Der äußere Schein
Das Spiel»Die erste Regel auf dem Anwesen lautete: Es war verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow war oder dass wir sie schon mal geguckt hatten.« (Seite 21)
Die zwanzigjährige Lily wacht zusammen ...
»Die erste Regel auf dem Anwesen lautete: Es war verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow war oder dass wir sie schon mal geguckt hatten.« (Seite 21)
Die zwanzigjährige Lily wacht zusammen mit neun weiteren Frauen in einem künstlich angelegten Anwesen mitten in der Wüste auf. Zusammen warten die Frauen darauf, dass zehn Männer eintreffen, damit es endlich losgeht mit der Realityshow. Gemeinsam müssen die Kandidaten verschiedene Challenges erfüllen, aber auch eigene persönliche Aufgaben bewerkstelligen, ohne einander zu verraten, welche das sind. Diverse Regeln müssen befolgt werden, die immer und überall durch Kameras und Mikrofone überwacht werden. Bald verschwimmen die Grenzen und der Kampf um den ersten Platz beherrscht den Alltag.
»Ich stellte also mit Erleichterung fest, dass ich auf dieser Torte nicht die matteste Kerze war. Nicht, solange Susie hier war. Das soll nicht abwertend klingen - ich lege generell gar nicht so viel Wert auf Intelligenz. Intelligenz kann künstlich sein, Charme ist dagegen immer echt.« (Seite 26)
Das Prinzip einer Realityshow ist bekannt, durch Challenges erspielen sich die Kandidaten Dinge, die ihnen das Leben erleichtern sollen. Im vorliegenden Buch können diese Spiele lebensnotwendig sein, etwa wenn es kein Wasser mehr gibt, schließlich befindet sich das Anwesen mitten in einer Wüste. Hierbei werden die Aufgaben angepasst, sodass automatisch diverse Konflikte vorprogrammiert sind, und genau dies macht den größten Reiz dieser Geschichte aus, denn einem Voyeur gleich warten die Leserinnen und Leser darauf, was sich die Produzenten fieses einfallen lassen werden, um die Teilnehmer zu prüfen. Das ist gemein, das ist unmenschlich und es amüsiert beim lesen sehr.
Mir hat die Geschichte unglaublich gefallen, die Ich-Erzählerin hat mich unterhalten, zum Kopfschütteln gebracht, aber auch zum nachdenken darüber, was wirklich wichtig ist. Obwohl ich kein Freund von solchen Fernsehformaten bin, könnte ich mir eine Verfilmung vorstellen und hoffe, mein Wunsch wird erfüllt, ohne dass ich eine persönliche Challenge machen muss. Für mich ein weiteres Highlight dieses Jahr und ein Buch, das ich gerne empfehlen möchte und werde.