädtische Idylle in sich zusammen. Die Presse belagert den Garten vor dem Haus und im Café, welches Beth führt, lassen manche Nachbarn Kommentare ab, die Beth in keines gutes Licht erscheinen lässt.

Der Beginn hat mich sofort gecatcht, jedoch lässt die Spannung leider sehr schnell nach. Die Autorin erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Man erlebt mit Bath die Tage nach der Verhaftung und wie sich ihre Gedanken vor allem um die gemeinsame Tochter Poppy dreht, der sie eine gesicherte Zukunft bieten möchte. Sie ist von Toms Unschuld überzeugt und fühlt sich von der Polizei in die Mangel genommen.
Wir dürfen aber auch in Toms Gedankenwelt eintauchen und bemerken bald, dass er so unschuldig nicht sein kann. Außerdem gibt es Rückblicke in die Vergangenheit und erleben die Beziehung von Tom und seiner Exfreundin Katie, wegen deren Verschwinden er unter Mordverdacht steht.
Im Laufe der Geschichte wird ersichtlich, dass auch Beth ihre Geheimnisse hat. Als Thrillerleser der ersten Stunde hatte ich bald einen Verdacht, der sich auch bestätigt hat.

Leider hat mich der Klappentext mehr gecatcht, als die Geschichte selbst. Auf den ersten 150 Seiten passiert kaum etwas und man verfolgt größtenteils Beths Gedankenkarussell. Sie macht sich vor allem Sorgen um Poppy und was die anderen Kita-Mütter wohl denken oder ob ihr Keramik-Café unter der Verhaftung von Tom leiden wird. Über ihren Ehemann selbst macht sie sich eher weniger Gedanken, was irritiert.

Die Kapitel sind kurz gehalten und der Schreibstil von Alice Hunter lässt sich gut und flüssig lesen. Die Atmosphäre im Ort wird gut eingefangen und wir lernen auch einige der Einwohner etwas besser kennen, wie Lucy, die Beth im Keramik-Café hilft; Adam, der Witwer, dessen Tochter mit Poppy befreundet ist und die sich gegenseitig aushelfen, wenn jemand eine kurzfristige Kinderbetreuung benötigt oder Julie, die immer top gestylte Mama von Drillingen, die allerdings ein kleines Alkoholproblem haben dürfte....

Obwohl es oftmals an Spannung gemangelt hat, wollte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht. Den Plot-Twist am Ende fand ich gelungen, konnte aber die eher spannungsarme Handlung nicht wettmachen.


Fazit:
"Die Frau des Serienkillers" war für mich mehr Spannungsroman als Thriller, den ich "alten Thrillerhasen" nicht wirklich weiter empfehle. Aus der Grundidee hätte man einen richtig guten Thriller machen können. Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft und so blieb dieser erste Band einer losen (?) Trilogie leider hinter meinen Erwartungen.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Für mich hatte Band 2 auch noch genug Luft nach oben

Aschezeichen
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Nachdem mich der erste Band "Glutspur" von Katrine Engberg noch nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich es dennoch mit "Aschezeichen" versuchen.
Liv Jensen ist weiterhin Privatdetektivin und bekommt einen ...

Nachdem mich der erste Band "Glutspur" von Katrine Engberg noch nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich es dennoch mit "Aschezeichen" versuchen.
Liv Jensen ist weiterhin Privatdetektivin und bekommt einen mysteriösen neuen Fall. Auf der dänischen Insel Vorsø wird ein Mann mit aufgeschnittener Kehle in seinem Zelt gefunden. Von seinen halbwüchsigen Kindern fehlt jede Spur. Eigentlich ist die Insel für die Öffentlichkeit gesperrt und steht unter Naturschutz. Umso dubioser ist es, dass der Mann iranisch-dänischer Abstammung, mit seinem Sohn und seiner Tochter auf Vorsø übernachtet hat. Falls die beiden Jugendlichen den Täter gesehen haben, schweben sie in großer Gefahr....

Liv beginnt im Umkreis des Toten zu ermitteln. Ihre erste Spur führt in das Auffanglager Sandholm, in dem Tami Ansari nach seiner Flucht aus dem Iran gelebt hat. Bald entdeckt Liv, dass ihr Nachbar Nami der Cousin des Verstorbenen ist, zu dem er aber seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Er scheint das Bindeglied im Krimi zum Toten und zum Thema Auffanglager und Flüchtling zu sein. Doch Nima kann Liv nicht wirklich helfen...

Wie schon im ersten Band erzählt Katrine Engberg auch diesmal wieder aus drei Perspektiven und zwar aus der Sicht von Liv, Hannah und Nima, was mich etwas verwundert hat. Hannah und Nima sind eigentlich Nebenfiguren, denn Liv ist bei Hannah zur Untermiete und Nima ist der Nachbar mit der Mechanikerwerkstätte. Nima bekommt hier jedoch einen Bezug zum Ermordeten, aber Hannah finde ich als dritten Erzählstrang völlig überflüssig.
Es dauert auch diesmal etwas, bis ich in die Handlung gefunden habe, auch wenn der Beginn mit dem Toten auf der Insel mich sofort gefesselt hat. Danach lässt die Spannung aber wieder nach. Ich hatte, trotz der soliden Ermittlungsarbeit von Liv, oftmals das Gefühl auf der Stelle zu treten.
Das Leben im Auffanglager wird in Rückblicken ins Jahr 1990 beschrieben. Die Zustände im Lager und die oftmals lange Wartezeit auf die Aufnahmegenehmigung bringt Unruhe in die Menschen, die sich in Dänemark eine neue Heimat erhoffen. Die Träume und Hoffnungen des damals erst 15-jährigen Tami werden sehr bildhaft dargestellt. Diese Abschnitte haben mir sehr gut gefallen.

Die Handlung ist komplex und geschickt konstruiert und es gibt auch einige interessante Wendungen, die mehr Schwung in den eher ruhigen Kriminalroman bringen. Trotzdem hätte mehr Spannung nicht geschadet.
Das Ende hat mir gut gefallen, denn Liv liefert eine richtig coole Situation, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.


Fazit:
Leider hat auch "Aschenzeichen" noch Luft nach oben. Ich kann nur wenige Verbesserungen im Vergleich zum ersten Band erkennen und bin mir unsicher, ob ich hier weiterlesen werde.

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