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Veröffentlicht am 03.12.2020

Ein "anderer" Thriller

Mutter Seelen Allein
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Die Protagonistin Katharina führt ein Leben, wie viele andere Frauen es gerne hätten. Ihr wunderbarer Ehemann kümmert sich gut um sie, ihr Sohn Timo bereichert ihr Leben und von Sorgen gibt es keine Spur ...

Die Protagonistin Katharina führt ein Leben, wie viele andere Frauen es gerne hätten. Ihr wunderbarer Ehemann kümmert sich gut um sie, ihr Sohn Timo bereichert ihr Leben und von Sorgen gibt es keine Spur in ihrem Leben. Aber es wird immer Menschen geben, die einem so ein Leben nicht gönnen. Insbesondere ein Mensch gönnt es Katharina nicht. Dieser Mensch ist bereit über Grenzen zu gehen und entführt Katharinas Sohn Timo. Katharinas heile Welt bricht innerhalb ein paar Sekunden ein. Die Suche beginnt und um Timos Leben zu retten, muss die Protagonistin eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wie weit wird sie gehen können?

Vorab kann ich sagen, dass es sich bei „Mutterseelenallein“, um keinen gewöhnlichen Thriller handelt. Bei meinem Verständnis vom Thrillern gibt es größtenteils Ermittler, Psychoterror sowie Gewalt. Hier lässt sich keinerlei Spur davon finden. Deswegen ist dieses Buch anders – positiv anders. In diesem Buch erhalten wir Einblicke in die verschiedenen Charaktere und ihre psychischen Probleme. Jeder der Charaktere hat was zu verbergen, was im Laufe des Buches offenbart wird. Dadurch kann man an diesem Buch gut am Ball bleiben, da die Spannung durch die Geheimnisse gut hochgehalten wird. Als Leser wird man in diesem Buch größtenteils auf den falschen Weg gelockt und durch die dadurch resultierten Wendungen geschockt. Dennoch muss ich sagen, dass ich eine längere Zeit – um die 80 Seiten - gebraucht habe, um mich im Buch zurecht zu finden. Irgendwie fiel mir der Einstieg recht schwierig. Woran es gelegen hat, ist schwer zu sagen. Ich gehe davon aus, dass ich mich mit dem Schreibstil recht schwergetan habe. Normalerweise bin ich beim Lesen eines neuen Buches recht schnell in einem „Leseflow“. Hier ist mir der Einstieg in den „Flow“ erst recht spät gelungen.

Die Autorin konstruiert die Geschichte mit verschiedenen Erzählperspektiven, die insgesamt gut gelungen sind. Dadurch konnte man die Sicht von verschiedenen Figuren besser wahrnehmen. Dennoch fiel es mir schwer zu allen Figuren außer Patrick eine Bindung aufzubauen. Diese wirkten zu mir als Leser recht distanziert. Um auf die positiven Dinge in diesem Buch zurückzukommen, kann ich sagen, dass das Tempo zum Schluss des Thrillers gut angezogen wird. Der Leser wird mit einem überraschenden und schlüssigen Finale verabschiedet.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Autorin mit diesem Buch beweisen konnte, dass ein Thriller nicht immer blutrünstig und actionreich ist. Dieser Thriller kennzeichnet sich durch andere Dinge aus, welche positiv zu bewerten ist. Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert für Thrillerfans, die eine andere Seite des Thrillersgenre kennenlernen möchten sowie für Neueinsteiger. Für mich persönlich war es jedoch schwer in dieses Buch einzusteigen und mir fiel der Kontakt bzw. die Auseinandersetzung mit den Figuren schwer.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2020

Zweiter Fall für Kommawski

Verrückt
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Ein 14-jähriges Mädchen namens Lena wird im Berliner Park tot aufgefunden. Ihre Leiche ähnelt Schneewittchen. Nur einem kranken Mörder kann man eine derartige Tat zutrauen. In seinem zweiten Fall übernimmt ...

