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Veröffentlicht am 21.09.2019

Ein kleiner Ausschnitt der Hamburgischen Geschichte

Große Elbstraße 7
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„Große Elbstraße 7“ von Wolf Serno erzählt die Geschichte der Familie zur Haiden Ende des 19. Jahrhuderts als eine Cholera-Epidemie und Streiks im Hafen Hamburg zum Stillstand gebracht haben. Erschienen ...

„Große Elbstraße 7“ von Wolf Serno erzählt die Geschichte der Familie zur Haiden Ende des 19. Jahrhuderts als eine Cholera-Epidemie und Streiks im Hafen Hamburg zum Stillstand gebracht haben. Erschienen ist der Roman im September 2019 im Aufbau-Verlag.


Hamburg, Sommer 1892: Im Gängeviertel und im Hafen erkranken immer mehr Arbeiter. Es ist die Cholera, die Hamburg erfasst, denn die arme Bevölkerung bezieht ihr Wasser direkt aus der Elbe. Lange möchte die Stadt der Wahrheit nicht ins Auge blicken und so kümmert sich nur der junge Arzt Johannes Dreyer um die Patienten. An seiner Seite ist die junge Viktoria zur Haiden, die eigentlich in Lübeck bei einem Lehrerinnenseminar sein sollte. Beide haben sich kurz zuvor ineinander verliebt und so hat sich die junge Arzttochter der gerechten Sache ihres Geliebten angeschlossen. Als die Stadt Hamburg die Augen nicht mehr vor der Wahrheit verschließen kann, werden auch Ärzte aus dem Krankenhaus in Eppendorf in die Krankheitshochburgen geschickt. Unter Ihnen ist Professor Carl Heinrich zu Haiden, der nicht sehr erfreut darüber ist, als er seine Tochter in den ärmsten Vierteln Hamburgs wiederfindet.

Hamburg und Lübeck in einem Klappentext und dann ist es auch noch ein historischer Roman. Da kann ich schlecht Nein sagen, auch wenn sich eine etwas kitschige Liebesgeschichte angedeutet hat. Im letzten Jahr musste ich lernen, dass die Klappentexte manchmal deutlich kitschiger daher kommen als die Geschichte letztendlich ist und an der Historie meiner Heimat bin ich immer interessiert.
Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und habe mich sofort nach Hamburg versetzt gefühlt. Viele Orte und Straßennamen waren mir bekannt und die einfachen, aber eindrücklichen Beschreibungen haben ihr Übriges dazu beigetragen. Der gesamte Roman ist viel von wörtlicher Rede getragen, was typisch für das Genre der Familiensagas zu sein scheint.
Die erste Hälfte des Romanes fand ich sehr spannend, denn hier war sehr viel Wissen enthalten. Es wird beschrieben, wie und warum sich die Cholera in Hamburg ausbreiten konnte, wir erfahren etwas über die Diagnose und den Verlauf der Krankheit und welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um der Epidemie Einhalt zu gebieten. Im weiteren Verlauf geht es dann über zur Ausbildung der Krankenschwestern und der Erfindung neuer Behandlungsmethoden. Darüber hinaus haben auch Themen wie Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen sowie Bezahlung durch den Streik im Hamburger Hafen Einzug in den Roman gehalten. Viele spannende Themen, die für meinen Geschmack teilweise etwas zu kurz behandelt wurden, was insbesondere auf den Streik und dessen Auflösung zutrifft.
Die zweite Hälfte des Buches befasst sich dann für mich gefühlt nur noch mit der Geschichte der Familie zur Haiden und der Auflösung der losen Enden. Hierzu gehören Schicksalsschläge, Intrigen und Affären. Wir erfahren hier durchaus noch weiteres über die Arbeit als Krankenschwester und den Konflikt, der zwischen der Oberin der Krankenschwestern und der Krankenhausleitung herrschte, aber dies war für mich eher am Rande. Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall, dass die Liebesgeschichten zwar teilweise kitschig waren, für mich aber glücklicherweise nicht überhand genommen haben, so dass ich das noch ganz gut ertragen konnte.
Mit den Personen im Buch habe ich mitgefiebert, auch wenn mich die Geschichte von Viktoria am meisten interessiert hat. Eine Frau, die sich über die Wünsche ihrer Familie hinweggesetzt hat und ihren eigenen Weg gegangen ist. Diesen Weg werden sicher nicht unbedingt viele gewählt haben, aber ich bin mir sicher rebellische Töchter und Söhne gab es schon immer.
Bennos Geschichte war auch interessant. Seine künstlerische Ader hat ihn an interessante Orte und Personen geführt, die für einen Sohn aus guter Familie eher ungewöhnlich sind. Ich habe gerne in die Kneipen und Etablissements auf St. Pauli Ende des 19. Jahrhunderts hinein geschnuppert.
Abgerundet wird der Roman durch ein kurzes Vorwort, das kleinere Änderungen erläutert und einem Personenverzeichnis sowie einer Danksagung am Ende des Buches. Ich hätte mir ein ausführlicheres Nachwort gewünscht und gerne noch mehr über die Recherche erfahren. Was ich von wikipedia in der Danksagung halten soll, weiß ich nicht so recht. Ich hoffe, es diente nur dem Einstieg in eine tiefergehende Recherche.

Fazit: Eine starke erste Hälfte mit viel interessanten Wissen, dass in der zweiten Hälfte leider in eine reine Familiengeschichte abdriftet. Empfehlenswert für alle, die Familiensagas gerne mögen und gut unterhalten werden wollen. Für Leser so wie mich, die gerne mit viel Wissen verpackt in einer guten Geschichten zugeballert werden, immer noch ein interessantes Buch, aber keines, dass auf voller Linie begeistern kann.

Veröffentlicht am 14.09.2019

Ein spannender Auftakt, der auf den ersten Blick nicht viel mit den Shannara Chroniken gemein hat

Die Shannara-Chroniken: Die Großen Kriege 1 - Kinder der Apokalypse
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„Kinder der Apokalypse“ von Terry Brooks ist die Vorgeschichte zu den Shannara Chronicken und zeigt uns den Untergang unserer Welt. Dies ist der erste Band der Trilogie „Die Großen Kriege“. Die aktuelle ...

„Kinder der Apokalypse“ von Terry Brooks ist die Vorgeschichte zu den Shannara Chronicken und zeigt uns den Untergang unserer Welt. Dies ist der erste Band der Trilogie „Die Großen Kriege“. Die aktuelle ebook-Ausgabe ist bei blanvalet im Oktober 2016 erschienen.

Die Erde ist zu einem unwirtlichen Ort geworden. Die Böden sind verseucht, das Wasser ist nicht mehr genießbar und nur noch wenige Menschen bevölkern die Erde. Viele haben sich in Lagern zusammen gefunden, aber es gibt auch Menschen, die außerhalb der Lager leben. In einer Welt, in der nur das Recht des Stärkeren gilt, teilen sie sich die zerstörten Städte mit Mutanten und anderen Wesen. Doch es gibt Hoffnung: Längst vergessene Kräfte wurden wieder reaktiviert, die dem Fortschreiten des Bösen in der Welt Einhalt gebieten können.

Dies ist eine Geschichte, auf die ich sehr gespannt war, seit ich Hinweise dazu in der Serie „The Shannara Chronicles“ gesehen habe. Zeitlich gesehen gibt es nur noch die Word-/Void-Trilogie, die davor spielt, aber an sich nichts mit den Shannara-Chroniken zu tun hat. Die Reihe „Die Große Kriege“, die mit „Kinder der Apokalypse“ beginnt, verbindet diese beiden Zyklen.
Was mir als erstes bei diesem Roman auffiel, ist die drückende und düstere Stimmung, die teilweise - zumindest für mich - ins sehr gruselige abdriftete. Die Apokalypse hat stattgefunden und die Welt ist zu einem komplett anderen Ort geworden. Die Überreste der alten Zivilisation sind noch sichtbar, aber zerstört. Lange Zeit gibt es im Roman irgendwie nichts, was wirklich positiv ist und dennoch hat mich gerade diese dunkle Stimmung durch das Buch getragen, denn an meinem sicheren Leseort, bin ich schließlich nur faszinierter Beobachter. Selber miterleben möchte ich das auf keinen Fall.
Ich musste fast bis zur Hälfte des Buches kommen, um endlich einen Lichtblick zu erhaschen. Die Erholungsphasen sind in diesem Buch allerdings eher kurz gehalten, daher weiß ich gar nicht so recht in welchem Genre ich das Buch einordnen soll. Ich hatte eine andere Rezension gelesen und Urban Fantasy Horror gefiel mir ganz gut mit kleinen Einschüben von klassischer Fantasy. In diesen Einschüben entdeckt man auch einige Elemente aus den Shannara Chroniken, worüber ich mich sehr gefreut habe.
In dieser Reihe erleben wir unterschiedliche Perspektiven mit. Zum einen ist dort Hawk mit seinen Ghosts, der in Seattle außerhalb des Lagers ums Überleben kämpft. Seine Geschichte hat mich am meisten fasziniert und gefesselt und hier habe ich am meisten mitgefiebert. Die Gruppe rund um Hawk ist jung und sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Kinder der Apokalypse. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie sie in dieser postapokalyptischen Welt zurecht kommen und zwischendrin versuchen zumindest ein bisschen Normalität wieder herzustellen.
Dann gibt es die Ritter des Lichts, die zum einen durch Logan Tom vertreten werden, der während der Apokalypse seine Eltern und Geschwister verloren hat. Seine Rückblenden und Einsichten in die sich verändernde Welt, haben mich mit am meisten erschüttert. Es gibt allerdings auch eine Ritterin des Lichts, Angel Perez, die ebenso eine schlimme Kindheit hinter sich hat. Die Beiden haben unterschiedliche Aufgaben, um den endgültigen Untergang der Menschheit zu verhindern.
Durch den alten Mann und Delloreen, zwei Dämonen, erhalten wir zusätzlich Einblick in die Perspektive der Gegenseite, die in diesem Falle „Leere“ genannt wird. Für mich war es faszinierend in die Gedankenwelt der beiden einzutauchen und deren Beweggründe zu ergründen und vor allen Dingen zu erfahren, woher die Dämonen kommen und was sie früher einmal waren.
Wie es sich für eine typische Fantasy-Reihe gehört, gibt es natürlich eine Prophezeiung, in die wir im ersten Band nur teilweise Einblicke erhalten. Die Zusammenhänge und wer welchen Part zu erfüllen hat, sind recht eindeutig gehalten, dies hat für mich aber keinen Abbruch der Spannung bedeutet. Im Gegenteil, ich bin gespannt auf den Weg und dessen Gefahren und bin mir sicher, dass hier noch einiges Unvorhergesehenes passieren wird. Fies war allerdings das Ende des Buches. Es endet mitten in der Szene und mit einem fiesen Cliffhanger. Allerdings sind alle drei Bände der Reihe bereits erschien, so dass man bei Bedarf direkt weiterlesen kann.

Fazit: Ein gelungener Auftakt für die Reihe rund um die Apokalypse, die unsere Welt tiefgreifend verändern soll. In großen Teilen sehr düster und nichts für schwache Nerven, aber auch mit hellen Momenten, die zum kurzen Verschnaufen einladen. Als Einstieg in die Shannara-Chroniken finde ich diese Reihe nicht geeignet und würde daher empfehlen, vorher entweder die Serie zu schauen oder die ursprüngliche Shannara-Trilogie zu lesen.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Ein hervorragend recherchierter Roman, der ein sehr differenziertes Bild von John Ohneland zeichnet

Teufelskrone
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„Teufelskrone“ von Rebecca Gablé ist der 6. Waringham-Roman. Dieser spielt vor allen anderen und erzählt von der Magna Charta sowie der Regierungszeit John Ohnelands. Erschienen ist der historische Roman ...

„Teufelskrone“ von Rebecca Gablé ist der 6. Waringham-Roman. Dieser spielt vor allen anderen und erzählt von der Magna Charta sowie der Regierungszeit John Ohnelands. Erschienen ist der historische Roman im August 2019 im Lübbe-Verlag.

England, 1193: Richard Löwenherz ist in Gefangenschaft, doch diese Nachricht ist noch geheim. Yvain of Waringham wird zusammen mit seinem Bruder Guillaume dazu auserkoren, die Nachricht zu Aliénor von Aquitanien zu bringen und anschließend in den Templerorden einzutreten. Doch das Schicksal meint es anders und so tritt Yvain in die Dienste John Ohnelands, der sehr unter dem ruhmreichen Vorbild seines Bruders Richard Löwenherz leidet, auch dann noch als er die Krone Englands von ihm erbt…

Und da habe ich den neuen Waringham, auf den ich so lange gewartet habe, wieder ausgelesen. In diesem Waringham-Roman widmet sich Rebecca Gablé John Ohneland und damit einem sehr widersprüchlichen König von England. Darüberhinaus hat sie hiermit vielen ihrer Leser*innen einen Wunsch erfüllt.
Der Schreibstil ist gablé-typisch sehr gut und flüssig zu lesen. Ich bewundere es immer wieder und auch diesmal schafft sie es mich umgehend in eine vergangene Zeit zu katapultieren. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und habe mich sehr darüber gefreut, Waringham auf ein neues zu entdecken. In diesem Roman sieht es dort ein bisschen anders aus als gewohnt, denn die berühmte Pferdezucht gibt es noch nicht.
Die Autorin hat sich einen guten Zeitraum für ihre Geschichte ausgesucht. Man erlebt die letzten Jahre Richards und die gesamte Regierungszeit John Ohnelands. Das gibt Rebecca Gablé den nötigen Spielraum, um alle Facetten Johns aufzuzeigen. Es wird ein sehr differenziertes Bild erschaffen, was mir sehr gut gefallen hat. Wir erleben nicht nur den Tyrannen, der mit Willkür herrscht, sondern lernen auch seine gute Seiten kennen und auch wenn man es kaum glauben mag, die gab es.
Mit Yvain of Waringham hat sie John einen typischen Gablé-Helden an die Seite gestellt. Auch dieser musste sehr unter dem vortrefflichen Vorbild seines großen Bruders leiden. Ich habe das Geschehen gerne an seiner Seite verfolgt und mit ihm mitgefiebert und mitgelitten. Oftmals kommt er schon fast zu perfekt rüber, er ist aber tatsächlich nicht ganz unfehlbar.
Allgemein gefiel mir sehr gut, dass es viele typische Waringham-Elemente gab, aber auch Lücken in der Familiengeschichte geschlossen wurden. Es hat dafür gesorgt, dass man sich in diesem Roman sofort heimisch fühlt. Ich mag sowas wahnsinnig gerne. Zeigt es doch auf, welche innige Verbindung man zu dieser fiktiven Familie aufgebaut hat. Zu einigen erwähnte Ereignissen würde ich gerne Kurzgeschichten lesen.
Der Spannungsbogen hat mir im Großen und Ganzen gefallen und auch die Einteilung in drei Abschnitte ist gelungen, allerdings ist mir persönlich das letzte Viertel des Buches ein bisschen zu lang geraten. Ich glaube, da hätte man durchaus etwas kürzen können und auch mit einigen Entwicklungen war ich nicht ganz so zufrieden. Das ist jetzt allerdings meckern auf hohem Niveau. Es gab Szenen mit erdrückender Spannung, es gab überraschende Wendungen, es gab traurige und erschütternde Szenen und dabei hat man wieder einmal sehr viel über die Geschichte jener Zeit gelernt.
Die Recherche von Rebecca Gablé ist auch dieses Mal wieder top. In ihrem Nachwort trennt sie Fiktion von Wahrheit, aber wer die Autorin kennt, kann mittlerweile auch so gut einschätzen, was stimmt und was nicht. Die fiktiven Personen sind wieder einmal tadellos in den historischen Hintergrund eingearbeitet. Abgerundet wird das Gesamtpaket dieses Romanes mit einem Personenverzeichnis und einer kleinen Hilfe zur Aussprache der Namen zu Beginn des Buches.

Fazit: Ein historischer Roman, der die Zeit von John Ohneland zum Leben erweckt und ein sehr differenziertes Bild dieses umstrittenen Königs zeichnet. Für Fans der Familie Waringham ein absoluter Must-Read, denn es gibt einiges Neues zu erfahren, aber auch Geschichtsliebhaber kommen dank der guten Recherche voll auf ihre Kosten. Lediglich das letzte Viertel dieses Romans konnte mich nicht 100% überzeugen.

Veröffentlicht am 27.08.2019

Ein Liebesroman, bei dem der Funke nicht 100% übergesprungen ist

Hope Again
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„Hope Again“ ist der 4. Teil aus der Again-Reihe von Mona Kasten, in der wir uns in Woodshill befinden und von den Liebesgeschichten der dortigen Bewohner und Studenten lesen.

Everly Penn wollte sich ...

„Hope Again“ ist der 4. Teil aus der Again-Reihe von Mona Kasten, in der wir uns in Woodshill befinden und von den Liebesgeschichten der dortigen Bewohner und Studenten lesen.

Everly Penn wollte sich nie verlieben. Zu sehr schmerzen die Erinnerungen, die sie mit sich rumträgt. Doch als sie auf ihren Dozenten Nolan Gates trifft, kann sie nicht anders. Er sieht gut aus, ist intelligent du teilt ihre Leidenschaft für die Literatur. In seiner Nähe möchte sie sich öffnen und je mehr sie ihn kennenlernt, umso intensiver wird dieses Gefühl. Sie ahnt allerdings nicht, dass es auch in Nolans Vergangenheit ein dunkles Geheimnis gibt, dass die Kraft hat, die zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden zu zerstören, bevor es richtig begonnen hat.

Die Rezension zu diesem Buch fällt mir ein wenig schwer, weil ich gar nicht richtig weiß, was ich zu diesem Buch schreiben soll und es könnte sein, dass sie dadurch etwas kürzer ausfällt. Der Schreibstil hat mir auch dieses Mal wieder gut gefallen. Das Buch lässt sich extrem schnell durchlesen. Höchstens über Begriffe wie Assignments musste ich manchmal etwas schmunzeln. Es ist ein Roman, der in einer modernen Zeit spielt und daher passt es und wahrscheinlich stolpere ich nur über solche Begriffe, weil ich diese Art von Romanen nur selten lese.
Die Geschichte ist gut aufgebaut. Man bekommt alles geboten, was man sich von einem Liebesroman so erwartet, auch wenn dies hier eher einer ist, der nicht nur leicht und fluffig sein möchte, sondern bei dem auch ernste Probleme im Hintergrund stehen. Man spürt deutlich die Anziehungskraft zwischen Everly und Nolan, man ist dabei, wie sich die Vertrautheit zwischen den beiden immer mehr steigert und man ist natürlich auch dabei, wie die Probleme, die wie eine Wolke über beiden schweben, die Annäherung zwischen den beiden ein Stück weit wieder kaputt macht. Beide sind literaturbegeistert und es hat mir sehr gut gefallen, dass das Thema Literatur immer wieder in den Fokus gerückt wird. Man erfährt einiges über die Literaturwerkstatt und die Aufgaben, die dort gestellt werden und über die auch diskutiert wird. Ein weiterer Part ist das Testlesen von Dawns neuem Manuskript.
Ich habe sowohl mit Everly als auch mit Nolan mitgefiebert. Nolans Beweggründe konnte ich dabei etwas besser nachvollziehen als die von Everly. Ihr Verhalten war für mich nicht immer ganz schlüssig, was sicher auch daran liegt, dass man seine eigenen Erfahrungen ein Stück weit auf die Geschichten überträgt. Sehr ans Herz gewachsen ist mir in diesem Band Blake, der Everly sehr zur Seite steht. Dawn, Kaden und Allie sind tolle Personen, aber mir manchmal schon etwas zu positiv, aber insgesamt betrachtet, schließt man hier jeden auf die ein oder andere Weise in sein Herz.

Fazit: Ein unterhaltsamer Liebesroman, der einen mit seinem Schreibstil und den Personen schnell für sich einnimmt, dennoch ist bei mir persönlich der Funke zur totalen Begeisterung auf der Strecke geblieben, was auch daran liegen könnte, dass es nicht mein Lieblingsgenre ist. Für Fans des Genres und von Mona Kasten ein Must-Read, denn ich denke hier wird dann auch die Begeisterung nicht auf der Strecke bleiben.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Toller Auftakt, der mit jeder Seite an Sogkraft gewinnt

Die Shannara-Chroniken: Die dunkle Gabe von Shannara 1 - Elfenwächter
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„Die dunkle Gabe von Shannara – Elfenwächter“ von Terry Brooks ist der Auftaktband zu einer neuen Trilogie in der Welt von Shannara, in der es um die Suche nach den vor langer Zeit verloren gegangenen ...

„Die dunkle Gabe von Shannara – Elfenwächter“ von Terry Brooks ist der Auftaktband zu einer neuen Trilogie in der Welt von Shannara, in der es um die Suche nach den vor langer Zeit verloren gegangenen Elfensteinen geht.

Magie und Wissenschaft kämpfen in den Vier Landen um die Vorherrschaft. Der Druidenorden ist schwach und in der Föderation gewinnt die Wissenschaft immer mehr an Einfluss. Aphenglow Elessedil geht auch in diesen schweren Zeiten ihrer Bestimmung nach und ist auf der Suche nach alter Magie und altem Wissen. Sie stößt auf ein Tagebuch, dass vom Verschwinden der Elfensteine erzählt. Von diesem Fund beflügelt, begibt sie sich auf die Suche nach weiteren Hinweisen auf den Verbleib der verloren gegangenen Elfensteine, die einst die Vier Lande vor den Dämonen aus der Verfemung beschützt haben.

Die Serie zu den Shannara Chroniken hat mir gut gefallen und so hatte ich mir schon lange vorgenommen, ein Buch zu lesen, das in der Welt von Shannara spielt. Bei dieser Reihe handelt es sich nicht um die Geschichte aus der Serie, sondern um eine neue Trilogie, die erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.
Da ich mir ein Buch ausgesucht hatte, das nach allen anderen Bänden aus dieser Reihe spielt, hatte ich ein wenig Angst, dass ich der Geschichte nicht komplett folgen kann. Diese Sorge war allerdings unbegründet. Es gibt Verweise auf andere Bücher der Reihe, aber diese machen eher Lust darauf auch diese Geschichten zu entdecken.
Der Schreibstil hat mir das gesamt Buch über gut gefallen. Die Geschichte startet eher ruhig und man lernt erstmal die Personen, die Zeit und die damit einhergehenden Veränderungen in der Welt von Shannara kennen. Erst als die Bedeutung von Aphenglows Fund klar wird, einhergehend mit den Anspielungen auf vorherige Bände, kann die Geschichte ihre volle Sogwirkung entfalten. Hierbei steht eher weniger die Action im Vordergrund, die zwar punktuell vorhanden ist, sondern mehr die Suche und die unterschwelligen Gefahren, die auf dieser Reise lauern.
Die Welt von Shannara hat meiner Meinung nach viel zu bieten und ist vielschichtig angelegt, was ja auch schon die Fülle an Romanen in dieser Welt zeigt. Es gibt Elfen, Druiden, riesengroße Insekten Steine, die einen fressen können. Es gibt unterschiedliche Arten von Magien, wie das Wunschlied oder auch die Elfensteine. Andererseits gibt es aber auch Menschen und die Wissenschaft. Dieser Part blieb mir in diesem Band etwas blass. Die Suche und die fantastischen Elemente überwiegen, aber vielleicht gibt es hierzu ja mehr in den anderen Teilen der Reihe.
Es gibt viele Charaktere, die eine Rolle in dieser Geschichte spielen, so dass man diese nicht alle aufzählen kann. Es wurde ein guter Mix aus Gut und Böse gefunden. Ich bin gespannt, ob es hier im weiteren Verlauf noch die ein oder andere Überraschung geben wird. Manche Personen sind etwas undurchsichtig, andere wiederum kann man eindeutig der guten oder bösen Seite zuordnen.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir Aphenglow Elessedil, die zwischen zwei Welten gefangen ist und mit ihrem Fund die ganze Geschichte ins Rollen bringt. Redden und Railing Ohmsford konnten mich mit ihrer abenteuerlustigen Art für sich einnehmen, auch wenn sie mir so manches Mal ein bisschen zu unbedacht handeln. Hier sehe ich allerdings noch großes Entwicklungspotenzial. Khyber Elessedil ist als Ard Rhys eine äußerst interessante Person. Das Leben als Druidin ist nicht leicht und von schweren Entscheidungen geprägt und ich bin gespannt, welche Opfer noch von ihr gefordert werden.
Zusatzmaterial wie ein Personenerzeichnis und Glossar gibt es nicht. Ich finde es ein bisschen schade, aber ich konnte auch so gut dem Geschehen folgen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger und wenn ihr mit der Reihe anfangt, kann es nicht schaden, den zweiten Band gleich griffbereit zu haben. Teil 3 erscheint auch sehr bald auf deutsch.

Fazit: Ein toller Auftakt für diese Reihe, der mit jeder Seite an Sogkraft gewinnt. Die komplex aufgebaute Welt und die geschickt eingestreuten Hinweise auf andere Geschichten aus dieser Welt, machen Lust darauf, die Welt von Shannara zu erkunden und immer besser kennenzulernen. Eine Reihe, die ich High Fantasy Fans nur empfehlen kann. Fans von eher actionreichen Fantasy-Reihen werden hier allerdings eher weniger fündig.