Drei Frauen, drei Jahrhunderte - ein atmosphärischer Vampirroman mit Höhen und Tiefen
Bury Our Bones in the Midnight SoilV.E. Schwab liefert mit diesem Vampirroman eine atmosphärisch dichte Geschichte ab, die mich über weite Strecken fasziniert hat. Die Grundidee, drei Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten – 1511, 1827 ...
V.E. Schwab liefert mit diesem Vampirroman eine atmosphärisch dichte Geschichte ab, die mich über weite Strecken fasziniert hat. Die Grundidee, drei Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten – 1511, 1827 und 2019 – zu verfolgen und ihre Schicksale miteinander zu verweben, ist brillant umgesetzt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist Schwabs Fähigkeit, die unterschiedlichen Zeitepochen so authentisch und lebendig zu gestalten. Jede Ära fühlt sich stimmig an, und die Protagonistinnen wirken als Produkte ihrer Zeit, ohne klischeehaft zu werden. Besonders die Regency-Handlung hat es mir angetan – hier stimmt einfach alles.
Der Schreibstil ist gewohnt elegant, die Satzkonstruktionen sind wunderschön, und Schwab versteht es, Atmosphäre zu schaffen. Die Symbolik und die Themen von Einsamkeit, Freiheit und der Natur des Vampirseins sind durchdacht und berührend. Auch neue Charaktere wie Matteo bringen willkommene Leichtigkeit in die oft düstere Geschichte.
Allerdings hat mich der sehr langsame Pace zunehmend gestört. Es gibt viel Zwischengeplänkel und häufige Rückblenden, die den Lesefluss hemmen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte sich in Details verliert, anstatt voranzuschreiten.
Das Ende lässt mich leider unbefriedigt zurück. Nach einer so komplexen Charakterentwicklung und interessanten Wendungen hätte ich mir eine befriedigendere Auflösung gewünscht.
Fazit: Ein atmosphärischer Vampirroman mit wunderschönem Schreibstil und faszinierenden Charakteren, der jedoch unter seinem langsamen Tempo und einem unbefriedigenden Ende leidet.
3,5/5 Sternen