Profilbild von solveig

solveig

Lesejury Star
offline

solveig ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit solveig über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Krimi auf japanisch

Die Bibliothek meines Großvaters
0

Nicht nur ihr Beruf als Lehrerin verbindet die junge Kaede mit ihrem inzwischen dement gewordenen Großvater. Beide lieben es geheimnisvolle Kriminalrätsel zu lösen. Dabei kann sich Himonya-sans logisches ...

Nicht nur ihr Beruf als Lehrerin verbindet die junge Kaede mit ihrem inzwischen dement gewordenen Großvater. Beide lieben es geheimnisvolle Kriminalrätsel zu lösen. Dabei kann sich Himonya-sans logisches Denkvermögen mit den Vorbildern klassischer Kriminalliteratur, die in seiner Bibliothek zu finden ist, durchaus messen - zumindest in seinen „hellen“ Stunden, die allerdings immer wieder mit Phasen eingebildeter Ereignisse und Visionen abwechseln.
In ruhigem, unaufdringlichem Erzählstil schildert Konishi die respekt- und liebevollen Begegnungen von Großvater und Enkelin und ihren Gedankenaustausch zu verschiedenen - mehr oder weniger komplizierten – rätselhaften Begebenheiten, die sich in ihrer Umgebung zugetragen haben. Der Autor bettet diese Szenen ein in Kaedes Alltag, der sich in der Schule und in Treffen und Diskussionen mit ihren wenigen Freunden abspielt. Alles geht seinen geregelten Gang, bis Kaede eines Tages in einen echten Kriminalfall verwickelt wird…




  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2025

Schnell und schmackhaft

Fast & Tasty
0

Nur zwischen 10 und 30 Minuten Arbeitszeit (Koch- bzw. Backzeit nicht mitgerechnet) verlangen die Rezepte, die uns "@Kitchenachim“ in seinem Kochbuch serviert. Hobbyköche mögen hier mitleidig lächeln, ...

Nur zwischen 10 und 30 Minuten Arbeitszeit (Koch- bzw. Backzeit nicht mitgerechnet) verlangen die Rezepte, die uns "@Kitchenachim“ in seinem Kochbuch serviert. Hobbyköche mögen hier mitleidig lächeln, aber für alle diejenigen, die nicht gern lange am Herd stehen, bieten sie eine gute Alternative.
Übersichtlich unterteilt in Kategorien wie Snacks, Salate, sowohl vegetarische als auch Fleischgerichte, Pasta und Süßspeisen erhält der Leser leicht verständlich formulierte Anleitungen, jede mit einem appetitanregenden Foto illustriert. Auch Oecals Einführung in seine „Küchenphilosophie" ist für den Normalverbraucher gestaltet, kurz und unkompliziert.
Die Herstellung der Gerichte ist also „fast“ - aber sind sie auch „tasty“? Dazu haben wir aus jedem Kapitel mindestens ein Rezept getestet und fanden die Speisen sehr schmackhaft. Alle Rezepte können natürlich variiert oder aufgepeppt werden. Auch hierzu gibt Oecal seine Tipps.
Ein Rezeptregister, nach Zutaten geordnet, rundet das Buch ab.
Und noch ein Plus: Wer weitergehende Informationen sucht, etwa Nährwertangaben, Mengenrechner oder gar ein individuelles Tagesprotokoll führen möchte, wird auf der Website im (kostenlosen) Verlagsservice fündig.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 25.03.2025

Familie und Trauma

Vor hundert Sommern
0

Hundert Sommer: das sind vier Generationen Historie. Wie schafft man es, das in fünfhundert Seiten unterzubringen?
Tatsächlich erzählt Katharina Fuchs, wie drei Frauen die Gegenwart (er-)leben - Großmutter ...

Hundert Sommer: das sind vier Generationen Historie. Wie schafft man es, das in fünfhundert Seiten unterzubringen?
Tatsächlich erzählt Katharina Fuchs, wie drei Frauen die Gegenwart (er-)leben - Großmutter Elisabeth, Mutter Anja und die Töchter Lena und Anabel. Elisabeth wird von ihrer Enkelin Lena sanft dazu gedrängt, ihre Erinnerungen an das Schicksal ihrer Mutter und deren Schwester, der Tante Clara, an sie weiterzugeben. Auslöser ist dabei der Verkauf von Mathildes Wohnung; denn während der Haushaltsauflösung finden sich etliche Gegenstände, die Anja und Lena Rätsel aufgeben, Elisabeths Gedächtnis aber auffrischen.
So wechseln sich Abschnitte über das aktuelle Geschehen im Jahr 2024 ab mit Erzählungen aus der Vergangenheit, beginnend mit dem Jahr 1924. Die Gegenüberstellung der Zeiten empfinde ich als durchaus gelungen; Parallelen und Unterschiede in Alltagsleben, Politik und Gesellschaft schildert die Autorin in leichtem Erzählton, so dass sie jeder versteht. Sie bleibt sachlich, schnörkellos und zeichnet ein Generationen übergreifendes Familienbild, das leider den Lebensweg von Großmutter Elisabeth etwas vernachlässigt; denn der Fokus liegt klar auf auf der Lebenszeit (Groß-)Tante Claras und der aktuellen Lebenssituation Anjas und vor allem ihrer Tochter Lena, die sich nirgendwo wirklich akzeptiert fühlt.
Obwohl der Roman den Menschen, „…denen das Gefühl, nicht dazuzugehören, ein ständiger Begleiter ist“, gewidmet ist, wird das schwierige Thema „transgenerationale Traumatisierung" nur angerissen. Das Problem weiterdenken muss der Leser selbst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2025

Mit Herz und Witz

Ungeheuer schleimig (Band 2)
0

Grüner Schleim ist nicht nur eklig, findet Ludwig, sondern vermutlich auch das äußerst sichtbare Anzeichen einer Krankheit. Daher macht er sich große Sorgen um sein lilafarbenes Monster, das Unmengen an ...

Grüner Schleim ist nicht nur eklig, findet Ludwig, sondern vermutlich auch das äußerst sichtbare Anzeichen einer Krankheit. Daher macht er sich große Sorgen um sein lilafarbenes Monster, das Unmengen an Schleim produziert. Wie kann er ihm helfen? Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Carla begibt er sich in Professor Schuhmanns Labor, um ein Medikament für "Prinzessin Knuddelwuff" alias "Lupus brutalicus“zu finden - gar nicht so leicht und obendrein nicht ungefährlich…
In gewohnt lockerem Ton und sprachlich auf ihr junges Lesepublikum ausgerichtet erzählt Kaiblinger die Geschichte von Ludwig, Carla und ihrem lebendigen Mülltonnenfund, den sie heimlich adoptiert haben und nun liebevoll pflegen. Die Autorin spricht stets aktuelle Themen an wie Wissensdurst und Umwelt, Freundschaft und Zusammenhalt, ohne die Probleme nicht so einfach bewältigt werden können. Mit viel Humor und ohne pädagogischen Zeigefinger werden sie als selbstverständliche Werte in den Roman integriert.
Die frechen Illustrationen von Der Anton greifen Kaiblingers Witz auf und setzen ihre Ideen fantasievoll grafisch um. Die comicartigen Bilder unterstreichen den Text der Geschichte und wirken wie das sprichwörtliche i-Tüpfelchen.
Auch Kinder, die eher „Lesemuffel“ sind, werden sich bestimmt von der bunt-saloppen Aufmachung des Buches überzeugen lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 24.02.2025

Musik und Gefühle

Für Polina
0

Hannes ist das ungewöhnliche Kind einer unkonventionellen jungen Mutter. Er zeigt autistische Züge und ist ganz auf das (ruhige) Leben mit Mama Fritzi und dem vertraulichen Zusammensein mit Polina, der ...

Hannes ist das ungewöhnliche Kind einer unkonventionellen jungen Mutter. Er zeigt autistische Züge und ist ganz auf das (ruhige) Leben mit Mama Fritzi und dem vertraulichen Zusammensein mit Polina, der gleichaltrigen Tochter von Fritzis Freundin, eingestellt. Sein ganz besonderes musikalisches Talent und seine Kreativität mag er nicht in der Öffentlichkeit präsentieren. Dass er dennoch als Erwachsener Konzerte gibt, geschieht nicht der Gage wegen, sondern aus Liebe - und Verzweiflung.

Würger wählt für seinen Roman einen ruhigen, sachlichen Stil, passend zum Charakter seines Protagonisten; denn nüchtern und kommentarlos beobachtet Hannes seine Umwelt und reagiert auf sie. Der Autor schreibt einfühlsam, bleibt dabei aber distanziert und wird niemals melodramatisch. Er greift mehrere Themen auf, doch Freundschaft und Liebe stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Um sie und die (Klavier-)Musik dreht sich alles in Hannes´ Leben. Was er nicht in Worten ausdrücken kann, das sagt er mit seiner Musik - und niemand kann ihrer Kraft widerstehen.

„Für Polina“ erweist sich als eindrucksvoller Roman, dessen Protagonist nicht so leicht in Vergessenheit gerät; wirklich lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere