Wenn Tote sprechen
Seit vielen Jahren üben Mumien eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Genau wie Alfred Riepertinger schlendere ich liebend gern über Friedhöfe oder besuche alte Grüfte. Ist es nicht unglaublich ...
Seit vielen Jahren üben Mumien eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Genau wie Alfred Riepertinger schlendere ich liebend gern über Friedhöfe oder besuche alte Grüfte. Ist es nicht unglaublich spannend, sich vorzustellen, wer diese Verstorbenen einst waren und welche Geschichten ihre Leben erzählten?
Der medizinische Präparator und Einbalsamierer Riepertinger berichtet in diesem Buch von seinen Erlebnissen und Erfahrungen aus seiner Arbeit am Institut für Pathologie am Klinikum Schwabing und auch von seinen Reisen. Und wie er erzählt, wird es wirklich zu keiner Sekunde langweilig. Mit viel Wissen, einer wohltuend unerschrockenen Haltung zum Thema Tod und einer guten Portion Humor, gerne in herzhaftem Bairisch, nimmt er uns mit. Wir spüren förmlich seine Aufregung, wenn er eine Gruft betritt und einen Sargdeckel anhebt.
Wir lernen, wie aus einem Menschen eine Mumie wird, wie sich das Einbalsamieren im Laufe der Geschichte entwickelt hat und welchen Wahrheitsgehalt die Mythen rund um den Tod besitzen. Außerdem begegnen wir berühmten Mumien aus aller Welt. Die faszinierendsten liegen nämlich nicht nur in Ägypten, sondern finden sich auch heute noch hier bei uns in Deutschland. Gemeinsam mit Riepertinger steigen wir in die Jordangruft in Dötting und in die Kaisergruft der Habsburger in Wien. Wir treffen auf die vielleicht schönste Mumie der Welt, Rosalia Lombardo, entdecken Moorleichen und begleiten ihn sogar beim Einbalsamieren eines Schweins.
Fazit: Das Schlusswort überlasse ich gern Alfred Riepertinger selbst:
„Es gibt kaum Spannenderes, als einen Sarg aus einer Gruft zu bergen und die Geschichte zu lesen, die mir die sterblichen Überreste erzählen.“