"Schöne Welt, wo bist du" von Sally Rooney erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen – Alice, einer erfolgreichen Schriftstellerin, Felix, einem Lagerarbeiter, sowie Alice’ bester Freundin Eileen ...
"Schöne Welt, wo bist du" von Sally Rooney erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen – Alice, einer erfolgreichen Schriftstellerin, Felix, einem Lagerarbeiter, sowie Alice’ bester Freundin Eileen und deren Jugendfreund Simon. Im Mittelpunkt stehen ihre komplexen Beziehungen, die Suche nach Nähe und Vertrauen sowie die Herausforderungen des modernen Lebens zwischen Dublin und der irischen Küste.
Der Roman besticht durch präzise, kluge Dialoge und eine sensible Darstellung von Themen wie Liebe, Freundschaft, Geschlechterungleichheit und gesellschaftlichen Konflikten. Bemängeln würde ich aber trotzdem die gelegentliche Längen und das offene Ende, das nicht alle Erwartungen erfüllt, es bleibt einfach für mich noch zu viel offen.
Insgesamt ist "Schöne Welt, wo bist du" ein kluges, nachdenkliches Porträt der Millennial-Generation, das mit seiner Mischung aus Intimität und gesellschaftlicher Reflexion überzeugt.
Dass die Reisebranche in den letzten Jahren immer mehr boomte, dürfte kein Geheimnis mehr sein sein. Immer mehr Menschen reisen immer weiter weg, wollen immer mehr in kürzester Zeit erleben und damit ein ...
Dass die Reisebranche in den letzten Jahren immer mehr boomte, dürfte kein Geheimnis mehr sein sein. Immer mehr Menschen reisen immer weiter weg, wollen immer mehr in kürzester Zeit erleben und damit ein weiteres Puzzlestück ihrer Selbstinszenierung in den sozialen Medien sammeln. Alles in allem handelt es sich also hier um ein Buch, dass den Zahn der Zeit ( vom ersten Einduck her) absolut treffen müsste.
Und dennoch muss ich leider gestehen, dass es mich nicht vollständig mitreißen konnte. Der grundsätzliche Gedanke sich damit auseinanderzusetzen, wie man das Reisen vielleicht nicht komplett aufgeben muss, sondern es wieder bewusster erleben kann, ist mMn. schon gelungen. Nur verstrickt der Autor sich dabei leider in einem Schreibstil, der sich im ersten Moment noch flüssig und interessant anliest, mit zunehmendem Verlauf aber auch etwas anstrengend sein kann. Denn zwischen der Einbettung verschiedenster Anekdoten, wird auch noch auf eine sehr umfangreiche Untermauerung mit wissenschaftlichen Studien und Fakten gesetzt. Das empfinde ich grundsätzlich als echt nicht schlecht, irgendwie hat es aber dann doch den Lesefluss etwas sehr unterbrochen, wenn ständig Aufzählungen von Daten und Fakten auftauchen. Also wer sich wirklich wissenschaftlich und wirtschaftlich mit diesen Thematiken rund um "Overtourism" beschäftigen möchte, hat sicherlich Freude daran, ich hatte mir aber irgendwie etwas Anderes erwartet.
Abschließend lässt sich festhalten, dass dieses Buch so zur Selbstreflexion über das eigene (Reise-) Verhalten ein, zwei ganz interessante ( wenn auch nicht komplett neue) Ansätze bereithält, für mich aber tatsächlich zu viel auf das "Privileg zu Reisen" und zu wenig auf die schädlichen Umweltaspekte eingegangen wird und der Schreibstil mich auch nicht wirklich in einen Sog ziehen konnte, eher musste ich mich teils aktiv dazu auffordern über manche Stellen hinweg zu lesen.
Wir befinden uns in einem kleinen Dorf in Wiltshire, England in den späten 80er Jahren. Zunächst begleiten wir Birdie, die dort mit ihrer Familie ein mehr oder weniger unspektakuläres Leben führt. Tief ...
Wir befinden uns in einem kleinen Dorf in Wiltshire, England in den späten 80er Jahren. Zunächst begleiten wir Birdie, die dort mit ihrer Familie ein mehr oder weniger unspektakuläres Leben führt. Tief in ihr brodelt aber ein Gefühl, das vom ersten Gefühl her nicht in diese geruhsame Atmosphäre passen möchte: Hass und Rachegelüste. Denn vor 18 Jahren wurde ihre kleine Schwester ermordet und in genau diesen Tagen, in denen wir sie hier kennenlernen, soll nun der Mörder wieder freigelassen werden. Und das lässt in ihr nun den Plan reifen ihn endgültig dafür büßen zu lassen für das was er ihrer Schwester ( und somit indirekt auch ihr angetan hat)
Im zweiten Teil der Geschichte erfahren wir dann mehr über den Mann, der während seiner gesamten Zeit im Gefängnis stets immer noch auch unschuldig plädiert hat.
Super spannend dabei ist die Auseinandersetzung mit seiner Kindheit und damit der Frage inwieweit ein Umfeld jemanden zum Mörder aufwachsen lassen kann bzw. ob und wenn ja, welche Einflüsse es sind.
Danach folgen noch weitere Teile in der aber keine ganz klare Trennung der beiden Charaktere mehr möglich ist.
Alles in allem spannend angelegte Charaktere in einem Buch, dass nicht unbedingt ein Thriller sondern eher (auch) ein Roman über Gefühle wie Rache, Vergeltung, Hass,.. und aber auch die Frage, was ein Kind (eventuell) zu einem Mörder aufwachsen lässt, ist.
Ich muss aber leider gestehen, so interessant die Themen auch sind, der Schreibstil konnte mich nicht wirklich nachhaltig mitnehmen. Es gibt Passagen, in denen es durchaus schön dynamisch erzählt wird und dann plätschert die Geschichte wieder nur vor sich hin. Ich hätte mir irgendwie etwas mehr Konstanz diesbezüglich gewünscht und gerade auch zu Beginn etwas weniger "Dialoglastigkeit".
Das Coverdesign hat mich in seiner Farbgestaltung gleich angesprochen und auch die Vögel, die mMn. so ein wenig an (Aas)Geier auf Kakteen in der Wüste erinnern ( besonders auch von den Gesichtszügn), fand ...
Das Coverdesign hat mich in seiner Farbgestaltung gleich angesprochen und auch die Vögel, die mMn. so ein wenig an (Aas)Geier auf Kakteen in der Wüste erinnern ( besonders auch von den Gesichtszügn), fand ich super witzig. Der Klappentext klang auch wie ein schönes Buch für zwischendrin, das die interessanten Fragen aufwirft: "Wie sieht die perfekte Influencer-Ehe hinter der Fassade aus ?" und "Beherzigen bzw. glauben und wenden Autor:innen von Ratgebern ihre Tipps eigentlich auch selbst an ?"
Eine Ausgangssituation, die also eindeutig Potential hat. Das wird zunächst auch echt ganz nett ausgenutzt, gerade auch durch die unterschiedlichen Kapitel aus beiden Perspektiven bekommt man (mehr oder weniger) einen guten Gesamteindruck und der Schreibstil trägt auch dazu bei, dass die Geschehnisse so vor sich hin plätschern, eine Geschichte also die zum auf der Terrasse sitzen und schmökern einlädt.
Und da sitzt glaub ich mein "Problem" mit diesem Buch. Ich finde irgendwie keinen richtigen Zugang zu den Charakteren, zu wenig tiefergreifende Konversation bzw. Emotion, dabei hätte man z.B. gerade aus dem Thema "Unerfüllter Kinderwunsch" so viel noch machen können.
Und auch der Abschluss kam mir dann irgendwie etwas zu sanft, zu unaufgeregt und auch etwas zu plötzlich vor. Ich freue mich natürlich, dass beide irgendwie ihre (berufliche) Erfüllung gefunden haben, aber ich hätte mir noch etwas mehr gewunschen. Ein bisschen mehr emotionales, aufarbeitendes Drama und weniger seichtes Drumherum Drucksen.
Die Stimmung, die schon vom Cover her ausging, diese düstere, (be-)drückende Atmosphäre hat mich gleich gepackt. Auch der Klappentext mit seiner Aussicht auf eine grenzübergreifende Ermittlungsarbeit, ...
Die Stimmung, die schon vom Cover her ausging, diese düstere, (be-)drückende Atmosphäre hat mich gleich gepackt. Auch der Klappentext mit seiner Aussicht auf eine grenzübergreifende Ermittlungsarbeit, (mindestens) zwei mysteriöse Todesfälle und eine Entführung, hat meine Neugierde noch mehr geschürt.
Leider habe ich mich dann aber sehr schwer getan in das Hörbuch hineinzufinden. Das lag glaub ich zunächst am Sprecher, dessen Sprachstil mir einfach nicht ganz zusagte, was sich dann im weiteren Verlauf soweit legte. Der viel größere Faktor war dann aber leider die Tatsache, dass mir die beiden Ermittlercharaktere über die gesamte Geschichte hinweg leider immer unsympathisch und unnahbar erschienen. Lena hält mit ihren Vorurteilen gegenüber das Land Polen und seine Bewohner mal gar nicht hinter dem Berg ( ich dachte ich hätte herausgelesen, dass sie auch in der Grenzregion aufgewachsen ist,...) und gibt sich auch scheinbar nicht wirklich Mühe diese Vorurteile zu widerlegen. Und sie jammert ständig, was ich als nicht wirklich angenehm zu hören empfunden haben, irgendwann wird dann das x-ten Wehklagen über ihre Herkunft und ihre Kindheit echt anstrengend. Aber Adam ist auch nicht wirklich besser; er wirkt auf mich schon etwas sehr bemüht darauf immer die Nase vorne zu haben ( Zusammenarbeit kenn ich irgendwie anders) und teils auch echt etwas verkrampft in seinem Verhalten, etwas mehr Empathie hätte sicher nicht geschadet.
Die Geschichte, die grundsätzlich erstmal spannend gestartet ist, gewinnt dadurch leider durch die grenzübergreifende Zusammenarbeit eher nicht, auch weil ab einem gewissen Punkt, das Gefühl aufkommt, dass sich die Ermittlungen sehr im Kreis drehen, einfach nur um noch Zeit zu schinden. Ich hab mich dann auch immer einfach nur berieseln lassen ohne wirklich noch mitzurätseln.
Abschließend ist die Auflösung dann einigermaßen okay, das Motiv kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber naja.
Ein Reihenauftakt, der alles in allem nicht wirklich meine Neugierde auf weitere Bände gelockt hat. Ich kann nur hoffe, dass die beiden Ermittlercharaktere sich vielleicht noch etwas mehr aneinander annähern und so besser zusammenarbeiten, dann drehen sich die Ermittlungen vielleicht auch nicht mehr so viel im Kreis bis es endlich zur Auflösung kommt.