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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2021

Herzerwärmend, witzig, tiefgründig & queer. Ein zauberhaftes Buch!

Nur fast am Boden zerstört
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Als ich das erste Mal von „Nur fast am Boden zerstört“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover, muss ich gestehen, hat mich auf den ersten Blick nun nicht so angesprochen, aber der Klappentext ...

Als ich das erste Mal von „Nur fast am Boden zerstört“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover, muss ich gestehen, hat mich auf den ersten Blick nun nicht so angesprochen, aber der Klappentext dafür umso mehr. Das Buch klang einfach nur unheimlich gut. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich es unbedingt lesen muss.

Ollies Begeisterung hält sich ziemlich in Grenzen als ihm seine Eltern eröffnen, dass sie nach North Carolina ziehen werden, um dort der krebskranken Tante Linda und ihrer Familie beizustehen. Natürlich kann Ollie die Entscheidung seiner Eltern verstehen, aber dass er Kaliforniern verlassen muss und sein Abschlussjahr nicht an seiner alten Schule gemeinsam mit seinen Freunden machen kann, frustriert ihn sehr. Als er jedoch erfährt, wer ebenfalls an seine neue Schule geht, macht ihm der Umzug im Nu viel weniger aus. Will Tavares ist fortan an sein Mitschüler! Der Will Tavares, der ihm während seines Sommerurlaubs am See den Kopf verdreht und Herzklopfen beschert hat. Nur irgendwie ist der Will in der Schule ein völlig anderer als der am See. Der Will, mit dem Ollie den Sommer verbracht hat, war lustig, liebevoll und hat sich nicht davor gescheut ihn zu küssen. Der Highschool-Will aber bekennt sich nicht zu seiner Sexualität und verhält sich ziemlich idiotisch. Ollie beschließt, seinem Sommerschwarm nicht hinterherzutrauern – na ja, er versucht es zumindest. Sein Vorhaben stellt sich nur als gar nicht so leicht heraus: Irgendwie taucht Will ständig dort auf, wo Ollie sich gerade aufhält.

Dies war mein erstes Werk von Sophie Gonzales und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Mir hat das, was ich in „Nur fast am Boden zerstört“ zu lesen bekommen habe, richtig gut gefallen. Das Prequel zu dem Buch muss ich mir nun unbedingt auch noch zulegen. Leider habe ich zu spät entdeckt, dass es eine Vorgeschichte zu dem Roman gibt, ansonsten hätte ich diese auf jeden Fall davor gelesen. Dass ich sie nun nicht vorher kannte, hat allerdings in keinster Weise meine Lesefreude beeinträchtigt. Meiner Ansicht nach kann man „Nur fast am Boden zerstört“ völlig problemlos ohne die Kenntnisse aus der Vorgeschichte lesen.

Mir hat das Buch ein zauberhaftes Leseerlebnis bescheren können. Der humorvolle, locker-leichte Erzählstil gefiel mir auf Anhieb, für mich hat er sich super angenehm und flüssig lesen lassen.
Auch mit unserem Hauptprotagonisten Ollie, aus dessen Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, konnte das Buch umgehend bei mir punkten. Ollie ist ein so süßer und herzensguter Kerl! Er ist aufgeschlossen, echt, witzig und so herrlich selbstironisch. Mit ihm hat die Autorin einen wundervollen Buchhelden erschaffen, den man als Leser*in einfach sofort liebhaben muss. Mein Herz hat Ollie jedenfalls im Sturm erobert und da seine Gefühls- und Gedankenwelt vollkommen realistisch und glaubwürdig dargestellt wird, habe ich mich jederzeit mühelos in ihn hineinversetzen können.

Neben Ollie konnte mich Sophie Gonzales auch mit den weiteren Charakteren vollends überzeugen. Die Erzählung steckt voller lebensnaher, liebenswerter und queerer Figuren, die allesamt hervorragend ausgearbeitet wurden und das Leseereignis mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften zu etwas ganz Besonderem machen.
Da hätten wir zum Beispiel Will, der – anders als Ollie – noch nicht sein Coming-out hatte und den ich, um ehrlich zu sein, zunächst irgendwie nicht so gerne mochte. Je mehr Zeit wir aber mit ihm verbringen dürfen, desto lieber habe ich ihn gewonnen. Dank gelegentlicher Rückblenden, die von Ollies und Wills gemeinsamen Sommer am See berichten, dürfen wir zudem noch „den anderen“ Will kennenlernen. In diesen Passagen war er mir um einiges sympathischer, muss ich sagen. Dass er sich in der Schule so anders gibt und Angst davor hat sich zu seiner Sexualität zu bekennen, konnte ich allerdings nur zu gut nachvollziehen. In einer Kleinstadt wie Collinswood in North Carolina, in der quasi jeder jeden kennt und mit Homosexualität nicht so gechillt umgegangen wird wie beispielsweise in Ollies Heimat-Staat Kaliforniern, stelle ich es mir nicht so leicht vor den Mut zu fassen sich zu outen.

Dann wären da noch Juilette, Lara und Niamh, drei Mitschülerinnen an Ollies neuer Schule, die unseren Romanhelden sehr schnell in ihre Clique aufnehmen werden. Ich fand diese drei Mädels einfach klasse; vor allem Lara mit ihrer toughen und selbstbewussten Art mochte ich ungeheuer gerne. Die Freundschaft der vier hat mir in dem Buch ganz besonders gut gefallen; ich habe mich einfach sofort pudelwohl in diesem tollen Vierergespann gefühlt.

Auch Ollies Familie mochte ich sehr gerne (seine Cousine und sein Cousin sind superniedlich!).
Ungemein gut gefallen hat mir überdies, dass die Autorin mit Tante Linda noch eine weitere wichtige Thematik mit einbringt: Krankheit und Verlust.
Tante Linda leidet an Krebs und ihre Chancen ihn zu besiegen stehen leider nicht gut. Die Story gewinnt durch diesen Handlungsstrang sehr an Ernst und stimmt traurig und nachdenklich. Aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Erzählung nicht. Insgesamt ist der Roman, trotz der teils sehr schweren Themen, ein zuckersüßes Jugendbuch mit Gute-Laune- und Wohlfühl-Garantie.

Mich hat das Buch an vielen Stellen bestens unterhalten. Der Humor war definitiv absolut meiner; vor allem die zahlreichen amüsanten Dialoge haben mir öfters breite Schmunzler entlockt.
Die emotionalen und bewegenden Momente kamen für mich aber natürlich ebenfalls nicht zu kurz, sodass ich an vielen Stellen ganz ergriffen beim Lesen dasaß. So hat mich vor allem die Liebesgeschichte sehr berührt. Mir hat sie total gut gefallen; sie ist glaubhaft, herzerwärmend und einfach nur wunderschön. In meinen Augen stellt die Autorin die Coming-out- und LGBTQ-Thematik rundum gelungen da: Mit ganz viel Authentizität und Herz und der genau richtigen Mischung aus Komik und Ernsthaftigkeit.

Mein einziger kleiner negativer Kritikpunkt an das Buch: Mir persönlich ist die Geschichte stellenweise ein kleines bisschen zu sehr vor sich hingeplätschert. Als langatmig habe ich diese Passagen nun nicht empfunden – mich konnte die Handlung dennoch durchweg mitreißen – aber hier und da hätte ich mir dann irgendwie doch ein wenig mehr Tempo und Spannung gewünscht. Ansonsten kann ich mich aber wirklich nur begeistert zu „Nur fast am Boden zerstört“ äußern.

Fazit: Ein bezauberndes Buch voller Herz, Wärme und Humor!
Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Sophie Gonzales herrliche Lesestunden bereiten können. Die Geschichte ist warmherzig, queer, tiefgründig und authentisch, sie steckt voller wunderbarer Charaktere und ist witzig und ergreifend zugleich. Ich kann „Nur fast am Boden zerstört“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Ganz große Leseempfehlung!

Von A wie Angst bis Z wie Zwang
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Als ich das Buch damals testlesen durfte, hätte ich mich danach am liebsten sofort vor meinen PC geschwungen und meine Rezension dazu getippt. Mich hat das, was ich zu lesen bekommen hatte, einfach so ...

Als ich das Buch damals testlesen durfte, hätte ich mich danach am liebsten sofort vor meinen PC geschwungen und meine Rezension dazu getippt. Mich hat das, was ich zu lesen bekommen hatte, einfach so beeindruckt und begeistert. Mit meiner Besprechung und Herzensempfehlung hieß es aber leider noch ein Weilchen warten – das Buch war schließlich noch nicht erschienen und ich kannte zudem ja auch noch gar nicht die Endfassung. Das fertige – und erste – Buchprojekt von Ladina Bosshard musste ich natürlich unbedingt bei mir einziehen lassen. Inzwischen habe ich es gelesen und heute kann ich euch endlich berichten warum es mir so gut gefallen hat.

Psychische Erkrankungen: Sie sind ein großer Teil unserer Gesellschaft – auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen – und es ist so wichtig, dass man viel und offen über sie spricht. Leider sind sie nur nach wie vor viel zu tabuisiert. Ich selbst leide seit vielen Jahren an einer psychischen Krankheit, habe mich aber bisher noch nicht getraut, groß darüber zu sprechen oder es auf Social Media oder sonst wo mit aller Welt zu teilen. Ich bewundere alle Menschen, die das können und würde auch wirklich gerne dazu gehören, aber irgendwie fehlt mir dazu einfach der Mut.

Ladina Bosshard aber hat ihre Furcht davor, was andere wohl von ihr denken könnten, wenn sie von ihren psychischen Problemen erfahren, überwunden und davor ziehe ich meinen Hut. Ich finde es einfach nur großartig, dass Ladina Bosshard es gewagt hat nicht mehr zu schweigen und ihre Geschichte und Erfahrungen mit Angst- und Zwangsstörungen so offen und ehrlich mit uns teilt. Ich selbst habe nicht mit diesen Erkrankungen zu kämpfen, habe mich aber dennoch in so manchen Dingen wiederfinden und so viel aus diesem Buch mitnehmen können. „Von A wie Angst bis Z wie Zwang“ ist definitiv nicht nur ein Werk für Betroffene – ich kann jedem nur nahelegen es zu lesen.

Was mich gleich zu Beginn sehr beeindruckt hat, ist der Sprachstil. Er ist anschaulich, leicht und flüssig – für mich hat er sich wunderbar lesen lassen. Unglaublich toll geschrieben sind auch die vielen bewegenden, von Ladina selbst verfassten Gedichte, die in das Buch eingebaut wurden. Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Lyrik, muss ich gestehen, aber Ladinas poetische Texte fand ich so schön!

Auch die klare Strukturierung ist mir sofort positiv aufgefallen. Das Buch besteht aus mehreren Teilen: Zuerst berichtet uns Ladina, warum sie sich dazu entschlossen hat „Von A wie Angst bis Z wie Zwang“ zu schreiben. Anschließend erzählt sie in dem Kapitel „Meine Geschichte“ wann es bei ihr begonnen hat, wie sich ihr Leben durch ihre Erkrankungen verändert hat, dass sie Therapien und mehrere stationäre Klinikaufenthalte hinter sich hat und dass sich ihr Zustand durch Covid-19 extrem verschlechtert hat.
Nach dieser etwas allgemeineren Zusammenfassung geht Ladina schließlich genauer auf die einzelnen psychischen Krankheiten ein, die bei ihr in den ganzen Jahren diagnostiziert wurden. In diesen Abschnitten steckt natürlich auch ganz viel Autobiographisches, allerdings erzählt uns Ladina auch generell was über die jeweiligen psychischen Störungen und gibt zudem lauter hilfreiche Tipps – sowohl für Angehörige als auch für Betroffene. Wie oben bereits erwähnt: Ich kann dieses Buch auch Nicht-Betroffenen nur ans Herz legen! Es hilft einem einfach so gut dabei, Menschen mit diesen Erkrankungen besser zu verstehen.

Auch Auszüge aus Ladinas Tagebüchern und Mails von Therapeuten sind Teil dieses Buches.
In „Von A wie Angst bis Z wie Zwang“ steckt wirklich wahnsinnig viel Privates und Persönliches und ich bewundere Ladina sehr und bin ihr überdies so dankbar dafür, dass sie uns all das mit so viel Offenheit anvertraut und uns so tiefe und emotionale Einblicke in ihre Seele und aus ihrem Heilungsprozess gibt.

Ich musste beim Lesen sehr oft schwer schlucken. Seit Ladina 11 Jahre alt ist, hat sie mit psychischen Problemen zu kämpfen. Hypochondrie, Zwangsstörung, Panikstörung, generalisierte Angststörung – all das wurde bei ihr diagnostiziert. Ich wünsche Ladina so sehr, dass sie ihre Erkrankungen irgendwann besiegt haben wird und wieder ein glücklicheres und leichteres Leben führen kann. Bis dahin wird es ein harter Weg voller Aufs und Abs sein, aber Besserung ist in Sicht. Ladina hat schon eine Menge erreicht und darauf kann sie echt stolz sein. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz auf sie und kann nur noch mal betonen, wie froh ich bin, dass sie dieses Buch herausgebracht hat und ich es gelesen habe. Auch wenn meine Erkrankung eine andere ist als Ladinas Probleme, hat sie mir mit ihrem Buch sehr weitergeholfen und viel Kraft und Mut geschenkt.

Fazit: „Von A wie Angst bis Z wie Zwang“ von Ladina Bosshard ist so ein Buch, welches ich am liebsten jedem in die Hand drücken möchte, damit er oder sie es liest. Auch wenn man nicht mit all den Erkrankungen zu kämpfen hat, an denen Ladina leidet, sollte man ihren Erfahrungsbericht und ihre Geschichte unbedingt kennenlernen. „Von A wie Angst bis Z wie Zwang“ gibt einem einfach so viel mit – auch Nicht-Betroffenen. Es ist ehrlich, berührend, wunderschön geschrieben und so wichtig! Von mir gibt es eine ganz große Leseempfehlung sowie 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Turbulent, superwitzig, hexenstark - ein herrlicher Lesespaß!

Das magimoxische Hexenhotel – Auch Hexen brauchen Urlaub
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Die Bücher von der Ulrike Rylance lese ich immer wahnsinnig gerne; vor allem die Penny Pepper-Serie, die von ihr geschrieben und von Lisa Hänsch illustriert ist, liebe ich sehr. Meine Freude war daher ...

Die Bücher von der Ulrike Rylance lese ich immer wahnsinnig gerne; vor allem die Penny Pepper-Serie, die von ihr geschrieben und von Lisa Hänsch illustriert ist, liebe ich sehr. Meine Freude war daher groß als ich hörte, dass diesen Sommer der Auftaktband einer neuen gemeinsamen Reihe der beiden erscheinen wird. Da stand für mich natürlich sofort fest: „Das magimoxische Hexenhotel – Auch Hexen brauchen Urlaub“ muss ich unbedingt lesen!

Die 10-jährige Klara glaubt ihren Augen nicht zu trauen, als sie eines Tages auf dem Dach des Nachbarhauses ein fremdes Mädchen herumturnen sieht. Wurde das ehemalige Hotel, das nun schon seit über zwei Jahren leersteht, etwa endlich verkauft? Ja, wurde es, und zwar von der Familie Krötenbein. Bei den Krötenbeins handelt es sich allerdings um keine normale Familie und das Hotel, das sie demnächst eröffnen werden, wird ebenfalls kein gewöhnliches Gästehaus sein: Klaras neue Nachbarn sind waschechte Hexen und ihr Hotel „Zur Lila Fledermaus“ soll ein Erlebnishotel der Extraklasse für Hexen werden, welches seinen Besuchern spannende Einblicke in die geheimnisvolle Menschenwelt liefert: Ausflüge in die Menschenstadt, Nachtwanderungen durch den Stadtpark...Die Menschen dürfen davon aber natürlich nichts erfahren! Da bei Klara nur irgendwie der Vergessenstee nicht wirkt, weiß sie auch nach ihrem Besuch im Hotel über deren besonderen Bewohner Bescheid. Bei Klara ist dieses Geheimnis aber gut aufgehoben und Rosalie (das Mädchen vom Dach) kann die Hilfe eines Menschenmädchens gerade eh sehr gut gebrauchen. Sie soll fortan die Menschenschule besuchen, allerdings hat sie keine Ahnung davon wie es in dieser so zugeht. Rosalie und Klara werden schnell beste Freundinnen werden und gemeinsam eine abenteuerliche und magische Zeit erleben.

Schon als ich mir vor einigen Monaten im neunten Penny Pepper-Band die Leseprobe zu „Das magimoxische Hexenhotel“ durchlas, war ich mir vollkommen sicher, dass mir auch das neue gemeinsame Werk von Ulrike Rylance und Lisa Hänsch ganz bestimmt tierisch gut gefallen wird. Am liebsten hätte ich damals sofort weitergelesen, der kleine Auszug aus dem Buch konnte mich einfach so begeistern.

Letztes Wochenende war es schließlich endlich soweit: Ich durfte weiterschmökern! Und wisst ihr was? Mein erster Eindruck damals hat mich nicht getäuscht: Mich haben Ulrike Rylance und Lisa Hänsch mit „Das magimoxische Hexenhotel – Auch Hexen brauchen Urlaub“ auf ganzer Linie überzeugen können. Ich hatte unheimlich viel Vergnügen beim Lesen und musste mich für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder von Junghexe Rosalie, Menschenmädchen Klara und Co. verabschieden. Auf den zweiten Band freue ich mich jetzt schon sehr! Angekündigt ist er zwar, soweit ich weiß, noch nicht, aber so wie die Geschichte endet, gehe ich davon aus, dass wir uns über mindestens eine Fortsetzung freuen dürfen.

Mir hat gleich der Beginn ein Grinsen auf die Lippen gezaubert, als wir Menschenmädchen Klara Mittelbach und ihre Eltern kennenlernen dürfen, die gerade dabei sind in ihren extrem ordentlichen Garten für noch mehr Ordnung zu sorgen. Schon da wird einem als Leserin klar: In diesem Buch wimmelt es nur so vor schrägen Figuren und vergnüglichen Momenten. Allein schon das Ehepaar Mittelbach ist eine Nummer für sich. Allerdings muss ich gestehen, dass mir Klara anfangs schon sehr leid tat, weil sie so humorlose und übergenaue Eltern hat. Aber, so viel sei schon mal verraten: Dies wird sich noch ändern und zwar dank Junghexe Rosalie Krötenbein.

Rosalie habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist quirlig, pfiffig und liebenswert, man muss sie einfach gernhaben. Genauso schaut es mit Klara aus, auch sie ist ein supersympathisches und aufgewecktes Mädchen.
Was Rosalie und ihre Familie angeht, muss ich unbedingt betonen wie toll ich es finde, dass sie schwarz sind. Farbige Menschen findet man in Kinderbüchern meinem Empfinden nach nicht oft, leider, und gerade dunkelhäutige Hexen sind eine Seltenheit. Klasse fand ich auch, dass die Hautfarbe der Familie Krötenbein überhaupt nicht zum Thema gemacht, sondern einfach als das dargestellt wird was es ist: Etwas völlig Normales.

Bezüglich der weiteren Charaktere hat mich der erste Eindruck nicht getäuscht: In dieser Geschichte treiben lauter ausgefallene und einzigartige Gestalten ihr Unwesen. Da hätten wir zum Beispiel Rosalies Oma, die man meist als Fledermaus und schlafend antrifft, eine ziemlich launische große Teenager-Hexenschwester und einen ausgesprochen eigenwilligen Hexenbesen mit einer ulkigen Sprechweise. Auch ein paar weniger freundliche Personen dürfen wir kennenlernen, wie Sportlehrer Herr Kaiser und drei fiese Jungen. Da Rosalie nur gerne mal Menschen verhext – was eigentlich strengstens verboten ist – und die meisten Zaubersprüche zudem noch nicht so gut beherrscht, werden diese vier Charaktere noch eine große Überraschung erleben, hehe.

Ich kann euch versprechen: Langeweile sucht man hier wahrlich vergebens. Es wird ohne Ende gehext – für Hexenfans ist dieses Buch ganz klar ein absolutes Muss – und da Rosalies Zaubereien gerne mal schiefgehen, kommen wir in den Genuss von jeder Menge höchst amüsantem Hexenchaos.
Aber auch sonst sprüht die Geschichte einfach nur so vor unterhaltsamen Szenen und originellen Einfällen. Süße Mail-Mäuse (die E-Mails in der Hexenwelt); sehr lustig klingende Hexensprüche; ein Hexenhotel, das seinen magischen Gästen unter anderem Safaris in den Baumarkt oder Supermarkt anbietet – hach, herrlich. Die Ulrike Rylance hat aber auch immer Ideen, hihi. Sie hat ihrer Fantasie wirklich mal wieder ihren freien Lauf gelassen.

Neben der Geschichte bin auch von der Innenaufmachung ganz hingerissen. Ulrike Rylance und Lisa Hänsch sind einfach schon längst ein eingespieltes Team – Text und Bild harmoniert in ihren gemeinsamen Werken stets perfekt miteinander. So auch hier. Mir haben die vielen coolen vierfarbigen Illustrationen von der Lisa Hänsch richtig gut gefallen. Ich liebe einfach ihren witzig-frechen Zeichenstil.

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liegt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an.
Der Schreibstil ist leicht und humorvoll, die Schrift ist angenehm groß und die Kapitel sind sehr kurz. Man sollte in meinen Augen aber dennoch schon etwas geübter im Selberlesen sein, da der Text aufgrund der vielen Wortneuschöpfungen ein wenig anspruchsvoller gestaltet ist.
Zum Vorlesen bietet sich das Buch auch prima an und deutlich älteren Leser
innen kann ich es ebenfalls nur empfehlen. Für diese zauberhafte Geschichte ist man definitiv nie zu alt.

Fazit: Ein wunderbar turbulentes und hexenstarkes Lesevergnügen voller Magie, Witz und einmaligem Hexencharme!
Ulrike Rylance und Lisa Hänsch haben mit „Das magimoxische Hexenhotel – Auch Hexen brauchen Urlaub“ eine wunderschöne Hexen- und Freundschaftsgeschichte aufs Papier gebracht, mit welcher sie mich hellauf begeistern konnten.
Mir hat das Buch einfach genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine Geschichte voller Spannung, Spaß und Fantasie, ganz viel wundervoll verrückte Hexenmagie, zahlreiche außergewöhnliche Charaktere sowie jede Menge liebevolle Illustrationen. Ich hatte diebisch viel Freude beim Lesen und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Rosalia, Klara und Co!
Von mir gibt es eine große, magimoxische Leseempfehlung sowie volle 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Ein wunderbares Finale einer ganz fantastischen Reihe!

Land of Stories: Das magische Land 6 – Der Kampf der Welten
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Endlich, es ist da: Das von mir so sehnsüchtig erwartete Finale der Land of Stories-Serie! Ich liebe diese Reihe; die fünf bisherigen Bände waren allesamt Jahreshighlights für mich. Ich konnte es daher ...

Endlich, es ist da: Das von mir so sehnsüchtig erwartete Finale der Land of Stories-Serie! Ich liebe diese Reihe; die fünf bisherigen Bände waren allesamt Jahreshighlights für mich. Ich konnte es daher wirklich kaum mehr erwarten mich endlich auf den sechsten (und leider auch letzten) Band stürzen zu können.

Alex wurde von den bösen Hexen aus dem magischen Land in die Anderswelt entführt und steht unter einem furchtbaren Fluch, der sie zu einer willenlosen Marionette macht. Conner muss seine Zwillingsschwester unbedingt finden und den Bann brechen! Zusammen mit seinen Freunden begibt er sich auf die Suche nach Alex und landet schließlich in New York City. Aber nicht nur Connor und seine Freunde haben ihren Weg in die bevölkerungsreichste Stadt der Vereinigten Staaten gefunden – auch lauter finstere Schurken aus der Märchenwelt und magischen Geschichten sind in der Metropole erschienen. Ein erbitterter Kampf gegen die Welt der Menschen und der Magie beginnt...

„Land of Stories“ zählt für mich inzwischen zu meinen neuen absoluten Lieblingsreihen und wie das bei solchen Reihen eben so ist, erhofft man sich von jeder weiteren Fortsetzung immer gigantisch viel. Und wenn es sich dann auch noch um das Finale handelt, sind die Ansprüche natürlich besonders hoch.
Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich mit enorm hohen Erwartungen an den sechsten Teil der Land of Stories-Serie herangegangen bin. Und da es mit diesem zudem heißt, Abschied von lauter liebgewonnenen Charakteren nehmen zu müssen, hat sich neben meine große Vorfreude auch eine ordentliche Portion Wehmut dazugesellt.
Ich habe aber trotz meiner wehmutsvollen Stimmung großartige Lesestunden mit dem Buch verbracht. In meinen Augen hat Chris Colfer mit „Der Kampf der Welten“ ein perfektes Finale aufs Papier gebracht, mit welchem er seine wundervolle Land of Stories-Serie würdig abschließt.

Ehe ich euch berichte, warum ich so begeistert von dem Buch bin, kurze Info an alle, die die Reihe noch nicht kennen, dies aber gerne noch ändern möchten: Startet unbedingt mit dem Auftaktband und da die Bände stark aufeinander aufbauen, ist es definitiv erforderlich sie in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

Da mir die Ereignisse aus den Vorgängern noch sehr präsent waren, habe ich problemlos in das Land of Stories-Universum zurückgefunden. Zu Beginn halten wir uns allerdings nicht in der Zeit auf, in der der fünfte Band geendet hat. Der Prolog entführt uns in die Zukunft, in der wir den 80-jährigen Conner Bailey kennenlernen dürfen. Fand ich total cool und zudem auch super interessant, da wir Leserinnen dank dieses Einstiegs erfahren, wie es Conner in den ganzen Jahren so ergangen ist. Der Anfang schafft zudem einen brillanten Bogen zum Ende, aber mehr dazu werde ich euch hier nicht erzählen, ich will schließlich auf gar keinen Fall spoilern oder so.
Nach dieser originellen Einleitung nimmt uns Chris Colfer wieder dorthin mit, wo der fünfte Teil geendet hat und man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen.

Bei mir herrschte auch bei diesem Band der totale Seitenverschlinger-Alarm. Einmal in das Buch versunken, wollte ich am liebsten gar nicht mehr daraus auftauchen. Die Handlung hat mich durchweg packen und an die Seiten fesseln können und der erstklassige Schreibstil von Chris Colfer hat sich wie gewohnt superangenehm für mich lesen lassen. Die Kapitel hätten für meinen Geschmack zwar gerne ein kleines bisschen kürzer sein dürfen, aber ein wunderbarer Lesefluss kam für mich natürlich dennoch zustande. Chris Colfer ist einfach das reinste Erzähltalent. Es fällt einem wirklich verdammt schwer, sich dem Zauber seiner Worte wieder zu entziehen.

Anders als in den vorherigen Bänden halten wir uns dieses Mal kaum in der Märchenwelt auf, was ich irgendwie schon schade fand, was mich letztendlich dann aber doch nicht gestört hat, da uns der Autor dafür an lauter andere tolle Orte mitnimmt.
Die Story spielt überwiegend in New York City – ein Setting, welches ich schon immer unheimlich gerne mochte. Leider war ich im Reallife noch nie dort, aber da Chris Colfer sämtliche Schauplätze sehr bildhaft und anschaulich beschreibt und es zudem eine Stadt-Karte vorne im Buch gibt (umwerfend gezeichnet von Brandon Dorman) habe ich mich jederzeit mühelos zurechtfinden und mir alles ganz genau vorstellen können.

Neben der Kulisse bin ich auch von den Charakteren mal wieder hellauf begeistert. Allesamt wurden sie erneut mit ganz viel Liebe ausgearbeitet und machen das Lesevergnügen mit ihren Eigenschaften und Besonderheiten rundum perfekt. Riesig gefreut hat mich, dass zahlreiche alte Bekannte abermals mit von der Partie sind wie Conner, Alex, Rotkäppchen, Goldlöckchen, Jack, Froggy, Bree und, und, und. Bösewichte und Figuren aus berühmten Klassikern sowie Charaktere aus Conners Geschichten haben natürlich ebenfalls wieder ihre Auftritte und auch ein paar neue Gesichter werden eingeführt.
Mich haben viele der Figuren erneut bestens unterhalten. So ist beispielsweise Rotkäppchen mal wieder ganz in ihrem Element (Rot ist einfach nur einmalig!) und Robin Hood fand ich ebenfalls herrlich; ich bin da aus dem Schmunzeln oft gar nicht mehr herausgekommen.

Neben dem Humor kommen auch die dramatischen, überraschenden und emotionalen Momente nicht zu kurz. Die Handlung kann konstant mit einer hohen Spannung aufwarten und der Showdown zum Ende hin kann sich wahrlich sehen lassen. Durchweg mitfiebern und mitbibbern ist hier definitiv angesagt. Fürs Herz gibt es aber natürlich auch jede Menge – mich jedenfalls haben so einige Szenen sehr berührt.
Auch der magische und märchenhafte Anteil nimmt selbstverständlich in diesem Band einen sehr großen Part ein, sodass Fantasyfreunde und Märchenfans ebenfalls wieder ganz auf ihre Kosten kommen werden.

Neben Chris Colfer hat auch der Illustrator Brandon Dorman erneut einen fabelhaften Job gemacht. Von der Aufmachung bin ich mal wieder ganz hingerissen. Das Cover ist ein echter Hingucker, ich liebe es! Die Land of Stories-Bücher sind einfach allesamt der reinste Augenschmaus.
Von der New York City-Karte vorne im Buch habe ich euch ja bereits berichtet, die sieht echt klasse aus. Hinten im Buch gibt es dann noch die altbekannte Karte vom magischen Land und die Kapitelanfänge werden erneut von wunderhübschen schwarz-weiß Illustrationen geziert.

Mit dem Ende konnte mich dieser Band ebenfalls gänzlich überzeugen. Es ist zufriedenstellend, herzerwärmend und einfach nur genial. Ich habe das Buch mit einem glücklichen (und sehr wehmütigen) Gefühl wieder schließen können, nachdem ich eine unvergessliche Zeit darin verbracht habe.

Fazit: Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut und tja, was soll ich sagen, eindeutig zurecht!
Chris Colfer hat mir mit dem sechsten und letzten Land of Stories-Band ein weiteres absolutes Highlight bescheren können. Ich finde das Finale einfach nur fantastisch. Es steckt voller Spannung, Witz, Herz, Magie und Fantasie und hält uns Leser
innen durchweg in Atem. Ich habe das Buch so richtig weggesuchtet und es mit einem lachenden und einem weinenden Augen wieder zugeklappt. Echt schade, dass die Reihe nun abgeschlossen ist, schnief.
Egal ob Jung oder Alt – ich kann jedem nur ans Herz legen die Land of Stories-Serie kennenzulernen. Diese Reihe ist einfach einzigartig und hat definitiv das Zeug zum Klassiker. „Der Kampf der Welten“ erhält von mir 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2021

Ein großartiges und ganz besonderes Buch!

Die Suche nach Paulie Fink
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Da mir Ali Benjamin mit „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ vor drei Jahren ein wahres Herzensbuch geschenkt hat, war meine Freude riesig als ich hörte, dass diesen Sommer endlich ein neuer ...

Da mir Ali Benjamin mit „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ vor drei Jahren ein wahres Herzensbuch geschenkt hat, war meine Freude riesig als ich hörte, dass diesen Sommer endlich ein neuer Roman von ihr im Hanser Verlag erscheinen wird. Da musste ich mir gar nicht erst den Klappentext durchlesen – für mich stand einfach sofort fest: „Die Suche nach Paulie Fink“ muss ich unbedingt lesen.

Caitlyn ist mit ihrer Mutter gerade in den kleinen Ort Mitchell im Bundesstaat Vermont gezogen, mitten im Nirgendwo, und als wäre dieser Umzug nicht schon schrecklich genug für sie, erweist sich ihre neue Schule als äußerst seltsam und total anders als ihre alte Schule. Die Mitchell School ist superklein (in ihre neue Klasse gehen mit ihr nur 11 Schüler), sie befindet sich in einer alten Villa und hinter der Fußballwiese lebt eine Horde Ziegen, um die sich alle gemeinsam kümmern. Und dann wäre da noch dieser mysteriöse Paulie Fink, über den ihre Klassenkameraden pausenlos sprechen und den alle vermissen. Wer ist nur dieser Paulie Fink und warum finden ihn alle so toll? Und wieso ist er so plötzlich verschwunden?
Caitlyn erhält auf ihre Nachfragen ziemlich verschiedene Antworten: Paulie war ein urkomischer Klassenclown, ein ziemlicher Unruhestifter, ein absolutes Genie...worin sich aber alle einig sind: Er ist eine echte Legende. Und nun ist er weg und Caitlyn ist da. Obwohl Caitlyn keine Ahnung hat, wer dieser Schul-Megastar eigentlich war, soll jetzt ausgerechnet sie einen würdigen Ersatz für ihn finden. Sie soll einen Wettbewerb veranstalten, in welchem ihre Klassenkameraden verschiedene, von ihr genannte Challenges erfüllen müssen, ähnlich wie in einer TV-Casting-Show. Wer sich am besten schlägt, wird am Ende von der Jurorin, sprich Caitlyn, zum neuen Paulie Fink gekürt. Mit jeder neuen Aufgabe versucht Caitlyn eine Person, die sie nie getroffen hat und nur aus Erzählungen kennt, besser zu verstehen. Gleichzeitig wird sie auch eine Menge über sich selbst herausfinden und so einige Überraschungen dabei erleben.

Es gibt solche Bücher, bei denen weiß man einfach schon nach wenigen Seiten, dass man sie lieben wird. „Die Suche nach Paulie Fink“ ist definitiv so ein Buch für mich.

Ich muss ja gestehen, dass ich mir von dem neuen Werk aus der Feder von Ali Benjamin immens viel erhofft habe. Ließ sich nicht vermeiden, schließlich mag ich ihr Debüt so wahnsinnig gerne. Meine hohen Erwartungen wurden aber zum Glück komplett erfüllt. Ali Benjamin hat in meinen Augen auch mit „Die Suche nach Paulie Fink“ einen außergewöhnlichen und ganz wundervollen Roman aufs Papier gezaubert, mit welchem sie mich restlos begeistern konnte.

Was dieses Buch definitiv zu etwas ganz Besonderem macht, ist die geistreiche Erzählweise. Der größte Teil der Geschichte wird aus der Sicht von unserer Hauptprotagonistin Caitlyn in der Ich-Perspektive geschildert. Neben diesen Kapiteln gibt es aber auch noch zahlreiche Interviews, in denen Caitlyns Klassenkameraden und einige Lehrer von dem legendären Paulie Fink berichten. Auch ein paar E-Mails bekommen wir zu lesen und Caitlyns Passagen enthalten zudem noch einige Textnachrichten.
Mir hat die Art und Weise wie die Handlung erzählt wird, extrem gut gefallen. Das Leseerlebnis wird durch die verschiedenen Erzählstile so schön abwechslungsreich und packend gestaltet; man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da einen die Handlung so sehr mitreißt und so ungeheuer viel Spaß macht. Und da überdies die Kapitel recht kurz sind und sich der Schreibstil von Ali Benjamin super angenehm und locker-leicht liest (hier auch mal ein großes Lob an die beiden Übersetzerinnen Jessika Komina und Sandra Knuffinke, die den Text hervorragend ins Deutsche übertragen haben!), fliegt man beim Lesen nur so durch die Seiten.

Für mich kam an keiner Stelle Langeweile auf. Die zwei großen Fragen, wer genau nun eigentlich dieser erstaunliche Paulie Fink ist und was mit ihm geschehen ist, ziehen sich durch das gesamte Buch, sodass ein konstantes Spannungslevel herrscht. Hinzu kommt natürlich noch der Reality-TV-ähnliche Wettbewerb, den Caitlyns Klasse veranstaltet wird, um den neuen Paulie Fink zu finden. Da bin ich ebenfalls so richtig ins Mitfiebern geraten. Welche Aufgaben wird sich Caitlyn ausdenken? Wie werden sich ihre Klassenkameraden schlagen und wer wird am Ende der Sieger oder die Siegerin sein?
Die Antworten auf die ganzen Fragen werde ich euch hier selbstverständlich nicht geben, hehe. Wenn ihr die gerne haben möchtet, müsst ihr das Buch schon selbst lesen. (Was ihr unbedingt tun solltet!)

Die Geschichte lädt allerdings nicht nur zum Mitfiebern ein – sie berührt einen auch und stimmt nachdenklich und ermutigt einen dazu, Dinge zu hinterfragen und anzupacken. Sie ist lehrreich, tiefgründig und vermittelt so viele tolle und bedeutsame Botschaften und Werte!
„Die Suche nach Paulie Fink“ handelt unter anderem von Selbstfindung und dem Hinauswachsen über sich selbst, von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Ehrlichkeit. Sie lehrt sehr viel interessantes Wissen über die griechische Antike und auch über Shakespeare erfahren wir so einiges. Also ich bin wirklich total begeistert davon, wie viel in diesem Buch steckt.

Womit die Geschichte ebenfalls gänzlich bei mir punkten konnte: Der Humor. Dieser war definitiv absolut meiner; ich habe mich beim Lesen stellenweise köstlich amüsiert. Vor allem die teils herrlich schrägen Eigenarten vieler Charaktere haben mir ständig jede Menge breite Schmunzler entlockt.

Mit den Figuren hat mich Ali Benjamin auf jeden Fall vollends überzeugen können. Sie wurden mit viel Liebe ausgearbeitet und sind allesamt einfach nur einmalig – man kann gar nicht anders, als sie alle ganz fest ins Herz zu schließen. Besonders gut gefallen hat mir Fiona – eine Klassenkameradin von Caitlyn. Fiona ist so wunderbar tough und selbstbewusst, ich fand sie echt klasse. Aber ich mochte wirklich alle Charaktere unheimlich gerne. Caitlyns neue Klasse, die Pioniere, ist eine so coole Truppe – ich habe sie alle sofort geliebt. Die Lehrer an der Mitchell School fand ich ebenfalls einsame Spitze und die kleine schüchterne Plüschi (ein Vorschulkind, um das Caitlyn sich in der Schule kümmern soll) hätte ich nur zu gerne mal ganz fest geknuddelt.
Caitlyn, unsere Ich-Erzählerin, zählte aber natürlich auch zu meinen Lieblingen. Sie wird im Verlauf der Erzählung eine fantastische Entwicklung durchmachen und diese mitzuverfolgen, fand ich einfach nur schön und sehr bewegend. Mir ist dabei richtig warm ums Herz geworden.

Da mich auch das Ende vollkommen zufriedenstellen konnte, habe ich das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen können, nachdem ich eine wunderschöne Zeit darin verbracht habe.

Fazit: Liebenswert, originell, lustig und klug. Ein ganz besonderes Buch voller Herz, Humor und wichtiger Weisheiten.
„Die Suche nach Paulie Fink“ war mein zweites Werk von Ali Benjamin und auch mit diesem hat mir die US-amerikanische Autorin ein absolutes Highlight bescheren können. Ich finde das Buch einfach nur großartig und kann es jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere