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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2025

Berliner Platte vs. glitzernde Schauspielwelt

Achtzehnter Stock
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Wanda träumt davon, es als Schauspielerin weit zu bringen. Doch ihre Realität sieht ganz anders aus. Sie erhält keine Rollen und fristet ein tristes Dasein als alleinerziehende Mutter in einem Berliner ...

Wanda träumt davon, es als Schauspielerin weit zu bringen. Doch ihre Realität sieht ganz anders aus. Sie erhält keine Rollen und fristet ein tristes Dasein als alleinerziehende Mutter in einem Berliner Plattenbau. Soweit die Ausgangssituation in "Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer. 🏙

Mir hat die Idee echt sehr gut gefallen und der prägnante und zugleich nüchterne Schreibstil hat perfekt gepasst, sodass ich sofort in die Story hineingekommen bin und nur so durch die Seiten geflogen bin. Ungeschönt und bildhaft erzählt die Autorin Wandas Alltag in der Platte und ihre Bemühungen, es in der Filmwelt weit zu bringen.

Wanda ist dabei alles andere als eine Sympathieträgerin. Auch wenn sie kaum Geld hat, um über die Runden zu kommen, fühlt sie sich den anderen Bewohnern der Platte überlegen. Während sich alle anderen mit ihrem trostlosen Leben abgefunden zu haben scheinen, hat Wanda Träume und strebt nach mehr und würde sich nie mit einem einfach Job zufrieden geben. Dies lässt sie oftmals recht arrogant wirken. Dennoch habe ich mit Wanda mitgefiebert und gehofft, dass sie den Sprung ins Rampenlicht schafft.

Insgesamt ist "Achtzehnter Stock" ein Debüt, das mich mit seinem rauen Schreibstil von Anfang an in den Bann gezogen hat. Auch wenn der Mittelteil für mich ein paar Längen hatte, habe ich die Story sehr gerne gelesen und mir hat besonders der Kontrast zwischen dem Leben im Plattenbau und der glitzernden Schauspielwelt gefallen. ✨️ Ich freue mich schon darauf, mehr von der Autorin zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Schöner Abschluss der Dilogie

Between Your Memories
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Nachdem mich "Between My Worlds" emotional auseinandergenommen hat, konnte ich es kaum erwarten, mit "Between Your Memories" den Abschluss der Dilogie von Basma Hallak zu lesen – nicht zuletzt, weil Band ...

Nachdem mich "Between My Worlds" emotional auseinandergenommen hat, konnte ich es kaum erwarten, mit "Between Your Memories" den Abschluss der Dilogie von Basma Hallak zu lesen – nicht zuletzt, weil Band 1 mit einem fiesen Cliffhanger geendet hat.

"Between Your Memories" setzt einige Wochen nach Kalimas Flucht aus Island an, aber die Nachwehen des Vorfalls im Einkaufszentrum sind noch immer spürbar. Zwar versucht Lima wie gewohnt ihren Schmerz und ihre Unsicherheit mit Humor und Schlagfertigkeit zu überspielen, allerdings wird schnell deutlich, dass der Vorfall alte Wunden aufgerissen hat.

Der Schreibstil ist wie auch bereits im Auftakt flüssig und mitreißend, weshalb ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte. Das Setting in Berlin hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn die anonyme Großstadt mit ihren Plattenbauten das komplette Gegenteil des isländischen Örtchens Vallarheiði mit seiner rauen Natur aus Band 1 darstellt.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Kalima und Nói, die beide so sympathisch sind und so eine unfassbar tolle Chemie miteinander haben. Durch den Double POV taucht man als Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Protagonisten ein und lernt, sie besser zu verstehen – was für mich besonders bei Lima sehr hilfreich war, da ich ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte.

