Cover-Bild Im Bann des Adlers
Band 2 der Reihe "Friesen-Saga"
12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Ersterscheinung: 17.08.2022
  • ISBN: 9783641224745
Daniel Wolf

Im Bann des Adlers

Historischer Roman
Friesland 1390: Der 21-jährige Folkmar Janns Osinga ist Schiffszimmermann mit Leib und Seele. Gemeinsam mit seinem Vater Jann baut er begehrte Koggen, das Unternehmen der Familie floriert. Als Folkmar die junge, kluge Almuth kennenlernt, scheint sein Leben perfekt. Doch dann wird er Opfer einer perfiden Intrige: Des Mordes bezichtigt, muss Folkmar fliehen, sowohl Almuth als auch seiner Heimatstadt den Rücken kehren. Verzweifelt versucht er, seine Unschuld zu beweisen. Seine Lage ist hoffnungslos – bis er den Vitalienbrüdern begegnet und sich den berüchtigten Piraten anschließt …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Daniel Wolf: Im Bann des Adlers

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Im Bann des Adlers von Daniel Wolf hat mich direkt ins Friesland des 14. Jahrhunderts katapultiert – mit einer packenden Geschichte voller Intrigen, Schicksalsschläge und einer ordentlichen Portion Piratenromantik. ...

Im Bann des Adlers von Daniel Wolf hat mich direkt ins Friesland des 14. Jahrhunderts katapultiert – mit einer packenden Geschichte voller Intrigen, Schicksalsschläge und einer ordentlichen Portion Piratenromantik. Folkmar Osinga, ein talentierter Schiffszimmermann, steht im Zentrum dieses historischen Romans. Sein Leben scheint perfekt, bis er Opfer einer Intrige wird, die ihn zwingt, seine Heimat zu verlassen. Von da an nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf, besonders als er den berüchtigten Vitalienbrüdern begegnet.

Daniel Wolf versteht es, historische Details lebendig zu machen. Die Beschreibungen von Friesland, den politischen Machtkämpfen und den Fehden der Häuptlinge sind so anschaulich, dass man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Besonders spannend fand ich den Einblick in die Welt der Vitalienbrüder und die Darstellung der damaligen Schifffahrt. Die historischen Hintergründe wurden gut recherchiert und geschickt in die Handlung eingebaut, was dem Buch eine authentische Note verleiht.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn sie manchmal ein wenig vorhersehbar handeln. Folkmar selbst ist ein sympathischer Held, der trotz aller Widrigkeiten versucht, seine Prinzipien zu wahren. Seine Entwicklung ist glaubwürdig und sorgt dafür, dass man mit ihm mitfiebert. Almuth, die ebenfalls einen wichtigen Part in der Geschichte spielt, bringt emotionale Tiefe und zeigt, wie schwierig das Leben für Frauen in dieser Zeit war. Abbe Osinga, Folkmars Onkel, sticht besonders hervor – er hat sich mit seinem Mut und seiner Stärke trotz körperlicher Beeinträchtigungen in mein Herz geschlichen.

Der Roman ist lang, keine Frage, aber für Fans von ausführlichen historischen Geschichten ist das genau richtig. Klar, an einigen Stellen hätte man vielleicht etwas kürzen können, da sich manche Handlungsstränge ein wenig ziehen. Aber insgesamt fand ich das Buch trotzdem spannend und unterhaltsam. Die politischen und persönlichen Intrigen sorgen für genug Drama, um die über 1.000 Seiten zu rechtfertigen.

Fazit: Im Bann des Adlers ist ein gelungener historischer Roman mit viel Herz, einer Prise Abenteuer und jeder Menge friesischer Atmosphäre. Wer Lust auf eine spannende Zeitreise hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen – aber ein bisschen Sitzfleisch braucht man schon. Ich habe die Lesereise jedenfalls genossen und freue mich auf mehr von der Familie Osinga!

Veröffentlicht am 21.04.2024

Guter zweiter Teil der Friesen-Saga - leider etwas langatmig

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Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite.Meine persönliche Meinung:

Nachdem der erste Teil der Friesen-Saga mich voll überzeugen konnte, hat mich dieser zweite ...

Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite.Meine persönliche Meinung:

Nachdem der erste Teil der Friesen-Saga mich voll überzeugen konnte, hat mich dieser zweite Teil doch etwas enttäuscht.

Die Geschichte ist zwar gut aufgebaut aber es haben sich doch einigen Längen eingeschlichen. Gerade in der ersten Hälfte des Buches hat es aus meiner Sicht viel Leerlauf gegeben und die Flucht des Protagonisten als Geächteter war viel zu breit ausgewalzt. Erst gegen Ende des Buches hat die Geschichte Fahrt aufgenommen und es kam tatsächlich noch ein wenig Spannung auf. Obwohl der Ausgang der Geschichte denn doch sehr vorhersehbar war.

Die Figuren waren gut gezeichnet und auch das Leben im damaligen Friesland hat der Autor sehr gut eingefangen.

Insgesamt ein guter historischer Roman, der aber weder mit dem ersten Band der Saga noch mit anderen Büchern des Autors mithalten kann.

Veröffentlicht am 01.10.2022

Ein Roman mit breitem historischen Wissen über Ostfriesland

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Im August 2022 ist der neue historische Roman von Daniel Wolf „Im Bann des Adlers“ im Goldmann-Verlag erschienen. Die Familie Osinge steht auch diesmal wieder im Mittelpunkt des Geschehens sowie die Friesische ...

Im August 2022 ist der neue historische Roman von Daniel Wolf „Im Bann des Adlers“ im Goldmann-Verlag erschienen. Die Familie Osinge steht auch diesmal wieder im Mittelpunkt des Geschehens sowie die Friesische Freiheit, der sich diese Familie und Warfstede verpflichtet fühlt.

Friesland, Ende des 14. Jahrhunderts: Die Familie Osinga führt fleißig Handel mit Koggen und anderen Schiffen. Auch dem jungen Folkmar Janns liegt das Bauen von Schiffen im Blut. Als er auch noch die junge Almuth kennenlernt und sich in sie verliebt, scheint alles zunächst gut, doch dann wird ihm ein Mord angehängt und er muss Warfstede verlassen. Seine Unschuld zu beweisen, scheint unmöglich, doch dann begegnet er den Vitalienbrüdern und schließt sich den berüchtigten Piraten an.

Ich hatte mich sehr auf den neuen Roman von Daniel Wolf gefreut. Seine historischen Romane sind für mich gesetzt, auch wenn diese meist so 800 - 1.000 Seiten stark sind. Ich liebe Geschichten, die im Mittelalter oder auch der Neuzeit spielen, die sich mit Kaufmannsfamilien beschäftigen oder wie in diesem Fall eine Familie von Schiffsbauern. Ich lerne gerne etwas über die Gegend, in der ich lebe. Dieses Kriterium wird durch den Handlungsort Ostfriesland erfüllt, auch wenn ich weiter nördlich im schönen Schleswig-Holstein lebe.
Ich habe gut ins Buch reingefunden, konnte mir das verschlafene Warfstede sowie Marienhafe vorstellen und habe mich anfangs sehr auf die kommenden Ereignisse gefreut. Die Familie Osinga ist so sympathisch wie eh und je, die Lastadie läuft gut, doch schnell ziehen graue Wolken am Horizont auf als die tom Brok, die Herrschaft über Warfstede und große Teile Ostfrieslands übernehmen. Die Grundlagen der Geschichte werden sehr schnell festgelegt, was an sich ok ist, wäre die Geschichte ab dann nicht so extrem durchschaubar.
Das hat mir die Freude an diesem Roman echt sehr genommen. Es ist sehr eindeutig, wer gut und wer Böse ist. Es gibt kein Dazwischen. Die Liebesgeschichte wird im ersten Kapitel angelegt und es ist klar, dass die sich am Ende kriegen werden. Der Bösewicht dieses Romanes wird auch sehr zeitnah präsentiert und man erahnt, welche Wendungen die Geschichte nehmen wird. Vielleicht habe ich mittlerweile zu viele dieser Romane gelesen, aber hier hatte ich das Gefühl, ich weiß von Anfang an, wie die Geschichte verlaufen wird und es gab in diesem Buch absolut keine überraschenden Wendungen für mich. Einige Erzählstränge waren für mich darüber hinaus zu sehr in die Länge gezogen, manches wurde mir zum Ende hin zu einfach gelöst. Ich wollte dieses Buch lieben, aber das Buch hat es mir echt schwer gemacht.
Gut fand ich, dass wir etwas über die politischen Verhältnisse jener Zeit erfahren, auch wenn einiges eher im Nachgang erzählt wird. Ich habe die Veränderungen in Friesland gerne mitverfolgt. Ich fand es spannend dabei zuzusehen, wie Keno sich mit der Zeit verändert und habe es genossen, welche Rolle Abbe hierbei spielt. Ich fand es interessant etwas über die Rechtssprechung in Ostfriesland zu erfahren und wie die Vitalienbrüder, die Hanse und die Westsee aufgemischt haben. Historisch hatte das Buch definitiv einiges zu bieten. Schiffsbau ist mir diesmal ein wenig zu kurz gekommen. Das ist diesmal mehr ein Randthema, was ich schade finde, da mir dies am Vorgänger mit am Besten gefallen hat.
Das ebook ist ausgestattet mit einem Personenverzeichnis, einem Glossar und einem kurzen Nachwort. Das ist definitiv ganz ordentlich und Karten sind in ebooks meist eher semi-gut zu betrachten. Ich bin mir sicher im Taschenbuch gibt es auch eine Karte.

Fazit: Ein Roman, der mit einem breiten historischen Wissen, über das Leben und die Verhältnisse in Ostfriesland aufwarten kann, das mir persönlich aber leider viel zu durchschaubar war und keine Überraschungen für mich bereit hielt. Für den routinierten Histo-Leser glaube ich etwas zu langweilig. Für Interessierte an der ostfriesischen Geschichte dennoch empfehlenswert, wenn man die Romanform bevorzugt.