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Veröffentlicht am 12.12.2025

Zum Staunen und Entdecken!

Wissenswelten. Weltall
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Willkommen in den unendlichen Weiten des Weltalls! Scherenkünstlerin Gail Armstrong nimmt uns mit in Ferne Galaxien und sogar auf die Sonne, ohne die Gefahr, dass wir uns verbrennen! Überall können wir ...

Willkommen in den unendlichen Weiten des Weltalls! Scherenkünstlerin Gail Armstrong nimmt uns mit in Ferne Galaxien und sogar auf die Sonne, ohne die Gefahr, dass wir uns verbrennen! Überall können wir nachschauen, anfassen... staunen. Durch 30 Klappen und Gucklöcher können wir auch erforschen, was dem bloßen Auge verborgen bleibt, ganz einfach, ohne ein Raumschiff, ganz bequem vom Sofa aus! Das Buch ist dabei nicht nur wegen seiner besonderen Größe ein echter Hingucker! Die Farben, das Thema und die Möglichkeit in verschiedene Schichten des Alls blättern und dieses somit Schicht für Schicht frei zu legen,

Das ganze ist aber nicht wild durcheinander, sondern strukturiert:

-Blick in den Himmel
-Das Sonnensystem
-Die Sonne
-Der Mond
-Asteroiden und Kometen
-Die Sterne
-Die Galaxien
-Der Urknall
-Weltraumstation
-Mars-Basis

Optisch ist auch ganz besonders, dass nichts illustriert, sondern alles ausgeschnitten ist, egal ob Figuren oder Planeten. Die Künstlerin arbeitet mit verschiedenen Papieren, Mustern und Strukturen um die gewünschten Effekte ihrer Werke zu erzielen. So viel Geduld hätte ich ganz sicherlich nicht.

Dieses Buch ist nicht nur für Kinder ab 7 Jahren spannend, nein auch Erwachsene können hier noch so einiges lernen und entdecken. So kann man zum Beispiel unter die Sonnenoberfläche schauen und eine Kernfusion beobachten, völlig strahlungsarm. Dabei lernen wir noch eine NASA-Solar Sonde kennen, der wir diese Erkenntnisse verdanken und wohl auch den Blick in die verschiedenen Schichten der Sonne bis zu ihrem Kern.

Sehr praktisch finde ich, dass es ganz zum Schluss noch ein Glossar gibt, für all diejenigen, die gerade erst mit der Entdeckung des Weltalls auskennen und noch nicht alle Begriffe kennen. Hier bekommen sie sie einfach und verständlich erklärt.

Wem die Sonne nicht reicht, der kann ja noch den Urknall und die Galaxien erforschen, die richtig eindrucksvoll aussehen!

Vielleicht ist ja jemand unter Euch gerade noch auf der Suche nach Geschenkideen... das hier, ist auf jeden Fall ein ganz besonderes Buch.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Lasst uns Kind und glücklich sein!

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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Jeden Morgen freut sich der kleine Elefant wieder darauf in die Schule zu gehen, denn seine Schule ist etwas ganz besonderes, er geht in die Glücksschule. In seiner Schule steht das Glück im Vordergrund: ...

Jeden Morgen freut sich der kleine Elefant wieder darauf in die Schule zu gehen, denn seine Schule ist etwas ganz besonderes, er geht in die Glücksschule. In seiner Schule steht das Glück im Vordergrund: es geht darum glücklich zu werden, zu sein und zu bleiben und zwar für sie alle gemeinsam. Klar dass, das eine Schule ist, in die man gerne geht, ganz ohne Druck aber mit ganz viel Spaß und Freude und vor allem Lachen! Natürlich kennen auch die Kinder in der Glücksschule Angst und Unsicherheit. Aber sie lernen von ihren Lehrern wie man z.B. mit Hilfe von Glückssteinen damit umgeht, so dass es einem leichter fällt.


