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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

Briefe erzählen mehr als Gespräche

Ein menschlicher Fehler
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Der Roman beginnt sehr ruhig, erzählend und für meinen Geschmack schon etwas zu ruhig. Zwei Außenseiter begegnen sich nachts und kommen über streunende Katzen in ein Gespräch. Die Alltagsroutinen werden ...

Der Roman beginnt sehr ruhig, erzählend und für meinen Geschmack schon etwas zu ruhig. Zwei Außenseiter begegnen sich nachts und kommen über streunende Katzen in ein Gespräch. Die Alltagsroutinen werden sehr detailliert und wiederholend beschrieben, dies war etwas mühsam, bis sich die ersten Gespräche zu entwickeln begannen. Es passieren sehr wenige Handlungen, dafür mehr Reflexionen, Gespräche und innere Dialoge. Die Hauptthemen werden allerdings in Form von Briefen verarbeitet und erzählt. Die Briefe und Monologe zur Aufarbeitung der Vergangenheit haben mir sehr gut gefallen, die restlichen Szenen weniger, hier hätten weniger Wiederholungen, dafür mehr Aktionen stattfinden können.

Veröffentlicht am 18.04.2025

zu viel hineingepackt

Schweben
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Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen, inhaltlich musste ich mich zuerst auf das Thema einlassen, aber danach habe ich die Fragen, die aufgeworfen wurden und die futuristischen Ansätze ...

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen, inhaltlich musste ich mich zuerst auf das Thema einlassen, aber danach habe ich die Fragen, die aufgeworfen wurden und die futuristischen Ansätze gerne gelesen. Sprachlich finde ich es auch sehr schön und teilweise poetisch geschrieben, ziemlich ruhig und ausgeglichen, bis auf den Schluss. Zwischenzeitlich hat mich das Buch auch nachdenklich gestimmt und ab der Mitte hätte ich es gefühlsmäßig lieber ruhiger gehabt, aber stattdessen ist es temporeicher und aktionsgeladener geworden, sodass ich am Ende das Gefühl hatte, das war jetzt aber etwas zu viel gewollt und zu viel hineingepackt. Oft ist weniger mehr, dann hätten die Kernthemen mehr Platz und Tiefe erhalten und alles muss nicht vorkommen.

Veröffentlicht am 18.04.2025

ausdrucksstark aber unnahbar

Der Einfluss der Fasane
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Der Roman ist ausdrucksstark und in einfacher, aber direkter Sprache geschrieben. Gut gefallen hat mir, dass häufig ein zynischer Unterton mitschwingt und es einige ironische Situationen gibt. Auch mit ...

Der Roman ist ausdrucksstark und in einfacher, aber direkter Sprache geschrieben. Gut gefallen hat mir, dass häufig ein zynischer Unterton mitschwingt und es einige ironische Situationen gibt. Auch mit der ungeschönten Wahrheit in der Welt der Medien wird nicht gespart, es wird nicht schöngeredet, sondern Klartext. Was mir etwas fehlt, sind sympathische Charaktere, somit bleiben sie für mich unnahbar und das finde ich schade und an manchen Stellen fehlt mir die Leichtigkeit. Man kann den Roman nicht durchlesen und weglegen, sondern muss sich auch weiterhin damit beschäftigen, vielleicht etwas absacken lassen, die Gedanken sortieren und am besten mit anderen darüber diskutieren, ansonsten ist er zu stark.

Veröffentlicht am 17.04.2025

keine einfache Thematik, aber auch nicht optimal umgesetzt

Bleib
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Der Roman hat eine starke Aura und vermittelt beim Lesen eine intensive, drückende Atmosphäre, sodass man sich in die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin hineinversetzen kann. Das Thema der Auseinandersetzung ...

Der Roman hat eine starke Aura und vermittelt beim Lesen eine intensive, drückende Atmosphäre, sodass man sich in die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin hineinversetzen kann. Das Thema der Auseinandersetzung ist äußerst ungewöhnlich, sie kann nicht von ihrem ertrunkenen Geliebten loslassen und verbringt nach seinem Tod Stunden, daraus werden Tage mit ihm. Der richtige Zeitpunkt des Loslassens wird immer schwieriger auszumachen. Die Briefe an die Ehefrau finde ich nicht so gelungen, da sie teilweise sehr durcheinander, chaotisch wirken, zwar verständlich aufgrund der Gefühlslage, aber mir haben sie nicht so gut gefallen, das hätte man etwas entwirren und anders aufziehen können. Insgesamt bleibt ein schaler Geschmack zurück, keine einfache Thematik, aber auch nicht optimal umgesetzt.

Veröffentlicht am 15.04.2025

anders als erwartet

Der Junge aus dem Meer
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Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte ...

Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte Dorfgemeinschaft eingebracht hat, aber dann doch bald auch wieder die Verantwortung gerne an Ambrose und Christine übertragen hat, die den Jungen adoptieren wollten. Zwischenzeitlich war mir die Handlung zu stark von der Fischerei und den äußerst umfangreichen Schilderungen über die Schiffsfahrten geprägt. Auch die spirituellen Handlungen von Brendan finde ich nicht so überzeugend. Die Familiengeschichte wiederum hat mir sehr gut gefallen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, vor allem auch aus der Kindheit von Christine. Sehr gelungen finde ich den Konkurrenzkampf der beiden Brüder, wie jeder damit umgeht und wie sich beide im Laufe der Zeit entwickeln. Interessant finde ich auch, wie eine kleine Veränderung, die gesamte Ordnung und alle Abläufe aus dem Takt bringt und dann wiederum neu ausverhandelt und sortiert werden muss. Die Begleitung der Familie über den Zeitraum von zwanzig Jahren finde ich kurzweilig, die Fischergeschichten waren teilweise langwierig und hätten für meinen Geschmack nicht so umfangreich ausfallen müssen. Insgesamt bin ich eher überrascht, in welche Richtung sich der Roman entwickelt hat, dies hätte ich nicht in dieser Weise erwartet.