Berührend, wichtige Themen
PalastplatteMich hat die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen. Durch den lockeren Schreibstil kann man schnell eintauchen. Die erste Hälfte habe ich sehr begeistert gelesen. Henri wird klar, dass etwas mit ihrem ...
Mich hat die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen. Durch den lockeren Schreibstil kann man schnell eintauchen. Die erste Hälfte habe ich sehr begeistert gelesen. Henri wird klar, dass etwas mit ihrem Vater nicht stimmt. Sie ist (verständlicherweise) überfordert. Zunächst wird mit ihr nicht offen gesprochen und sie soll auch mit anderen nicht darüber sprechen. Zum Glück vertraut sie sich Mo doch an, wodurch sie sich noch näher kommen. Henri schwankt zwischen erster Liebe und Sorge/Fürsorge für Ihren Vater.
Ich fand die Beschreibungen sehr berührend und eindrücklich. Der Autorin gelingt es sehr gut zu beschreiben, wie Henri sich fühlt. Sie achtet auf Kleinigkeiten und entwickelt ein Gespür für die Stimmung ihres Vaters und übernimmt viel Verantwortung.
Nach einem größeren Zeitsprung (Henri ist erwachsen und arbeitet schon länger) konnte mich die Geschichte leider nicht mehr so fesseln. Die Einblicke in Hernis Leben und ihre Gefühlswelt sind oberflächlicher, so dass man ihr nicht mehr so nahe ist und weniger mit ihr mitfiebert. Das fand ich sehr schade.
Das Thema "psychisch kranker Elternteil" finde ich dennoch sehr gut umgesetzt. Es ist wichtig und notwendig, noch mehr über psychische Erkrankungen zu schreiben/lesen und zu sprechen. Hier kann man einen Eindruck bekommen, wie es sich für Kinder anfühlen kann.