Ein wunderschönes und berührendes Buch, das Mut und Hoffnung schenkt!
Bücher können eine große Hilfe dabei sein, Kinder behutsam an schwierige Themen heranzuführen und darüber ins Gespräch zu kommen. Gerade in der heutigen Zeit von Instagram, TikTok und Co., in denen schon ...
Bücher können eine große Hilfe dabei sein, Kinder behutsam an schwierige Themen heranzuführen und darüber ins Gespräch zu kommen. Gerade in der heutigen Zeit von Instagram, TikTok und Co., in denen schon sehr junge Kinder ungefiltert mit verstörenden Inhalten konfrontiert werden, ist es überaus wichtig ihnen zu zeigen, dass es auch in finsteren Zeiten immer wieder Lichtblicke gibt. Genau solch ein Buch ist „Ayeshas Pinsel“ von Cornelia Funke und der Illustratorin Pauline Pete, erschienen im kunstanstifter Verlag. Basierend auf den wahren Geschichten zweier inspirierender Frauen haben die beiden ein Bilderbuch geschaffen, das den Krieg auf eine wunderbar kindgerechte Weise behandelt.
Zu Beginn der Geschichte ist noch alles gut. Wir lernen unsere sympathische Hauptprotagonistin Ayesha kennen, die in ihrer eigenen kleinen Werkstatt wunderschöne Bilder malt, die alle Menschen glücklich machen. Denn sie erzählen von der Schönheit der Welt, Liebe und Freundschaft. Die Materialien für ihre Kunst kauft sie in einem kleinen Laden zwei Straßen entfernt. Die Besitzerin Oksana überrascht sie oft mit neuen Farben oder einem hübschen Papier und als dank schenkt Ayesha Oksanas Sohn Emil jedes Mal ein selbst gemaltes Bild. Es war ein glückliches Leben. Bis zu dem Tag, als der Krieg in ihre Stadt kommt und Angst, Zerstörung und Dunkelheit einzieht. Ayesha bietet einigen Menschen Schutz in ihrem Keller, doch vor der Traurigkeit kann er sie nicht schützen. Als Emil ihr einen Pinsel gibt, beginnt sie zu malen. Immer mehr Menschen schließen sich ihr an und während draußen der Krieg tobt, malen sie alles an die graue Kellerwand, was sie verloren haben.
Cornelia Funke erzählt diese bewegende Geschichten mit wenigen Worten, beschreibt alles aber so eindringlich und wortgewaltig, dass ihre Texte einen direkt in den Bann ziehen. Poetisch, einfühlsam und ehrlich schildert sie die Schrecken des Krieges, ohne die jungen Leser*innen zu verängstigen. Im Gegenteil, Ayeshas Geschichte steckt voller Liebe, Trost und Zuversicht. Sie zeigt uns, dass man mit der Kraft von Pinsel, Stift und Farben und der Macht der Fantasie selbst den dunkelsten Zeiten entfliehen kann. Dass man zusammen stark ist und es sich lohnt, niemals aufzugeben.
Das offene Ende lässt viel Raum für eigene Gedanken und verleiht dem Buch einen magischen und tröstlichen Zauber, der das Ganze perfekt abrundet.
Auch optisch überzeugt dieses Werk auf ganzer Linie. Die Illustrationen von Pauline Pete sind überaus detailreich, stimmungsvoll und ausdrucksstark. Mit zarten Farben und einer Mischtechnik aus verschiedenen Materialien wie Bleistift, Tusche, Kugelschreiber und Farbstift erwecken sie das Erzählte zum Leben und fangen die Atmosphäre der Geschichte gekonnt ein. Anfangs noch freundlich und farbenfroh werden die Bilder im Verlauf immer düsterer und trister. Doch der Pinsel, den Emil Ayesha reicht, leuchtet wie ein Lichtblick in all der Dunkelheit, gefolgt von den bunt bemalten Wänden, die ebenfalls viel Trost und Hoffnung schenken.
Fazit: „Ayeshas Pinsel“ ist eine berührende, poetische und hoffnungsvolle Geschichte über die Kraft der Kunst und Macht der Vorstellungskraft. Ein wundervolles Bilderbuch für alle ab 7 Jahren, das bewegt, tröstet und lange nachhallt. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen, ich finde es großartig! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.