Cover-Bild Herr der Diebe
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29,99
inkl. MwSt
  • Verlag: GOYA libre
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 01.09.2002
  • ISBN: 9783895927805
Cornelia Funke

Herr der Diebe

'Du bist also wirklich der Herr der Diebe', sagte der Fremde leise. 'Nun gut, behalte die Maske auf, wenn du dein Gesicht nicht zeigen möchtest. Ich sehe auch so, dass du sehr jung bist.' Bo und Prosper sind nach Venedig ausgerissen, in die Stadt der Engel und goldenen Löwen. Als ihre Mutter gestorben war, sollte die Brüder getrennt werden. In den Gassen und Winkeln Venedigs treffen sie auf eine Kinderbande. Gemeinsam mit ihnen richten sie sich in einem verlassenen Kino ihr wildromantisches "Sternenversteck" ein. Ihr Anführer ist der "Herr der Diebe". Er zeigt aber nie sein Gesicht. Wer steckt hinter der Maske? Venezianische Impressionen von Jens Kronbügel, dessen Musik sich den Meistern der Klassik zuneigt, verschmelzen mit der Erzählung zu einem fesselnden GesamtHörErlebnis. Das gleichnamige Buch ist im Cecilie Dressler Verlag erschienen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Sehr gutes Buch, aber ein paar rassistische Begriffe

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Als junge Jugendliche oder älteres Kind (ich erinnere mich daran, dass ich an diesem Buch vorbeigegangen bin, weil ich mich zu alt dafür gehalten habe) habe ich in einer Gruppe mit jüngeren Kindern die ...

Als junge Jugendliche oder älteres Kind (ich erinnere mich daran, dass ich an diesem Buch vorbeigegangen bin, weil ich mich zu alt dafür gehalten habe) habe ich in einer Gruppe mit jüngeren Kindern die Verfilmung dieses Buchs gesehen. Wie ich mich zu alt für das Buch gehalten habe, hielt ich mich zu dem Zeitpunkt auch zu alt für den Film und war nicht besonders interessiert daran, ihn zu sehen.
Im Laufe des Filmes musste ich aber feststellen, dass er 1. genau mein Ding war und 2. man ihn auch sehr gut schauen konnte, wenn man aus dem Alter der ursprünglichen Zielgruppe herausgewachsen ist.
Aus diesem Grund habe ich das dazugehörige Buch irgendwann auf meine Leseliste gesetzt, in der Erwartung, dass es mir, auch wenn ich älter bin, noch sehr gut gefallen würde. Mein jugendliches Ich würde damit auch recht behalten, denn ich bin nun endlich dazu gekommen, dieses Buch zu lesen und liebe es genau so, wie ich damals den Film geliebt habe.

Prosper und Bo, 12 und 5 Jahre alt, sind nach dem Tod ihrer Mutter weggelaufen, da ihre Tante Esther die Jungs trennen wollte. Um zusammenzubleiben, sind sie nach Venedig geflüchtet, eine Stadt, über die ihre Mutter ihnen viel erzählt hat. Dort trafen sie auf Wespe, Mosca und Riccio, mit denen sie sich im alten Kino "Stella" verstecken, einem Ort, den ihr Anführer Scipio, der "Herr der Diebe" für sie gefunden hat. Sie überleben, indem sie die Sachen, die Scipio stiehlt, an den Atiquitätenhändler Barbarossa verkaufen. Dieser hat einen besonderen Auftrag für sie, zur gleichen Zeit wie Esther den Privatdetektiv Viktor auf ihre Neffen ansetzt.
Beide diese Sachen bringen Kinder in Gefahr, sowie bringen Scipios Geheimnisse an die Oberfläche.

Der "Herr der Diebe" ist somit eine Erzählung über die Abenteuer einer Kinderbande, die in Venedig überleben wollen, mit einer Dosis magischem Realismus und der Trope "found family". Ich habe mich mit der Geschichte sehr wohl gefühlt, sie war spannend und hat auch die Aufmerksamkeit und das Interesse einer erwachsenen Person aufrecht erhalten können.

Mein einziger Kritipunkt war, wie über Moscas Hautfarbe gesprochen wurde. Anstatt "der Schwarze Junge" "der Mohrenkopf" zu sagen, klingt schon sehr rassistisch. Ich habe mich sehr unwohl dabei gefühlt, die drei Mal, in denen seine Hautfarbe erwähnt wurde, da jede der drei Beschreibungen einen rassistischen Beiklang hatte. Soweit ich das gesehen habe, war der Rest der Handlung ihm gegenüber nicht rassistisch, aber die Beschreibungen seiner Hautfarbe bevor die einzelnen Charaktere seinen Namen kannten, hat einen sehr unangenehmen Geschmack hinterlassen. Ich weiß nicht, wie das 2000 wahrgenommen wurde, aber in 2026 wirkt es einfach nur rassistisch.

Trotzdem kann ich das Buch erwachsenen gut weiterempfehlen, da ich ihnen zutraue, so kritisch zu lesen, dass sie erkennen, dass hier eine massiv veraltete und rassistische Bezeichnung genommen wurde. Mit Kindern würde ich darüber aber einen kritischen Dialog führen, damit sie dies nicht in ihren Sprachgebrauch aufnehmen und verstehen, was sie hier lesen.

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