Profilbild von Ladylike0

Ladylike0

Lesejury Star
offline

Ladylike0 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ladylike0 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

Fantasy-Academy-Einsteigerbuch

Supernatural Academy: Year One (Supernatural Academy 1)
0

Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys ...

Bereit für ein wenig Unterricht in einer magischen Academy? Die Supernatural Academy öffnet magischen Wesen, Maddison und Lesern ihre Tore. Dämonenmythologie für Anfänger, Schulcliquen und geheime Partys sind nur ein Ausschnitt aus dem Schulalltag.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich im Geschehen angekommen bin. Den Schreibstil empfand ich ein wenig als holprig. Manchmal zu wenig „Show don’t tell“. Auch mit den Dialogen hatte ich stellenweise so meine Probleme. Zum Beispiel stellt sich ein Charakter vor mit: Namen, wie man den Namen schreibt und dann wie man ihn ausspricht. Ist die Aussprache im Dialog nicht klar?

Letztendlich wird dennoch einiges von der Welt erklärt, die nicht allzu komplex aufgebaut wird. Präsentiert werden ein paar gängige Klischees für das Academy Setting in einer Fantasy-Welt, wodurch es sich als Genre-Einsteigerbuch anbietet. Es gibt eine gefährliche Schulzicke, eine heiße Magier-Clique und ein Kerl davon sieht zu gut aus für diese Welt. Doch Vorsicht: Es ist kein Einsteigerbuch für die jungen Leser. Dafür ist der Spice zu explizit.

Mir persönlich war es stellenweise zu klischeehaft. Für mich darf Fantasy gerne komplexer und origineller sein. Dennoch habe ich die Bezüge zur Atlantis-Mythologie und den starken Fokus auf Wassermagie sehr genossen.

Was mich gestört hat, war der Girl-Hate unter den weiblichen Charakteren. Beleidigungen oder Sätze, wie – sie sieht so gut aus, ich könnte sie dafür hassen, wären wir nicht Freunde – tauchen regelmäßig auf. Dabei ist in der Academy jedes übernatürliche Wesen heiß, sexy und perfekt. Die Beschreibung „perfekt“ in Bezug auf das Aussehen einer Person kommt wirklich unnatürlich oft in dieser Geschichte vor. Könnte eine etwas neidfreiere Zone sein, oder? Wobei ich auch mehr Diversität schön gefunden hätte.

Das hat es mir manchmal schwer gemacht, mit den Charakteren warm zu werden. Auch der Aufbau der zwischenmenschlichen Beziehungen war mir oft zu oberflächlich. Maddison vertraut dieser neuen Welt und den neuen Wesen schnell. Bei der Lovestory explodieren die Funken praktisch ab Sekunde eins. Das dürfte eher etwas für Fast Burn-Liebhaber sein. Für mich hätte es gerne etwas weniger ein intuitives Wohlfühlen oder eine „besondere Verbindung“ sein dürfen.

Fazit:

Du suchst dein Fantasy-Academy-Einsteigerbuch mit ein wenig Spice? Dann könnte das Buch etwas für dich sein. Man sollte aber auch kein Problem mit etwas Zickenkrieg haben.

Ich präferiere komplexere Weltenentwürfe im Fantasy-Genre mit weniger Klischees und mehr originellen Elementen. Ich empfand die Geschichte an vielen Stellen eher zu oberflächlich. Dennoch mochte ich den Alltag in der Supernatural Academy sowie die Bezüge zur Atlantis-Mythologie. Damit habe ich es als Fantasy-Zwischendurch-Lektüre genossen. Aber der Girl Hate hat mich beim Lesen oft gestört, wodurch ich nur schwer mit den Charakteren warm geworden bin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Ups and Downs

Dark Sigils – Was die Magie verlangt
0

Der Einstieg ins Buch wird leicht gestaltet. Der Leser wird begrüßt von einem epischen, dramatischen Schreibstil, der gefühlt bei jedem 2. Satz für Gänsehaut sorgt. Er ist brutal, nichts für schwache Nerven, ...