Es hat mir das Herz gebrochen zu sehen, wie sehr sie unter dem Alltagsrassismus leidet und wie sehr sie sich die ganze Zeit selbst für etwas bestraft, wofür sie nichts kann. Entsprechend froh war ich, als sie sich dann endlich mit ihren Traumata auseinandersetzt. Leider hat der Weg dahin etwas lange gedauert, wodurch die Geschichte die ein oder andere Länge hatte. Dennoch war es toll zu sehen, wie Lima sich im Laufe der Story weiterentwickelt und lernt, sich selbst zu lieben. 🩷

Insgesamt ist "Between Your Memories" ein sehr emotionales und tiefgründiges Buch und ein gelungener Abschluss der Dilogie. Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher der Autorin. 😊😍

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Unterhaltsames Buch mit Sogwirkung

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Mein erster Thriller von Freida McFadden. Nachdem ich schon so viel Gutes über die Autorin und vor allem ihre Housemaid-Reihe gehört habe, war es endlich an der Zeit, eines ihrer Bücher zu lesen. Und auch ...

Mein erster Thriller von Freida McFadden. Nachdem ich schon so viel Gutes über die Autorin und vor allem ihre Housemaid-Reihe gehört habe, war es endlich an der Zeit, eines ihrer Bücher zu lesen. Und auch wenn die ersten Rezensionen recht durchwachsen waren, sollte "Die Kollegin" mein erstes Buch von ihr werden.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Natalie, die sich Sorgen um ihre Kollegin Dawn macht, als diese nicht pünktlich zur Arbeit erscheint. Natalie war für mich eine sehr sympathische Protagonistin – zumindest zu Beginn. Zwischen den Kapiteln, die in der Gegenwart spielen, gibt es nämlich auch immer wieder ältere E-Mails von Dawn, die kein gutes Licht auf Natalie werfen.

Dieser scheinbare Widerspruch von Natalies Verhalten und Dawns E-Mails hat mir sehr gut gefallen, da ich nicht wusste, was ich glauben sollte. Ich habe mitgerätselt, meine Theorien wieder verworfen und wollte unbedingt wissen, was mit Dawn passiert ist. Und auch wenn ich mir etwas mehr Thrill und Spannungsmomente gewünscht hätte, bin ich nur so durch die Seiten geflogen, was nicht zuletzt auch an dem flüssigen und atmosphärischen Schreibstil lag.

Etwas anstregend fand ich allerdings Dawns ausschweifende Monologe über Schildkröten. Das hätte für meinen Geschmack gerne etwas weniger sein können. Und auch die Auflösung fand ich nicht komplett plausibel und etwas arg konstruiert.

Insgesamt ist "Die Kollegin" ein unterhaltsames Buch mit Sogwirkung, dem aber etwas mehr Thrill gutgetan hätte. Ich freue mich schon darauf, mehr von der Autorin zu lesen und ganz bald endlich auch die Housemaid-Reihe zu starten. 🙂

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Nettes Buch für zwischendurch

Breakups and Butterflies
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Seit der Sweet Lemon Agency-Trilogie bin ich ein riesiger Fan von Kyra Groh und habe mich deshalb sehr auf "Breakups and Butterflies" gefreut. Und der Schreibstil ist wie gewohnt so humorvoll und leicht, ...

Seit der Sweet Lemon Agency-Trilogie bin ich ein riesiger Fan von Kyra Groh und habe mich deshalb sehr auf "Breakups and Butterflies" gefreut. Und der Schreibstil ist wie gewohnt so humorvoll und leicht, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Erzählt wird die Geschichte komplett aus Sicht von Mara, die es zu Beginn der Story alles andere als einfach hat. Sie wird von ihrem Verlobten verlassen, weiß nicht, wo sie unterkommen soll und ist zudem auch nicht so wirklich zufrieden mit ihrem Job. Ich habe so mit Mara mitgefühlt, als sie zu Beginn vor dem Scherbenhaufen, der ihr Leben ist, steht. Und ich habe mich umso mehr gefreut, als sie im Co-Working-Space Marius kennenlernt und zwischen ihnen die Funken nur so geflogen sind.

