Cover-Bild Cold Water
Band 7 der Reihe "Sean-Duffy-Serie"
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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Polit und Justiz
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 376
  • Ersterscheinung: 16.12.2020
  • ISBN: 9783518471067
Adrian McKinty

Cold Water

Thriller
Peter Torberg (Übersetzer)

Umzugswagen, Umzugshelfer, Eltern, die im Weg rumstehen, glückliche Freundin, glückliche Tochter, entsetzte Katze kurz vor dem Kollaps – der katholische Bulle Sean Duffy verlässt seine evangelischen Nachbarn in Carrickfergus, lässt das Pulverfass Nordirland hinter sich. Die 80er sind vorbei, nun heißt es, auf die 90er hoffen, sich mit den Nachbarn in Schottland arrangieren – und schnell noch einen Mord aufklären.

Bevor Detective Sean Duffy sich aus dem aktiven Dienst verabschiedet und die letzten Jahre bis zur Frührente als Reservist und Verbindungsmann eines Spitzels runterreißen kann, muss er noch seinen allerletzten Fall lösen: Ein junges Mädchen ist verschwunden, leider keine Seltenheit im Nordirland am Rande der Neunziger. Ihr Auto wird in einem Fluss gefunden, doch von dem Mädchen gibt es keine Spur – wahrscheinlich wurde ihre Leiche von der Strömung weggetrieben. Eine Liste mit drei Männernamen taucht auf, alle drei standen in zweifelhaftem Kontakt zu der Vermissten. Und sie sind bei Weitem nicht die einzigen Verdächtigen …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Alles beim Alten

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1990, viel hat sich nicht geändert in Nordirland. Noch immer ist die Gewalt tagtäglich präsent. Noch immer inspiziert Duffy den Unterboden seines mittlerweile nagelneuen 5ers nach Semtex. Noch immer kämpfen ...

1990, viel hat sich nicht geändert in Nordirland. Noch immer ist die Gewalt tagtäglich präsent. Noch immer inspiziert Duffy den Unterboden seines mittlerweile nagelneuen 5ers nach Semtex. Noch immer kämpfen Katholiken und Protestanten gegeneinander. Noch immer werden Menschen die Kniescheiben zerschossen. Noch immer verschwinden Männer, Frauen, Teenager spurlos und niemand kümmert sich darum. „Die Neunziger können nicht schlimmer werden(…) Silberstreif, für’n Arsch.“

Alles beim Alten? Nein, nicht ganz, denn Sean Duffy ist auf dem Sprung. Weg aus Nordirland. Weg vom Carrickfergus CID. Weg aus der Coronation Road. Rüber nach Schottland. Mit Frau und Kind. Schluss mit dem Einsatz an vorderster Front, im reicht‘s. Gerade mal vierzig Jahre alt, aber katholisch, Bulle und Nordirland, das zählt so als wäre er siebzig. Also Halbtagsrente, sieben Tage im Monat, nur noch beratende Funktion und Kindermädchen für John Strong, den umgedrehten, paranoiden Spitzel.

Aber noch gilt es, einen letzten Fall zu lösen. Kat McAtamney, ein fünfzehnjähriges Tinkermädchen ist weg, spurlos. Fahrende verschwinden immer wieder und niemanden kümmert’s, nur eine weitere Ausreißerin. Nicht so Duffy. Gemeinsam mit „Crabbie“ McCrabban und Lawson, seinem Nachfolger, verbeißt er sich in den Fall und gibt nicht eher Ruhe, bis dieser aufgeklärt ist. So, wie wir es von ihm gewohnt sind.

Die Reihe um Sean Duffy geht dem Ende zu, was ich mit größtem Bedauern zur Kenntnis nehme, ist es für mich doch eine der besten Serien, die auf dem Buchmarkt zu finden ist. Zum einen liegt das natürlich an der Hauptfigur, dem sympathischen, unangepassten, zynischen Detective mit Herz, zum anderen aber auch an den Fähigkeiten Adrian McKintys (in Belfast geboren und in Carrickfergus aufgewachsen), die “Troubles“, die Politik und deren Auswirkungen auf die Menschen in Nordirland en passant in seine Romane einzuarbeiten. Dazu braucht er keinen Holzhammer, manchmal reicht ein auf den ersten Blick belangloser Nebensatz. Diese gesellschaftspolitische Dimension der Reihe macht sie für mich besonders wertig, hebt sie sich damit doch von den üblichen Krimis/Thrillern, die ihr Augenmerk lediglich auf den Fall und dessen Aufklärung richten, deutlich ab.

Nicht zu vergessen, Duffys ausgeprägte Liebe zur Musik und seine umfangreiche Plattensammlung. Ganz gleich, ob Jazz, Klassik oder Rock/Pop, hat er alles und hat auch zu allem eine Meinung. Speziell zu Phil Collins und Bono, dem von den meisten Iren wegen seiner Steuertricksereien nicht sonderlich geschätzten Frontman von U2. Dieses wiederkehrende Element bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Und auch der Originaltitel „The Detective Up Late“ hat, wie bereits die sechs Vorgänger, einen Bezug zur Musik und ist einer Songzeile aus „Bad as me“, einem Song von Tom Waits entliehen.

Nichtsdestotrotz, schon wegen des Abschieds aus seiner protestantischen Nachbarschaft in der Coronation Road und dem Umzug nach Schottland, bereitet uns „Cold Water“ langsam, aber sicher, auf den Abschied von Sean Duffy und dem Carrickfergus CID vor. Zwei Bände sind noch geplant, aber das war’s dann, wenn man dem Autor glauben darf. Ich vermute, dass das Karfreitagsabkommen1998 den Schlusspunkt setzt, und das würde aus meiner Sicht auch Sinn machen. Auch wenn ich es jetzt schon bedauere.

Veröffentlicht am 30.01.2021

Wohlfühl-Krimi

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Sean Duffy steht kurz vor seiner Frührente und muss, bevor er diese antritt, seinen allerletzten Fall lösen. Ein junges 15-jähriges Mädchen ist verschwunden. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in den ...

Sean Duffy steht kurz vor seiner Frührente und muss, bevor er diese antritt, seinen allerletzten Fall lösen. Ein junges 15-jähriges Mädchen ist verschwunden. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in den Neunzigern junge Frauen in Irland verschwinden. Bei der Suche nach dem Mädchen findet man ihr Auto in einem Fluss - aber nicht das Mädchen selbst. Doch dann stößt die Polizei auf eine Männerliste in dem Tagebuch des Mädchens, auf der drei Namen stehen. Diese drei Männer standen direkt in Kontakt mit dem Mädchen. Doch nicht nur die drei Männer kommen als Täter in Frage. Weitere Personen werden in Verdacht gezogen und die Ermittler merken, dass das Mädchen ein zweites Leben geführt hat.
Trotz zahlreicher Vorbändern bin ich problemlos in diesen Thriller gestartet. Schon zu Beginn des Buches hat mir der Protagonist Duffy gefallen, der Gespräche mit viel Humor und Intelligenz angehen lässt. Er hat eine sehr humorvolle, sympathische und zynische Art, die in diesem Buch grandios zum Vorschein kommt. So entwickelt sich in diesem Buch eine „Wohlfühlstimmung“, da ich sehr gerne an der Seite von Duffy den Fall gelöst habe. Mit den weiteren Charakteren wirkte es sehr familiär. Nebenbei entwickelt sich im Buch eine recht düstere Atmosphäre, die ihren Ursprung noch in der IRA-Zeit aufweist. Aus diesem Grund geraten soziokulturelle sowie soziopolitische Motive und Themen in den Vordergrund. Diese unterstützen die Geschichte gut und bereichern das Buch informativ. Dies geschieht auf eine lebhafte und nicht trockene Art.
An sich war der Fall sehr spannend. Der Plot hat mir gut gefallen, da man als Leser lange nach der Lösung sucht. Fragen kommen auf: „Was ist mit dem Mädchen passiert? Wo ist ihre Leiche?“ Diese Fragen werden zum Glück zum Schluss des Buches ungewöhnlich gut beantwortet. Dennoch fehlte mir in diesem Thriller ein hohes Tempo. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Handlung sich langsam aufgebaut hat, aber nicht den gewissen Höhepunkt, die besonderen Twists bzw. einen „Kick“ beinhaltet hat. Des Weiteren lässt sich sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Die Sätze sind flüssig geschrieben und nicht zu ausschweifend. Gekonnt gelingt es dem Autor, die Ich-Perspektive authentisch darzustellen. Hier würde ich mir aber noch mehr wünschen, dass man Duffy tiefgründiger kennenlernen würde.
So kann ich zusammenfassend sagen, dass das Buch „Cold Water“ eher einem „Wolffühl-Krimi“ glich als einem rasanten Thriller. Positiv hervorzuheben in diesem Buch wäre der Protagonist mit seiner humorvollen Art, bei dem man spannend seine Ermittlungsarbeit verfolgen kann.

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