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Veröffentlicht am 27.04.2025

Einblicke in die Psyche eines traumatisierten Killers.

Ich bin Du
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„Ich bin Du“ hat einiges zu bieten, was Gänsehaut, Wut, Hass und echte Trauer verursacht. Keine Seite war hell und leicht, das komplette Geschehen wird von Schwere und erdrückenden Ereignissen, von Melancholie ...

„Ich bin Du“ hat einiges zu bieten, was Gänsehaut, Wut, Hass und echte Trauer verursacht. Keine Seite war hell und leicht, das komplette Geschehen wird von Schwere und erdrückenden Ereignissen, von Melancholie und einer Dunkelheit, die nur in jenen unsichtbaren Abgründen lauert, die menschlichen Ursprungs sind, begleitet.

„Menschliches Leid ist Ambrosia für die Sinne.
Wo ich war, sollte Zerstörung weilen und Leid die Luft verpesten (...)“

Da wir die Storyline größtenteils nicht im Jetzt, nicht in der Gegenwart und hautnah miterleben, sondern aus – oft wirren – Gedanken und – teilweise verschwommenen – Erinnerungen, in einer Art langen, detaillierten Brief/Geständnisses, sind wir nie wirklich aktiv eingebunden. Durch den gewählten Aufbau und Stil hält Celina Weithaas Distanz aufrecht, erschwert es, trotz Nathaniels Hintergründen und brüchigen Schilderungen, seinen grausamen Taten und dem Schmerz, der in ihm, über allem, herrscht, gänzlich in die Geschichte einzutauchen – ich bin mir aber sicher, dass vielen LeserInnen dieser Umstand positiv auffallen wird, denn die Morde, die Opfer, die ausgelösten Emotionen und sich sacht erschließenden Erkenntnisse gehen nah.

„Ich bin Du“ basiert ohne Frage auf einer Idee, die im Thrillbereich anzusiedeln ist, fokussiert sich auf die Psyche eines Killers – traumatisiert, gezeichnet von Gewalt und Verlust, von dem Bestreben, sich an jenen Mächtigen zu rächen, die wegsahen. Wir treffen einen Mann, der zu früh zum Mörder wurde, nie lernte, zu differenzieren und zu vertrauen; sich über Jahre in Wut und falscher Schuld verlor.
Celina kreierte eine erdrückende Atmosphäre, von Melancholie und Hoffnungslosigkeit durchzogen, in der Bedrohung, Gefahr und Wahn allumfassend sind. Nathaniels Geist, seine Handlungen, sind unberechenbar, wankelmütig, zornig – und doch ist er nicht gewillt, zu keiner Zeit, (s)ein Versprechen, seinen Schwur zu brechen. Denn der Rattenfänger weiß um seine Vergehen. Wie er tötet, mit Hoffnung auf Rettung und ungeahnter Zartheit, gab ihm eine Verletzlichkeit, die ihn zu einer Persönlichkeit macht, die in Erinnerung bleibt.

War die erste Hälfte meinem Erachten nach eher anstrengend, durch verschachtelte, schnörkelig-wirre Sätze nur dürftig zu durchschauen, folgen später Abschnitte, die Klarheit und sinnigere Aufarbeitung bringen. Jedoch driftet der Roman, dem es an Lebendigkeit fehlt, gen Ende wieder in ein Netz ab, dass Realität und Illusion vereint. Nichtsdestotrotz finden sich viele Aussagen und Wahrheiten, die zum Nachdenken animieren, zum Miträtseln verleiten. Erschaudern lassen.

Celina Weithaas zeigt in ihrer Geschichte jenes Mehr, das sich zwischen Schwarz und Weiß befindet. Zeigt, dass jedeR – ganz gleich ob hoher Politiker, armer Rentner, selbst ernannter Rächer – aus diversen Facetten erbaut, von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt ist, nach individuellen, nicht in Stein gemeißelten Moral- und Wertvorstellungen handelt – im besten Wissen und Gewissen.

Theoretisch könnte man „Ich bin Du“ so stehenlassen. Doch handelt es sich um den Auftakt einer Trilogie, in dem Nathaniels „Werdegang“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden soll. Ein Einblick in Band zwei, in der der Schuldige vertreten wird, findet sich für alle Interessierten am Ende.


„Adeline war meine Liebste. Sie wagte, was wir uns nicht trauten und sammelte Mut in absoluter Finsternis. Ihre Träume waren mächtiger als alles andere und zerplatzen gemeinsam mit ihrem Kopf. (...) Adeline griff selbst dann noch nach den Sternen, als sie verglühte, und ich liebte sie nie mehr als in diesem Moment.“

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Sehr tolle Idee, mit kleinen Schwächen umgesetzt. Nett für zwischendurch.

Play of Hearts
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Alles hat seinen Preis …
das muss auch Genevieve Magâme auf die harte Tour lernen.


„Play of Hearts“ ist der erste Teil einer romantisch-magischen Geschichte von Juli Dorne, in der nicht nur die Protagonistin, ...

Alles hat seinen Preis …
das muss auch Genevieve Magâme auf die harte Tour lernen.


„Play of Hearts“ ist der erste Teil einer romantisch-magischen Geschichte von Juli Dorne, in der nicht nur die Protagonistin, sondern auch die LeserInnen mehrfach vor die Frage gestellt werden, was wahr ist und was Illusion …

Erzählt wird aus der Sicht von Genevieve Magâme, die seit ihrer Kindheit verflucht ist – ein Fluch, der einer Tragödie gleichkommt, einer Bürde, so unermesslich schwer. Denn Evies Berührung bringt den Tod.
Als kleines Mädchen wollte sie nichts mehr als einen Freund, denn die Menschen ihrer Heimat mieden die Familie Magâme. Dass die damals sechsjährige im Spiegelkabinett ihrer Großmutter einen Deal eingeht, hoffnungsvoll, dessen Folgen sie damals, in kindlicher Verzweiflung, nicht greifen konnte, brachte Evie ein Leben in Einsamkeit, in Isolation.
Mehr als ein Jahrzehnt sollte vergehen, bis sie auf Arthur trifft. Ihre große Liebe – den Menschen, der bereit ist, Genevieve, allen Warnungen zum Trotz, die Vorsicht in den Wind schießend, zurück zu lieben. Und dafür einen Preis bezahlt, den Evie nicht akzeptieren will … Nur die Hauptattraktion eines berüchtigten, mystischen Zirkus kann ihr jetzt noch helfen.
Doch ist Rémi gewillt, eine junge Liebe zu retten?

„Play of Hearts“ beginnt eher ruhig und gemächlich, was es der Leserschaft ermöglicht, die Protagonistin und ihre Situation samt den Gegebenheiten kennenzulernen. Folgt der erste Teil einer gewissen greifbaren Struktur, verliert sich diese im Verlauf, was das Geschehen insgesamt ein wenig verzehrt. In Kombination mit den zahlreichen Illusionen, die das Setting mit sich bringt, fragwürdigen Figuren und Ungereimtheiten wirkte die Storyline des Öfteren verwirrend. Nichtsdestotrotz ist der Stil der Autorin ein gekonnter Mix aus verträumt und klar, Ton und Idee waren durchweg mitreißend, wenn Genevieve auch sehr naiv und kindlich erscheint. Fantasy-Elemente und Wesen sorgen zwar für magische Momente, doch aufgrund eines lückenhaften Worldbuildings und vielen, bis zum Schluss ungeklärten Fragen konnten mich auch diese nicht zu 100 % überzeugen – das ändert nichts daran, dass Juli Dorne eine Geschichte konzipierte, die zum Miträtseln animiert, deren Geheimnisse unbedingt aufgeklärt werden wollen.

Im Gegensatz zu Arthur fand ich Rémi interessant. Unbeliebt, abweisend und distanziert war es schön, langsam hinter seine Fassade zu dringen, ihn und seine Gefühle zu verstehen.
Ein großer Pluspunkt ist Evies deutliche Entwicklung, die zwar Zeit braucht, daher aber authentisch ist. Und auch das Kennenlernen mit Enif, Atlas und Co, mit ihren Leben und Eigenheiten, sorgt nicht nur für ein gewisses Mehr an Tiefe, sondern gibt auch dem Found-Family-Trope Kontur, der Dynamik des Zirkus Wärme. Gleichermaßen gewagt wie überraschend empfand ich die sich anbahnende Dreiecks-Love – angefüllt mit Zweifeln und Wanken brachte diese Spannungen mit sich.
Der Verlauf selbst wankt zwischen Höhen und Tiefen, Realität und Fiktion, schafft es aber, zu unterhalten.

Band eins des „The Hearts Duett“ endet vorhersehbar, doch auf eine Weise, die das Finale unabdingbar werden lässt.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

RomCom mit interessantem Setting und berührenden Themen.

