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Veröffentlicht am 13.07.2025

Drei Frauen, drei Jahrhunderte - ein atmosphärischer Vampirroman mit Höhen und Tiefen

Bury Our Bones in the Midnight Soil
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V.E. Schwab liefert mit diesem Vampirroman eine atmosphärisch dichte Geschichte ab, die mich über weite Strecken fasziniert hat. Die Grundidee, drei Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten – 1511, 1827 ...

V.E. Schwab liefert mit diesem Vampirroman eine atmosphärisch dichte Geschichte ab, die mich über weite Strecken fasziniert hat. Die Grundidee, drei Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten – 1511, 1827 und 2019 – zu verfolgen und ihre Schicksale miteinander zu verweben, ist brillant umgesetzt.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist Schwabs Fähigkeit, die unterschiedlichen Zeitepochen so authentisch und lebendig zu gestalten. Jede Ära fühlt sich stimmig an, und die Protagonistinnen wirken als Produkte ihrer Zeit, ohne klischeehaft zu werden. Besonders die Regency-Handlung hat es mir angetan – hier stimmt einfach alles.

Der Schreibstil ist gewohnt elegant, die Satzkonstruktionen sind wunderschön, und Schwab versteht es, Atmosphäre zu schaffen. Die Symbolik und die Themen von Einsamkeit, Freiheit und der Natur des Vampirseins sind durchdacht und berührend. Auch neue Charaktere wie Matteo bringen willkommene Leichtigkeit in die oft düstere Geschichte.

Allerdings hat mich der sehr langsame Pace zunehmend gestört. Es gibt viel Zwischengeplänkel und häufige Rückblenden, die den Lesefluss hemmen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte sich in Details verliert, anstatt voranzuschreiten.

Das Ende lässt mich leider unbefriedigt zurück. Nach einer so komplexen Charakterentwicklung und interessanten Wendungen hätte ich mir eine befriedigendere Auflösung gewünscht.

Fazit: Ein atmosphärischer Vampirroman mit wunderschönem Schreibstil und faszinierenden Charakteren, der jedoch unter seinem langsamen Tempo und einem unbefriedigenden Ende leidet.

3,5/5 Sternen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2025

Künstlerseele trifft Blutdurst

My Roommate is a Vampire - Ein Mitbewohner zum Anbeißen
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Als ich diesen Roman in die Hand nahm, hatte ich ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Noch ein Vampirroman? Wirklich? Aber was soll ich sagen – manchmal braucht man genau das, was man zu kennen glaubt, ...

Als ich diesen Roman in die Hand nahm, hatte ich ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Noch ein Vampirroman? Wirklich? Aber was soll ich sagen – manchmal braucht man genau das, was man zu kennen glaubt, um überrascht zu werden. Von der ersten Seite an wurde ich in das chaotische Leben der Protagonistin hineingezogen. Ihr "nicht ganz perfektes Leben" (und das ist noch untertrieben!) hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht. Zugegeben, das Setting ist nicht gerade revolutionär. Künstlerisch begabte, leicht chaotische Frau trifft auf mysteriösen, unverschämt gut aussehenden Typen mit einem dunklen Geheimnis. Aber hey – manchmal funktionieren Klischees einfach! Die Autorin schafft es, diese bekannten Elemente mit so viel Selbstironie und Witz zu verpacken, dass ich über die Vorhersehbarkeit mancher Wendungen gerne hinweggesehen habe.

Der Schreibstil der Autorin ist erfrischend direkt und flüssig zu lesen. Keine gestelzten Dialoge oder übertriebenen Beschreibungen – hier wird gesprochen, wie Menschen wirklich sprechen. Die Protagonistin fühlt sich an wie eine gute Freundin, die mir bei einem Glas Wein von ihrem verrückten Leben erzählt. Allerdings ist mir ein kleiner Logikfehler im Zeitablauf aufgefallen. Die schriftlichen Einblicke wie Tagebucheinträge, Chats und die kleinen Zettel, die in der Wohnung verteilt sind, finde ich besonders charmant. Sie verleihen der Geschichte eine zusätzliche Dimension und machen Cassies Welt noch lebendiger. Natürlich gibt es auch Momente, in denen ich die Augen verdreht habe. Muss der Vampir WIRKLICH so unfassbar perfekt aussehen? Muss die Protagonistin WIRKLICH so unbeholfen sein, dass sie ständig in seine Arme stolpert? Aber irgendwie gehört das zum Charme des Buches. Es nimmt sich selbst nicht zu ernst und lädt die Leser ein, einfach mitzugehen auf dieser unterhaltsamen Reise.