Ein 14-jähriges Mädchen namens Lena wird im Berliner Park tot aufgefunden. Ihre Leiche ähnelt Schneewittchen. Nur einem kranken Mörder kann man eine derartige Tat zutrauen. In seinem zweiten Fall übernimmt Kommissar Kammowski von der Kriminalpolizei Berlin die Ermittlungen. Dabei rückt der Sohn seiner Nachbarin unter Verdacht, da Oliver nicht nur mit dem Opfer befreundet war, sondern auch unter einer sehr schweren paranoiden Schizophrenie leidet. Oliver wurde schon zig male in die Psychiatrie eingewiesen, verweilte dort jedoch nicht länger als paar Tage, da keinerlei Hinweise auf Eigen- und Fremdgefährdung den Ärzten aufkamen. Nach paar Tagen verschwindet jedoch ein weiteres Mädchen aus Olivers Bekanntenkreis. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Mit „Verrat“ startete die Autorin die Reihe um Kommissar Kammowski und nun steht der zweite Fall für den Protagonisten an. Das Buch lässt sich schon seit der ersten Seite flüssig lesen, worauf ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. Da ich den Vorband nicht gelesen habe, konnte ich mich trotzdem recht schnell mit dem Protagonisten vertraut machen. Dieser erweist sich in vielen seinen Denkansätzen recht schlüssig und nachvollziehbar. In diesem Kriminalroman wird Kammowski von zwei Seiten detailliert beleuchtet, da man ihn von seiner privaten Seite gegenüber der Familie und der Seite im Job gut kennenlernen kann. Außerdem ist er trotz seiner schnellwechselnden Laune, ein sehr sympathischer Ermittler.
Die Geschichte bekommt ein gutes Tempo und durch die kurzen rasanten Kapitel wird die Spannung hochgehalten. Abseits der Ermittlungen erhalten wir Rückblicke von Lena und ihrer Zeit in der Psychiatrie. Dadurch erhält der Fall eine gute Tiefgründigkeit. Zugleich lesen sich die Rückblicke schwierig, da dem Leser ja bewusst wird, was dem Mädchen passieren wird. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man im hauptsächlichen Handlungsstrang noch mehr Einblicke in die Psychiatrie erhält, da die Autorin auf diesem Gebiet ein enormes Wissen hat und die Einblicke in dieses Gebiet recht kurz waren. Mit dem Ende gebe ich mich nicht zufrieden, da es recht abrupt kam und sehr abgehackt wirkte. So kann ich aber über ein gutes Gesamtpaket sprechen.

Rundum hat mir der Kriminalroman „Verrückt“ ganz gut gefallen, da ein schlüssiger Fall den Ermittler erwartet hat. Der Ermittler Kammowski stellte für mich einen sehr gelungenen Protagonisten dar, da er authentisch und sympathisch wirkte. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2020

Passend zur Jahreszeit ein atmosphärreicher Thriller

Frostgrab
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Milla geht schon seit ihrer Kindheit ihrem Hobby, dem Snowboarden nach. Bei vielen Wettbewerben lernte sie viele Menschen kennen, die sie nun als Freunde bezeichnen kann. Im Buch trifft Milla auf einer ...

Milla geht schon seit ihrer Kindheit ihrem Hobby, dem Snowboarden nach. Bei vielen Wettbewerben lernte sie viele Menschen kennen, die sie nun als Freunde bezeichnen kann. Im Buch trifft Milla auf einer einsamen Lodge in den französischen Alpen auf ihre alte Clique wieder. Sie haben an diesem Ort viel trainiert, bis sich eine Tragödie mit Saskia ereignete. Doch aus einem harmlosen Wiedersehen entwickelt sich schnell ein grausames Psychospiel. Niemand weiß, was Sache ist. Die Handys verschwinden und die Seilbahn steht still. Nach einiger Zeit in der Lodge kommt die erste Person aus der Clique ums Leben. Jeder der Freunde hat Geheimnisse zu verbergen, insbesondere Milla. Nach und nach kommen sie ans Tagelicht. Steht nun allen der Tod bevor?

Passend zur Jahreszeit liefert uns die Autorin einen spannenden Thriller mit einem detailliert beschriebenen Handlungsort. Es geht in die Alpen und auch wenn zurzeit in Deutschland kein Schnee liegt, kommt mit dem Buch ein tolles Winterfeeling auf. Insbesondere Leser, die gerne Snowboard fahren, werden mit diesem Thriller viel anfangen können, da das Snowboarden zum Thema wird. Es weckt den Eindruck, dass die Autorin viel Zeit investiert hat, Insiderwissen anzusammeln, um dem Leser einen authentischen Thriller zu bieten.
Die Geschichte verläuft in zwei Handlungssträngen. Der erste Handlungsstrang spielt in der Gegenwart. Da wird das Wiedersehen der Freunde, also so gesehen der Inhalt des Klappentexts wiedergegeben. Parallel dazu verläuft ein Handlungsstrang, der einen Plot zehn Jahre in der Vergangenheit aufgreift. Da wird das Kennenlernen und die Rivalität der Clique hinsichtlich zahlreicher Snowboardwettbewerbe zum Thema. Dazu gehört das Verschwinden von Saskia. Beide Handlungsstränge sind gut und schlüssig entworfen worden. Schön finde ich, dass man im zweiten Handlungsstrang viel über die Motive der Charaktere erfährt und zugleich ihre Geheimnisse kennenlernt. Dabei kann man besser mitfiebern und Hypothesen aufstellen, wer der Auslöser für die ganzen Taten in den französischen Alpen ist. Der Autorin gelingt es eine gute Spannungskurve zu entwerfen. Diese baut sich nach und nach auf und erreicht zum Schluss des Buches den Höhepunkt. Zahlreiche Wendungen treten auf, die dem Buch einen positiven Schub geben. Mich störte jedoch die Gestaltung der Charaktere. Trotz der ganzen Motive wirkten alle Figuren sehr blass und sehr klischeehaft. Keiner dieser wies eine Tiefgründigkeit auf und von Sympathien gab es auch keine Spur.

Insgesamt hat mit der Thriller ganz gut gefallen. Das Setting und die erzeugte Atmosphäre empfand ich als sehr gelungen. Die Geschichte schaukelt sich langsam hoch und erhält zum Schluss den langerwarteten Höhepunkt. Wie angedeutet, stellte für mich die Gestaltung der Charaktere einen großen Nachteil dar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2020

Ist die Gans Ernst, wirklich so ganz ernst?

Gans Ernst
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Kennst du schon die Gans Ernst? Nicht? Dann musst du sie direkt kennenlernen, da sie ganz ernst ist. In diesem interaktiven Kinderbuch hat Groß und Klein eine besondere Mission. Wir müssen die Gans Ernst ...

Kennst du schon die Gans Ernst? Nicht? Dann musst du sie direkt kennenlernen, da sie ganz ernst ist. In diesem interaktiven Kinderbuch hat Groß und Klein eine besondere Mission. Wir müssen die Gans Ernst zum Lachen bringen, da Gans Ernst schon lange nicht mehr gelacht hat. Wirst du es schaffen?

Als angehender Grundschullehrer ist man immer auf der Suche nach neuen Kinderbüchern. Hierbei bin ich auf ein ganz besonderes Kinderbuch gestoßen. Ich finde, dass dieses Kinderbuch größtenteils kindgerecht gestaltet ist. Die Abbildungen sind detailliert und freundlich und der nicht zu lange Text lädt zum herzlichen (Vor-)Lesen ein. Was ich an diesem Buch sehr besonders finde, ist das ein Spiegel eingefügt worden ist, an dem die Kinder Grimassen schneiden sollen, um Gans Ernst zum Lachen zu bringen. Eine sehr innovative und außergewöhnliche Idee. Dennoch stören mich zwei Dinge an diesem Buch. Der Preis ist recht hoch angesetzt und die Altersempfehlung ist zu niedrig. Welches Kind versteht in diesem Alter was von Anwälten?!

Im Großen und Ganzen ist das Kinderbuch „Gans Ernst“ trotz den zwei Kritikpunkten ein ganz gelungenes Kinderbuch, welches eine neue innovative Idee im Buch auffasst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2020

Starker dritter Band!

Die Hornisse
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Kennt ihr schon die Hornisse?
Der große Rockstar Brad Galloway ist in Berlin und hat ein großes Konzert auf der Berliner Waldbühne vor sich. 22000 Fans sind vor Ort. Doch dann tritt eine unbekannte Frau ...

Kennt ihr schon die Hornisse?
Der große Rockstar Brad Galloway ist in Berlin und hat ein großes Konzert auf der Berliner Waldbühne vor sich. 22000 Fans sind vor Ort. Doch dann tritt eine unbekannte Frau auf die Bühne und überreicht ihm einen geheimnisvollen Umschlag. Einen Tag später findet man Brad Galloway brutal hingerichtet ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei. Protagonist, LKA Ermittler Tom Babylon wird schnell zum Tatort gerufen. Zusammen mit der Psychologin Sita Johanns starten sie eine Suche nach einer unbekannten Frau. Dabei stoßen sie auf einen Hinweis, der die Ermittler 30 Jahre in die Vergangenheit schickt. Damals fand eine heimtückische Kindesentführung statt mit dem Decknamen „Hornisse“. Außerdem stand vor 30 Jahren eine Frau im Mittelpunkt, die sich zwischen zwei Männern nicht so richtig entscheiden konnte. Beide Männer waren jedoch bereit zu töten. Einer von ihnen, sehnt sich seit 30 Jahren immer noch nach Rache. Und das kann den LKA Ermittler Tom Babylon alles kosten, was er liebt.

Nachdem mir der Vorband „Zimmer 19“ sehr gefallen hat, habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung um Tom Babylon und Stina Johanns entgegengefiebert. Bevor ich meine Rezension verfasse, möchte ich euch nur kurz mitteilen, dass es sich empfiehlt die beiden Vorbänder zu lesen, da der Autor auf viele Situationen und Ereignisse Bezug nimmt. Wer aber sich trauen wird, diesen dritten Band unabhängig von den anderen Bändern zu lesen, dem wird an manchen Stellen das Wissen fehlen.
Der Plot beginnt recht interessant und ich habe mich auf die Begegnung von Stina und Tom richtig gefreut. Beide Figuren stellen zusammen ein gutes Team dar, da bei Beiden Loyalität und Vertrauen in den meisten Fällen an erster Stelle steht. Beide Charaktere sind mit der Zeit mir ans Herz gewachsen. Natürlich stellt Stina in den Ermittlungen eher den Kopf des Teams dar, da Tom an manchen Stellen aufgrund seiner Emotionen unklug handelt. Nichtsdestotrotz ist Tom ein sympathischer Charakter, den man gerne verfolgt. Nach und nach treten die restlichen Charaktere ein, die man auch aus den Vorbändern kennt. Ein tolles Wiedersehen!
Das Buch beinhaltet zwei Handlungsstränge – einen in der Vergangenheit und den anderen in der Gegenwart. Diese verlaufen irgendwann ineinander über. Dazu muss man sich aber erst gedulden. An sich weisen beide Handlungsstränge eine gute Spannung auf. Sie sind fesselnd und sehr realistisch entworfen worden. Die Handlung entwickelt sich rasant und als Leser kann man kaum Luft holen, da immer wieder aufs Neue gute Wendungen, die Spannung in diesem Thriller aufrecht halten.
Allgemein ist die Geschichte sehr vielschichtig. Abseits der Ermittlungen, wird Toms Privatleben beleuchtet. So wird das ganze Buch gut abgerundet. Es liegen tolle und übersichtliche Wechsel der Perspektiven vor und der Schreibstil vom Autor ist mal wieder gelungen.

Insgesamt ist „Die Hornisse“ ein sehr starker dritter Band mit zahlreichen Wendungen, zwei fesselnden Handlungen auf zwei Zeitebenen, die irgendwann ineinander rüber laufen und tiefgründigen Charakteren. Klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere