Los Angeles, 1959. Der betagte Filmproduzent Curtis Melnitz wird jede Nacht von Albträumen heimgesucht. Er braucht unbedingt Schlaftabletten – aber die bekommt er nur, wenn er regelmäßig zur Psychoanalyse geht. Auf der Couch des Psychiaters erzählt er wider Willen seine Geschichte, sein Leben zwischen Hollywood und Berlin, zwischen der noch schwarz-weißen, stummen Traumfabrik und der umso grelleren, schreienden deutschen Wirklichkeit des frühen 20. Jahrhunderts. Jede Sitzung ein Kapitel. Ein Leben wie ein Roman.
Zum Inhalt:
Der mittlerweile betagte Filmproduzent Curtis wird von Alpträumen geplagt und braucht dringend Schlaftabletten, doch ohne Psychoanalyse bekommt er diese nicht und so geht er nun regelmäßig ...
Zum Inhalt:
Der mittlerweile betagte Filmproduzent Curtis wird von Alpträumen geplagt und braucht dringend Schlaftabletten, doch ohne Psychoanalyse bekommt er diese nicht und so geht er nun regelmäßig zur Therapie und erzählt dem Psychologen, wenn auch widerwillig, sein Leben.
Meine Meinung:
Ich kann gar nicht so genau sage, was mich an dem Buch so faszinier hatt, aber das Buch hat etwas, was einen in den Bann zieht. Es ist ein Buch, dass tatsächlich nur aus der Perspektive von Curtis erzählt wird, ohne dass der Psychologe einmal zu Wort kommt und ich glaube das macht auch den Reiz des Buches aus. Irgendwie sind die Geschichten sind irgendwie interessant. Ich habe das buch wirklich genossen.
Fazit:
Hat mir sehr gut gefallen
Curtis Melnitz, ein in die Jahre gekommener Filmproduzent, leidet Nacht für Nacht unter schrecklichen Albträumen, gegen die nur Schlaftabletten helfen. Bisher bekam er das Rezept dazu von seinem Hausarzt, ...
Curtis Melnitz, ein in die Jahre gekommener Filmproduzent, leidet Nacht für Nacht unter schrecklichen Albträumen, gegen die nur Schlaftabletten helfen. Bisher bekam er das Rezept dazu von seinem Hausarzt, doch nun schickt der ihn zum Psychiater Dr. Cowan zur Gesprächstherapie. Widerwillig lässt sich Melnitz darauf ein, denn er braucht seine Pillen. Doch statt des erhofften Rezeptes bekommt er von Dr. Cowan nur so viele Schlaftabletten, wie bis zur nächsten Sitzung nötig sind. Allmählich gewöhnt er sich an die regelmäßigen Besuche und beginnt, nach und nach Episoden aus seinem bewegten Leben zu erzählen. Er erzählt von den Anfängen des Films, von berühmten Stars in Hollywood und Berlin, von den Gefahren denen er und seine jüdische Verwandtschaft in der NS-Zeit ausgesetzt waren und von seinen Erfolgen im Filmgeschäft. Er bleibt nicht immer ganz bei der Wahrheit, flunkert dann und wann, schweift vom Thema ab um dann mit den Worten „das ist eine andere Geschichte“ zu seinen Erinnerungen zurück zu kommen. Er erzählt viel, doch über seine nächtlichen Albträume schweigt er eisern, kann und will sie nicht preisgeben …
Charles Lewinsky, geb. 1946 in Zürich ist ein Schweizer Schriftsteller jüdischer Herkunft. Er studierte in Zürich und Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft. 1984 veröffentlichte er sein erstes Buch, es folgten zahlreiche weitere Romane, Theaterstücke und Drehbücher. Bei uns richtig bekannt wurde er 2020, als sein Roman „Der Halbbart“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand und für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde. Lewinsky wohnt in Zürich und im französischen Vereux.
Der im Roman „Eine andere Geschichte“(2026) beschriebene Protagonist hat tatsächlich gelebt. In Wikipedia ist zu lesen: „Curt Melnitz, auch Curtis Melnitz, (geboren am 2. Mai 1879 in Leipzig, Deutsches Reich als Kurt Chmelnitzki, gestorben am 14. Oktober 1962 in Los Angeles, Vereinigte Staaten) war ein deutsch-amerikanischer Pressevertreter, Studio-Repräsentant, Firmenmanager und Filmproduzent.
Mit viel Humor und gutem Gespür für die seelischen Zustände des Protagonisten erzählt uns Charles Lewinsky vom bewegten Leben des Curt Melnitz. Gekonnt bedient er sich dabei der Gespräche auf der Couch des Psychiaters. In einer Art Monolog lässt er nur den Patienten reden, die Antworten des Psychiaters erschließen sich dem Leser durch das weitere Gespräch. So ganz nebenbei erfahren wir auch einiges über die wenig ruhmreiche Deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, über die Anfänge der Filmgeschichte, die ersten Stars der Stummfilmzeit sowie über die damaligen Zustände in Hollywood.
Das Buch liest sich sehr flüssig, gespannt folgt man dem weiteren Geschehen. Schnell merkt man, dass der Protagonist auf der Couch nicht immer bei der Wahrheit bleibt, sich gewitzt selbst in Szene setzt und dabei etwas wankelmütig ist. Überraschend für mich ist auch, wie tiefgründig die äußerst interessanten und erstaunlich unterhaltsamen Gespräche sind.
Fazit: Ein lesenswerter Roman, intelligent und humorvoll, mit gut recherchierten historischen Fakten.