Cover-Bild „We Did Ok, Kid”
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 12.11.2025
  • ISBN: 9783442302321
Anthony Hopkins

„We Did Ok, Kid”

Die Autobiografie - Deutsche Ausgabe
Conny Lösch (Übersetzer)

»Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, dieses Buch zu schreiben.«

Ob Richard Löwenherz, Henry Wilkox, Richard Nixon, Butler Stevens oder natürlich Dr. Hannibal Lecter – Anthony Hopkins‘ Rollen sind wie der Schauspieler selbst zu Ikonen geworden. Doch sein Weg war nicht von Beginn an mit Ruhm gepflastert. Er beschreibt sich selbst als Einzelgängerkind, hatte durchweg Probleme in der Schule und bewunderte zwar schon früh die großen Kinoschauspieler seiner Zeit, fiel selbst jedoch wenig durch Talent auf. Sein Schuldirektor fand einst folgende wenig schmeichelhafte Worte für ihn: »Anthony liegt weit unter dem Bildungsstandard dieser Schule. Er zeigt kein Interesse an Sport, Leichtathletik oder an den Stücken unserer Theatergruppe. Er findet keine Freunde. Anthony scheint sich für nichts um ihn herum zu interessieren.«

Besonders das Verhältnis zu seinem Vater litt unter den Enttäuschungen, die der junge Anthony ihm brachte. Doch dieser ließ sich nicht entmutigen – im Gegenteil: Der Ehrgeiz packte ihn, und 70 Jahre später hat Anthony Hopkins der Welt bewiesen, was für ein brillanter Kopf er ist. Spätestens seit Das Schweigen der Lämmer gilt er als einer der bekanntesten Schauspieler der Welt, Oscars, Golden Globes, Emmys und weitere Preise zeugen von seinem Erfolg.

In seiner großen Autobiografie lernen wir den Menschen hinter seinen Rollen kennen. Er schreibt offen über die Dämonen, die ihn im Laufe seines Lebens heimsuchten, und über seinen Kampf mit dem Alkoholismus. Er scheut weder die Höhen und Tiefen seiner bewegten Karriere noch die seines Privatlebens und legt seine Gedanken in unnachahmlicher Weise mit einer ganz besonderen Erzählgabe dar.

Ausstattung: mit 16 S. farbigem Bildteil

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Sehr lesenswert - klare Empfehlung!

0

Normalerweise vergebe ich fünf Sterne nur an absolute Herzensbücher, an Geschichten, zu denen ich immer wieder zurückkehren möchte. Und doch bekommt auch diese Autobiografie von Anthony Hopkins von mir ...

Normalerweise vergebe ich fünf Sterne nur an absolute Herzensbücher, an Geschichten, zu denen ich immer wieder zurückkehren möchte. Und doch bekommt auch diese Autobiografie von Anthony Hopkins von mir ganz klar fünf Sterne - weil sie literarisch, menschlich und stilistisch so aufrichtig, reflektiert und berührend ist, dass ich daran schlicht nichts auszusetzen weiß.

Hier schreibt ein Mann, der zurückblickt auf seine Kindheit, seine Fehler, seine Abgründe, seine Erfolge, seine Verluste. Ohne Pathos, Selbstbeweihräucherung oder falsche Dramatik, dafür mit erstaunlicher Klarheit, Ehrlichkeit und oft auch mit trockenem Humor.

Besonders getroffen hat mich die Schilderung seiner Kindheit. Wie ihm von Lehrern immer wieder vermittelt wurde, er sei nichts, könne nichts, werde es zu nichts bringen, wie er geohrfeigt, gedemütigt, klein gemacht wurde.

"Je mehr Ohrfeigen ich bekam, umso häufiger griff ich auf einen Kniff zurück, der mir schließlich mein Überleben sicherte: Ich setzte eine Miene auf, aus der reine Dummdreistigkeit sprach. Dieser Blick war Ausdruck meiner Gleichgültigkeit gegenüber allem, was ich in meiner Umgebung als feindlich empfand. Zeig bloß keine Reaktion. Starr den Feind nieder. Tu so, als würde er gar nicht existieren. […] Zeig keinen Schmerz! Vergrab den Schmerz, kehr ihn unter den Teppich, mach weiter."

"Ungeschickt. Unbeholfen. Unzureichend. Untüchtig, Untauglich. Ungeeignet. Meine Lehrer hatten meinem Problem einen Namen gegeben, es mir in den Schädel gekerbt wie ein Kainsmal […]."

Die Fotos von ihm als kleinem Jungen haben mir regelrecht das Herz gebrochen. Als Mutter fragt man sich unwillkürlich: 'Wie kann man so mit einem Kind umgehen?' Kein Wunder, dass er früh einen harten, beinahe verbitterten Blick auf die Welt entwickelte, sich dieses "Reiß dich zusammen, zeig keine Schwäche, kämpf dich durch"-Denken aneignete. Dieses Buch macht sehr verständlich, woher diese innere Rüstung stammt.

Speziell eine traurige Mutter-Kind-Szene hat sich ganz besonders in sein (und mein!) Gedächtnis eingebrannt:

"»Was würdest du tun, wenn ich davonlaufen würde und du mich nie wieder sehen würdest?« […] warum stellte sie mir so eine Frage? Wenn sie davonlaufen würde, wäre ich dann schuld? Ich fühlte mich wie ein Hund oder eine Katze, die nicht weiß, ob ihre Besitzerin je wieder zurückkehrt, wenn sie fortgeht. Die Worte meiner Mutter fielen in meine blecherne Hirnschale und blieben dort sicher weggeschlossen wie das Ersparte eines ganzen Lebens. […] Wollte sie tatsächlich davonlaufen, würde sie einfach verschwinden und ich sie nie wieder sehen?"

Um Himmels Willen! Was war ich erschüttert. … und vollkommen fassungslos. Wie kann man denn einem kleinen Kind solch ein traumatisches Szenario ausmalen??! Der arme Junge …

Die Zeitsprünge zwischen den Jahren sind so fließend, inhaltlich harmonisch und passend gesetzt worden, dass sich alles wie aus einem Guss liest. Hopkins erzählt schonungslos von seinen Beziehungen, von gescheiterten Ehen, die mitunter auch zum schmerzhaften Bruch mit seiner Tochter führten, von seiner Flucht aus Situationen, die er selbst kaum ertragen konnte, und von der tiefen Reue, die bis heute geblieben ist. Gerade diese Passagen sind tough zu lesen, aber sie wirken nie voyeuristisch. Der Ton ist zwar nüchtern, fast sachlich gehalten, gleichzeitig aber so eindringlich, dass man fast vergisst, dass es sich um eine Autobiografie handelt - alles liest sich wie ein Roman. … und mit dem Wissen, dass jedes Wort wahr ist, wirkte es doppelt intensiv auf mich.

Ein zentrales Thema ist auch Hopkins' Alkoholismus. Wie er trank, um zu funktionieren … und fast daran zerbrach. Dann: der Moment kam, in dem er begriff: 'Ich bin Alkoholiker, und ich brauche Hilfe.' Diese Stellen sind von einer ruhigen Würde geprägt, ohne Selbstmitleid, ohne moralischen Zeigefinger. Man spürt: Er ist durch die Hölle gegangen und heute dankbar, noch hier zu sein.

Natürlich nimmt auch seine Karriere viel Raum ein, vor allem seine ikonische Rolle als Hannibal Lecter. Die Entstehung von "Das Schweigen der Lämmer" zu lesen, war faszinierend, seine Gedanken zur Stille, zur Präsenz, zur Angst … zur "Spinne in der Bäckerei seines Vaters" - man versteht danach nicht nur die Figur besser, sondern auch, wie tief Hopkins über Schauspiel nachdenkt.

Was mich aber vielleicht am meisten berührt hat, ist der Wandel, der Reifeprozess, den er im Laufe seines Lebens durchlebt. Hopkins wirkt heute wie ein Mann, der sich nicht mehr beweisen muss. Der gelernt hat, mit seinen Brüchen zu leben. Er weiß, dass Erfolg, Preise und Ruhm nichts sind im Vergleich zu echter menschlicher Nähe. Seine Beziehung zu seiner heutigen Frau Stella, die späte Familie, die er gefunden hat, seine Dankbarkeit für das Leben, all das wird mit einer sanften, fast demütigen Haltung beschrieben.

Dazu kommen die vielen Gedichte, Musikempfehlungen und literarischen Zitate, die das Buch durchziehen. Kunst war für ihn nie bloß Karriere, sondern immer auch Rettung, Trost, Orientierung, Hoffnung.

Diese Autobiografie ist kein glamouröser Blick hinter die Kulissen Hollywoods, kein Selbstbeweihräucherungsprojekt, sondern vielmehr das Porträt eines Menschen, der lange vor dem Leben davongelaufen ist, und im Alter langsam lernt, ihm nicht mehr auszuweichen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein kluges, rundum lesenswertes, ehrliches, teils melancholisches, zutiefst menschliches Buch über Einsamkeit, Angst, emotionale Verdrängung, zwischenmenschliche Beziehungen, Kunst, Verlust und die Suche nach Sinn. Klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2025

Beeindruckend offen, unaufgeregt und weise. Absolut empfehlenswert

1

Inhaltsangabe Verlag:
Ob Richard Löwenherz, Henry Wilkox, Richard Nixon, Butler Stevens oder natürlich Dr. Hannibal Lecter – Anthony Hopkins‘ Rollen sind wie der Schauspieler selbst zu Ikonen geworden. ...

Inhaltsangabe Verlag:
Ob Richard Löwenherz, Henry Wilkox, Richard Nixon, Butler Stevens oder natürlich Dr. Hannibal Lecter – Anthony Hopkins‘ Rollen sind wie der Schauspieler selbst zu Ikonen geworden. Doch sein Weg war nicht von Beginn an mit Ruhm gepflastert. Er beschreibt sich selbst als Einzelgängerkind, hatte durchweg Probleme in der Schule und bewunderte zwar schon früh die großen Kinoschauspieler seiner Zeit, fiel selbst jedoch wenig durch Talent auf. Sein Schuldirektor fand einst folgende wenig schmeichelhafte Worte für ihn: »Anthony liegt weit unter dem Bildungsstandard dieser Schule. Er zeigt kein Interesse an Sport, Leichtathletik oder an den Stücken unserer Theatergruppe. Er findet keine Freunde. Anthony scheint sich für nichts um ihn herum zu interessieren.«
Besonders das Verhältnis zu seinem Vater litt unter den Enttäuschungen, die der junge Anthony ihm brachte. Doch dieser ließ sich nicht entmutigen – im Gegenteil: Der Ehrgeiz packte ihn, und 70 Jahre später hat Anthony Hopkins der Welt bewiesen, was für ein brillanter Kopf er ist. Spätestens seit Das Schweigen der Lämmer gilt er als einer der bekanntesten Schauspieler der Welt, Oscars, Golden Globes, Emmys und weitere Preise zeugen von seinem Erfolg.
In seiner großen Autobiografie lernen wir den Menschen hinter seinen Rollen kennen. Er schreibt offen über die Dämonen, die ihn im Laufe seines Lebens heimsuchten, und über seinen Kampf mit dem Alkoholismus. Er scheut weder die Höhen und Tiefen seiner bewegten Karriere noch die seines Privatlebens und legt seine Gedanken in unnachahmlicher Weise mit einer ganz besonderen Erzählgabe dar.

Meine Inhaltsangabe:
Von seiner durchwachsenen Kindheit und Jugend bis über die leider allzu versoffenen, selbstzerstörerischen Erwachsenenjahre zu seinen größten filmischen Erfolgen und bis zum in sich ruhenden, versöhnlichen Lebensabend schildert Anthony Hopkins sein Leben. Begleitet werden die wunderbar eingängig geschriebenen Memoiren von über 50 Fotos aus dem Privat- und Berufsleben des Schauspielers. Im Anhang finden sich 19 Gedichte (im englischen Original), die in Hopkins Leben eine Bedeutung hatten.

Erster Satz: »An einem grauen Sonntagvormittag im Jahr 1941 schenkte mir Cliff Mathers, ein Freund meines Vaters, am Strand von Aberavon in Wales ein Hustenbonbon.«

Mein Eindruck:
Ich mochte Anthony Hopkins schon immer sehr und daher war klar, dass ich seine Autobiographie gerne lesen möchte. Und ich bin froh, es getan zu haben. Was mich hier erwartet, ist keine Abrechnung mit der Vergangenheit, keine Schuldzuweisungen oder Rechtfertigungsversuche, sondern ein nüchterner, klarer Blick auf das Leben, wie es war, mit all seinen Höhen und Tiefen. Hopkins ist dabei schonungslos ehrlich und hält mit nichts zurück (Alkohol, Gewalt, Familienprobleme). Doch niemals anklagend oder reißerisch. Das hat mich tief beeindruckt. Er nutzt seine Erfahrungen zudem, um einige Lebensweisheiten an den Leser zu bringen. Niemals belehrend, sondern beschenkend (hört sich das doof an?) und Druck herausnehmend. Wir können im Leben ohnehin nichts voraussehen, also leben wir es doch einfach, wie es kommt. Für mich fühlt sich das Buch wie eine Art Versöhnung für Hopkins an. Anderen und sich selbst Vergebung entgegenbringen, ein Art Schlussstrich ziehen und dann aufgeräumt und zufrieden den letzten Weg beschreiten.

„Zum Anfang zurückzukehren – alles noch einmal zu durchleben –, das hat mich aufgerüttelt. Jetzt weiß ich mein Glück und die Sommertage meiner Kindheit zu schätzen. Jetzt, wo ich alles zu Papier gebracht habe, fühle ich mich frei genug, die Vergangenheit zu vergessen und mich auf das große Geheimnis vorzubereiten.“ (Seite 330)

Eine herausragende, nachwirkende Lektüre, wunderbar geschrieben und mit ganz vielen neuen Dingen, die ich über diesen Mann erfahren durfte. Ich habe jetzt Lust, mir alle Hopkins-Filme nochmal anzusehen und ich werde sie ziemlich sicher mit ganz anderen Augen sehen. Ein toller Mann, ich mag ihn immer noch sehr, auch wenn er sicher kein einfacher Mensch war. 5/5 Sterne und eine Empfehlung an alle, die hochinteressante Autobiographien mögen, in den keine schmutzige Wäsche gewaschen oder abgerechnet wird. Und für alle Hopkins-Fans ohnehin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung