Mitreißend, emotional, überwältigend
Die OzeanschwimmerinIch begleite die Autorin Charlotte mit den unterschiedlichen Pseudonymen bereits seit mehr als 5 Jahren und immer wieder gelingt es ihr mich zu überraschen. Ob es als Charlotte McGregor ist mit meinem ...
Ich begleite die Autorin Charlotte mit den unterschiedlichen Pseudonymen bereits seit mehr als 5 Jahren und immer wieder gelingt es ihr mich zu überraschen. Ob es als Charlotte McGregor ist mit meinem Zufluchtsort Kirkby, dem schottischen Bullerbü für Erwachsene, als Charlotte Taylor mit den magischen Wal-Begegnungen oder ob sie als Teil des Duos C.C. Ravenmiller in fantastische Welten eintaucht, mich fasziniert ihre Vielfältigkeit und ihre große Stärke ist es, dass sie ihre Leserinnen mitnimmt in ihre Bücher. Ich kraule kleine Babydrachen, freue mich auf witzige Wortgefechte mit Lord Seidentüchlein in Jons Pubs oder gehe auf Whale Watching Tour Auge in Auge mit den größten Säugetieren der Welt. Ich werde Teil der Bücher, fühle mit den Protagonisten, als würde ich in ihrer Haut stecken und ertrinke in einem Strudel an Emotionen, nicht selten wird auch ein Päckchen Taschentücher benötigt 😉.
Von daher war es keine Frage, dass ich auch „Die Ozeanschwimmerin“ auf ihrer Oceans´s Seven Challenge begleiten will. Als Charlotte Tarnowski beglückt mich die Autorin mit einer Geschichte über eine junge Frau, die Ehemann, Sohn und Hund bei einem Bootsunglück verloren hat. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie sich Sophie fühlen muss, wenn von einem auf den anderen Tag alles weg ist, wofür sie gelebt hat. Nur im Wasser fühlt sich Sophie noch lebendig und aus einer spontanen Idee heraus, plant sie die schwimmerische Antwort auf die „Seven Summit“ Herausforderung der Bergsteiger zu wagen. Das freie Durchschwimmen der sieben schwierigsten Meerengen ohne Neoprenanzug, unter extremen Bedingungen wie kaltem Wasser, Strömungen, Haien und Quallen. Selbst geübte Schwimmer, zu denen ich ganz sicher nicht gehöre, sind an dieser Herausforderung gescheitert, mich fröstelt schon allein der Gedanke daran.
Und die Autorin schont uns nicht. Schon auf den ersten Seiten schwimmt Sophie in einen Quallenteppich und ich staune, was der Mensch alles ertragen kann. Wie stark wir sein können, wie groß trotz allem Leid der Überlebenswille ist. Es berührt mich zutiefst, wenn Sophie auf die Frage, ob sie keine Angst hätte, antwortet: „Nein, wovor soll ich mich fürchten, nachdem mir das Schlimmste schon passiert ist?“
Sophie ist krass, mir fällt kein anderes Wort ein, welches sie besser beschreibt. Ist sie mutig? Oder verrückt? Aber ich schwimme mit ihr durch die Seiten dieses Buches, erfahre durch Rückblenden von ihrer Jugend und hoffe, dass sie eines Tages doch wieder Angst verspürt, denn dann hat sie wieder etwas gefunden, was sie nicht verlieren möchte.
Wie es Sophie schafft, mit ihrem Mut und ihrem eisernen Willen alle um sie herum zu inspirieren und zu motivieren ist beeindruckend. Sie ist trotz ihrer Leistungen keine Angeberin und ich würde mir wünschen, dass es mehr Menschen gibt wie sie. „Die Ozeanschwimmerin“ kämpft gegen starke Strömungen und auch ich habe diesen Sog verspürt, dem ich nicht widerstehen konnte, der Sucht immer weiterlesen zu müssen und das Buch nicht aus den Händen legen zu wollen. Die Geschichte hallt noch lange nach und macht Lust auf mehr.
5 Sterne plus und eine unbedingte Leseempfehlung für das Highlight meines Jahres.