Es ist ein charmanter Zeitvertreib, nicht mehr und nicht weniger. Wer tiefe philosophische Erkenntnisse oder strenge Logik erwartet, ist hier allerdings falsch. Große Realität sucht man vergebens – aber ist das nicht genau der Punkt eines Vampirromans? Ich mag den Schreibstil und die Leichtigkeit, die der Roman mit sich bringt. Es ist wie eine Tüte bunter Gummibärchen – nicht nahrhaft, aber eine süße Freude, die man sich gönnt, wenn der Alltag zu grau wird.

Der Schluss nimmt dann doch noch etwas an Spannung auf, was mich positiv überrascht hat – auch wenn das Ende insgesamt etwas eilig wirkt. Es fühlt sich an, als hätte die Autorin plötzlich bemerkt, dass ihre Seitenzahl begrenzt ist und musste schnell zum Ende kommen. Schade eigentlich, denn gerade als es richtig interessant wurde, war es auch schon vorbei.

Fazit: Alles in allem war es ein amüsantes Leseerlebnis. Ein Roman, der perfekt ist für verregnete Sonntagnachmittage, Urlaubstage am Strand oder schlaflose Nächte. Nicht weltbewegend, aber herzerwärmend, witzig und mit genau der richtigen Dosis Romantik und übernatürlichem Drama.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Schöne Regency-Reihe

Bridgerton – Der Duke und ich
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Der historische Liebesroman spielt im London der Regency-Ära und erzählt die Geschichte von Daphne Bridgerton und Simon Basset, dem Herzog von Hastings. Geschickt vereint der Roman die gesellschaftlichen ...

Der historische Liebesroman spielt im London der Regency-Ära und erzählt die Geschichte von Daphne Bridgerton und Simon Basset, dem Herzog von Hastings. Geschickt vereint der Roman die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit mit einer fesselnden romantischen Handlung.



Die Stärken des Buches liegen in der charmanten Protagonistin Daphne, den spritzigen Dialogen und der authentisch eingefangenen historischen Atmosphäre. Besonders die Beziehung zwischen Daphne und Simon wird eindrucksvoll dargestellt – ihre anfängliche Freundschaft entwickelt sich allmählich zu tieferen Gefühlen und wirkt dabei sehr glaubwürdig.



Dennoch gibt es auch problematische Aspekte in der Handlung, insbesondere hinsichtlich des Konsenses und der Beziehungsdynamiken. Einige Szenen und Entscheidungen der Charaktere könnten aus heutiger Perspektive kritisch betrachtet werden.



Insgesamt ist „Der Duke und ich“ ein unterhaltsamer historischer Liebesroman, der trotz seiner Schwächen durch lebendige Charaktere und eine fesselnde Romanze besticht. Das Buch bildete die Grundlage für die erfolgreiche Bridgerton-Reihe und deren spätere Netflix-Adaption.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Gute Idee, ungleichmäßige Umsetzung

The Exes
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The Exes war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach den ersten Seiten dachte, das könnte wirklich gut werden. Die Prämisse ist stark: Natalie sucht die große Liebe, hat dabei aber eine Vergangenheit, ...

The Exes war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach den ersten Seiten dachte, das könnte wirklich gut werden. Die Prämisse ist stark: Natalie sucht die große Liebe, hat dabei aber eine Vergangenheit, die sich nicht so einfach wegschweigen lässt, nämlich drei tote Ex-Freunde und eine unheilvolle Neigung, zufällig in der Nähe zu sein, wenn etwas passiert. Als sie James kennenlernt und glaubt, endlich alles zu haben was sie sich je gewünscht hat, beginnt das eigentliche Spiel.

Was mich als Leserin leider zunehmend abgeholt hat, war das Pacing der ersten Hälfte. Der Roman braucht sehr lang, um wirklich Fahrt aufzunehmen. Die vielen Zeitsprünge und Rückblenden, die Leodora Darlington einsetzt, um Natalies Vergangenheit zu enthüllen, unterbrechen den Erzählfluss immer genau dann, wenn er gerade beginnt, Zugkraft zu entwickeln. Ich habe mich mehrfach dabei ertappt, wie ich auf das Ende eines Rückblickes gewartet habe, statt mitzufiebern. Das ist für einen Thriller ein ernstes Problem.

Die zweite Hälfte des Buches ändert das Tempo deutlich, und hier zeigt Darlington, dass sie durchaus weiß wie man Twists setzt. Einige Wendungen haben mich wirklich überrascht, andere wirkten gegen Ende zunehmend konstruiert und haben mich eher ungeduldig als gespannt zurückgelassen. Das Gefühl, dass die Autorin ein Ziel vor Augen hatte und rückwärts auf dieses Ziel hingeschrieben hat, ließ sich leider nicht ganz abschütteln.

Was das Buch für mich dennoch interessant macht, ist das Thema selbst: weibliche Rache, die Frage nach Moral und Rechtfertigung, eine Protagonistin die sich in einer gesellschaftlichen Realität bewegt die Frauen systematisch verletzt. Diese Ansätze sind da, aber sie werden nicht ganz zu Ende gedacht. Natalie bleibt als Figur ein Stück weit blass, und das nimmt der Geschichte die psychologische Tiefe die sie brauchen würde, um wirklich unter die Haut zu gehen.

Meine Empfehlung: Wer Thriller liebt, die vor allem in der zweiten Hälfte Tempo machen, und wer bereit ist, eine etwas holprige erste Hälfte in Kauf zu nehmen, kann hier durchaus gut unterhalten werden. Wer psychologische Komplexität sucht oder eine Protagonistin mit der man wirklich mitfiebert, könnte enttäuscht sein. 3 von 5 Sternen für ein Buch mit guter Idee und ungleichmäßiger Umsetzung.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Ein kurzweiliger Romance-Roman, der sich gut wegliest

Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von Liebe
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Drei Sterne für ein Buch, das ich an einem Abend weggelesen habe. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. "Two Can Play" von Ali Hazelwood hat mich gut unterhalten, keine Frage. Ich hatte Viola ...

Drei Sterne für ein Buch, das ich an einem Abend weggelesen habe. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. "Two Can Play" von Ali Hazelwood hat mich gut unterhalten, keine Frage. Ich hatte Viola direkt gern, das Ski-Hütten-Setting hat eine schöne Atmosphäre, und Hazelwoods Schreibstil hat diesen typischen, fast schon hypnotischen Sog, der einen durch die Seiten trägt ohne dass man es merkt. Was mich trotzdem nicht vollständig überzeugt hat, ist die Basis des Konflikts. Die ganze Spannung zwischen Viola und Jesse lebt vom Miscommunication-Trope und ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan davon, weil er für mich nur funktioniert, wenn ich als Leserin wirklich nachvollziehen kann, warum diese beiden Menschen nicht einfach miteinander reden. Das war hier nicht ganz gegeben. Jesses anfängliche Zurückweisung, die ja der Motor der ganzen Geschichte ist, hätte mehr emotionale Fundierung gebraucht, damit ich ihr glauben kann. Dazu hat mich das Pacing etwas gestört. Die Beziehungsentwicklung wirkte an einigen Stellen gehetzt, als würde der Plot etwas ungeduldig auf das Ende hinarbeiten, bevor die Charaktere wirklich dort angekommen sind, wo sie sein müssten. Und die Nebencharaktere bleiben leider sehr im Hintergrund – schade, weil im Workplace-Setting so viel Potential gesteckt hätte. Hazelwood kann schreiben, das ist unbestritten. Stil, Tempo, Humor – das sitzt. Und "Two Can Play" ist definitiv ein Buch für einen entspannten Leseabend ohne große Ansprüche. Wer auf unkomplizierte Enemies-to-Lovers-Romances steht und Miscommunication-Tropes mag, wird hier glücklich. Wer sich tiefere Charakterarbeit und eine komplexere Konfliktbasis wünscht, sollte die Erwartungen etwas zurückschrauben. Für mich persönlich: solide, sympathisch, aber nicht unvergesslich.

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