Glück kann man lernen! Es ist auch die Freude an kleinen Dingen, wie das bewusste gemeinsame Lachen oder das gemeinsame Genießen. Klar kann man damit nicht Naturkatastrophen verhindern oder alle Krankheiten lindern, aber man kann auch eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit unschönen Situationen lernen und den Schmerz weniger schwer wiegen lassen. Es bedarf keines großen Vermögens oder geheimnisvoll Mittel um diese Tricks aus der Glücksschule umzusetzen. Diese Möglichkeit haben wir alle, vor allem, wenn wir dieses Buch gemeinsam mit einem geliebten Menschen lesen.

Der kleine Elefant führt uns durch seinen Schulalltag und wir dürfen miterleben, wie glücklich er dort ist und was ihn dort noch glücklicher machen. Dabei gibt es dann auch in Kästchen die passenden Glücksgeheimnisse ähäm, das Elefanten-Geheimwissen.

Einige der Tipps wie die Glückssteine fallen Kindern leichter anzunehmen (welches Kind hat bitteschön keine Steinsammlung in den Hosentaschen, die man schnell noch vor der Waschmaschine ausräumen muss?), andere können aber auch Erwachsene leicht umsetzen, wenn sie bereit sind, sich darauf einzulassen wie z.B. auch mal eine Pause zu machen, los zu lassen, aus dem Hamsterrad zu steigen. Kinder können das gut, ebenso wie das ständige Lachen und Kichern. Lachen ist nicht nur gesund, es befreit auch und macht glücklich. Leider lachen Erwachsene deutlich weniger als Kinder, weil sie immer so vernünftig sind. Nach der Lektüre dieses Buches habe ich ganz bewusst darauf geachtet und es hat mich glücklich gemacht zu merken, wie oft wir gemeinsam lachen, wenn wir zusammen Abends am Tisch sitzen (ja, die Klassenkameraden der Großen haben schon ganz erstaunt gefragt: Wie, Ihr esst zusammen? Ihr unterhaltet Euch bei Tisch? Ja, das tun wir, ich will doch wissen, wie es meinen Kindern geht und was bei Ihnen los ist).

Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich nach der Lektüre dieses Buches auf Anhieb der glücklichste Mensch bin, so funktioniert es nicht und so ist es auch gar nicht gedacht. Es geht um das Bewusst sein für die kleinen Dinge die Freude bereiten, für die Stärken in sich selbst, darum sich selbst bewusst wahrzunehmen und achtsam zu sein. Sich selbst und anderen gut zu tun. Sich auf behutsame Weise seiner eigenen Angst stellen. Dabei gibt es immer kleine Kästchen mit Elefanten-Geheimnissen, die die kurzen Episoden des kleinen Elefanten näher erläutern und auch für die Vorlesenden zugänglicher machen.

Die Autorin ist eine ganz bekannte Glücksforscherin, die auch schon erfolgreich Bücher zu diesem Thema für Erwachsene geschrieben hat. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es Kindern leichter fällt, die Elefanten-Geheimnisse anzunehmen, los zu lassen. Das gelingt ihnen vor allem, wenn die großen Elefanten ihnen nicht so viel Drucken machen, nicht so wahnsinnig viel erwarten von ihnen und sie einfach mal Kind sein lassen. Die Autorin erfindet jetzt das Rad nicht neu, aber sie macht einem vieles bewusst, was man vielleicht schon verdrängt hat, oder für das man sich keine Zeit nimmt. Mit den farbenfrohen und freundlichen Illustrationen, kann man gar nicht anders, als sich nach dem Vorlesen dieses Buches und dem gemeinsamen Staunen mit Kindern (oder eben ohne) sich besser, glücklicher zu fühlen. Eigentlich kann das jeder und jede ab 4 Jahren verstehen. Wir müssen es nur zulassen und uns an den Illustrationen und der kindgerechten Geschichte erfreuen.

Lasst uns alle wieder mehr Kind und wir selbst sein.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Geteilte Freude...

Mister O'Lui feiert Weihnachten
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Die Tage werden kürzer und die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel und bedecken alles mit einer funkelnden weißen Schicht rund um das kleine Häuschen am See im großen Park. Also beginnt der kleine Biberbär ...

