Cover-Bild Scheue Wesen
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eisele Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 31.07.2025
  • ISBN: 9783961612710
Clare Chambers

Scheue Wesen

Eine mutige Frau im London der 60er. Ein zarter Roman über die Sehnsucht, gesehen zu werden | "Eine sehr liebevolle Lektüre." Elke Heidenreich, Autorin von „Altern“
Wibke Kuhn (Übersetzer)

Wann hast du dich das letzte Mal richtig gesehen gefühlt?

Helen Hansford ist alles andere als eine konventionelle Frau – erst recht für die Sechzigerjahre. Unter der Woche hilft sie Patienten in einer modernen Klinik durch Kunst zur Rehabilitation, an den Wochenenden versucht sie, die Affäre mit ihrem charismatischen Kollegen Dr. Gil Rudden zu retten. Dass Gil seine Frau und Kinder nicht verlassen will, macht Helen anfangs nicht aus. Schließlich ist sie doch jung, autonom und emanzipiert.

Dann begegnet sie William Tapping.

Er hat das Haus seiner verwirrten alten Tante seit Jahren nicht mehr verlassen und spricht kein Wort. Alle anderen sehen in dem verwahrlosten William nicht mehr als eine Randfigur. Nur Helen bemerkt seine überraschende künstlerische Begabung und setzt alles daran, sein Geheimnis zu lüften.

Schnell offenbart sich, dass William nicht der Einzige ist, der schon lange nicht wirklich gesehen wurde …

Inspiriert durch wahre Begebenheiten erzählt Clare Chambers nach ihrem Überraschungserfolg  Kleine Freuden mit Scheue Wesen nun die Geschichte einer jungen Kunsttherapeutin im England der 1960er Jahre, die mit dem Schicksal eines Patienten konfrontiert ihr eigenes Leben hinterfragen muss.

„Chambers‘ Sprache ist wunderschön und schafft, was nur die geschicktesten Schriftsteller können: großes Vergnügen aus kleinen Details.“ The New York Times

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

Leise und kraftvoll

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England, 1964: Helen arbeitet als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik. Neben ihrem Beruf bestimmt vor allem eine weitere Tatsache ihren Alltag: die langjährige Affäre mit ihrem Kollegen Gil. ...

England, 1964: Helen arbeitet als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik. Neben ihrem Beruf bestimmt vor allem eine weitere Tatsache ihren Alltag: die langjährige Affäre mit ihrem Kollegen Gil. Er gehört zur Klinikleitung, ist verheiratet und Vater – und doch klammert sich Helen an die Hoffnung, dass er seine Familie verlässt, sobald die Kinder alt genug sind. Immer wieder ordnet sie ihr Leben seinem Zeitplan unter, für ein paar gestohlene Stunden, und verliert sich dabei zunehmend selbst.
Als ein neuer Patient in die Klinik eingeliefert wird, ist Helen von dessen Schicksal vom ersten Moment an tief berührt. William spricht nicht, ist verwahrlost und hat seit mindestens zehn Jahren das Haus nicht mehr verlassen, in dem er mit seinen Tanten lebte. Helen erkennt sein künstlerisches Talent und versucht mit viel Geduld, Zugang zu dem stummen Mann zu finden. Für beide öffnen sich dabei unerwartete neue Türen.
Kapitel für Kapitel erfährt man als Leser auf sehr behutsame Weise, was William in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat und warum er so isoliert lebte – durch erzählerische Rückblicke ebenso wie durch Helens eigene Nachforschungen. Diese Kombination hat mir besonders gut gefallen, da sie der Geschichte und ihren Figuren spürbare Tiefe und Authentizität verleiht.
Faszinierend ist zudem, dass der Roman trotz seiner großen Ruhe einen stetig ansteigenden Spannungsbogen entwickelt. Der zurückhaltende, feinfühlige Schreibstil passt hervorragend zur Geschichte. Auch wenn das Buch für meinen Geschmack vor allem im ersten Teil stellenweise etwas langatmig ist und es eine Weile dauert, bis es einen wirklich abholt. Wie bei scheuen Wesen selbst, braucht es auch hier vor allem eines: Geduld. Doch es lohnt sich.



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