Der Einstieg ins Buch wird leicht gestaltet. Der Leser wird begrüßt von einem epischen, dramatischen Schreibstil, der gefühlt bei jedem 2. Satz für Gänsehaut sorgt. Er ist brutal, nichts für schwache Nerven, aber auch magisch und bildhaft schön. So werden der Weltenentwurf, aber auch die Lebenssituation der Protagonistin passend untermalt.

In dieser Welt gibt klassische Elemente der Schichtenspaltung. Es gibt die Unteren und Oberen. Die Unteren besitzen wenig Magie, kämpfen und töten für ein Gramm. Während die Oberen scheinbar endlos viel zu besitzen scheinen und die Unteren nach Belieben damit versorgen. Und Ray lebt Unten.

Um Geld zu verdienen, kämpft sie mit Hilfe von Magie in Kampfarenen.

"»Du kämpfst wie jemand, der nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen hat.«"

Die Kämpfe sind brutal und atemlos, lassen den Leser mit fiebern. Gleichzeitig sind die Kämpfe die perfekte Einführung in die Welt, da Ray Magie direkt verwendet und erklärt.

Magische Elemente sind spannend und originell eingebaut. Es gibt Magie zur Defensive oder Offensive. Ray ist im offensiven Bereich Zuhause, lässt Magiemienen erscheinen oder lässt ihre Gegner mit einer Handbewegung erstarren.

Die Magie hier wird unfassbar schön, bildreich und mächtig beschrieben. Aber sie hat nicht nur Sonnenseiten. Magie ist begrenzt verfügbar. Magie ist gefährlich. Magie macht süchtig.

Durch diese Prämissen, schneidet Anna Benning wirklich interessante Themen an. Nicht nur ärmliche Verhältnisse werden gut herübergebracht, sondern auch Verhalten in Abhängigkeit oder wie man durch Notsituationen in Mitglied in Gangs wird (z. B. weil man kein Dach über dem Kopf hat oder sonst den Schutz der anderen Mitglieder verliert) werden aufgegriffen.

- eine Trigger Warnung dazu, wäre vorab jedoch sicherlich nicht verkehrt gewesen -

Das Buch hat also eine komplexe Fantasy-Welt mit vielen Details zur Magie, dessen Nutzung, Auswirkungen sowie unterschiedlichen Schichten. Man kann das hier nicht nebenbei lesen. Konzentration ist hier die Devise. Also genau das, was ich an neuen Fantasy-Welten mag!

Ab dem Einblick in die Welt der Oberen, nahm meine Begeisterung jedoch graduell ab. Es ging erst viel um Charakter- und Weltvorstellung. Doch je länger man liest, desto höher war der Fokus auf der Lovestory (die ich nicht nachvollziehen konnte, insbesondere nicht in dem Tempo).

Der Protagonistin widerfährt von Oberen, deren Welt und auch explizit ein paar der Charaktere viele Ungerechtigkeiten. Für den Leser entsteht damit Story technisch viel Spannung. Mit der Hauptfigur konnte man mitfühlen. Hier hat man sich gemeinsam hilflos, wütend und verloren gefühlt. Vielleicht auch ein wenig ängstlich.

Aus dieser Gefühlswelt einen Wechsel der Emotionen entstehen zu lassen, ist schwierig und benötigt eine Entwicklung und Zeit(!). Die hat mir hier gefehlt. Somit war es mir nur schwer möglich mich in das Zwischenmenschliche, die Bindung zwischen den Charakteren hineinzufühlen. Diese empfand ich als zu oberflächlich ausgearbeitet.

Zudem war mir dann das „Liebe, die nicht sein darf“-Konzept zu über dramatisch und zu viel – sicherlich davon unterstützt, dass ich die Gefühlsentwicklung schon nicht nachvollziehbar fand.

Fazit:

Schade.

Ich wollte das Buch mögen. Es hat vielversprechend begonnen. Die Grundlagen – Schreibstil, Weltenentwurf, Magie-Elemente – sind unfassbar gut ausgearbeitet. Der wachsende Fokus auf die Liebesgeschichte mit einer wenig authentischen Gefühlsentwicklung, hat dem Leseerlebnis für mich jedoch einen Abbruch getan und zähflüssiger gestaltet.

Eine Ausarbeitung der Charakterbindung oder eine Fokusänderung z. B. auf das Abenteuer selbst, würden mir (in den Folgebänden) besser gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

A bittersweet melody

Unser Lied für immer
0

Natalie ist seit zwei Jahren in einem Trott gefangen, einer simplen Routine aus der sie nicht ausbrechen kann. Jeder scheinbare Schritt vorwärts führt am nächsten Tag 3 Schritte zurück. Ihr starker Verlust ...

Natalie ist seit zwei Jahren in einem Trott gefangen, einer simplen Routine aus der sie nicht ausbrechen kann. Jeder scheinbare Schritt vorwärts führt am nächsten Tag 3 Schritte zurück. Ihr starker Verlust hält sie fest im Griff. Lediglich in der Musik findet sie Frieden und ein einsames Klavier am Bahnhof wird zu ihrem Freund. Als plötzlich Klaviernoten auftauchen, die in Verbindung mit ihrem Mann stehen, entzündet sich endlich wieder ein Funken in ihr.

Das Buch „Unser Lied für immer“ ist flüssig geschrieben und weiß auch emotional zu überzeugen. Nach wenigen Seiten hat mein Herz mit der Protagonistin geschmerzt. Man merkt total wie stark die Liebe zwischen Natalie und ihrem Mann war. Es gibt kleine Rückblicke und Beschreibungen darüber, was sie verbunden hat. Die Geschehnisse zu verarbeiten, fällt nicht leicht und so ist sie zwei Jahre später auch weiterhin dabei es zu versuchen. Durch die Routine und die lange Verarbeitungszeit, kommt es natürlich auch zu einigen Wiederholungen in ihren Gedanken und Tätigkeiten. Das fand ich absolut realistisch, aber es führt auch zu ein paar Längen.

Es bleibt ein wenig Leichtigkeit erhalten durch den Humor zwischendurch. Mich hat das Buch immer wieder auch zum Schmunzeln bringen können. Es geht eindeutig in die Richtung Chick Lit mit anrüchigem Touch. Manchmal fand ich es jedoch unpassend mitten in einer trauernden Szene vulgäre Witze einzubauen.

Freunde und Familie stehen Natalie hilfsbereit zur Seite, doch gelingt es ihnen nicht immer geeignet zu unterstützen. Wenn sie Natalie verkuppeln wollen, zieht sie sich nur weiter zurück oder sucht den Kontakt zu neuen Personen. Dabei trifft sie auch auf Einige, die ähnliches durchlebt haben oder einen neuen Blickwinkel mit einbringen können. Darunter hat es mir insbesondere die Verkäuferin in ihrem Stammcafé angetan, die wie eine ruhige, liebevolle Mama für all ihre Gäste ist.

Auch männliche Charaktere kreuzen ihren Weg, hilfsbereit, mit Charme. Doch hatte ich lange keine Ahnung, ob und wo sich eine Liebesgeschichte entwickeln würde. Zum einen war ich mir nie sicher, ob Natalie dafür bereit wäre und zum anderen wurden Freundschaften in der Geschichte großgeschrieben. In Punkto Lovestory konnte mich das Buch also gut überraschen.

Dafür bin ich umso mehr durch den Verlauf rund um den Notenblätter-Plot gestiegen. Einige Elemente haben eindeutig darauf hingedeutet, so dass sicherlich einige Leser dahinterkommen werden. Für mich hätte die Auflösung früher kommen und die Zeit danach noch zwei, drei Seiten mehr erhalten können.

Fazit:

Eine schöne Geschichte für Zwischendurch über die Liebe, Verlustverarbeitung und ganz viel Musik und Humor. Doch fand ich die Witze an manchen Zeitpunkten etwas unpassend.

Insbesondere die Darstellung von Freundschaften zwischen Mann und Frau sowie der Lovestory-Verlauf konnten mich positiv überraschen. Dafür ist der Plot rund um die Notenblätter etwas vorhersehbarer und länger gezogen, als ich es mir gewünscht hätte. Das und die absolut realistischen Gedankenwiederholungen während Natalies Verarbeitung, führen zu kleinen Längen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Team "Good Boy"

In jedem Atemzug nur Du
0

Die Autorin beschreibt eine emotionale Coming-Of-Age Geschichte über Hazels Leben. Außergewöhnlich wird sie dadurch, dass die Protagonistin bis vor knapp zwei Jahren ums Überleben gekämpft und durch eine ...

Die Autorin beschreibt eine emotionale Coming-Of-Age Geschichte über Hazels Leben. Außergewöhnlich wird sie dadurch, dass die Protagonistin bis vor knapp zwei Jahren ums Überleben gekämpft und durch eine Lungentransplantation eine Chance auf mehr Lebenszeit erhalten hat. Mit neu gewonnener Kraft möchte sie das Leben einatmen können, ein neues Studium starten und etwas für die Welt bewegen. Und im Geheimen auch mehr über ihre Spenderin erfahren.

Das Setting für den neuen Lebensabschnitt, wurde sehr schön gewählt. Ihre neue Universität liegt direkt neben einem National Forest. Von atemberaubenden Beschreibungen über die Landschaft oder deren Bewohner, wie den Wildpferden, kann man sich kaum retten.

Auch wird die Natur stark eingebunden über das gewählte Studienfach der Protagonistin. Der Studienalltag wird sehr authentisch beschrieben, einige Studieninhalte werden an den Leser herangetragen und der Prüfungsstress weht durch die Seiten. Alle Studenten sind Umweltliebhaber, wandern häufig in ihrem Alltag, nutzen ihre Freizeit um den Wald zu entmüllen oder beschreiben ihre neuesten Bodenuntersuchungen.

Besonders Hazel betrachtet all das mit bewundernden Augen. Mit ihr erhält der Leser eine lebensbejahende und extrovertierte Protagonistin, die bereits eine lange Zeit in ihrem Leben stark sein musste. Ihr Krankheitsverlauf ist sehr greifbar beschrieben und informativ für jeden Leser. Trotzdem hatte ich so meine Schwierigkeiten mich in ihre Persönlichkeit hineinzuversetzen.

Ich fand ihre Art und Gedanken manchmal zu gespielt, um künstlich gewolltes Drama entstehen zu lassen. Manchmal fand sie Dinge schlimm oder dramatisch, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht authentisch gefunden hätte oder die auf mich gewirkt haben, als würden sie jetzt nur wegen der Story kommen. Aus meiner Perspektive wurde ihr Hauptziel in diesem Buch so groß gemacht, so dass Mitleid entstehen kann. Bei mir entstand jedoch eher das Gefühl, dass Konsequenzen für andere Menschen nicht so wichtig sind, weil "für sie alles schlimmer" ist. Dadurch hat sich für mich eine gewisse Distanz ihr und ihrem Hauptwunsch gegenüber entwickelt, die nicht ganz abgebaut werden konnte.

Dennoch habe ich einige Seiten an ihr zu schätzen gelernt. Sie holt Umstehende aus ihrer Komfortzone und ihre Liebe zum Leben ist ansteckend. Ihre offene und direkte Art, schlägt sich auch in ihrer Kommunikation wieder und führt (nach – aus meiner Sicht – etwas zu viel Drama) zu reifen und reflektieren Lösungsansätzen.

Dafür habe ich mich total gefreut über den männlichen Charakter. Lewis ist ein wenig introvertiert, meidet Gruppen und fühlt sich absolut wohl im Archiv. Ein ruhiger, geerdeter Junge, der endlich mal kein Bad Boy, sondern ein Good Boy ist. Er zeigt Hazel wunderschöne Fleckchen rund um die Universität und nach kürzester Zeit, sind sie Beide füreinander eine Bereicherung im Leben.

Mit einigen Twists am Ende, die den Fokus auch langsam auf seine Geschichte wenden, habe ich gar nicht gerechnet. Es hat angefangen weniger gewollt bzw. geplant auf mich zu wirken, wodurch ich seine Handlungsstory sehr begrüßt habe. Das Buch weiß damit definitiv zu überraschen und zeigt, dass es in verschiedene, gefühlsvolle Richtungen gehen kann.

