Bedrückend
UnterwasserblauIn ihrer Schwiegerfamilie fühlt sich Jessica sehr wohl. Schnell wird aber klar, dass sie eine Affäre mit ihrem Schwager hat und somit nicht alles so harmonisch sein kann. Ihre eigene Familie hält sie auf ...
In ihrer Schwiegerfamilie fühlt sich Jessica sehr wohl. Schnell wird aber klar, dass sie eine Affäre mit ihrem Schwager hat und somit nicht alles so harmonisch sein kann. Ihre eigene Familie hält sie auf Distanz. Es gibt wenig Kontakt und keine Nähe. Als sie zur Beerdigung ihres Vaters fährt, wird schnell klar warum. Ihre Mutter sagt verletztende Dinge und auch zwischen Jessica und ihrer Schwester gibt es keinen herzlichen Kontakt. Im Laufe des Buches stellt sich heraus, dass es in der Vergangenheit zwischen den Schwestern viele Missverständnisse gab und es scheint, als ob die beiden sich annähern. Können sie Nähe aufbauen? Kommt ihr Mann hinter Jessicas Affäre? Und ist in der Schwiegerfamilie wirklich alles eitel Sonnenschein?
Ich mochte den klaren Schreibstil. Keine der Hauptfiguren konnte meine Sympathie gewinnen. Ich habe bis zum Schluss nicht ganz verstanden, warum Jessica die Affäre hatte. Die familiären Konflikte werden so erzählt, dass man die Gefühle der Figuren gut nachvollziehen kann und man manchmal am liebsten flüchten möchte. Deutlich wird, dass zu viel Schweigen für niemanden gut ist. Es ist schwer, über manches zu sprechen, aber wichtig, dass jemand anfängt, darüber zu reden. Insgesamt fand ich das Buch sehr bedrückend.