Die Tage werden kürzer und die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel und bedecken alles mit einer funkelnden weißen Schicht rund um das kleine Häuschen am See im großen Park. Also beginnt der kleine Biberbär Mister O'Lui das kleine Häuschen festlich zu schmücken, in dem er gemeinsam mit seinem besten Freund Rupert wohnt. Vergnügt macht er sich an die Arbeit und hängt für sie beide zwei Strümpfe für Weihnachtsgeschenke über den mit Tannengrün und Kugeln geschmückten Kamin. Als auch der Baum in der Stube aufgestellt ist, machen sich die zwei Freunde daran, ihre Wunschzettel zu schreiben. Mister O'Lui staunt nicht schlecht, wie lang doch der Zettel von Rupert ist. Nunmehr ziehen sie los, um ihre Freunde einzuladen zum großen Fest und nach ihre Wünschen zu fragen. Sie stellen fest, dass es alles sehr schöne Wünsche sind und dennoch kommt am Weihnachtsmorgen alles anders. Aber ob das auch alles gut ist?

Sehr gut gefällt mir, dass für alle, die Mister O'Lui und Rupert noch nicht kennen, gleich mal zu Beginn in der Buchklappe jeweils ein Steckbrief mit Bild und den für Kinder wichtigsten Infos abgebildet ist. Dann macht es auch überhaupt nichts, wenn man erst mit dieser Geschichte von ihnen anfängt. Die beiden haben unter ihre Fotos sogar Pfoten/Tatzenabdrücke gesetzt, da gibt es dann kein Vertun mehr. Die zwei sehen einfach zum Anbeißen aus und nicht nur sie. Auch die übrigen Freunde, die sie nach und nach treffen und zum gemeinsamen Weihnachtsfest einladen, sehen mindestens so niedlich wie freundlich aus. Alle Illustrationen aus der Feder der Autorin des Buches strahlen Frieden und Gemütlichkeit aus, so dass es eigentlich von Anfang klar ist, dass es nur ein wunderschönes Fest unter Freunden werden kann.

Es heißt ja so schön, irren sei menschlich und obwohl diese Geschichte tierische Helden hat, ist hier jemand ein Fehler unterlaufen, vielleicht sogar dem Christkind oder Weihnachtsmann. Fehler kommen halt vor, es kommt nur darauf an, wie man mit ihnen umgeht und diese Freunde machen definitiv das Beste daraus! Geteilte Freude ist doppelte Freude, dass können hier schon Kinder lernen. Sie werden auch ziemlich schnell merken, wie bescheiden und sinnvoll die Wünsche der Tierkinder sind, die noch nicht im Konsumrausch sind. Die Sätze sind für Kinder sehr gut verständlich und nicht zu lang. Auch die Textlänge pro Seite überfordert nicht die kindliche Aufmerksamkeitsspanne, sondern kann sie vielleicht sogar durch diese interessante Weihnachtsgeschichte etwas steigern.

Damit man in der fantastischen Adventszeit auch etwas wunderschönes gemeinsam macht, gibt es ganz zum Schluss noch ein wunderschönes Rezept für Zuckerstangen-Kekse. Dabei gibt es auch mit Fotos eine genaue Anleitung, wie man die Zuckerstangen-Kekse formt. Wer sich dann immer noch unsicher fühlt, hat sogar über einen QR-Code die Möglichkeit sich eine Videoanleitung gemeinsam anzusehen. Dann sollte also alles klar sein und Mister O'Lui bleibt nur noch guten Appetit und frohe Weihnachtszeit zu wünschen. Solche Aktivitätsvorschläge für Eltern mit Kindern am Ende von Kinderbüchern liebe ich immer und backe oder bastle sie auch wirklich gerne nach.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Fröhlich, friedliche Adventszeit!

Die kleine Rittereule feiert Weihnachten
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Es wird Winter im Wald und die kleine Rittereule und ihr bester Freund Früher Vogel freuen sich schon auf Weihnachten, es dauert aber noch etwas... Da die Adventszeit so wundervoll und aufregend ist, fällt ...

Es wird Winter im Wald und die kleine Rittereule und ihr bester Freund Früher Vogel freuen sich schon auf Weihnachten, es dauert aber noch etwas... Da die Adventszeit so wundervoll und aufregend ist, fällt ihnen auch eine Menge ein, was sie gemeinsam unternehmen können, um sich die Zeit zu verkürzen. Sie packen schon mal Geschenke ein, basteln Weihnachtskarten, backen Plätzchen, üben Weihnachtslieder, gehen Schlitten fahren.... und noch schöner wird es zusammen mit ihren Freunden von der Ritterburg, denn so kommen sie alle zusammen in die schönste Feiertagsstimmung und Weihnachten kann kommen.

Dies ist ein süßes, kleines handliches Pappbilderbuch für die ganz Kleinen. Mit den beliebten Figuren aus der kleinen Rittereulen-Reihe erleben sie gemeinsam, was Familien und Freunde so gemeinsam in der Adventszeit unternehmen, um sich auf Weihnachten vorzubereiten und in Weihnachtsstimmung zu kommen. Dafür braucht es meistens gar nicht viel, nur die beste Gesellschaft und gute Laune! Mit wem freut man sich denn auch lieber, als mit seinen Freunden? Mit ihnen wird auch die Wartezeit nicht langweilig.

Es geschieht kein aufregendes Abenteuer, es sind vielmehr viele kleine Glücksmomente, die sich aneinanderreihen und die auch den jüngsten Bilderbuchfans bekannt sein dürften. Dabei ist der Text sehr schön kurz und auf das Wesentliche reduziert. Sehr gut auch mit 2 Jahren schon zu verstehen. Dabei sind die Seiten schön fest und stabil und ihre glänzende Oberfläche lässt sich sogar feucht abwischen, falls die Patschehändchen mal nicht ganz sauber waren.

Die Illustrationen des Autors sind wieder herzallerliebst. Sehr fantasievoll und freundlich und doch auch eine gekonnte Mischung aus weihnachtlich und Waldleben. Die Darstellung einer kleinen Eule in Ritterrüstung ist natürlich der Hit und dass auch der Schneemann ihm ähnlich sieht, macht es nur noch besser. Diese kleine feine tierische Weihnacht fängt den Geist der Weihnacht wundervoll ein, ohne auf die christlichen Hintergründe einzugehen. Es eignet sich daher sehr gut für alle Kinder, die in Deutschland aufwachsen, mit den hiesigen Weihnachtstraditionen und vielleicht auch nur mitfeiern, auch wenn sie sonst noch andere Feste wie Hanuka oder das Zuckerfest feiern. Es geht um ein universelles Fest der Liebe, das man mit jedem feiern kann, sogar mit freundlichen Drachen!

So kommt es, wie es kommen muss: es wird ein absolut gelungenes und harmonisches Fest mit allen!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Schade, konnte das Potenzial nicht ausreizen

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Sie scheint in einem Albtraum gefangen! Immer wieder sieht sie vor ihren Augen wie ihr Schiff kenterte und ihre beiden besten Freunde ertranken. Die Fluten schlossen sich über ihr und seither ist alles ...

Sie scheint in einem Albtraum gefangen! Immer wieder sieht sie vor ihren Augen wie ihr Schiff kenterte und ihre beiden besten Freunde ertranken. Die Fluten schlossen sich über ihr und seither ist alles anders. Ihr fehlt der Antrieb, ihre Energie, ihre Inspiration! All ihre Bilder sind trist und düster. Auch wenn sie ihre Arbeit in der Hamburger Kunsthalle liebt, so ist der Traum vom Kunststudium ausgeträumt, sie fühlt sich leer und kraftlos…
Doch dann kommt es wie ein Rausch über sie, sie greift zu ihren Farben und Papier und kann nicht mehr aufhören zu Malen, nach all den Monaten der inneren Leere und merkt plötzlich, dass ein junger gutaussehender Mann in ihrer Wohnung auf der Couch sitzt. Dieser ist völlig fassungslos, denn er ist Neo, Wandas Muse und eigentlich sollte sie ihn gar nicht sehen können. Auch diese Anziehung sollte zwischen ihnen nicht sein…. Je mehr er sie inspiriert, desto schwächer wird seine Magie und er muss zurück nach Ambrosia, um sich dort mit dem Nektar der Magie neu aufzuladen. Doch sie scheinen untrennbar miteinander verbunden, Wanda kann sich nicht von ihm entfernen und muss mit ihm nach Ambrosia, oder er wird verkümmern und immer schwächer. Kann sie als Mensch überhaupt dorthin? Ist sie jetzt für immer an ihn gebunden? Ist es ein Fluch, kann man ihn lösen? Sind die Gefühle echt oder nur der legendäre Musenrausch? Was dann folgt, hätte sie sich selbst in ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

Welch eine Kombi: Kunst und Mythen und irgendwie auch Fantasy und dann noch so ein fantastisches Cover und vier Sprecher, die ich wirklich alle gerne höre! Da musste ich zuschlagen! Um den Einstieg zu erleichtern, wird erst noch kurz die Geschichte von Paris, der entscheiden sollte welche Muse die Schönste sei, zusammengefasst. Dabei werden sie aber leider nicht alle aufgezählt und benannt, was später wirklich hilfreich wäre, da wir tief in das Reich der griechischen Mythologie eintauchen.

Die Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt: 1. Wanda gesprochen von Aileen Wrozyna, 2. Neo gesprochen von Louis Friedemann Thiele und Hannah Schepmann als von Circe gefangen gehaltener Nymphe Galateia und Pia-Rhona Saxe als Leucosia, eine Sirene, deren Gesang ihre Tod bringende Macht verloren hat. Was mich immer wieder aus der Geschichte heraus riss, sind die relativ langen Sprechpausen, die wohl die Regie vorgegeben hat. Jedes Mal war ich irritiert und prüfte, ob ich versehentlich die Kopfhörer berührt und somit deaktiviert hatte. Jeder Perspektivwechsel wird durch die Nennung des Namens des jeweils Sprechenden eingeleitet. Da allerdings Galateia und Leucosia für mein Empfinden völlig unvermittelt übernahmen und die Namen ja auch recht ungewöhnlich sind, habe ich ihn erst nach Ewigkeiten der Verwirrung wahrgenommen. Eigentlich nur, weil ich mich schon seit rund 100 Tracks fragte, wo denn Hannah Schepmann und Pia-Rhona Saxe blieben, bis ich bemerkte, dass es sich nicht um Ortsangaben, sondern Namen der Erzählenden handelte. Hier hätte ich mir gewünscht, dass zumindest eine der Sprecherinnen eine deutliche rauere oder kratzigere Stimme hätte, um sie klarer voneinander abzugrenzen (Leucosia als betörende Sirene käme dafür allerdings nicht infrage). Auch hätte ich mir gewünscht, dass man mehr über diese Wesen der Mythologie erfährt, da sie nicht mehr so geläufig sind. So musste ich immer wieder googeln, um einen besseren Durchblick zu erhalten. Alle vier Sprecher klingen jung und frisch und verstehen ihr Handwerk. Sie sprechen lebendig und unterstreichen ihre jeweiligen Gefühle und Stimmungen. Da sie die vier „Guten“ sind, die zusammen ihrem Schicksal entrinnen wollen, klingen sie auch sympathisch. Die Liebesgeschichte ist für mich allerdings etwas unwirklich und geht mir irgendwie nicht unter die Haut.

Das Worldbuilding ist sehr dicht und komplex und wer sich mit griechischer Mythologie auskennt, ist klar im Vorteil. Die Annäherung zwischen Wanda und Neo ist gemächlich und zart, hängen beide doch noch an ihren verlorenen Lieben zuvor. Doch die Gefahren, denen sie sich gegenüber stehen lassen ihnen nur wenig Zeit, diese Momente auszukosten.
Leider konnte mich dieses Hörbuch nicht ganz so fesseln, wie ich es erwartet habe, vielleicht lag es an einem Übermaß an mythologischen Charakteren.

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