Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2019

War leider nicht so ganz mein Fall

OMG, diese Aisling!
0

Bei „OMG, diese Aisling!“ stand für mich sehr schnell fest: Aisling möchte ich unbedingt kennenlernen. Der Klappentext klang einfach so vielversprechend und das Cover gefällt mir richtig gut. Ich ließ ...

Bei „OMG, diese Aisling!“ stand für mich sehr schnell fest: Aisling möchte ich unbedingt kennenlernen. Der Klappentext klang einfach so vielversprechend und das Cover gefällt mir richtig gut. Ich ließ das Buch daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Obwohl die 28-jährige Aisling nun schon einige Jahre mit ihrem Freund John zusammen ist, lebt sie nach wie vor bei ihren Eltern in der irischen Kleinstadt Ballygobbard. Ein Zusammenziehen hat sich irgendwie noch nicht ergeben und eine Hochzeit liegt noch viel, viel mehr in weiter Ferne. Leider, findet Aisling. Sie träumt schon lange davon, endlich einen Ring am Finger zu tragen. Während sich ihre Freundinnen alle so nach und nach verloben oder heiraten, macht John keinerlei Anstalten, Aisling ihren großen Wunsch zu erfüllen. Aisling reißt schließlich der Geduldsfaden. Sie beschließt kurzerhand, mit ihrem Freund Schluss zu machen und zieht nach Dublin zu ihrer Kollegin Sadhbh in eine hippe Mädels-WG. Ein neues Leben erwartet sie, aber wird es besser sein als ihr altes?

Ich bin hier leider mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. So richtig begeistern konnte mich „OMG, diese Aisling!“ leider nicht. Die Geschichte war irgendwie etwas anders als von mir erwartet, nicht so witzig und leider etwas langatmig. Wobei mir der Anfang sogar noch sehr gut gefallen hatte. Nach den ersten 50 Seiten ließ meine anfängliche Begeisterung nur leider immer mehr nach. Ich hätte dieses Buch wirklich so gerne geliebt. Leider war es einfach nicht so ganz mein Fall gewesen. 
Ich spreche hier aber natürlich nur für mich. Anderen wird das Buch ganz bestimmt deutlich besser gefallen als mir. Die Geschmäcker sind ja schließlich bekanntermaßen sehr verschieden.  

Womit ich die meisten Probleme hatte, ist die Handlung. Für mich hat sie sich leider sehr gezogen, was mir meinen Lesespaß ziemlich kaputt gemacht hat. Ich fand das Buch insgesamt leider sehr langweilig. Die Handlung war mir einfach zu ereignislos und nicht so locker-leicht und humorvoll, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich gab es immer mal wieder ein paar lustige Stellen, die mich gut unterhalten und zum Schmunzeln gebracht haben, nur hatte ich einfach mit mehr gerechnet. Vielleicht lag es bei mir auch daran, dass ich mich mit Irland und den Gepflogenheiten dort nicht gut auskenne. Das Buch soll wohl mit vielen irischen Klischees spielen. Vermutlich habe ich sie einfach nicht verstanden und daher nicht die unterhaltsame Geschichte zu lesen bekommen, die ich mir erhofft hatte.
Zu guter Letzt war der Schreibstil irgendwie nicht so meiner. Er war mir zu sprunghaft und manche Sätze habe ich als ziemlich verschachtelt empfunden, sodass das Lesen leider etwas anstrengend für mich war. 
 
Bis auf diese Punkte hat mir das Buch aber gut gefallen. Womit mich die beiden Autorinnen komplett überzeugen konnten, sind die Charaktere, allen voran Aisling. Aisling, unsere Protagonistin, aus deren Sicht wir hier alles aus der Ich-Perspektive erfahren, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total sympathischer, warmherziger und hilfsbereiter Mensch. Sie ist so schön lebensecht, etwas naiv und hat so ihre Tics und Eigenarten, was sie nur noch authentischer und liebenswerter macht.
Neben Aisling haben mir auch die Nebencharaktere richtig gut gefallen. Aislings Eltern zum Beispiel fand ich klasse. Die Szenen mit ihnen haben mir ganz besonders gut gefallen.

Womit mich Sarah Breen und Emer McLysaght ebenfalls begeistern konnten, sind die vielen interessanten und wichtigen Themen, die sie in „OMG, diese Aisling!“ behandeln. Mit dem Humor konnten mich die Autorinnen nicht so überzeugen, dafür aber mit den tiefsinnigen Themen und der tollen Message, die die Story enthält.

Insgesamt war das Buch aber leider dennoch nicht so meins. Ich habe gesehen, dass es im Englischen noch weitere Bände von Aisling gibt. Sollten diese noch ins Deutsche übersetzt werden, bin ich mir nicht sicher, ob ich sie lesen werde. Momentan würde ich eher zu Nein zu tendieren.

Fazit: Ich hätte dieses Buch so gerne geliebt, aber leider konnte „OMG, diese Aisling!“ meine Erwartungen nicht komplett erfüllen. Die Handlung ging mir zu schleppend voran, der Humor war nicht so ganz meiner und mit dem Schreibstil hatte ich stellenweise auch so meine Probleme. Dafür fand ich aber die Charaktere toll, allen voran die liebe Aisling und auch von der überraschenden Tiefsinnigkeit der Geschichte bin ich begeistert. Insgesamt bin ich aber schon etwas enttäuscht von dem Buch, sodass ich hier leider nur sehr knappe 3 von 5 Sternen vergeben kann.

Veröffentlicht am 24.08.2019

Fantasievoll, super niedlich und magisch schön! Ein wundervolles Kinderbuch!

Das Marzi rettet die Tortentiere
0

Als ich das erste Mal vom Marzi hörte, wusste ich sofort: Das Marzi möchte ich unbedingt kennenlernen! Der Klappentext klang so zauberhaft schön und in das niedliche Cover habe ich mich auf den ersten ...

Als ich das erste Mal vom Marzi hörte, wusste ich sofort: Das Marzi möchte ich unbedingt kennenlernen! Der Klappentext klang so zauberhaft schön und in das niedliche Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Lustige Freundschaftsgeschichten fallen absolut in mein Beuteschema und die Illustrationen von der Susanne Göhlich mag ich wahnsinnig gerne. Zudem wird das Buch Fans der Glücksbäckerei-Reihe empfohlen und zu denen zähle ich definitiv. Was tat ich also? Genau! Ich ließ das Marzi nur zu gerne bei mir einziehen.

Mina Winnipu ist eine begeisterte Bäckerin. Ob normale Rezepte oder kreative Eigenkreationen – alles, was Mina backt, schmeckt einfach köstlich! Auch die Marzipantorte, die sie gerade gebacken hat, ist absolut fantastisch geworden. Es fehlt nur noch die Maulwurf-Marzipanfigur für die Spitze, dann ist die Torte rundum perfekt. Aber was ist das? Der kleine Marzipan-Maulwurf erwacht plötzlich zum Leben! Er singt und tanzt und stellt sich Mina als Marzipanus Maulwurfshaugus von Marzipanwurfungshausen vor. Oder kurz: Marzi. Dieses goldige und ziemlich freche kleine Kerlchen wird Minas Leben gehörig auf den Kopf stellen. Das Marzi hat nur Flausen im Kopf und sorgt stets für jede Menge Chaos. Allerdings hat es auch ein großes Herz und möchte immerzu helfen. Leider verlaufen seine Hilfsaktionen nur nicht immer ganz so wie geplant. Eines ist sicher: Mit dem Marzi wird es garantiert nie langweilig werden!

Der wundervoll klingende Klappentext und das zuckersüße Cover haben mir hier eindeutig nicht zu viel versprochen. Ich bin ganz begeistert von diesem witzigen, fantasievollen und magisch schönen Kinderbuch! Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und hätte mich danach am liebsten sofort ins nächste Marzi-Abenteuer gestürzt. Leider gibt es dieses noch nicht, ich hoffe aber sehr, dass es noch eines geben wird. Angekündigt ist noch nichts, aber so, wie das Buch endet, rechne ich schon mit einer Fortsetzung. Hoffentlich müssen wir uns auf die nicht allzu lange gedulden. Ich bin schon so gespannt, was das Mädchen Mina zusammen mit ihrem Marzipan-Maulwurf Marzi noch so alles Aufregendes erleben wird!

Ich war bereits nach den ersten Seiten ganz verliebt in die Geschichte. Wir lernen das Mädchen Mina kennen, als sie gerade eifrig dabei ist, eine leckere Marzipantorte zu backen. Mina fand ich einfach nur wundervoll. Sie ist ein total liebes und super sympathisches Mädchen.

Mein Lieblingscharakter war aber eindeutig das Marzi. Mit dem Marzi hat Anke Girod eine ganz besondere Buchfigur erschaffen. Mich persönlich hat es sehr an das Sams von Paul Maar erinnert. Vom Wesen her haben die beiden doch so ein paar Gemeinsamkeiten, finde ich. Beide reimen sie gerne, sind frech und aufgeweckt, sorgen stets für jede Menge Chaos und sind ziemlich verfressen. Aber keine Sorge, das Marzi wirkt überhaupt nicht abgekupfert vom Sams. Es waren für mich zwar schon ein paar Parallelen vorhanden, aber Anke Girod ist es dennoch großartig gelungen, einen eigenen, außergewöhnlichen Charakter zu erschaffen, bei dem man gar nicht anders kann als ihn zu lieben.

Ich habe das Marzi wirklich sofort in mein Herz geschlossen. Es ist so putzig, keck und witzig und enorm hilfsbereit. Letzteres wird nur leider öfters mal für Chaos sorgen, so viel kann ich euch ja schon mal verraten. Dank dem Marzi wird Mina eine äußerst turbulente Zeit erleben.
Ich kann euch versichern, Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Hier wird garantiert jeder ins Mitfiebern geraten, sowohl Kinder als auch Erwachsene.

Neben Mina und dem Marzi wurden auch die weiteren Charaktere sehr liebevoll und erstklassig ausgearbeitet. Minas Eltern fand ich richtig lustig und auch ihre beste Freundin Lizzi hat mich bestens unterhalten.

Natürlich stoßen wir hier aber auch auf ein paar nicht ganz so nette Charaktere. Wer einfach nur doof ist, ist Minas Mitschülerin Emmi. Emmi ist richtig gemein und mobbt die arme Mina ganz übel in der Schule. Dass Anke Girod das wichtige Thema Mobbing zur Sprache bringt, hat mir sehr gut gefallen. Es wird absolut kindgerecht behandelt und verleiht der Geschichte die genau richtige Dosis an Tiefe.

Für mich hat hier einfach alles gestimmt. Eine fantasievolle, warmherzige und mitreißende Geschichte, die von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Hilfsbereit handelt, viele liebenswürdige und einzigartige Charaktere, lauter kreative und ulkige Ideen, ein toller Schreibstil – habe ich etwas vergessen? Oh ja, natürlich! Die Illustrationen. Die dürfen natürlich auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben. :D

Susanne Göhlich hat diese absolut bezaubernde Geschichte traumhaft schön illustriert. Ich liebe ihren unverkennbaren Zeichenstil. Die vielen farbigen und super niedlichen Bilder harmonieren perfekt zur Geschichte und lassen sie richtig lebendig werden. Besonders gut gefallen haben mir die großen Illustrationen und die knuffigen Zeichnungen vom Marzi zählten ebenfalls zu meinen Highlights. Sehr gut gefallen haben mir auch die Bilder von den vielen Leckereien, die uns hier im Verlaufe des Buches begegnen. Torten, Muffins, Kekse...ich warne lieber mal vor: Bei den anschaulichen Beschreibungen der Naschereien und Backwaren und den sehr schmackhaft aussehenden Bildern dazu bekommt man hier beim Lesen einen großen Heißhunger auf Kuchen, Törtchen und Co. Und auf Marzipan natürlich. ;)

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Zum Vorlesen eignet es sich hervorragend. Die Kapitel sind schön kurz und durch die viele wörtliche Rede lässt sich die Geschichte bestimmt herrlich lebhaft vortragen. Ich bin mir sehr sicher, dass jeder das Marzi ins Herz schließen wird. Ob Junge oder Mädchen, Groß oder Klein – „Das Marzi rettet die Tortentiere“ wird garantiert jedermann ein breites Lächeln auf die Lippen zaubern und bestens unterhalten.

Fazit: Zuckersüß, marzipanmäßig gut und magisch schön! Ein zauberhaftes und herrlich lustiges Kinderbuch, welches total Laune und große Lust auf mehr macht! Mir hat diese fantasievolle und zum Mitfiebern einladende Geschichte ein wunderbares Lesevergnügen beschert. Ich bin ganz verliebt in das Buch. Die Geschichte ist super niedlich, die Charaktere total liebenswert und die Illustrationen sind wunderschön. Ich kann „Das Marzi rettet die Tortentiere“ wärmstens empfehlen und vergebe volle 5 von 5 Marzipansternen!


Veröffentlicht am 23.08.2019

Mitreißend, schockierend, emotional und absolut authentisch! Ein wundervolles Buch!

Acht Wochen Wüste
0

Als mir „Acht Wochen Wüste“ dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Der Klappentext klang einfach so mega gut! Das ...

Als mir „Acht Wochen Wüste“ dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Der Klappentext klang einfach so mega gut! Das Cover überzeugte mich allerdings ebenfalls auf Anhieb. Ich finde es wunderhübsch. Von der Autorin Wendelin Van Draanen hatte ich bisher noch nichts gelesen. „Acht Wochen Wüste“ sollte also mein erstes Buch von ihr werden.

Mitten in der Nacht wird die 14-jährige Wren aus dem Bett geholt und in ein Auto verfrachtet. Dem Auto folgt ein Flugzeug und danach heißt es wandern. Ein stundenlanger Fußmarsch durch die Wüste. Wren ist außer sich. Wie können ihre Eltern ihr das antun? Acht Wochen Wüste, acht Wochen Wildnis-Therapie-Camp, acht harte Wochen, in denen ihr kaum Hilfs- und Nahrungsmittel zum Überleben zur Verfügung gestellt werden. Dreck, Hitze, gefühlt null Privatsphäre, nur eine Plane, die ihr als Zelt dienen soll, ein Loch im Boden, das als Toilette fungiert – Wren ist in einem wahren Albtraum gelandet. Sie ist stinksauer und frustriert. Ja, okay, sie hat in der letzten Zeit eine Menge Mist gebaut, aber dieses Wüsten-Camp hat sie definitiv nicht verdient! Oder vielleicht doch?

Bei mir trat hier der Fall ein, der ganz klar für ein gutes Buch spricht: Einmal begonnen mit dem Lesen, wollte ich gar nicht mehr damit aufhören. Dank der packenden Handlung, dem tollen flüssigen Schreibstil und den schön kurzen Kapiteln bin ich hier nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch richtig weggeatmet.
Bereits das erste Kapitel beginnt richtig spannend und fesselnd. Wir lernen Wren kennen und erleben mit, wie sie mitten in der Nacht aus dem Bett geholt und in die Wüste gebracht wird. Als Leser wird einem sofort deutlich: In Wrens Familie stimmt etwas ganz und gar nicht. Warum dieses Wildnis-Therapie-Camp? Was ist geschehen, sodass die verzweifelten Eltern zu so drastischen Maßnahmen greifen mussten? Wie ist es dazu gekommen, dass Wren so auf die schiefe Bahn geraten ist?

Erzählt wird hier alles aus der Sicht von Wren in der Ich-Perspektive. Wren, muss ich gestehen, war mir anfangs nicht so sympathisch. Sie ist frech und rebellisch und scheint gegen alles und jeden zu sein. Durch Rückblenden erfahren wir aber so nach und nach, warum Wren so ein negatives und aufsässiges Verhalten an den Tag legt und warum sie so verbittert und wütend ist.
Das Buch besteht quasi aus zwei Handlungssträngen: Der Vergangenheit und der Gegenwart. Diese Zeitsprünge haben mir wahnsinnig gut gefallen, da sie das Lesen nur noch spannender und mitreißender machen. Durch die Rückblicke, die sich der Jetzt-Zeit immer mehr annähern, erhalten wir Leser ein immer klareres Bild über Wren und ihr Leben, sodass man sie immer besser verstehen kann.

Wren ist leider total auf die schiefe Bahn geraten. Drogen, Alkohol, Diebstahl – es ist wirklich erschreckend, wie schnell ein junger Mensch abrutschen kann, wenn er an die falschen Leute gerät oder vernachlässigt wird. Die Erzählungen aus Wrens Vergangenheit sind mir richtig unter die Haut gegangen und haben mich zutiefst schockiert.

Die Kapitel, die in der Gegenwart, also im Camp spielen, haben mich allerdings auch auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Wie die Autorin alles beschreibt, seien es die Therapie-Camp-Bedingungen, die Landschaft, die Charaktere, die Gefühle und Gedanken Wrens – einfach großartig, sag ich euch! Ich bin total begeistert von dieser bildhaften, einfühlsamen und wundervollen Erzählweise.

Das Wildnis-Camp liegt irgendwo im Nirgendwo, mitten in der Wüste von Utah, fernab der Zivilisation. An diesem Ort, unter sehr harten Bedingungen, sollen Jugendliche, die vom Weg abgekommen sind, wieder zu sich selbst finden.
Wren sperrt sich zunächst mit Händen und Füßen gegen die Therapie. Mit der Zeit aber ändert sich ihre Einstellung, sie möchte lernen, wie man in der Wüste überleben kann, wie man Feuer herstellt oder Wasser finden kann. Acht harte Wochen liegen vor ihr. Ein steiniger Weg, der Wren öfters an ihre Grenzen bringen wird.
Wie Wrens Entwicklung beschrieben wird, ist einfach große Klasse! Emotional, realistisch und absolut authentisch und glaubwürdig. Wren wird während ihrer Zeit in der Wüste über sich selbst hinauswachsen, sie wird sich über viele Dinge bewusst werden, neue Freundschaften schließen und sich sehr verändern. Ich habe Wren im Verlaufe des Buches immer lieber gewonnen, habe sie für ihre große Stärke und ihren Kampfgeist sehr bewundert und sie nur zu gerne auf diesem großen Selbstfindungstrip begleitet.

Die Nebenfiguren wurden allesamt ebenfalls hervorragend ausgearbeitet. Ob die unsympathischen oder die liebenswerten Charaktere – sie alle tragen dazu bei, dass man unvergessliche Lesestunden mit dem Buch verbringt. Mich hat die Story sehr zum Nachdenken angeregt und durchweg mitfiebern lassen. Für mich hat hier einfach alles gestimmt. Auch mit dem Ende, das etwas überraschend für mich kam, bin ich vollkommen zufrieden. Für mich ist „Acht Wochen Wüste“ ein richtiges Highlight, bei welchem ich nur sagen kann: Unbedingt lesen! Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen.

Fazit: Dieses Buch geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr nicht mehr los. Mit „Acht Wochen Wüste“ ist Wendelin Van Draanen in meinen Augen ein großartiger Jugendroman gelungen, welcher mir wundervolle Lesestunden beschert. Die Geschichte ist reißt einen von den ersten Seiten an mit und hält einen bis zum Schluss in Atem. Sie ist emotional, schockierend, sehr realistisch und absolut authentisch und glaubwürdig. Ich bin hellauf begeistert und vergebe sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 21.08.2019

Ein herrlich humorvoller und wahnsinnig witziger Teenieroman!

Mega Awkward - Voll peinlich, aber gut drauf
0

Sieht das Cover nicht richtig witzig aus? Eigentlich mag ich das ja nicht so gerne, wenn man richtige Menschen auf Covern sieht, aber hier konnte mich die Aufmachung sofort ansprechen. Da mich auch der ...

Sieht das Cover nicht richtig witzig aus? Eigentlich mag ich das ja nicht so gerne, wenn man richtige Menschen auf Covern sieht, aber hier konnte mich die Aufmachung sofort ansprechen. Da mich auch der Klappentext auf Anhieb überzeugen konnte, stand für mich schnell fest: „Mega Awkward“ möchte ich unbedingt lesen!

Egal welches peinliche Erlebnis einem so einfallen mag – die 15-jährige Bella Fisher hat es garantiert schon erlebt. Sie ist die Größte darin, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Klar, dass auch der langweilige Camping-Trip nach Black Bay, zu dem Bella von ihrer Mum gezwungen wird, in einer absoluten Katastrophe endet. Warum musste sie ausgerechnet so einem niedlichen Studenten wie Zac über den Weg laufen, als sie gerade dieses peinliche Cornflakes-Kostüm trug? Und das ist ja noch nicht mal das Schlimmste: Natürlich gelingt es ihr auch noch, diesen heißen Typen zu verletzen. Gymnastische Übungen sind eben nicht so Bellas Ding. Zac, so heißt ihr Opfer, nimmt es zum Glück gelassen. Ehe Bella es sich versieht, hat sie sich in ihn verliebt und setzt nach dem Urlaub alles daran ihren Schwarm wiederzutreffen. Blöd nur, dass sie Zacs Nummer gar nicht hat und nicht weiß, wo er wohnt. Doch dann taucht Zac plötzlich als studentische Hilfskraft an ihrer Schule auf. Grund zu Freude? Hm, nicht so wirklich. Bella hat Zac nämlich vorgeschwindelt, dass sie schon 17 sei. Kann ihr Leben eigentlich noch peinlicher und stressiger werden, als es eh schon ist? Ja, kann es. Ob Bella diese ganzen Probleme und Katastrophen wohl meistern wird?

Ich habe hier genau das zu lesen bekommen, was ich erwartet hatte: Eine zuckersüße, humorvolle, wunderbar schräge und wahnsinnig witzige Teeniestory! Für mich war „Mega Awkward“ das perfekte Buch für zwischendurch. Ich bin hier nur so durch die Seiten geflogen und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Vieles wird hier zwar schon sehr überspitzt dargestellt, aber genau das macht dieses Buch eben einfach aus: Diese herrlichen Übertreibungen, die uns Lesern ein breites Dauergrinsen auf die Lippen zaubern und ständig laute Lacher entlocken. Zumindest bei mir war das der Fall. Meinen Gesichtsmuskeln waren hier wirklich äußerst aktiv, der Humor in dem Buch war definitiv absolut meiner!

Erfahren tun wir alles aus der Sicht der 15-jährigen Bella in der Ich-Perspektive. Bella fand ich großartig! Sie ist ein super liebes und sympathisches Mädel. Sie ist lustig, authentisch, etwas schrullig, extrem tolpatschig und einfach so jemand, den man sofort ins Herz schließen muss. In sie konnte ich mich vom ersten Moment an problemlos hineinversetzen, trotz des kleinen Altersunterschiedes. Als Erwachsene fühlt man sich hier einfach wieder so schön jung und schwelgt in Erinnerungen an seine eigene Teeangerzeit. Meine war zum Glück nicht so unglaublich peinlich wie die von Bella, aber so ein paar Missgeschicke sind natürlich auch mir damals als Teenie passiert. Im Vergleich zu dem, was Bella hier aber so widerfährt, waren meine Erlebnisse irgendwie nichts gegen. ;)

Die liebe Bella lässt wahrlich kein Fettnäpfchen aus. Sie kann einem schon echt leidtun, ihr passieren wirklich am laufenden Band lauter peinliche Dinge und das schon seit ihrer frühesten Kindheit. Das Mädchen mit der höchsten Peinlichkeitsqoute? Jep, das ist Bella Fisher. Mit mit dem zarten Alter von 15 Jahren hat sie auf der „Mega-peinlicher-Mist-Liste“ so gut wie alles abgehakt. Diese Liste bekommen wir gleich zu Beginn des Buches zu lesen, und hach, einfach köstlich sag ich euch! Oder „Bellas Lebensregeln“, hihi, ebenfalls zum Schreien komisch. Blöd für Bella ist es natürlich schon, dass sie ständig von einer Katastrophe in die nächste stolpert, aber für uns Leser ist es natürlich spitze und sehr unterhaltsam. :D

Bella war mit großen Abstand mein Lieblingscharakter, sie ist einfach einmalig.
Die Nebenfiguren, die wir hier im Verlaufe des Buches kennenlernen dürfen, haben mir aber auch total gut gefallen. Bellas Mutter ist so eine richtige Hippie-Mum, sie sorgt bei uns Lesern ebenfalls für die beste Unterhaltung.
Jo, Bellas großer Schwester, war mir irgendwie nicht so sympathisch. Sie ist ein krasser Gegensatz zu Bella. Sie ist wunderhübsch und sportlich und in allem, was sie tut, erfolgreich und gut. Klar, dass die beiden unterschiedlichen Schwestern ständig aneinander geraten. Die Kabbeleien der beiden lesen sich einfach klasse.

Bellas beste Freunde, Tegan, Rachel und Mickey, wurden ebenfalls prima ausgearbeitet. Auch wenn es öfters mal zu kleinen Auseinandersetzungen zwischen den Freunden kommt und sie nicht immer ehrlich zueinander sind, können sie sich doch stets aufeinander verlassen.

Ein weiterer wichtiger und toller Charakter ist Zac. Ihn habe ich vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen. Er sieht nicht nur heiß aus und ist äußerst charmant, er ist auch richtig lustig und sympathisch.

Missverständnisse, Schwindeleien, ein Ex-Freund, der alles daransetzt, Bella das Leben so schwer wie möglich zu machen, Streit mit den besten Freundinnen, eine anstrengende Streber-Schwester, jede Menge Probleme und lauter peinliche Situationen. All das und noch so manches mehr erwartet einen hier. Ob Bella diese ganzen Katastrophen wohl meistern wird? Nun, das werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selberlesen. ;)

Ich kann diesen schönen Teenieroman wirklich nur empfehlen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass sich manche Stellen für mich ein wenig zu sehr gezogen haben. Dank des flüssigen, locker-leichten und jugendlichen Schreibstils haben sich aber auch diese Passagen sehr gut für mich lesen lassen.

Auf Goodreads habe ich gestern beim Stöbern übrigens entdeckt, dass es im Englischen mittlerweile schon drei Bände gibt. Da hoffe ich nun so sehr, dass die weiteren beiden Teile auch noch ins Deutsche übersetzt werden. Ich muss unbedingt wissen, was für Peinlichkeiten die liebe Bella noch so erleben wird.

Fazit: Ein wundervolles Wohlfühlbuch, welches total gute Laune macht und für jede Menge laute Lacher sorgt. Mir hat „Mega Awkward“ tolle Lesestunden beschert. Die Story ist so schön verrückt und schräg und so unheimlich witzig, die Protagonistin ist super sympathisch und lebensecht und der Humor ist einfach klasse. Für 5 Sterne hat mir zwar dann doch irgendwie etwas gefehlt, aber begeistert bin ich natürlich dennoch. Ich vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 20.08.2019

Spannend, witzig, lehrreich, herrlich schräg und wunderbar magisch! Ein wunderschönes Buch!

Agatha Merkwürdens Racheblumen
0

Bei „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ wusste ich einfach sofort: Das Buch musst du unbedingt lesen! In das wunderhübsche Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch der zauberhaft klingende ...

Bei „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ wusste ich einfach sofort: Das Buch musst du unbedingt lesen! In das wunderhübsche Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch der zauberhaft klingende Klappentext überzeugte mich auf Anhieb. Ich liebe Kinderbücher, die fantasievolle Geschichten erzählen, daher war ich hier sehr guter Dinge, dass ich den Debütroman von Nicola Skinner lieben werde.

Herzlichen willkommen in Klein Sterilitz, einer wunderschönen betongrauen Kleinstadt, in der stets Trostlosigkeit und Ordnung herrschen. An diesem liebreizenden Ort lebt das Mädchen Melissa, auch bekannt unter dem Namen „Folgsamstes Kind der Schule“. Diesen stolzen Titel trägt Melissa wirklich zurecht, schließlich ist sie die Bravheit in Person, befolgt stets alle Regeln und benimmt sich jederzeit tadellos. Als der Schuldirektor zum „Kleinlich-Star-des-Jahres-Schulwettbewerb“ aufruft, steht für Melissa daher sofort fest: Den Wettbewerb wird sie gewinnen! Ha, das wäre doch gelacht, wenn sie das nicht mit links schaffen würde!
Ihr Leben wird nur komplett auf den Kopf gestellt werden, als sie unter den Betonplatten auf ihrer Terrasse ein mysteriöses kleines Päckchen voller Blumensamen findet. Melissa vernimmt plötzlich Stimmen (sprechen etwa die Samen zu ihr?!) und sie verspürt auf einmal den großen Drang, diese geheimnisvollen Samen auszusäen. Mit Pflanzen kennt sich Melissa aber gar nicht aus. Nun, wie sollte es auch anders sein, wenn man in Klein Sterilitz zu Hause ist. Zusammen mit ihrer besten Freundin Nia versucht Melissa dem Rätsel der Samen auf die die Spur zu kommen. Ein gefährliches und spannendes Abenteuer erwartet die Mädchen. Agahta Merkwürdens Racheblumen sind nämlich sehr launenhaft und haben ein großes Ziel: Sich zu rächen und die Stadt wieder zu dem blühenden Ort zu machen, der er mal war.

Ich habe hier ganz genau das zu lesen bekommen, was ich mir erhofft hatte: Eine spannende, skurrile, ziemlich abgedrehte und absolut fantastische Geschichte! Ich lag mit meiner Vermutung, dass mir „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ wahnsinnig gut gefallen wird, also absolut richtig. Schon von dem sehr lustigen Vorwort, in welchem wir Leser davor gewarnt werden, dass wir ein sehr gefährliches Buch in Händen halten, war ich ganz begeistert. Ich liebe solche ulkigen Vorworte, da bekommt man irgendwie nur noch mehr Lust, sofort weiterzulesen. :D
Hach, ich finde das Buch wirklich großartig und habe wunderschöne Lesestunden damit verbracht.
Dank der packenden Handlung, dem locker-leichten, humorvollen Schreibstil und den angenehm kurzen Kapiteln bin ich hier nur so durch Seiten geflogen und habe das Buch leider viel zu schnell wieder beendet.

Erzählt wird hier alles aus der Sicht von Melissa in der Ich-Perspektive. Mit ihr ist Nicola Skinner eine ganz besondere Buchheldin gelungen. Melissa ist ein total liebes, mutiges, aufgewecktes und cleveres junges Mädchen. Sie weiß, was sie will, ist stets bereit für ihre Ziele zu kämpfen und hegt eine große Leidenschaft für Pizza. Etwas merkwürdig fand ich Melissa anfangs zwar schon, dies aber nicht auf eine negative Weise. Nein, ganz im Gegenteil, ich habe Melissas etwas eigenwillige Art vom ersten Moment an geliebt.

Die weiteren Charaktere fand ich ebenfalls grandios! Einfach klasse, auf was für schrullige und einzigartige Figuren wir hier so treffen. Normal ist hier irgendwie keiner, jeder hat so seine wundersamen Eigenarten und Marotten.
Wen ich neben Melissa ganz besonders gerne mochte, ist ihre beste Freundin Nia. Über sie habe ich mich köstlich amüsiert. Sie ist so flippig und witzig und liebenswert-verrückt.
Melissas Mum mochte ich aber auch unheimlich gerne. Sie ist eine total liebe Frau, die man einfach gernhaben muss.

Natürlich stoßen wir hier aber auch auf ein paar weniger nette und ziemlich unsympathische Charaktere. Chrissi Valentini zum Beispiel, eine Mitschülerin von Melissa. Sie konnte ich überhaupt nicht leiden. Chrissi ist so eine richtige Zicke und versucht immerzu Melissa das Leben an der Schule schwerzumachen. Zum Glück lässt sich Melissa aber nicht unterkriegen und weiß sich zu wehren.
Wer ebenfalls einfach nur furchtbar ist, ist der Schuldirektor Herr Kleinlich. Ihn fand ich ziemlich durchgeknallt, genauso wie seine Schulregeln.

Verrückt und durchgeknallt ist hier definitiv Programm, so viel kann ich euch ja schon mal verraten. Komische Schulregeln, eine graue, betonierte Stadt mit merkwürdigen Einwohnern, sonderbare Sensationelle Samen, die Unglaubliches vollbringen können (wirklich sehr Unglaubliches!) – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Roald Dahl Fans kann ich das Buch daher ganz besonders ans Herz legen. Die Werke Roald Dahls sind in meinen Augen zwar schon skurriler, aber ich bin mir dennoch sehr sicher: Wer die Geschichten von Roald Dahl liebt, der wird auch „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ lieben.

So schräg die Story aber auch sein mag, sie ist auch lehrreich und regt sehr zum Nachdenken an. Nicola Skinner ist es erstklassig gelungen, wichtige Botschaften und Werte auf eine originelle und ungewöhnliche Weise zu verpacken. Das Buch führt uns Lesern vor Augen, wie rücksichtslos wir Menschen uns oft benehmen. Sei es bezüglich der Umwelt oder gegenüber anderen Menschen. Es ist wichtig, dass wir uns viel Natur erhalten und nicht alles zubauen und zubetonieren. Und wie die Natur, so müssen wir auch unsere Mitmenschen freundlich und gerecht behandeln.
Was ebenfalls zur Sprache kommt, ist das Brechen von Regeln. Nicht alle Regeln sind gut und richtig. Es ist manchmal überhaupt nicht verkehrt aufzubegehren und anderen damit zu zeigen, wie irrsinnig manche Dinge doch eigentlich sind. All das plus die Werte Familie, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt vermittelt dieses Buch. Ich bin wirklich ganz begeistert von der Art, wie Nicola Skinner so wichtige Themen hier behandelt. Kindgerecht, fantasievoll, urkomisch, wunderlich, warmherzig, super mitreißend und magisch schön. „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ ist ein ganz besonderes Kinderbuch, bei welchem ich sehr hoffe, dass es die Aufmerksamkeit erhalten wird, die es verdient!

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die bezaubernden schwarz-weiß Zeichnungen von Florentine Prechtel. Jeder Kapitelanfang wird von einem hübschen kleinen Pflanzenbildchen geziert. Besonders angetan hat es mir ja die doppelseitige farbige Einbandillustration, die sich vorne und hinten im Buch befindet. Die ist so traumhaft! Ganz große Liebe bei mir. :D

Fazit: Ein wundervoller Debütroman! Mit „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ ist Nicola Skinner ein zauberhaft schönes und ganz besonderes Kinderbuch gelungen, welches mir ein herrliches Leseerlebnis beschert hat. Die Geschichte ist spannend, witzig, lehrreich, herrlich schräg und wunderbar magisch. Hier folgt wirklich einer verrückten Idee der nächsten. Für alle, die gerne fantasievolle und skurrile Bücher lesen und Fans von den Werken Roald Dahls sind, ist „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ in meinen Augen ein großes Muss! Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, sowohl Kindern ab 10 Jahren, als auch deutlich älteren Lesern, und vergebe volle 5 von 5 Sternen!