»Wir sind alles Menschen, denen es schwerfällt, es woanders okay zu finden. Hier haben wir uns ein Leben nach unseren eigenen Regeln aufgebaut.«
Emelie ist wegen ihres Jobs komplett fertig und weiß, ihr Leben muss sich komplett ändern. Sie zieht sich zurück, mitten in die Natur, in einen Wald. Dort merkt sie schnell, dass sie nicht alleine ist, ...
Emelie ist wegen ihres Jobs komplett fertig und weiß, ihr Leben muss sich komplett ändern. Sie zieht sich zurück, mitten in die Natur, in einen Wald. Dort merkt sie schnell, dass sie nicht alleine ist, sondern stößt bald auf eine Gruppe Menschen, die am Rand des Waldes in einer Kommune zu wohnen scheinen und stets darauf bedacht sind, im Einklang mit der Natur zu leben.
Mehrere Tage beobachtet sie die sieben, bis sie auf Låke, den jüngsten von ihnen trifft.
Was sie nicht weiß – wir Leserinnen dagegen im Laufe des Buchs erzählt bekommen – jeder von ihnen hat ihre/ seine eigene bewegende Geschichte, weswegen sie so geworden sind und sich für ein Leben abseits jeglichen gesellschaftlichen Lebens entschieden haben.
Der Klappentext verriet nicht allzu viel und ließ Raum für Spekulationen. Umso neugieriger war ich und zudem voller Hoffnung auf eine packende Umsetzung, die mich von Anfang an sogartig mit sich riss.
Die vielen wichtigen Themen – z.B. die Ausbeutung von Tieren, die Zerstörung unserer Natur oder sexualisierte Gewalt – wurden weder gezwungen noch beiläufig erwähnt, sondern von der schwedischen Autorin Annika Norlin hinsichtlich der Handlung stimmig, mal feinfühlig und mal drastisch, verwoben.
Ich liebe dicke Bücher, wenn sie toll geschrieben sind und man regelrecht in der Geschichte versinken kann, weil sie einen mit jeder Seite packt. Genauso ging es mir mit diesem Buch.
Ich habe mich darin oft wiedererkannt, habe mitgelitten, mich gefreut und nach dem Buch fühlt es so an, als wäre ich selbst Teil des „Haufens“ gewesen, der sich eskapistisch gegen jegliche Zivilisation ausgerichtet hat.