Ein düsteres Setting, moralisch ambivalente Figuren und kinky Spice. Band 2 der Labyrinth-Dilogie erfindet die Geschichte von Orpheus und Eurydike neu. Auch unabhängig lesbar.
Entführt in die Unterwelt …
Daesra ist schuld daran, dass Sadaré, die Liebe seines Lebens, in die Unterwelt entführt wurde. Zwischen den Pflichten des Gotts und den Gelüsten des Dämons, der er einst gewesen ist, hin- und hergerissen, macht er sich auf in das gefährliche Reich der Toten. Kann er Sadaré retten, oder wird er vorher sich selbst verlieren?
Verführerischer Feind …
Kaum ist Sadaré aus dem dunklen Labyrinth entkommen, wird sie an den nächsten gefährlichen Ort verschleppt: die Unterwelt. Sie hat nicht die geringste Absicht, freiwillig im Reich des Todes zu bleiben. Doch mit jedem weiteren Tag, an dem sie keinen Ausweg findet und von Daesra getrennt ist, verschwimmt die Realität mehr – bis selbst der Herr der Unterwelt gefährlich verführerisch wirkt …
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Erst einmal muss ich sagen, dass ich das Cover total liebe. Auch Band eins passt so perfekt zu diesem hier. Die gesamte Gestaltung gefällt mir total gut. Wir erhalten hier nun die Tropes Mythological Dark ...
Erst einmal muss ich sagen, dass ich das Cover total liebe. Auch Band eins passt so perfekt zu diesem hier. Die gesamte Gestaltung gefällt mir total gut. Wir erhalten hier nun die Tropes Mythological Dark Romance, Forced Proximity und Love Triangle. Eine Fantasy-Geschichte, die es absolut in sich hat und von der ersten Seite an absolut fesselt. Ich für meinen Teil wurde in die Unterwelt verschleppt, genau wie unsere Protagonistin, und konnte dieser nicht wieder entfliehen, bis die Story ihr Ende gefunden hat. Der Schreibstil war auch hier wieder unfassbar flüssig und so voller Spannung, sodass ich durch die Seiten flog und wissen musste, wie es hier weitergeht. Isha, der Herr über das Totenreich, fasziniert sofort und zieht einen direkt in seinen Bann. Dazu folgt Daesra, der sämtliche Hebel in Bewegung setzt, um seine Geliebte wiederzufinden. Doch was ist, wenn Isha derjenige ist, der die geheimsten Begirden und Verlange deckt? Zwischen dem Ruf des Herzens und der Liebe zu Daesra muss sich unsere Protagonistin auch den seltsamen Gefühlen zu Isha stellen, die ihre geheimsten Gelüste umfassen. Diese Story steckt also wieder voller Abenteuer, Spannung und Spice zwischen Liebe und Begierden.
Das Cover:
Das Cover von Göttliche Rivalen greift die düstere Ästhetik von Band 1 wunderbar auf, die beiden machen gemeinsam wirklich was her. Die Unterwelt-Vibes kommen optisch perfekt rüber.
Meine Meinung:
Wer ...
Das Cover:
Das Cover von Göttliche Rivalen greift die düstere Ästhetik von Band 1 wunderbar auf, die beiden machen gemeinsam wirklich was her. Die Unterwelt-Vibes kommen optisch perfekt rüber.
Meine Meinung:
Wer Dark Labyrinth gelesen hat, weiß: das Buch war ein Geduldsspiel, das sich am Ende irgendwie ausgezahlt hat. Mit Göttliche Rivalen verlässt AdriAnne May das Labyrinth und schickt uns direkt in die nächste mythologische Neuinterpretation: diesmal Orpheus und Eurydike. Das Setting wechselt in die Unterwelt. Der Einstieg knüpft nahtlos an Band 1 an, man sollte die Geschichte von Sadaré und Daesra also kennen, bevor man hier einsteigt.
Kaum ist Sadaré dem dunklen Labyrinth entkommen, wird sie in die Unterwelt verschleppt. Ohne Daesra, ohne Plan, und mit einem Herrn der Unterwelt, der ihr ein Angebot macht, das sie eigentlich nicht annehmen sollte, aber irgendwie doch verführerisch klingt. Daesra seinerseits kämpft zwischen seinen Pflichten als Gott und dem Dämonen, der er einmal war, und macht sich auf den gefährlichsten Weg seines Lebens, um sie zu retten. Die Ausgangssituation ist stark und hat mich sofort mehr gepackt als Band eins.
Sadaré hat in diesem Band deutlich mehr Handlungsspielraum als noch im Labyrinth und das tut ihr gut. Man merkt, wie sie über sich hinauswächst und langsam begreift, wer sie wirklich ist. Ihre innere Zerrissenheit zwischen dem Herrn der Unterwelt und den Gefühlen für Daesra ist gut geschrieben und erzeugt echte Spannung, auch wenn das Dreieck manchmal etwas länger ausgereizt wird als nötig.
Daesra bleibt der faszinierend undurchsichtige Charakter, den man aus Band 1 kennt, er ist hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Gefühl, zwischen Gott und Dämon. Genau diese Zerrissenheit macht ihn so interessant. Die Dynamik zwischen ihm und Sadaré hat nach wie vor dieses Kribbeln, das einen weiterlesen lässt, auch wenn die Entwicklung ihrer Beziehung im Mittelteil etwas auf der Stelle tritt.
Was das Buch besonders macht, ist das neue Setting. Die Unterwelt ist atmosphärisch dicht und düster. Die Autorin weiß, wie man eine Welt erschafft, in der man sich gleichzeitig unwohl und fasziniert fühlt. Der Schreibstil bleibt flüssig und leicht, was angesichts des schweren Themas wohltuend ist. Allerdings hat Göttliche Rivalen dasselbe kleine Problem wie schon Band 1: Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, es bleibt lange unklar wohin die Reise geht, und wer schnelles Tempo erwartet, könnte zwischendurch die Geduld verlieren. Das Ende entschädigt jedoch für vieles, bei weitem aber nicht für alles.
Das Buch ist der Abschluss der Labyrinth-Dilogie und sollte unbedingt nach Band 1 gelesen werden.
Mein Fazit:
Ein würdiger Abschluss einer Dilogie, die mit mutigen Konzepten und einer düsteren Atmosphäre punktet, aber Geduld fordert. Sadaré und Daesra bekommen das Ende, das sie verdienen, die Unterwelt als Setting ist stark, und wer Band 1 mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Drei bis vier Sterne, je nachdem wie viel Geduld man für langsame Mittlteile mitbringt.