Eine großartige Liebeserklärung an die Literatur
In Gilead sind religiöse Minderheiten [...] die von der extremen Bibelauslegung durch die Herrscher abweichen der Verfolgung ausgesetzt. Ganz ähnlich sieht es in der Islamischen Republik aus. [...]In beiden ...
In Gilead sind religiöse Minderheiten [...] die von der extremen Bibelauslegung durch die Herrscher abweichen der Verfolgung ausgesetzt. Ganz ähnlich sieht es in der Islamischen Republik aus. [...]In beiden Republiken werden Frauen und Minderheiten verfolgt. Beide betrachten Frauen als geistig Minderbemittelt, den Männern untergeordnet, ihre Körper als Sündig, warum sie auh vom Kof bis Fuß verschleiert sind" Azar Nafisi über "Der Report der Magd
Azar Nafisis Buch "Lolita lesen in Teheran" hat mich schon ungemein beeindruckt. Ihre Einstellung zur Literatur als Subversive Kraft und als Mittel um diktatorische Regime zu stürzen und gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen, ihre Fähigkeit identifikationsfiguren aufzuspüren, die im ersten Moment alles andere als Offensichtlich sind und anhand derer gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen ist grandios.
In diesem Buch beschäftigt sie sich mit der Frage wie und warum Regime bestimmte Literatur verbieten und zu unterdrücken versuchen und ob nicht gerade das uns dazu bringen muss eben jene Autoren umso wehementer lesen zu wollen.
Angefangen bei Platon und Ray Bradburry über Toni Morrison, Zora Neale Hurston bis hin zu Margaret Atwood und James Baldwin liefert sie hier eine Ansammlung an Literaten und Werken die auf gesellschaftlichen Wandel und das aufzeigen von Missständen hinweisen und schriebt wie eben jene Werke uns zeigen wie wichtig Empathie, Rückgrat, Mut und Altruismus ist und wie wir uns mithilfe von Literatur mit Missständen, Utopien und gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen können und wie uns diese Werke verändern können.
Azar Nafisi die selbst als Literaturprofessorin in Teheran tätig war bis das Regime sie dazu zwang ihre Arbeit niederzulegen nachdem sie sich weigerte sich zu verschleiern sprüht nur so vor Leidenschaft für Literatur. Das ist sowohl in "Lolita lesen in Teheran" als auch in "Lese Gefährlich" mit jedem Satz deutlich spürbar. Welche Bedeutung es für sie hat selbstständiges Denken zu fördern und wie sie die Literatur als Mittel zur Förderung dessen und der Empathie und Fantasie ansieht ist wirklich beeindruckend und ich hoffe das sie noch ein paar Bücher schreibt.