Cover-Bild Fast ein neues Leben
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin
  • Themenbereich: Belletristik - Kurzgeschichten
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 02.09.2020
  • ISBN: 9783751806015
Anna Prizkau

Fast ein neues Leben

Erzählungen
Eine Familie kommt aus ihrem alten Land nach Deutschland. Dort passiert Unvorstellbares und Unverständliches – zumindest für die Tochter der Einwanderer. Sie, die Ich-Erzählerin, wächst auf im neuen Land, doch die Geschichten über das alte lassen sie nicht los. Sie wird erwachsen in dem Gefühl, immer eine Fremde zu bleiben, niemals dazuzugehören. Später wird aus ihr eine Theaterautorin; erfolglos, arbeitslos, aber voller Hoffnung.
In diesen atmosphärisch feinen Erzählungen, die zusammen einen kleinen, dichten Roman der Fremdheit und der Sehnsucht ergeben, begegnet die Erzählerin dem neuen Leben, der neuen Sprache, den neuen Menschen: Martha, die vielleicht töten muss, um zu besitzen. Marcel, den alle Mädchen küssen wollen. Samiha und Olcay aus dem türkischen Viertel, die eine unerklärliche Todesangst vor dem Fahrstuhl in ihrem Hochhaus haben. Sie trifft den Chef ihrer Mutter, der mehr will als nur eine gute Angestellte, den sadistischen Mann vom Arbeitsamt und Frank, das Männermodel, das seine Haare hochtoupiert trägt.
Als Kind schämt sie sich noch für ihre Eltern und dafür, dass man bereits am »Hallo« ihres Vaters erkennt, dass er kein Deutscher ist. Später, als junge Frau, bringt ihr die Sprache ihres alten Landes, im falschen Moment und vor den falschen Leuten gesprochen, geprellte Rippen und eine aufgeplatzte Lippe ein. Denn neben der neuen, rätselhaften Freundlichkeit, bleiernen Höflichkeit und warmen Distanziertheit, mit der das fremde Mädchen, das später eine fremde Frau ist, sich kon- frontiert sieht, muss sie auch immer wieder Schläge einstecken – aus bekannten Mündern und von unbekannten Fäusten. Doch sie schlägt zurück: nicht nur mit ihren Lügen, sondern auch mit ihren Träumen.
Anna Prizkau erzählt in Fast ein neues Leben vom neuen Land, das Deutschland ist, von den Fremden und den Verlorenen, auch denen, die hier geboren wurden.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2025

Fast ein neues Leben: Vom Wunsch, nicht anders zu sein - 4,5⭐️

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In ihrem Erzählband „Fast ein neues Leben“ von Anna Prizkau geht es um Immigration und Integration, um den Wunsch, nicht „anders“ zu sein, sondern dazuzugehören.

Eine Familie kommt aus ihrem alten Land ...

In ihrem Erzählband „Fast ein neues Leben“ von Anna Prizkau geht es um Immigration und Integration, um den Wunsch, nicht „anders“ zu sein, sondern dazuzugehören.

Eine Familie kommt aus ihrem alten Land nach Deutschland, doch das alte Leben lässt sie nicht los.
Die Tochter und Ich-Erzählerin wird im neuen Land erwachsen, doch sie behält immer das Gefühl, hier eine Fremde zu bleiben, niemals dazuzugehören.

"Die drei Cousinen, sie waren älter, erzählten alles. Das, was ich selbst kannte, seit ich Kind war, doch niemandem erzählte Punkt nicht meinen Freundinnen, nicht meinen Freunden. Jetzt aber, nachdem ich hörte, was meine drei Cousinen sagten, erzählte ich ihnen die gleichen, ähnlichen Geschichten in dieser einen Nacht: Das fremde Leben in einer fremden Sprache in einem fremden Land. Das Lügen im neuen Land. Das Schweigen und Verschweigen. Der Wunsch, so auszusehen, so zu sprechen wie alle anderen. So zu sein wie sie. Die Angst vor dieser einen Frage: woher kommst du?"

"... ich war wie er auch anders, kam wie er auch aus einem anderen Land, aber ich hatte keinen Mut, keinen Turban, ich hatte Angst, es jemandem zu zeigen. Einfacher war es, alles zu verstecken, was anderes war. Deshalb versteckte ich meine Eltern, meine alte Sprache. Ich ahnte, dass ich mich selbst betrog."

Die Reihenfolge der Erzählungen ist nicht chronologisch, so dass sie sich erst am Ende zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Ich fand das sehr interessant gemacht.

Der Schreibstil von Anna Prizkau gefällt mir sehr gut, sehr fein und atmosphärisch.
Das Gefühl der Fremdheit und die Sehnsüchte der Protagonistin konnte ich gut nachfühlen.

Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen!

4,5⭐️

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Geschmackssache

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Fast ein neues Leben von Anna Prizkau ist eine Ansammlung von Geschichten einer Familie, die aus ihrem alten Land nach Deutschland kommt. Eingeteilt in zwölf Vigilien wird die Geschichte der Tochter erzählt, ...

Fast ein neues Leben von Anna Prizkau ist eine Ansammlung von Geschichten einer Familie, die aus ihrem alten Land nach Deutschland kommt. Eingeteilt in zwölf Vigilien wird die Geschichte der Tochter erzählt, wie sie in diese neue Umgebung geworfen wurde und sich Stück für Stück ihr neues Leben gestaltet. Die zwölf Geschichten sind nicht in chronologischer Reihenfolge sortiert und auffälligerweise bekommt man über die Protagonistin selbst nicht sehr viele Informationen. Es wird meist eher beobachtet, so als würde ihre Umwelt mehr Entscheidungen treffen als sie.

Durch die nicht zeitliche Reihenfolge, kann man die einzelnen Ausschnitte erst am Schluss zu einer ganzen Geschichte, zu einem Gesamtbild sortieren, was definitiv einen interessanten Aspekt darstellt.

Das Buch bearbeitet somit hauptsächlich die Themen Immigration und Integration, wobei auch einzelne, weitere Themen wie zum Beispiel sexuelle Belästigung in die Geschichte integriert wird.

Trotzdem gibt mir dieses Buch, das Gefühl ich würde eine Schullektüre lesen, oder Kurzgeschichten zum Interpretieren und Bearbeiten, was nicht gerade ein gutes Gefühl für mich ist. Es gab einfach keinen Moment, der mich berührte, mich zum Grübeln brachte oder bei dem es bei mir "ahhh" machte. Die Geschichte konnte mich nicht begeistern, sondern hat mich einfach kaltgelassen. Das ist jedoch nur meine persönliche Meinung, sicherlich gibt es auch viele Leute, die dieses Buch als ein gutes literarisches Stück ansehen.

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