Sehr gutes Buch, aber ein paar rassistische Begriffe
Herr der DiebeAls junge Jugendliche oder älteres Kind (ich erinnere mich daran, dass ich an diesem Buch vorbeigegangen bin, weil ich mich zu alt dafür gehalten habe) habe ich in einer Gruppe mit jüngeren Kindern die ...
Als junge Jugendliche oder älteres Kind (ich erinnere mich daran, dass ich an diesem Buch vorbeigegangen bin, weil ich mich zu alt dafür gehalten habe) habe ich in einer Gruppe mit jüngeren Kindern die Verfilmung dieses Buchs gesehen. Wie ich mich zu alt für das Buch gehalten habe, hielt ich mich zu dem Zeitpunkt auch zu alt für den Film und war nicht besonders interessiert daran, ihn zu sehen.
Im Laufe des Filmes musste ich aber feststellen, dass er 1. genau mein Ding war und 2. man ihn auch sehr gut schauen konnte, wenn man aus dem Alter der ursprünglichen Zielgruppe herausgewachsen ist.
Aus diesem Grund habe ich das dazugehörige Buch irgendwann auf meine Leseliste gesetzt, in der Erwartung, dass es mir, auch wenn ich älter bin, noch sehr gut gefallen würde. Mein jugendliches Ich würde damit auch recht behalten, denn ich bin nun endlich dazu gekommen, dieses Buch zu lesen und liebe es genau so, wie ich damals den Film geliebt habe.
Prosper und Bo, 12 und 5 Jahre alt, sind nach dem Tod ihrer Mutter weggelaufen, da ihre Tante Esther die Jungs trennen wollte. Um zusammenzubleiben, sind sie nach Venedig geflüchtet, eine Stadt, über die ihre Mutter ihnen viel erzählt hat. Dort trafen sie auf Wespe, Mosca und Riccio, mit denen sie sich im alten Kino "Stella" verstecken, einem Ort, den ihr Anführer Scipio, der "Herr der Diebe" für sie gefunden hat. Sie überleben, indem sie die Sachen, die Scipio stiehlt, an den Atiquitätenhändler Barbarossa verkaufen. Dieser hat einen besonderen Auftrag für sie, zur gleichen Zeit wie Esther den Privatdetektiv Viktor auf ihre Neffen ansetzt.
Beide diese Sachen bringen Kinder in Gefahr, sowie bringen Scipios Geheimnisse an die Oberfläche.
Der "Herr der Diebe" ist somit eine Erzählung über die Abenteuer einer Kinderbande, die in Venedig überleben wollen, mit einer Dosis magischem Realismus und der Trope "found family". Ich habe mich mit der Geschichte sehr wohl gefühlt, sie war spannend und hat auch die Aufmerksamkeit und das Interesse einer erwachsenen Person aufrecht erhalten können.
Mein einziger Kritipunkt war, wie über Moscas Hautfarbe gesprochen wurde. Anstatt "der Schwarze Junge"
Trotzdem kann ich das Buch erwachsenen gut weiterempfehlen, da ich ihnen zutraue, so kritisch zu lesen, dass sie erkennen, dass hier eine massiv veraltete und rassistische Bezeichnung genommen wurde. Mit Kindern würde ich darüber aber einen kritischen Dialog führen, damit sie dies nicht in ihren Sprachgebrauch aufnehmen und verstehen, was sie hier lesen.