Cover-Bild Grado im Glück
Band 10 der Reihe "Commissaria Degrassi"
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Emons Verlag
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 20.03.2025
  • ISBN: 9783740822293
Andrea Nagele

Grado im Glück

Ein Adria Krimi
Der zehnte Fall für Commissaria Maddalena Degrassi.

Sechs Freundinnen sind sowohl der Literatur als auch dem Glücksspiel verfallen. Dann wird eine von ihnen ermordet aufgefunden. Das Tatmotiv scheint offensichtlich, denn das Opfer hat vor Kurzem viel Geld gewonnen – und davon fehlt jede Spur. Während die Ermittlungen unter den Freundinnen und Nachbarn Fahrt aufnehmen, wird klar, dass jede und jeder es auf den Gewinn abgesehen haben könnte. Immer tiefer geraten Commissaria Maddalena Degrassi und ihr Team in einen Strudel aus Habgier und Lügen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Ungewöhnlich, Spannend, Lesenswert!

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Im März 2025 hat Andrea Nagele gemeinsam mit dem Verlag emons: ihren 10. Fall mit der Ermittlerin Maddalena Degrassie herausgebracht. Das Cover zeigt einen idyllischen Blick auf Grado. Der Schein trügt. ...

Im März 2025 hat Andrea Nagele gemeinsam mit dem Verlag emons: ihren 10. Fall mit der Ermittlerin Maddalena Degrassie herausgebracht. Das Cover zeigt einen idyllischen Blick auf Grado. Der Schein trügt. Von Andrea Nagele habe ich schon einige Krimis gelesen und so war ich gespannt auf den 10. Fall für Maddalena und ihr Team. Ein Jubiläumsband ist immer etwas Besonderes und das ist dieser Krimi auch. Er ist durch und durch ungewöhnlich.
Sechs Frauen treffen sich in regelmäßigen Abständen zu einer Literaturrunde. Soweit so gut. Kurz darauf ist eine der Frauen tot. Sie wird übel zugerichtet gefunden. Niemand hat etwas bemerkt und die Nachbarn berichten von einer freundlichen und ruhigen Frau, die ein unauffälliges Leben geführt hat. Das Motiv ist schnell gefunden. Das Opfer hat eine hohe Summe im Glücksspiel gewonnen. Das Geld fehlt. Maddalena wird schnell klar, dass jede einzelne der Frauen einen guten Grund hat, das Geld zu stehlen.
In einer leicht zu lesenden Sprache erzählt Andrea Nagele ihre Geschichte. Eindringlich und in leisen Tönen wird mir beim Lesen schnell klar, dass wir oft nur die Fassade des Menschen sehen. Dahinter lauern Geheimnisse, Bedürfnisse, Gier, Habgier und die Not. Als Psychotherapeutin versteht die Autorin es, ihren Figuren eine Tiefe zu geben, die mir beim Lesen Angst und Bange macht. Sicherlich sind die Schicksale der Frauen hier erzählerisch verdichtet, doch es gibt sie sicherlich viel häufiger als uns lieb sein kann.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert und schon verankert sich mein Geist tief in der Geschichte. Ich folge der mir sehr sympathischen Maddalena in ihren Ermittlungen auf Schritt und Tritt und lege das ca. 240 Seiten starke Buch nur ein einziges Mal zur Seite. Es ist Nacht und ich muss ein paar Stunden schlafen. Als erholsam empfinde ich die Beschreibungen der Landschaft und des Ortes Grado. Irgendwann werde ich mal dorthin reisen.
Alles in allem hat die Autorin Andrea Nagele mit ihrem Regionalkrimi „Grado im Glück“ ein Werk auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Er kann ohne Vorkenntnisse der vorigen Bände gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Die Autorin bekommt von mir 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Faszinierend ungewöhnlich!

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Commissaria Maddalena Degrassi und ihr Team genießen gerade ein paar ruhige Tage und können Papierkram und Altlasten in Angriff nehmen, wobei Maddalena tatsächlich das Wochenende frei hat. Bis der Anruf ...

Commissaria Maddalena Degrassi und ihr Team genießen gerade ein paar ruhige Tage und können Papierkram und Altlasten in Angriff nehmen, wobei Maddalena tatsächlich das Wochenende frei hat. Bis der Anruf eingeht: eine furchtbar zugerichtete Frauenleiche wurde in einem Treppenhaus von einem Nachbarn am frühen morgen aufgefunden. Sind schon einige Menschen an ihr vorbei gegangen, ohne zu reagieren? Hätte ihr noch jemand helfen können? Alle Nachbarn schildern sie als freundlich, ruhig und unauffällig. Wer sollte so jemanden denn töten wollen?

Wenige Tage zuvor kam die Commissaria an einer Gruppe von Freundinnen ihrer Freundin Georgia vorbei, die sich jeden Mittwochmorgen in einer ihrer Lieblingsbars/-cafés treffen und einmal im Monat bei einer von ihnen zu einer Literaturrunde. Bis dahin sollten alle das jeweilige Buch des Monats gelesen haben. Die sechs Freundinnen sind ganz unterschiedlich, von Alter, Herkunft und Stellung her und dennoch lieben sie ihre Runde, auch wenn sie bei genauerer Überlegung feststellen müssen, dass sie so viel Privates gar nicht übereinander wissen. Jede von ihnen scheint ein ganz eigenes Geheimnis vor ihnen zu verbergen.

