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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2025

Genialer Thriller!

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Darum geht es:

Ein kleiner Junge verschwindet spurlos. Es gibt keine Vorgänge oder Unterlagen darüber. Fünfzehn Jahre später verschwindet seine deutlich ältere Schwester Dana, und auch für sie interessiert ...

Darum geht es:

Ein kleiner Junge verschwindet spurlos. Es gibt keine Vorgänge oder Unterlagen darüber. Fünfzehn Jahre später verschwindet seine deutlich ältere Schwester Dana, und auch für sie interessiert sich niemand. Art Mayer, der schroffe BKA-Ermittler, der Danas kleine Tochter Milla ins Herz geschlossen hat, ist der Einzige, der sich Sorgen um den Verbleib von Dana macht. Als er einen einflussreichen Bekannten um Hilfe bittet, gerät er in ein gefährliches Spiel. Mayer stößt auf ein dunkles Geheimnis. Zusammen mit seiner Kollegin Nele Tschaikowski folgt der Ermittler einem anonymen Hinweis zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald, wo sie auf eine grausame Entdeckung stoßen: mehrere namenlose Leichen und den aufgeschlitzten Körper eines angesehenen Richters.



Mein Leseeindruck:

Nach „Der Morgen“ und „Die Dämmerung“ nun also der dritte Fall für Art Mayer und Nele Tschaikowski. Auch dieser Teil zog mich mit dem fesselnden Schreibstil von Marc Raabe von der ersten Seite an in seinen Bann. Ich bin immer noch vollauf begeistert, der Autor hat es einfach drauf, grandiose, herausragende Thriller zu schreiben. Art und Nele sind nicht die typischen Ermittler. Art Mayer ist ein Mann mit Ecken und Kanten, er spielt nicht immer nach den Regeln. Seine Methoden sind unorthodox, aber effektiv. Nele Tschaikowski ist die Stimme der Vernunft. Ein ungleiches Team, das jedoch perfekt funktioniert. Neben der Ermittlungsarbeit erfährt man auch wieder so einiges über die Entwicklung ihres Privatlebens. Marc Raabe hat es geschafft, mich bis zum Ende im Ungewissen zu lassen. Er hat mich auf eine rasante Jagd nach Hinweisen und Lösungen geschickt und mich dabei immer wieder auf falsche Fährten geführt. Die Art und Weise, wie Raabe die Fäden der Geschichte zusammenführt, ist beeindruckend.

Fazit:

Verdiente 5 von 5 Sternen! Ein Thriller, der die Grenzen des Genres sprengt. GENIAL!

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Brillantes Meisterwerk!

Die Schwestern von Krakau
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Darum geht es:

Paris, 2016: Kurz nach dem Tod ihres Vaters Simon Mercier deckt Édith ein lange vergessenes Geheimnis ihrer Familie auf. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater ...

Darum geht es:

Paris, 2016: Kurz nach dem Tod ihres Vaters Simon Mercier deckt Édith ein lange vergessenes Geheimnis ihrer Familie auf. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater Opfer einer großen Razzia im Jahr 1942 wurde. Doch wie ist ihr Vater in die Familie Mercier gekommen? Was geschah mit Simons Mutter Helene? Und warum hat niemand aus ihrer Familie darüber gesprochen? So viele Fragen stehen im Raum. Édith fängt an zu recherchieren und trifft dabei im Stuttgarter Raum auf ihre Cousine Tatjana. Zusammen machen die zwei Frauen sich auf die Suche nach Antworten.

Krakau 1936: Die zwei Schwestern Helene und Lili Wagner wachsen wohlbehütet und in Wohlstand als Volksdeutsche in Krakau auf. Trotzdem verlässt die rebellische Helena 1936 die Familie und geht nach Paris. Lili bleibt in Krakau und arbeitet in einer polnischen Apotheke. Ziemlich schnell kommt sie dahinter, welche Rolle die Apotheke und ihr Inhaber im jüdischen Widerstand spielen.