Fazit:

„In jedem Atemzug nur Du“ ist eine Bereicherung für gute Denkanstöße gegenüber der Umwelt. Naturverbundene Leser werden ihre Freude haben. Das Setting ist traumhaft, die Storyline originell und informativ. Für mich haben sich jedoch Schwierigkeiten mit der Protagonistin aufgetan, die mich nicht losgelassen haben, andere Leser jedoch auch mitfühlen lassen können. Erst im letzten Drittel mit dem Fokus auf Lewis, konnte ich abgeholt werden. Ein Buch für jeden im Team „Good Boy“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Was ist so schlimm daran der Realität zu flüchten?

Die geflohene Geschichte
0

Als Buchliebhaber ist es jedem schon Mal so ergangen, dass Realität und Fantasie ineinander verschwimmen. In einem Moment liest man noch, im nächsten befindet man sich als Prinzessin auf dem Turm, im Liebeschaos ...

Als Buchliebhaber ist es jedem schon Mal so ergangen, dass Realität und Fantasie ineinander verschwimmen. In einem Moment liest man noch, im nächsten befindet man sich als Prinzessin auf dem Turm, im Liebeschaos eines Tätowierers oder einer anderen Buchgeschichte. Wenn in „Die geflohene Geschichte“ die Realität mit der Fantasie verschwimmt, befindet man sich in Kapitolo, der Stadt der Buchfiguren.

Vom Buchplot war ich direkt fasziniert. Wenn Autoren in Kapitolo ihre Geschichten schreiben, ist es möglich, dass ihre Charaktere aus ihrer Buchwelt übertreten und in der Stadt umherschweifen. Selbstverständlich habe ich mir das Szenario einer Buchfigur gegenüberzustehen, beim Lesen auch zig Male schon vorgestellt. Umso begeisterter war ich, dass die Autorin eine Geschichte daraus gewoben hat.

Was sich wie ein wahrgewordener Lesertraum anhört, wird zum Albtraum von Protagonistin Kate. Denn ihre Buchfigur wird eines Mordes angeklagt. Mit dem Mord der Buchfigur nimmt der Roman langsam Krimizüge an, womit für unterschiedliche Genreliebhaber etwas dabei ist.

Was mir zudem besonders gut gefallen hat, waren die zahlreichen, literarischen Bezüge. Viele Elemente werden Buchliebhabern in dieser Geschichte hingehalten, wie Süßigkeiten. Es gibt einige Buchcharakterbeschreibungen, Bezüge zu bekannten Romanen, Schriftstellern oder Charakteren. Auch Schriftsteller werden an einigen Stellen hängen bleiben, weil ihnen das Geschriebene bekannt vorkommt. Kate erzählt nämlich auch was für seltsame Angewohnheiten Autoren teilweise beim Schreiben haben oder welche Gefühle sie mit ihrem Debüt verbinden.

Lediglich mit dem Schreibstil kam ich nicht ganz zurecht. Es wird etwas nüchterner erzählt und weniger lebendig. Es gibt mehr Beschreibungen als Dialoge, für mich war die Gefühlswelt der Figuren eher blass und das hat im Gesamtpaket dazu geführt, dass ich mich wenig in die in die Charaktere oder ihre Lebenssituationen hineinfühlen konnte.

Jeder einzelne Charakter und jede lebendige Buchfigur waren unfassbar originell beschrieben. Sie waren alle sehr skurril, künstlerisch, teilweise wie bunte Hunde. Insgesamt passte es zu den kreativen Geschichtenschreibern und dem fantasievollen Setting Kapitolo. Aber sie stehen durch den Schreibstil weniger im Fokus, als der Plot und das fantasievolle Setting.

Somit gestaltete sich das Leseerlebnis für mich mit ein paar Längen weniger als „mitreißend“ und mehr als „originell“.

Fazit:

Für alle Leser, für die die Realität gern etwas mehr mit der Fantasie verschwimmen darf. Fantasy-, Krimiliebhaber und Schriftsteller kriegen hier eine originelle Geschichte geliefert. Der Autorin mangelt es definitiv nicht an fantasievollen Elementen. Nur durch einen lebhafteren Schreibstil und der Möglichkeit mich mehr in die Charaktere hineinzufühlen, hätte sich meine Lesefreude noch gesteigert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere