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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2019

Historisch bewegende 50er Jahre!

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Der zweite Teil der Trilogie “Die Schwestern vom Ku’damm” spielt in den „wunderbaren Zeiten“ der goldenen 50er in Berlin von 1952 bis 1957. Brigitte Riebe hat bereits mit dem ersten Teil ihr Können unter ...

Der zweite Teil der Trilogie “Die Schwestern vom Ku’damm” spielt in den „wunderbaren Zeiten“ der goldenen 50er in Berlin von 1952 bis 1957. Brigitte Riebe hat bereits mit dem ersten Teil ihr Können unter Beweis gestellt und mich von den Figuren überzeugt mit „Jahre des Aufbaus“! Nun starten wir im Jahr 1952 und das Kaufhaus brummt wieder. Alle Charaktere sind wieder mit dabei. Wer vergessen hat wer was wo und wie zusammenhing sei beruhigt, denn alle Eckpunkte aus dem ersten Band werden aufgegriffen und auf charmante Weise im ersten Teil wieder ins Gedächtnis gerufen. Daher ist der Roman auch eigenständig lesbar, wenn man sich vielleicht nur speziell für die 50er Jahre in Berlin interessiert. Ist man jedoch an der Reihe interessiert, rate ich definitiv mit dem ersten Band zu beginnen: „Jahre des Aufbaus“ und dann erst diesen zweiten Band „Wunderbaren Zeiten“ zu lesen. Was macht diese Reihe so besonders? Ich finde auch diesen Roman wieder wunderbar erzählt, eine dichte und breite Familiengeschichte wird erzählt kombiniert mit den historischen Ereignissen der damaligen Zeit. Die historischen Umstände und prägnanten Geschehnisse werden nonchalant eingewoben. Hier wird man bestens unterhalten und lernt zugleich so viel über die damalige Zeit. Wie beispielsweise das Verhältnis von Männern zu Frauen waren im geschäftlichen Umfeld, was trug man, was war sittlich, was war hip, wie sprach man, was wurde gegessen und konsumiert. All das steckt tief im Subtext und erhöht damit die Qualität der erzählten Geschichte. Und natürlich steht der Ost-West-Konflikt indirekt im Fokus, denn das tägliche Leben ist dadurch stark beeinflusst in Berlin.
Natürlich ist die Familiengeschichte auch (weiterhin) spannend, denn man will eigentlich immer wissen wie es mit der Familie Thalheim weitegeht. Jeder hat seine Höhen und Tiefen. Alles gut dossiert und auf die verschiedenen Personen verteilt. Mir gefallen die sehr unterschiedlichen Charaktere gut, vor allem die starken Frauen haben es mir angetan!

Veröffentlicht am 09.10.2019

Mazur‘sches Schweigen

Luzies Erbe
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Die Vergangenheit unserer Familien steckt uns in den Knochen. Und dieser Roman zeigt uns das eindringlich auf! „Luzies Erbe“ erzählt eine Geschichte des Abschied nehmen und des Todes. Aber genauso ist ...

Die Vergangenheit unserer Familien steckt uns in den Knochen. Und dieser Roman zeigt uns das eindringlich auf! „Luzies Erbe“ erzählt eine Geschichte des Abschied nehmen und des Todes. Aber genauso ist es eine Familiengeschichte und wie Erlebnisse früherer Generationen noch das Verhalten und die Ansichten der Nachfahren prägt.
Schlicht ohne Schnörkel, aber zugleich mit viel Mitgefühl erzählt uns die Autorin Helga Bürster diese fiktive Geschichte, die teilweise eine Aufarbeitung ihrer eigenen Familiengeschichte ist. Ihre Sprache mit viel Platt in der wörtlichen Rede steckt voller Perlen, wie „Da passte kein Blatt mehr zwischen die Minuten ihrer gedrängten Tage.“ (S 70) oder auch „Der Krieg war ein schrecklicher Tölpel, wer war auf die Dinge um und stellte sie verkehrt herum wieder auf.“
(S 127)

Der Roman beginnt mit dem Tod Luzies, die fast 100 Jahre alt wurde und erzählt wie ihre Familie damit umgeht und die nächsten Schritte plant. Zugleich erfahren wir die Lebensgeschichte Luzies und wie sie und ihre Familie vom Mazur‘sches Schweigen erfasst wurden. Wie sie den 2. Weltkrieg durchlebte und ihn trotz vieler Widrigkeiten überlebte.
Die Kapitel wechseln sich ab, Gegenwart und Vergangenheit, ohne Kennzeichnung. Beide Strängen sind leicht verfolgbar ohne kompliziert zu werden.

Da es mal wieder um den 2. Weltkrieg geht, möchte ich anmerken, dass es ein sehr spezieller Blickwinkel auf die Geschehnisse ist. Eine Perspektive, die bereichert und ein weiteres Mal die fatale Wirksamkeit des Nationalsozialismus aufzeigt, die einen fassungslos zurück lässt über so viel Unmenschlichkeit.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Ein unverhofft gefundenes Highlight. Definitiv einer meiner geborgenen Schätze jenseits der Bestsellerliste!

Veröffentlicht am 09.10.2019

Ein Eltern-Ratgeber, der viele bereichern kann

Mama, nicht schreien!
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Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter haben einen Bestseller geschrieben und sicherlich nicht ohne Grund in der heutigen Zeit, hat es doch den eindringlichen Titel: „Mama, nicht schreien!“ Info-Boxen, hervorgehobene ...


Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter haben einen Bestseller geschrieben und sicherlich nicht ohne Grund in der heutigen Zeit, hat es doch den eindringlichen Titel: „Mama, nicht schreien!“ Info-Boxen, hervorgehobene Fallbeispiele und Übungen, Schlüsselsätze machen es nach der Lektüre einfacher die wichtigsten Stellen wiederzu finden.

Mein Exemplar war nach dem Lesen auch im wahrsten Sinne des Wortes durchgearbeitet und ist nun personalisiert mit vielen eigenen Anmerkungen und Unterstreichungen. Sorry, das kann man sich leider bei mir nicht leihen!
Das macht auch deutlich was es ist. Kein Ratgeber den man von vorne nach hinten liest und dann zuklappt und wieder weitermacht wie bisher.
Nein, ich empfinde es eher als „Arbeitsbuch“. Jedes gelesene Kapitel arbeitet in einem nach und macht was in einem drin. Auch die Übungen und Anregungen schreien nach Ausprobieren und in sich hineinhorchen.
Überhaupt, wieder ein Eltern-Ratgeber, der aber auch viele andere bereichern könnte, die ihr inneres Gleichgewicht schnell verlieren.

Das Buch basiert auf der Pädagogik von Jesper Juul und der eigene Ansatz der beiden Autorinnen ist noch mal im Anhang erklärt, ihr Weg zur Beziehungsorientierung.
Natürlich kann man auch sich auch nur Kapitelweise mit dem Buch beschäftigen, aber die Einführung sollte man auch dann lesen.
Fazit: Wer sich gut kennt und in sich hineinhorchen kann, ist erst in der Lage eine gute Beziehung zu führen, sei es mit den eigenen Kindern oder anderen Personen die einem wichtig sind!

Veröffentlicht am 26.09.2019

Ausgefallenes tolles Bilderbuch

Der kleine Fischer Tong
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Ein herausragendes Bilderbuch - endlich mal was anderes!
Der chinesische Autor Chen Jianghong, der seit den 80er Jahren in Frankreich lebt, hat mit diesem Bilderbuch etwas asiatisches Flair in die europäischen ...

Ein herausragendes Bilderbuch - endlich mal was anderes!
Der chinesische Autor Chen Jianghong, der seit den 80er Jahren in Frankreich lebt, hat mit diesem Bilderbuch etwas asiatisches Flair in die europäischen Bilderbuchregale gebracht.
Es geht um den kleinen Fischer Tong der sich seiner Vergangenheit stellt. Er fährt aufs Meer hinaus bei Gewitter, obwohl sein Vater ihn davor immer gewarnt hat. Und da taucht gruselig ein Skelett vor ihm auf! Eine poetische Reise der Verarbeitung.
Man kann dazu aber auch sagen, dass dieses Bilderbuch auch zarte Bemüter verstören kann. Mein Sohn liebte es! Meine Tochter hat es sich noch nie zu Ende angeschaut, weil sie es zu gruselig findet, selbst jetzt noch mit 6 Jahren!
A propos Alter, dies ist kein Bilderbuch für Kinder unter 4 Jahren aus meiner Sicht.

Veröffentlicht am 26.09.2019

Zwei witzige Waldbewohner

Kosmo & Klax. Gute-Nacht-Geschichten
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Kosmo&Klax liegen mittlerweile in dreifacher Ausführung vor, mal sind des Jahreszeitengeschichten, mal Mutgeschichten und nun auch Gute-Nacht-Geschichten.
Auf jeweils 2 Doppelseiten wird jeweils eine ...

Kosmo&Klax liegen mittlerweile in dreifacher Ausführung vor, mal sind des Jahreszeitengeschichten, mal Mutgeschichten und nun auch Gute-Nacht-Geschichten.
Auf jeweils 2 Doppelseiten wird jeweils eine sehr kurze Geschichte erzählt, nie sehr aufregend. Wunderbar zum "runter kommen" und wie der Titel schon verrät vor dem Einschlafen vorzulesen.
Nur das ein und andere mal ist die Wortwahl für die kleinsten nicht passend, auch wenn es eigentlich witzig gemeint ist (daher der Punkteanbzug).

Wir lieben die tolle Illustrationen! Wir haben unser Herz an die tollen Bilder von Timo Becker verliebt! Für mich sind diese Illustrationen herrlich anzuschauen.

Geeignet sind die sehr kurzen Text schon ab 2-3 Jahren aus meiner Sicht und auch noch interessant für Größere. Ideal also für Geschwister-Lese-Sessions! ;0)