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Veröffentlicht am 27.07.2026

Der äußere Schein

Das Spiel
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»Die erste Regel auf dem Anwesen lautete: Es war verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow war oder dass wir sie schon mal geguckt hatten.« (Seite 21)

Die zwanzigjährige Lily wacht zusammen ...

»Die erste Regel auf dem Anwesen lautete: Es war verboten zu erwähnen, dass die Fernsehshow eine Fernsehshow war oder dass wir sie schon mal geguckt hatten.« (Seite 21)

Die zwanzigjährige Lily wacht zusammen mit neun weiteren Frauen in einem künstlich angelegten Anwesen mitten in der Wüste auf. Zusammen warten die Frauen darauf, dass zehn Männer eintreffen, damit es endlich losgeht mit der Realityshow. Gemeinsam müssen die Kandidaten verschiedene Challenges erfüllen, aber auch eigene persönliche Aufgaben bewerkstelligen, ohne einander zu verraten, welche das sind. Diverse Regeln müssen befolgt werden, die immer und überall durch Kameras und Mikrofone überwacht werden. Bald verschwimmen die Grenzen und der Kampf um den ersten Platz beherrscht den Alltag.

»Ich stellte also mit Erleichterung fest, dass ich auf dieser Torte nicht die matteste Kerze war. Nicht, solange Susie hier war. Das soll nicht abwertend klingen - ich lege generell gar nicht so viel Wert auf Intelligenz. Intelligenz kann künstlich sein, Charme ist dagegen immer echt.« (Seite 26)

Das Prinzip einer Realityshow ist bekannt, durch Challenges erspielen sich die Kandidaten Dinge, die ihnen das Leben erleichtern sollen. Im vorliegenden Buch können diese Spiele lebensnotwendig sein, etwa wenn es kein Wasser mehr gibt, schließlich befindet sich das Anwesen mitten in einer Wüste. Hierbei werden die Aufgaben angepasst, sodass automatisch diverse Konflikte vorprogrammiert sind, und genau dies macht den größten Reiz dieser Geschichte aus, denn einem Voyeur gleich warten die Leserinnen und Leser darauf, was sich die Produzenten fieses einfallen lassen werden, um die Teilnehmer zu prüfen. Das ist gemein, das ist unmenschlich und es amüsiert beim lesen sehr.

Mir hat die Geschichte unglaublich gefallen, die Ich-Erzählerin hat mich unterhalten, zum Kopfschütteln gebracht, aber auch zum nachdenken darüber, was wirklich wichtig ist. Obwohl ich kein Freund von solchen Fernsehformaten bin, könnte ich mir eine Verfilmung vorstellen und hoffe, mein Wunsch wird erfüllt, ohne dass ich eine persönliche Challenge machen muss. Für mich ein weiteres Highlight dieses Jahr und ein Buch, das ich gerne empfehlen möchte und werde.

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Gewaltige Liebe

Das zwölfte Haus
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Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach ...

Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach war. Geprägt von Gewalt und Vernachlässigung stellt sich Molli ihren Dämonen und erkennt, dass sie stärker ist als sie dachte.

»Wenn ich sie ertragen soll, muss die Gewalt gleichmäßig verteilt werden, das habe ich mir vorgenommen. Die Gewalt hat keinen Anfang, es gibt keinen Punkt, an dem sie zum ersten Mal auftritt.« (Seite 18)

Die ersten Seiten gestalteten sich für mich schwierig, was daran lag, dass Molli partout nicht den Elefanten im Raum benennen wollte und lieber von Thema zu Thema sprang, um die Vergangenheit noch ein bisschen außen vor zu lassen. Man kann sich vor der eigenen Geschichte jedoch nicht drücken und so gelangten wir schließlich an den Anfang, Molli genauso wie ich.

»Wenn ich mir einen Anfang aussuchen muss, dann soll es dieser sein: Karla wird von einem fürchterlichen Mann erwählt. So ist es.« (Seite 25)

Das Protokoll einer Kindheit, die keine schöne war, stilistisch eigenwillig und nicht immer einfach zu verstehen, berührte mich die Erzählung von Molli dennoch sehr. Es gab viele Sätze, die wie Kanonenkugeln waren, viele Absätze trafen mich mitten ins Herz. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer schönen Sprache belohnt, auch wenn die Geschichte insgesamt nicht leicht zu ertragen war. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 20.07.2026

Toller Reihenstart!

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Der erfolgreiche Touristikunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus erschossen, die Kommissarin Anta Thorsen und ihr Kollege Hans Vigeland von der Polizei in Tromsø haben die Ermittlungen gerade aufgenommen, ...

Der erfolgreiche Touristikunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus erschossen, die Kommissarin Anta Thorsen und ihr Kollege Hans Vigeland von der Polizei in Tromsø haben die Ermittlungen gerade aufgenommen, als ein weiterer Mord geschieht. Die einzigen Zeugen beider Taten sind die Polarlichter, die unbeeindruckt von den Fällen wunderschön am Himmel tanzen. Bald aber gibt es echte Spuren, die es auszuwerten gilt.

»Ein Mord in Norwegen war etwas Außergewöhnliches, aber hier in Tromsø mitten auf der Straße glich er einer Sensation. Da blieb keine Zeit für Höflichkeiten.« (Seite 8)

Der Kriminalroman, den die Autorin Sandra Beckedahl unter dem Pseudonym Tuva Brø geschrieben hat, führte mich nach Tromsø, eine arktische Stadt in Norwegen, die auf einer kleinen Insel liegt, etwa 350 Kilometer nördlich des Polarkreises. Diese Region ist unter anderem für die weltweit beste Sicht auf die Nordlichter (Aurora Borealis) berühmt und wird aufgrund der spektakulären Naturphänomene auch das „Tor zur Arktis« genannt. Man merkt der Geschichte die Liebe der Autorin zum Land und den Menschen an, die den vorliegenden Reihenauftakt zu etwas Besonderen macht.

Bei diesem Kriminalroman gibt es für mich kaum Gründe, zu meckern. Die Story war gut durchdacht und punktet auch mit interessanten, aber nicht zu auffälligen Ermittlern, deren Privatleben sicherlich noch einige Überraschungen birgt, zusätzlich zu den hier enthüllten Teilen diverser Geheimnisse. Neben den Hauptfiguren wurden aber auch die Nebendarsteller nicht vernachlässigt, die Sprünge zwischen den Perspektiven waren klug gewählt. Einziger Kritikpunkt hier: Es wurden in sehr kurzer Zeit viele Personen eingeführt und zusätzlich einige Nebenschauplätze eröffnet, dies führte bei mir kurzfristig zu Verwirrung und war unübersichtlich, weil ich die unzähligen Namen oft nur durch Zurückblättern zuordnen konnte. Positiv dabei ist, dass letztendlich jeder einzelne Strang der richtigen Auflösung zugeführt wurde. Insgesamt ein toller Start in eine Buchreihe, deren Fortsetzung ich kaum noch erwarten kann.

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Tödliche Urlaubszeit

Meeresdunkel
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Eine Urlaubsinsel, zwei Familien, ein renovierungsbedürftiges Haus und eine Doppelbuchung, die zu Problemen führen wird. Als Henrike mit ihrem Mann Hans, den zwei gemeinsamen Kindern sowie ihrem Bruder ...

Eine Urlaubsinsel, zwei Familien, ein renovierungsbedürftiges Haus und eine Doppelbuchung, die zu Problemen führen wird. Als Henrike mit ihrem Mann Hans, den zwei gemeinsamen Kindern sowie ihrem Bruder Freddie auf Mallorca ankommt, erlebt sie kurz darauf eine unangenehme Überraschung: das gebuchte Haus wurde doppelt vermietet, Samuel und Marie stehen mit ihrem Sohn Juri vor der Tür und bestehen auf Einlass. Beide Familien arrangieren sich, was solange gut geht, bis ein Unwetter die Insel erreicht.

Dies war mein erstes Buch des Autors, aber sicherlich nicht mein letztes! Obwohl in der ersten Hälfte gefühlt nichts wirklich wichtiges passierte, schaffte es Till Raether dennoch, kontinuierlich eine Spannung aufzubauen, die sich zusammen mit dem Unwetter im Buch entlud. Was folgte, war großartige Unterhaltung, die durch einige geniale Wendungen überraschte und den Weg zu einem explosiven Finale ebnete. Der Wechsel der Perspektiven war schlau gewählt, die Interaktionen zwischen den Protagonisten bekamen so eine zweidimensionale Form, was mir gut gefallen hat. Der Epilog war da letztendlich nur die Kirsche auf der Sahnetorte. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Tragisch schön

Alles Liebe
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Laura hat herausgefunden, was sie tun muss, um im Mittelpunkt zu stehen. Barbara erleidet einen großen Verlust und kompensiert diesen mit einer Kaufsucht, einen erfundenen Mann inklusive. Heike wartet ...

Laura hat herausgefunden, was sie tun muss, um im Mittelpunkt zu stehen. Barbara erleidet einen großen Verlust und kompensiert diesen mit einer Kaufsucht, einen erfundenen Mann inklusive. Heike wartet seit Jahrzehnten darauf, dass Versprechen eingehalten werden und Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt. Mattis hingegen redet sich etwas ein, das ihm selbst nicht schmeckt. Liebe und Lüge geben sich im vorliegenden Roman die Hand.

»Schon in der siebten Klasse war mir klar, dass man ohne Drama niemand war, dass Aufmerksamkeit eine Währung ist, die man sich verdienen muss. Und jetzt hatte ich das perfekte Drama - eine todkranke beste Freundin.« (Seite 16)

Mit Laura fängt es an und mit Mattis endet es, dazwischen liegen Schicksale, um nicht zu sagen Welten. Komisch, schaurig, zärtlich, fast schon behutsam erzählt Ronja von Rönne und schafft es, mich über Stunden zu fesseln mit diesen Geschichten, die alle anders sind und zusammen dennoch einen Roman ergeben, der tragisch schön ist. Da die Lügen, hier der riesige Verlust, der im Wahnsinn mündet. Dort die Hoffnung, die verkümmert, und da die Traurigkeit, als die Liebe stirbt. Ich habe mich zwischen den Seiten gut aufgehoben gefühlt und war traurig, als es zu Ende ging. Ein Buch wie eine Umarmung, inhaltlich und sprachlich beglückend. Danke dafür.

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