Mein Leseeindruck:

Vor einigen Jahren war ich selbst in Krakau und war gespannt und voller Vorfreude auf das neue Werk von Bettina Storks. Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ich bin nach wenigen Seiten tief in die Geschichte eingetaucht. Durch die immerwährenden Perspektivwechsel, und dies sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, ist die Geschichte facettenreich, spannungsvoll und aufschlussreich. Ungeschönt und mit einer emotionalen Wucht erzählt Bettina Storks von historischen Ereignissen, über die Schrecken des Holocaust und die Grausamkeiten, die die jüdische Bevölkerung erleiden musste. Das Ganze verbindet sie bewegend und kraftvoll mit fiktiven Elementen zu einer packenden Familiengeschichte, deren Sog man nicht entkommen kann.

Die Erzählung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, und jedes Kapitel enthüllt neue Geheimnisse und Verbindungen zwischen den beiden Zeitebenen. Der Roman ist ein Meisterwerk!

Fazit:

Die Geschichte hat mich so tief berührt! Es war ein wahrer Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein Glanzstück und ein Highlight!

Die Meisterdiebin
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Darum geht es:
Durch die Machtübernahme der Nazis flüchtet die junge, jüdische Kaufhauserbin Elise aus Wien. Die Nationalsozialisten haben ihr alles genommen, was ihr lieb ist. Ihre Flucht führt sie in ...

Darum geht es:
Durch die Machtübernahme der Nazis flüchtet die junge, jüdische Kaufhauserbin Elise aus Wien. Die Nationalsozialisten haben ihr alles genommen, was ihr lieb ist. Ihre Flucht führt sie in die Schweiz. Elise ist verzweifelt, sie braucht dringend Geld, um nicht bedürftig zu gelten und vor allem, um ihre Mutter und Schwester nachzuholen. Als Emigrantin in der Schweiz erhält sie aber keine Arbeitserlaubnis.
Eine ausweglose Situation. Wut, Hass, Verzweiflung und Rache treiben die junge Frau zu verbrecherischen Taten.

Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit. Zwischen 1936 und 1946 war die jüdische Emigrantin als Hoteldiebin in Schweizer Luxushotels aktiv und hat die Polizei auf Trab gehalten.

Mein Leseeindruck:
Ich habe schon einige Romane von Christine Jaeggi gelesen und schätze ihren Schreibstil sehr. Die Geschichte liest sich flüssig, leicht verständlich und vor allem sehr spannend. Die Autorin hat es wieder geschafft, mich mit ihren Worten von Beginn an zu fesseln. Der Spannungsbogen wird direkt aufgebaut und hält sich bis zur letzten Seite. Die Charaktere sind detailliert, authentisch, feinfühlig und lebendig skizziert. Alle haben individuelle Eigenheiten. Bewegend und kraftvoll erzählt Christine Jaeggi den Lebensweg von Elise. Ihre Schicksalsschläge haben mich tief berührt und emotional getroffen. Gerne hätte ich Elise mal in den Arm genommen.
Eine außergewöhnliche, mutige und wundervolle, empathische Frau, deren Verhalten und Denkweise ich sehr gut nachvollziehen konnte. Die politische Lage, die Entwicklung der Machtergreifung und die Judenverfolgung wurden so gekonnt beschrieben, dass ich oftmals tieftraurig und erschüttert war. Elise ist meine Heldin!

Fazit:
5+/5 ⭐️ Absolute Leseempfehlung! Ich habe jedes Wort, jeden Satz und jede Seite geliebt. Ein Meisterwerk aus Fiktion und Wirklichkeit! Großes Kopfkino!

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Eine Geschichte, die mich an meine Schmerzgrenze gebracht hat.

Die Nacht der Bärin
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Darum geht es:
Nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Freund flüchtet die 26-jährige Jule zu ihren Eltern. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Die junge Frau braucht dringend Abstand, ...

Darum geht es:
Nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Freund flüchtet die 26-jährige Jule zu ihren Eltern. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Die junge Frau braucht dringend Abstand, Ruhe und Zeit, darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll.
Als eine Nachricht vom Tod Jules Großmutter mütterlicherseits eintrifft, die sie nur von den jährlichen Geburtstagskarten kennt, ist Jule verwundert über die schockierte, aber dennoch abgeklärte Reaktion ihrer Mutter. Plötzlich wird ihr auch bewusst, dass ihre Mutter nie von ihrer Kindheit, geschweige denn von ihrer Großmutter erzählt hat.
Gemeinsam mit ihrer Mutter sucht sie das Haus der verstorbenen alten Frau auf, um den Nachlass zu regeln und zu ordnen. Dabei stößt Jule auf ein dunkles und erschütterndes Geheimnis.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Kira Mohn hat einen schonungslosen, ehrlichen und bildgewaltigen Schreibstil. Der Roman hat mich von Beginn an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. „Die Nacht der Bärin" wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart lernen wir Jule kennen, die nach dem gewalttätigen Streit mit ihrem Freund zu ihren Eltern flieht. Und in der Vergangenheit erfahren wir, was Jules Mutter Anna in ihren Kinder- und Jugendjahren erleben und aushalten musste. Der Roman hat mich eiskalt erwischt, weil ich nie mit einer so heftigen, brutalen Geschichte gerechnet hätte. Die Autorin hat mich an meine Schmerzgrenze gebracht. Sie hat den Geschehnissen eine laute, starke Stimme gegeben. Bei vielen Szenen musste ich innehalten und durchatmen. Gerne hätte ich Jules Mutter in ihrer Kindheit aus der einen oder anderen Situation gerettet. Gewalt und Missbrauch in der Familie sind ein ungemütliches, aber sehr wichtiges Thema. Eine nicht leichte Lektüre, dennoch absolut lesenswert!

Fazit:
5/5 ⭐️Eine Geschichte, die mich an meine Schmerzgrenze gebracht hat. Eine Lektüre, die jeder lesen sollte. Empfehlung von Herzen! ♥️

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Knackig, rasant, einfach genial!

SPURLOS
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Darum geht es:
Robin Graf ist Ehefrau, Mutter, aber auch Chefin einer Agentur, die Menschen auf eigenen Wunsch und Willen hin verschwinden lässt. Sie lässt ihre Klienten spurlos außer Landes bringen, wo ...

Darum geht es:
Robin Graf ist Ehefrau, Mutter, aber auch Chefin einer Agentur, die Menschen auf eigenen Wunsch und Willen hin verschwinden lässt. Sie lässt ihre Klienten spurlos außer Landes bringen, wo sie ein ganz neues Leben beginnen können. Doch dann werden zwei ihrer wichtigsten Auftraggeber zeitgleich ermordet. Robin ist in höchster Alarmbereitschaft. Was und wer steckt hinter den Morden? Wie passt alles zusammen? Als sie dann selbst zur Zielscheibe wird, ist sie sich sicher: Niemand in ihrem Umfeld ist mehr sicher, auch ihre Familie nicht. Sie muss verschwinden, und zwar „SPURLOS" , um das Leben ihrer Liebsten zu schützen.

Mein Leseeindruck:
WOW, was für ein rasanter, großartiger Thriller! Puh, das war Nervenkitzel vom Allerfeinsten. Selten habe ich so einen spannenden Thriller gelesen, der bei mir regelrecht Herzklopfen verursachte. Der Schreibstil von Leon Sachs gefällt mir sehr.
Knackig, schnörkellos, mitreißend und nervenaufreibend. Von der ersten Seite an ist höchste Spannung geboten. Robin Graf ist eine taffe, bemerkenswerte Frau. Die fortwährende existenzielle Bedrohung treibt der Autor mit seinem hohen Erzähltempo ohne Pausen voran. Kurze Kapitel, raffinierte Wendungen und der dramatische Verlauf machen „Spurlos" zu einem Pageturner. Die Handlung ist gekonnt, lebendig beschrieben und perfekt durchdacht. Mich hat das Buch überrascht und vollkommen überzeugt. Ganz großes Kino! Ich werde definitiv weitere Bücher von Leon Sachs lesen.

Fazit:
5/5 ⭐️ Rasant, knackig, raffiniert! Einfach ganz großes Kino! Absolute Leseempfehlung!

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