Ganz besonders gut, hat mir die außergewöhnliche Erzählweise von Andrea Nagele gefallen, die eine ganz subtile Spannung aufbaut, ganz ohne Blutrünstigkeit. Es beginnt mit dem Fund einer übel zugerichteten Leiche, aber fast bis zum Schluss ist nicht klar, wer eigentlich das aufgefundene Opfer ist. Das ist natürlich nicht das eigentliche Spannungselement, aber das ungewöhnlichste. Hinzukommt, dass die Geschichte im Rückblick erzählt wird. Man erfährt vor allem was allen einzelnen aus dieser Freundesgruppe zuletzt geschehen ist und warum jede einzelne von ihnen leidenschaftlich Rubbellose kaufte... Jede von ihnen brauchte ein besonderes Quentchen Glück im Spiel, einen plötzlichen Geldsegen, um sie aus einer scheinbar aussichtslosen Lage zu befreien.

Nach außen hin sind sie eine muntere Truppe, doch unter der Oberfläche brodelt es und Maddalenas Freundin Georgia scheint es instinktiv gespürt zu haben. Immerhin machte sie sich in der letzten Zeit rar. Um dem Mord auf die Spur zu kommen, müssen die Masken fallen und das verzweifelt verborgen Gehaltene ans Licht kommen. Doch hat Maddalena die Chance hinter die Facade zu schauen? Die einzelnen Schicksale sind bewegend und oft kann man verstehen, was diese Frauen antreibt, auch wenn man selbst froh ist, nicht in ihrer Haut zu stecken. Ihre Lage ist so verzweifelt, dass das Glückspiel die einzige Lösung scheint. Wie sich diese Abgründe und das Zusammenwirken der Freundinnen entwickelt, finde ich sowohl erzählerisch, als auch psychologisch unglaublich geschickt gemacht. Kein Wunder ist die Autorin doch auch aktive und erfahrene Psychotherapeutin, weshalb ihr keine menschlichen Abgründe unbekannt sein dürften.

Natürlich ermittelt die Commissaria nicht alleine und so ist wieder ihr Team mit dabei, in welchem inzwischen jeder seinen eigenen Platz gefunden hat. Doch in diesem Fall treten die Ermittler und ihre persönlichen Empfindsamkeiten eher in den Hintergrund, denn im Fokus stehen die sechs Freundinnen, deren Schicksale von nunan unwiderruflich miteinander verwoben sein werden. Weil die Vorgeschichte der Ermittler aber nicht so präsent ist, eignet sich dieser Fall sehr gut für spät Einsteiger.

Die malerische Kulisse der Lagune ist verführerisch, doch schützt sie nicht vor Gier, Brutalität und Verzweiflung. Die Suche nach dem Glück kann manchmal tödlich enden. Trotz des sehr perfiden und für Maddalena unbefriedigenden Endes, war für mich dieser Fall ein Glücksgriff. Seine ungewöhnliche Erzählweise, hat für mich neben der Kulisse einen ganz eigenen Reiz.

Zu guter Letzt gibt es dann noch das Rezept für Pomelo Spritz, dem hippen Drink der Saison. Wir haben es übrigens in alkoholfrei in Frankreich gerade als Aperitif bekommen.... Schön frisch!
Wer kann da noch widerstehen?

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Spannend bis zum Schluss

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Was für ein spannender Krimi. Grado, die malerische Insel an der nördlichen Adria habe ich selbst noch nie besucht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Sechs Freundinnen leben ihre sehr unterschiedlichen ...

Was für ein spannender Krimi. Grado, die malerische Insel an der nördlichen Adria habe ich selbst noch nie besucht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Sechs Freundinnen leben ihre sehr unterschiedlichen Leben in Grado, was sie eint, ist ihre Liebe für Bücher und das Glücksspiel. Eine von ihnen wird ermordet und scheint vorher noch viel Geld gewonnen zu haben.

Im Laufe der Geschichte erfahre ich, warum jede der Sechs dringend Geld benötigt. Dabei treten überraschende Schicksale zutage. Wer ist das Opfer und was ist passiert? Das bleibt bis kurz vor Schluss offen und ich kann nicht aufhören zu lesen. Die Schicksale der Freundinnen berühren mich, Grado im Glück packt mich von der ersten Seite an und lässt mich nicht mehr los.

Wieder schockiert mich die Autorin, sie nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt Frauenschicksale, die leider sehr realistisch erscheinen.

Dies ist bereits Band 10 der Grado-Reihe und ich hoffe sehr, dass der Autorin noch lange nicht die Ideen ausgehen. Bravo, bravissimo!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Glück und Unglück, so nah beieinander!

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Meine Meinung
Der Autorin ist mit „Grado im Glück“ ein spannender, jedoch gänzlich anders aufgebauter Krimi als klassische Whodunits, gut gelungen.

Ich kannte die Reihe um Commissaria Maddalena Degrassi ...

Meine Meinung
Der Autorin ist mit „Grado im Glück“ ein spannender, jedoch gänzlich anders aufgebauter Krimi als klassische Whodunits, gut gelungen.

Ich kannte die Reihe um Commissaria Maddalena Degrassi nicht und brauchte ein bisschen, um mich im Ermittlungsteam auszukennen. Mit der Zeit flossen aber einige wichtige Informationen aus den Vorgängerbänden in die Geschichte ein und ich konnte die Beziehungen zueinander besser einordnen.

Der Krimi startet recht flott mit einem Mord, doch die Autorin lässt uns bei der Identität der Toten in der Schwebe. Danach geht es in der Geschichte vor allem um einen Freundinnenkreis von sechs Frauen unterschiedlichen Alters, die sich jeweils am Mittwoch in ihrem Wohnort Grado zu einem Umtrunk treffen und einmal im Monat reihum zu einer Leserunde einladen. Man könnte meinen, dass sich diese Frauen untereinander kennen und sich über ihre persönlichen Belange austauschen. Weit gefehlt! Jede trägt ein mehr oder minder großes Päckchen an Problemen mit sich, von denen die anderen keine Ahnung haben. Dabei reicht die Palette von Missbrauch, häuslicher Gewalt, finanzieller Probleme über gesundheitliche Schwierigkeiten und führt schlussendlich zu enormen Spannungen unter den sechs Freundinnen, die ich persönlich eher als Bekannte bezeichnen würde, denn Freundschaft hat für mich eine ganz andere Bedeutung. Dieses Psychogramm um den Freundinnenkreis nimmt im Buch den größten Teil ein und die Ermittlungen mit dem Team um Commissaria Maddalena Degrassi stehen eher im Hintergrund.

Die Auflösung des Kriminalfalles ließ mich, wie die Commissaria, ein wenig unzufrieden zurück und ich hätte mir ein etwas anderes Ende erhofft.

Was mir besonders gefiel, war das Ambiente der Stadt Grado, das abseits der touristischen Pfade sehr eindrücklich in diesem Buch eingefangen wurde.

Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem Psychogramm und einem damit zusammenhängenden Mord ist, dem sei „Grado im Glück“ empfohlen. Ich verbrachte spannende Lesestunden mit diesem Krimi der anderen Art.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Eine gelungene Fortsetzung

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„Du willst das alles nicht wirklich wissen.“

Dieser 10. Krimi rund um die Gradeser Commissaria Maddalena Degrassi ist ein wenig anders als die neun vorherigen. Es geht weniger um klassische Ermittlungsarbeit ...

„Du willst das alles nicht wirklich wissen.“

Dieser 10. Krimi rund um die Gradeser Commissaria Maddalena Degrassi ist ein wenig anders als die neun vorherigen. Es geht weniger um klassische Ermittlungsarbeit sondern eher um das Psychogramm einer langjährigen Freundschaft unter sechs Frauen, die einander doch nicht ganz so vertrauen wie sie glauben. Die Tote ist (fast) nur Nebensache.

Der Krimi beginnt mit dem Auffinden einer zunächst unbekannten toten Frau am Fuße einer Treppe in einem Wohnhaus in Grado, in dem die Bewohner auffallend schweigsam sind. Ein unglücklicher Treppensturz oder hat hier jemand nachgeholfen?

In zahlreichen Rückblicken erhalten wir Leser Einblick in die letzten zehn Tage VOR dem Tod der Frau, die sich als eine der sechs Freundinnen, die sich regelmäßig treffen, um über gelesene Bücher zu diskutieren. Carolina, Romina, Mariella, Anastacia, Giorgia und Ludmilla - wer von diesen Frauen ist die Tote?

Meine Meinung:

Wer sich einen Krimi nach der bekannten Schreibweise von Andrea Nagele erwartet, wird hier ein wenig irritiert sein. Andrea Nagele, langjährige Psychotherapeutin, legt diesen Krimi ein wenig anders an. Statt wie gewohnt, einen Whodunit-Krimi in den Händen zu halten, sind wir Leser mit Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert.

Der Satz „Du willst das alles nicht wirklich wissen.“ zieht sich durch das ganze Buch.

Kann eine langjährige Freundschaft so viele Geheimnisse und Lügen überstehen? Wie weit kann, darf oder muss Freundschaft gehen? Soll oder muss der Ehemann, der eine Frau regelmäßig misshandelt, angezeigt werden? Auch gegen deren Willen? Wie sehr darf eine Freundschaft strapaziert werden? Ist es legitim darauf zu hoffen, Geld geliehen zu erhalten?

Fragen über Fragen, mit denen wir hier konfrontiert werden.

Interessant ist, dass auch hier, wie in beinahe jedem meiner jüngst gelesenen Krimi, gleichgeschlechtlich Liebende, eine Rolle spielen. Diese Geschichte dieses Paares hat allerdings auf den Fortschritt der Geschichte bzw. die Ermittlungen keinen Einfluss.

Fazit:

Kein Krimi im herkömmlichen Sinn, aber nicht weniger interessant. 4 Sterne.