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Veröffentlicht am 12.04.2025

"Möge die Erinnerung an sie ein Segen sein"

Geheimname Eisvogel
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Von zwei Polizisten flankiert wird Hannie nach Hause gebracht. Ihr Vater eilt zur Haustüre und will wissen, was seine Tochter nun wieder angestellt hat. Die beiden jungen Männer kennen ihn sehr gut. Er ...

Von zwei Polizisten flankiert wird Hannie nach Hause gebracht. Ihr Vater eilt zur Haustüre und will wissen, was seine Tochter nun wieder angestellt hat. Die beiden jungen Männer kennen ihn sehr gut. Er war ihr Lehrer am Gymnasium. Wurde suspendiert und durfte seinen Beruf nicht mehr ausüben. Nein, er war keines Verbrechens schuldig. Einzig die Tatsache, dass der Jude war, reichte den Besatzern zu dieser Maßnahme. Seine Tochter Hannie widersetzte sich immer wieder dieser Willkür der Besatzer und kam nur deswegen in Schwierigkeiten. Auch sie hat an diesem Abend kein Verbrechen begangen. Sie war ohne diesen vermaledeiten gelben Stern unterwegs. Dabei war es Pflicht, „das Teil“ offen zu tragen. Es ist die neueste Schikane der deutschen Besatzung gegenüber den Juden in Holland.

Jeder, der zur Zeit der Besatzung durch Nationalsozialisten mutig war, musste täglich mit seiner Liquidierung rechnen. In dem Buch "Geheimname Eisvogel" wird die Situation in Holland beschrieben, sollte sich aber in einigen anderen Ländern genauso ereignet haben. Hannie hat eine jüngere Schwester und die Eltern entscheiden schweren Herzens, dass ihre Töchter nur dann überleben können, wenn sie bei einer holländischen Familie unterkommen. Damals gab es zum Glück viele Menschen, denen das Leid der jüdischen Mitbürger nicht einerlei war. Sie wollten helfen und nahmen Kinder auf und/oder versteckten ganze Familien vor den Häschern der Nationalsozialisten.

Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt. In der Gegenwart geht es um eine Schülerin, die sich zaghaft mit den Eigenheiten ihrer Großmutter arrangiert. In der Vergangenheit liegt der Focus auf dieser Großmutter und ihrem Leben in den Niederlanden zur Zeit der Besatzung durch deutsche Soldaten. Mitreißend und erschütternd, so empfand ich dieses Buch. Die Menschen sind zwar Romanfiguren, die Ereignisse jedoch tatsächlich geschehen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Alles, was Sie über die "Partei Gottes" wissen müssen

Die Hisbollah
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Es spielt kaum eine Rolle, zu welcher Partei man sich hingezogen fühlt. Bei Fragen über Israel und seine Aktionen in Gaza, gibt es immer wieder kontroverse Ansichten. Eins ist aber hoffentlich allen klar: ...

Es spielt kaum eine Rolle, zu welcher Partei man sich hingezogen fühlt. Bei Fragen über Israel und seine Aktionen in Gaza, gibt es immer wieder kontroverse Ansichten. Eins ist aber hoffentlich allen klar: Das, was am 07.10.2023 geschah, darf nicht ungesühnt bleiben. In dem Buch „Die Hisbollah“ ist dieser Verein nicht das Hauptthema. Es geht um die Gründung und den Erfolg der „Partei Gottes“ sowie den Kampf Israels gegen die Terroristen.

Immer wieder wird von den Feinden Israels betont, dass dieser Staat ausradiert werden soll. Den Fanatikern kommt es dabei nur darauf an, dass sie endlich ihr Vorhaben erfüllen können. Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf Verluste. Wie sie sich seit vielen Jahren formieren und auf welche Weise sie dem Staat Israel schaden wollen, das schreibt der Autor Joseph Croitoru sehr genau.

Es ist nicht immer so, dass ein Sachbuch nur von Fachleuten gelesen werden kann. Ein gutes Beispiel ist dieses Werk. Das Thema wurde so geschrieben, dass auch Laien es lesen können. Ja, mitunter ist es sogar spannend und ich konnte dem Geschehen sehr gut folgen. Zudem gibt es auch einen Einblick darüber, warum Israel so vehement gegen die Anhänger der Hisbollah kämpft und ihnen dabei selbst das Töten von Zivilisten relativ egal ist.

Ich denke, dass man nur dann mitreden kann, wenn man selbst in Israel lebt oder Verwandte hat, die dort ihre Heimat fanden. Diese Diskussionen so weit ab vom Geschehen sind obsolet und helfen niemandem.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannendes Buch über eine bedeutende Frau

Ein Geschenk fürs Leben
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Anni ist Säuglingsschwester. Sie lebt und arbeitet in Gelsenkirchen-Buer. In einem Heim für Säuglinge, das von Eglantyne Jebb unterstützt wurde. Aus dem Grund reist sie nach Genf, um der Wohltäterin den ...

Anni ist Säuglingsschwester. Sie lebt und arbeitet in Gelsenkirchen-Buer. In einem Heim für Säuglinge, das von Eglantyne Jebb unterstützt wurde. Aus dem Grund reist sie nach Genf, um der Wohltäterin den Dank von Belegschaft und Eltern zu überbringen. Frau Jebb stammt aus einem wohlhabendem Elternhaus und lehnt sich gegen Ungerechtigkeit auf. Das gilt insbesondere für Kinder, die vornehmlich unter den Folgen des ersten Weltkrieges leiden.

"Ein Geschenk fürs Leben" ist die Hommage an eine Frau, die nur wenigen Menschen bekannt ist. Nach ihrem Studium und der kurzen Zeit, die sie als als Lehrerin in einem Armenviertel tätig war, fand sie ihre Berufung. Sie kämpfte für die Jüngsten, die keine Lobby hatten und unter Krieg und Entbehrung am meisten litten. Nicht nur das materielle stand bei ihr im Focus. Sie wollte auch die Rechte der Kleinen stärken. Dass dieses Ansinnen keineswegs nur Unterstützung fand, liegt auf der Hand.

Nach dem ersten Weltkrieg war Deutschland der Verlierer. Die Menschen hungerten und Mütter konnten ihre Kindern oft nicht vor dem Hungertod schützen. Als Frau Jebb anfing, für diese Menschen zu sammeln, stieß sie zunächst auf Widerstand. Zu schlecht war die Meinung der Sieger über jene, die den Krieg begannen.

Das Buch berichtet von Eglantynes Kindheit und Ausbildung und parallel dazu vom Leben von Anni. Es ist spannend geschrieben und wird ebenfalls abwechslungsreich mit viel Engagement gelesen. Meine Empfehlung gilt daher uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Ein Highlight meines Lesejahres 2025

Frag nicht nach Agnes
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Es war ein Brief, der Lilo dazu brachte, mal wieder nach ihrer Familie zu fragen. Auch wenn sie wusste, dass ihre Mutter ärgerlich wird. Sie will endlich wissen, warum ihre Großmutter Agnes so sehr verachtet ...

Es war ein Brief, der Lilo dazu brachte, mal wieder nach ihrer Familie zu fragen. Auch wenn sie wusste, dass ihre Mutter ärgerlich wird. Sie will endlich wissen, warum ihre Großmutter Agnes so sehr verachtet wird. Welches Unrecht beging sie und warum kann ihre Mutter nicht darüber sprechen? Nein, Lilo will diese Geheimniskrämerei nicht länger hinnehmen. Sie hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.

"Frag nicht nach Agnes" ist kein oberflächlicher Roman, der lediglich der Unterhaltung dient. Die Autorin nahm mich mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Spannend und zugleich faktenreich erlebte ich hautnah, wie Kriegsverbrecher keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen mussten. Sowohl Richter als auch Staatsanwälte standen den Angeklagten zur Seite. Die junge Agnes war ein Opfer der Justiz und ihre Tochter Monika musste mit den Konsequenzen leben.

Nicht nur das Leben der Kriegsverbrecher spielt in dem Roman eine Rolle. Auch die Nachkommen und Partner der Betroffenen leiden bis heute unter den Folgen. Wurde auch die junge Agnes fälschlicherweise verurteilt? Was hätte sie tun können, wenn ihr Mann als Kämpfer fürs Vaterland galt und niemand hinter seine gut einstudierte Fassade blickte?

Für mich war dieses Buch ein Highlight meines Lesejahres 2025. Ja, ich empfehle es ausdrücklich und ohne Abstriche weiter. Die Vergangenheit darf niemals ruhen und jeder Demokrat muss aufstehen, wenn ähnliche Meinungen die Öffentlichkeit beeinflussen möchten.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Das Leben während des 30jährigen Krieges anschaulich dargestellt

Das Pestkind
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Die kleine Marianne war die einzige Überlebende. Sowohl ihre Familie als auch Mägde und Knechte wurden durch den „Schwarzen Tod“ dahingerafft. Der Pfarrer fand sie in einem Verschlag hinter dem Schweinestall. ...

Die kleine Marianne war die einzige Überlebende. Sowohl ihre Familie als auch Mägde und Knechte wurden durch den „Schwarzen Tod“ dahingerafft. Der Pfarrer fand sie in einem Verschlag hinter dem Schweinestall. Er nahm sie auf den Arm und versorgte sie zunächst selbst. Da er sie nicht dauerhaft bei sich behalten konnte, brachte er sie zu einer Familie, die für sie sorgen wollte. Das war ein Fehler, der sich ihm aber erst Jahre später offenbarte.

Marianne wuchs zu einer Schönheit heran. Und nicht nur das brachte sowohl Dorf als auch Ziehmutter gegen sie auf. Überall galt sie als „Pestkind“ und wurde von allen verachtet. Zuweilen sogar bedroht. Sie galt als Geächtete, die es mit dem Teufel zu hatte. Warum? Weil sie als einzige Überlebende ihrer Familie galt. Nur eine Frau, genannt die „Thalerin“ gab ihr ein Dach über den Kopf. Nein, nein. Nicht aus Nächstenliebe. Diese Frau spekulierte auf das Geld, das ihr der Pfarrer jeden Monat für Marianne gab.

"Das Pestkind" ist eine Neuauflage des im Januar 2014 erschienen Buches. Damals war es der Knaur Verlag, der es veröffentlichte. Die Romane der Autorin kenne ich seit etlichen Jahren und alle zogen mich in ihren Bann. Im Pestkind beschreibt Nicole Steyer das Leben während des 30jährigen Krieges. Für uns kaum nachvollziehbar, wie sehr die Menschen unter dieser jahrelang währenden Furcht zu leiden hatten.

Im Nachwort schreibt die Autorin, was sie zum Schreiben des Buches motivierte. Es gibt einige Fakten, die in dem Roman erwähnt werden und auch etliche Personen, die damals lebten und ihr Vermächtnis nachlesbar ist. 30 Jahre Furcht vor Überfällen und zudem auch kaum Nahrung, das ist heute kaum vorstellbar. Wir können dankbar sein, dass wir bisher vor solchen Unwägbarkeiten verschont blieben.

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