Leider nimmt die Liebesgeschichte zwischen den beiden nicht so viel Raum ein, wie der Klappentext vermuten lässt. Vielmehr steht Maras Weg zu sich selbst im Vordergrund, was mir aber sehr gut gefallen hat. Denn Mara macht eine erstaunliche Entwicklung durch und ich muss ehrlich sagen, dass ich sie zwischendurch auch recht anstregend, naiv und auch ignorant fand. So spricht sie z.B. ihren Bruder wieder und wieder als Eugen an, obwohl sie wiederholt darauf aufmerksam gemacht wird, dass er so nicht mehr genannt wird. 🙄😬

Und auch wenn mir die vielen Nebencharaktere wie Veda, Kitty und Anne, die mehr oder weniger zu Maras Found Family werden, echt gut gefallen haben, sind sie jedoch gleichzeitig auch recht blass geblieben. Am Ende ging mir dann auch alles etwas zu schnell und es wurden nicht alle offenen Fragen beantwortet, was ich etwas schade fand.

Insgesamt hat mich "Breakups and Butterflies" zwar unterhalten, allerdings kommt es nicht an die anderen Bücher der Autorin heran. Die Annotationen der Autorin hätte ich nicht wirklich gebraucht, da diese doch recht überschaubar waren und auch sehr oberflächlich geblieben sind. Ich hatte mir hier ein paar Einblicke zur Entstehung der Story gewünscht. Aber an sich war das eine nette Idee.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Beklemmende Geisterstory

Die Folcroft-Geister
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Ich habe ja so ein bisschen ein ambivalentes Verhältnis zum Horrorgenre. Einerseits liebe ich es, mich zu gruseln, gleichzeitig bin ich aber auch ein riesiger Schisser, der im Kino auch mal laut aufschreit ...

Ich habe ja so ein bisschen ein ambivalentes Verhältnis zum Horrorgenre. Einerseits liebe ich es, mich zu gruseln, gleichzeitig bin ich aber auch ein riesiger Schisser, der im Kino auch mal laut aufschreit und sich nach einem Horrorfilm erstmal nicht mehr in den Keller traut. Mit "Die Folcroft-Geister" von Darcy Coates habe ich mich nun auch an mein erstes Buch aus dem Festa Verlag getraut – und es war mehr oder weniger perfekt, um in das Gruselgenre einzusteigen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr atmosphärisch, wodurch ich direkt in der Story war. Und auch wenn die Geschichte recht entspannt losgeht, war für mich von Anfang an ein leicht beklemmendes Gefühl da, das sich von Kapitel zu Kapitel gesteigert hat. Dies lag nicht zuletzt an der Ausgangssituation: Die beiden Protagonisten Tara und Kyle sind Teenager, die auf dem Weg zu ihren Großeltern sind, die sie noch nie zuvor gesehen haben.

Und auch wenn May und Peter Folcroft auf der ersten Blick total liebenswürdig und fürsorglich sind, merken Tara und Kyle doch recht schnell, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Es gehen seltsame Dinge im Haus vor und auch die anderen Einwohner des Dorfs halten sich von den Folcrofts fern.

Natürlich dürfen auch Geister und übernatürliche Elemente nicht fehlen, die jedoch eher spärlich eingesetzt werden. Zwar war die Grundstimmung durchgehend unheimlich, aber die großen Grusel- und Horrormomente blieben leider aus. Auch kam mir das Ende etwas zu plötzlich; hier hätte ich gerne noch etwas mehr darüber erfahren, wie es weitergeht.

Insgesamt ist "Die Folcroft-Geister" aber eine tolle Geistesgeschichte, die sich aufgrund der eher ruhigen und dennoch unheimlichen Erzählweise perfekt als Einstieg ins Gruselgenre eignet. Ich freue mich schon darauf, mehr von der Autorin zu lesen. 👻🙃

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