How To End A Love Story
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Angeteasert als »eine der besten Liebesgeschichten des Jahres!« und in Kombination mit einem vielversprechenden Klappentext musste ich „How to end a Lovestory“ unbedingt eine Chance geben. Verlust, Trauma, ...

Angeteasert als »eine der besten Liebesgeschichten des Jahres!« und in Kombination mit einem vielversprechenden Klappentext musste ich „How to end a Lovestory“ unbedingt eine Chance geben. Verlust, Trauma, mentale Probleme und eine Quasi-Second-Chance – zumindest auf ein Kennenlernen – klangen einfach nach viel Herzschmerz. Und ja, vor allem in den letzten zwanzig Prozent bekommen wir etliche Emotionen um die Ohren gehauen, Überlegungen, die tief treffen, eine starke charakterliche Entwicklung sowie einen Mix aus Abschiedsschmerz, Loslassen und neu Anfangen. Die Handlung zuvor? Nun...

Yulin Kuang, selbst Drehbuchautorin und Regisseurin, bediente sich passend einer Rahmenhandlung, die die Produktion einer Serie umreißt. Hat es an Details über die Arbeit am Set gefehlt, mangelt es der Story zumindest nicht an zähen Stellen.
Der Stil ist eigentlich sehr gut, modern und detailreich, aber aufgrund der personalen Erzählweise durchgehend auf Distanz bedacht. Es fiel mir gerade zu Beginn schwer, aufrichtig mitzufühlen, andererseits gab es vieles, das ich aufgrund der authentischen Ausarbeitung verstehen konnte.

Bspw. Helens widersprüchliche, aber absolut echte Empfindungen. Hält sie sich zu keiner Zeit für liebenswert und gut genug; ist nie frei von Wehmut und der Scham, die sie stetig bei der Erinnerung an ihr letztes Gespräch mit Michelle, für die sie nicht ausreichte, befällt; ist noch immer wütend auf sich selbst, die Umstände und den Menschen, der ging, noch immer in Trauer, hegt die [fiktive] Autorin doch auch Gedanken über und Gefühle für ihre Schwester, die weit entfernt von rosa glänzend und Lobeshymnen sind. Auch Helens nie pausierende Suche nach Antworten und Gründen wird mehrfach aufgegriffen. Genauere Einblicke in Grant und auf seinen Lebensweg hätten die Handlung mit Sicherheit emotional aufgewertet. Der Drehbuchautor ist ein unglaublich guter Mensch, ein Mann zum Verlieben, dem es weder an Ernst noch an Humor, nicht an Leidenschaft und Tiefe fehlt. Dass er mit dem, was vor dreizehn Jahren geschah, kämpft und hadert, ist durchweg ersichtlich, wenn sich die im Klappentext erwähnte Angststörung auch nur in zwei, drei Szenen zeigt und dies sichtlich „bemüht“ wirkt.

Nichtsdestotrotz waren beide Protagonisten gut gezeichnet, im Gegensatz zu dem Übergang ihres Verhältnisses – von unfriendly zu strangers-to-friends zu love-interests in unter zwei Seiten. Ungefähr. Diese Entwicklung selbst war nicht sonderlich griffig, dafür gab es wunderbare Zweisamkeitsszenen danach. Ungeschönte, offene Gespräche, direkt und ehrlich – was Helens Versuche, sich vehement und bewusst gegen ein Mehr als nur Spaß zu sperren, nicht stoppt und sie auch nicht von der Haltung, eine Beziehung mit DIESEM Mann sei ein Tabu, abbringt …
Die expliziten Szenen setzt Kuang punktgenau und sehr spicy ein, ebenso wie den Witz, der der Geschichte trotz der tragischen Ausgangssituation, all der Selbstzweifel und des Lebensschmerzes innewohnt.
Im Gesamten gingen die Nebenfiguren ein wenig unter, wobei diese zumindest in relevanten Momenten präsent waren.

Zu Beginn vielleicht gewöhnungsbedürftig war der perspektivische Aufbau, wechselt diese doch mitten im Kapitel, einzig durch eine Leerzeile kenntlich. Hier und da wird man somit unweigerlich aus einer Szene gerissen, gleichzeitig erhält die Storyline dadurch ein gewisses Tempo.
Helens Beziehung zu ihren Eltern ist übrigens ein weiterer Punkt, der viel Gewicht bekommt – ich war hin- und hergerissen zwischen „Behaupte dich! Du bist über 30 Jahre!“ und „Omg. Ich kann’s so verstehen!“ Auch diese wichtige Problematik – für andere ein gutes, sorgenfreies Leben zu führen und Erwartungen zu erfüllen – findet, wie vieles andere, eine ausreichende Aufarbeitung und einen stimmigen Abschluss.

Insgesamt wartet in „How to end a Lovestory“ eine rührende Liebesgeschichte, die abgesehen von den erwähnten Schwächen mit Witz und Gefühl erzählt wurde, nicht an überraschenden und einheizenden Momenten sowie tiefschürfenden Erkenntnissen, nicht an Konflikten und Problemen geizt.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Trotz unausgereiftem Worldbuilding eine unterhaltsame Slow-Burn-Romance.

Der Halbelf, der mich liebte
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„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische ...

„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische Glyphen anfertigt und verkauft. Auf einen ihrer Kunden, der untypisch häufig bei ihnen vorbeischaut, hat Elle, Nachfahrin einer chinesischen Gottheit, einen Crush entwickelt. Die magisch versierte Kalligrafin ahnt weder, dass es dem attraktiven Franzosen genauso geht, noch, wer oder was Luc ist. Außerdem will sie unter allen Umständen vermeiden, dass sie einander ernsthaft näher kommen. Denn niemand soll ihre Wahrheit aufdecken …

Mia Tsai schuf eine Ausgangslage, die vor Geheimnissen strotzt, und vor Anziehung pulsiert.
Während Elle zu Anfang reserviert wirkt, distanziert, offenbart sie nach und nach eine liebevolle, fürsorgliche Seite. Zeigt sich verletzlich. Der halbelfische Agent bringt die Emotionen der jungen Frau durcheinander, dabei erkennt sie letztlich durch Luc so vieles. Dieser ist sehr charmant, achtsam und einer von den Guten. Dass es zwischen den beiden eine Menge Ungesagtes gibt, verborgene Identitäten, verleiht der Geschichte, die im Grunde ziemlich süß ist, ein bisschen Aufregung und eine mysteriöse Note. Die intensiven Empfindungen, die Elle und Luc füreinander teilen, sorgen für Humor und Romantik, für unbeholfene wie innige Augenblicke.

Tsai spart nicht an bildhaften Beschreibungen und an Details, die es und ermöglichen, die Protagonisten genau kennen- und verstehen zulernen.
„Der Halbelf, der mich liebte“ war durchweg flott und unkompliziert zu lesen. Für kurzzeitige Irritation sorgten lediglich anderssprachige, nicht übersetzte Sätze – auf die Hintergründe hierzu geht die Autorin im Nachwort ein.
Themen wie Neuanfänge, Vergebung, Selbstfindung- und akzeptanz werden angeschnitten, doch wie auch die Agentensache oberflächlich behandelt
Hingegen kamen Elle, ihr persönliches Drama sowie ihr Zustand, hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Familie und den eigenen Wünschen, samt ihrem inneren Wachsen greifbar zur Geltung.

Der Fokus liegt auf der romantischen Entwicklung. Fans von Slow-Burn, die auf Verständnis und Akzeptanz basiert, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mia Tsais locker-softer Stil unterstreicht diese, während auch die Gespräche und die hauptsächlich cozy Atmosphäre zu einer gemütlichen Storyline beitragen. Jedoch bleiben Worldbuilding und Spannung durchweg auf der Strecke. Der Plot ist weder besonders fantastisch, obgleich Magie und mythische Wesenheiten existieren, noch ereignisreich. Wie auch die Rahmenhandlung – die geheime Identität von Luc und seine Missionen – fungieren die Nebenfiguren eher als Beiwerk.

Nichtsdestotrotz empfand ich Herkunft und Berufung von Elle, die Elemente der chinesischen Mythologie und die Idee, einer magischen Community inkl. Agenten, interessant und originell.
Es fehlte für mich hier einfach an einer fokussierten Ausarbeitung, denn am Ende war dieses Buch eine gemütliche, seichte Slow-Burn-Romance mit einem Hauch Phantastik.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Cute Protagonisten, ernste Themen, gute Entwicklung.

The Story Behind Us
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„The Story behind us“ bringt neben queerer Liebe und Cozy-Vibes, neben Neuanfängen und Kuchenglück auch das Thema toxische Beziehung auf den Tisch.

~Es handelt sich um eine Kurzmeinung, da ich den Roman ...

„The Story behind us“ bringt neben queerer Liebe und Cozy-Vibes, neben Neuanfängen und Kuchenglück auch das Thema toxische Beziehung auf den Tisch.

~Es handelt sich um eine Kurzmeinung, da ich den Roman „für mich“ gehört habe, und evtl. sind daher die Namen nicht korrekt geschrieben.~

Im Vordergrund stehen James und Bentley, bezeichnet als DAS perfekte Paar. Wobei ich dies bereits vor der „Sache“, die Bentley widerfährt, nicht so empfand. Denn James will mehr vom Leben, will raus aus Juniper Falls, sich weiter entwickeln und bekommt die Gelegenheit, als er die Zusage von einem seiner favorisierten Colleges bekommt. Ein Grund zur Freude also, oder? Nicht für Bentley. Dieser hat nicht vor, eine Universität außerhalb seiner Heimatstadt zu besuchen und hält an dem Plan, sich als Partyorganisator einen Namen zu machen fest. Als er von James' neuen Möglichkeiten erfährt, fühlt er sich verraten – ohne zu hinterfragen, weshalb dieser nicht ehrlich zu ihm war – und stellt seinen Freund vor die Wahl …
Die nächsten Wochen sind angefüllt von Herzschmerz und Trauer, bis der Zufall Bentley eine wahnwitzige Idee präsentiert – doch wie das Schicksal so läuft, gerät bald alles in Schieflage …

Jellas Stil ist wie gewohnt wunderbar zu lesen, einfühlsam und authentisch, und obgleich ernste Themen aufgegriffen werden, kamen Humor, Leichtigkeit und Gemütlichkeit nicht zu kurz. Wenn ich die Protagonisten im Gesamten auch mochte, war Bentleys Reaktion, dieses trotzige und „alles oder gar nichts“ Verhalten, in meinen Augen weder sonderlich erwachsen noch gesund. Er verlangt, dass James für ihn bleibt, ohne die Bereitschaft, selbst von seinem Weg abzuweichen, nach Alternativen zu suchen, zuzuhören. Als er auf Will trifft, hofft er leise auf ein Happy End, nur mit einem anderen Menschen. Einen, der ihn wertschätzt, bleibt. Und stückchenweise wird aus dem einst vor spontanen Einfällen übersprudelnden, lebenslustigen, selbstbewussten Mann ein Schatten, der Angst hat, allein zu sein, nicht merkt, wie das Gift von ihm Besitz ergreift …

Die Autorin zeigt auf authentische Art wie sich schädliche Einflüsse einerseits rasend schnell, andererseits unbemerkt ausbreiten, wie Manipulationen wirken und Krater schlagen können, wie sich Negativität und Selbstzweifel einnisten. Wie leicht es ist, sich in (emotionaler) Abhängigkeit zu verlieren, sich in eine Rolle drängen, abschotten zu lassen. Zudem zeichnet Benks das typische Bild eines Narzissten – Will, zu Beginn charmant und fürsorglich, regelrecht unwiderstehlich, entpuppt nach und nach sein aufbrausendes, kontrollierendes und kalkulierendes, kaltes Selbst. Und dieser Wandel sorgt auch bei der Leserschaft für Unbehagen.

Zwischenzeitlich versucht James, sich auf seinen Umzug nach New York vorzubereiten. Doch dafür muss er zuvor Bentley loslassen. Und gerade seine Schwester scheint hierbei eine Hilfe zu sein, wenn auch auf andere Weise als geahnt. Den Großteil der Handlung nimmt zwar die toxische Beziehung ein, doch auch Bentleys Bruder und dessen Freundin, Logan und die Konditorei sowie deren Verkaufsschlager bekommen Raum. Ebenso wichtig ist James Familie, die ich wirklich toll fand. Durch einige Rückblicke in die Beziehung der Protagonisten bekam diese Substanz, eine griffige Basis und etliche romantische Momente. Auch fand ich die Entwicklung von Bentley authentisch inszeniert, wenn er auch erst tief fallen musste.

„The Story behind us“ ist reich an berührenden, melancholischen Augenblicken, schält Selbstzweifel hervor, schlägt Wunden. Doch erzählt Jella zugleich von innerem Wachstum und Familie, von Freundschaft und Liebe. Und garniert all das mit Witz, Süßem und Swift.

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