Wenn der Nebel mehr verbirgt als nur die Wahrheit
Zwischen grauem Himmel, feuchter Erde und diesem schweren Schweigen, das sich wie Nebel über alles legt, hat mich Hinter dem Nebel langsam, aber ziemlich fest gepackt.
Der Tod von Johan Oskarsson wirkt ...
Zwischen grauem Himmel, feuchter Erde und diesem schweren Schweigen, das sich wie Nebel über alles legt, hat mich Hinter dem Nebel langsam, aber ziemlich fest gepackt.
Der Tod von Johan Oskarsson wirkt auf den ersten Blick wie ein trauriger Selbstmord. Ein zerbrechlicher Schriftsteller, ein erhängter Körper, ein Fall, den man vielleicht einfach schließen möchte. Doch genau da beginnt dieses unangenehme Kribbeln. Dieses Gefühl, dass hinter der offensichtlichen Wahrheit noch etwas lauert, das keiner berühren will.
Vidar Jörgensson ermittelt nicht laut, nicht übertrieben heldenhaft, sondern mit dieser stillen Beharrlichkeit, die ich bei skandinavischen Krimis so liebe. Die Geschichte führt tief in die 1950er Jahre, zu Geheimdiensten, Loyalitäten, Verrat und Menschen, die sich selbst verlieren, um irgendwie zu überleben.
Für mich ist das kein Krimi für nebenbei. Die Handlung braucht Aufmerksamkeit, manchmal auch Geduld, aber gerade diese Schwere macht den Reiz aus. Christoffer Carlsson schreibt atmosphärisch dicht, melancholisch und menschlich. Man spürt die Kälte, die Schuld und dieses leise Unbehagen zwischen den Zeilen.
Am Ende blieb bei mir kein lauter Knall zurück, sondern ein stilles Nachhallen. Und genau das passt hier perfekt.