Eine Geschichte voller Umbrüche, Leid und Herausforderungen, aber auch von Akzeptanz, Liebe, Mut und Verantwortung.
Das Buchcover strahlt aus, was das Buch geben wird.
Die unterschiedlichsten Farben des Lebens, widergespiegelt in einem Gesicht/in einem Leben.
Fragende, ruhige, wissende Augen. Schauen Sie zurück oder ...
Das Buchcover strahlt aus, was das Buch geben wird.
Die unterschiedlichsten Farben des Lebens, widergespiegelt in einem Gesicht/in einem Leben.
Fragende, ruhige, wissende Augen. Schauen Sie zurück oder nach vorne?
Fragen Sie nach der Zukunft des Landes, in dem er geboren wurde, das so viel erlebt hat und noch immer erlebt?
Der Äthiopier von Dorrit Bartel ist ein Roman nach einer wahren Geschichte.
Der Leser begleitet Adane durch sein Leben.
In der Savanne geboren, kennt er sein genaues Alter nicht, denn so etwas ist nicht wichtig im Stamm der Borana.
Eine völlig fremde Welt ist die Welt des Savannenkindes für mich, und doch bin ich schnell an Adanes Seite, verstehe den Wunsch nach einem Hund und die Liebe zu seiner Mutter.
Ich streife mit Adane durch die Savanne und verstehe die tiefe Wunde, die es hinterlässt, als sein Vater mit dem Ausspruch „Den dürren Nichtsnutz könnt ihr haben“ (Kapitel: Savannenkind) das bekannte Leben von Adane völlig überraschend beendet und ihn in eine Welt schickt, die er nicht kennt.
So muss Adane mit ca. 5/6 Jahren schon die erste große Veränderung hinnehmen. Savanne, Geschwister und Mutter verlassen.
Adane bricht auf in eine Welt, in der warmer Regen von der Decke fällt, die ihm Bildung ermöglicht, ihn aber auch vor viele große und kleine Herausforderungen stellen wird.
Er erlebt ein Äthiopien, das durch politische Machtkämpfe und Unruhen ihn immer wieder in Gefahr bringt.
Aber er weiß auch, jede Chance, die ihm das Leben bietet, zu nutzen.
Zwischen Freundschaft, Liebe und Leid, Herausforderungen und ruhiger Akzeptanz, Verantwortung und einer Heimat, die ihm fremd ist, findet er Wurzeln, die tief reichen.
Was mich an diesem Roman so fasziniert, sind die vielen Schichten, die dieser Roman mitbringt.
Ich durchlebe die Zeitgeschichte der letzten Jahrzehnte noch einmal mit anderen Augen und an anderen Orten.
Erlebe Toleranz und das Gegenteil davon.
Erfahre andere Denkweisen und Kulturen und das Integrieren und Respektieren der Unterschiede: „Er ist ihr Einziger. Sie soll ihn für sich haben.“ (Kapitel: Familienangelegenheiten)
Ein Roman, der viel in mir bewegt. Nicht durch laute Worte, sondern durch eine geerdete, ruhige Schreibweise.
Ich finde den Schreibstil perfekt für die Geschichte, die erzählt wird.
Die Autorin lässt mir Raum für meine eigenen Gedanken und Emotionen. Gleichzeitig nimmt sie mich an die Hand, vermittelt Halt und Ruhe, um mir die Welt ganz offen aus anderen Augen anzuschauen.
Eine Erzählung, die mir ein Land nähergebracht hat, das ich bisher eher nur auf der Landkarte einordnen konnte.
Eine Geschichte, die nicht spurlos an mir vorbeigeht.
Ein Buch, das man lesen sollte! Es wird eine Spur hinterlassen.