Ein wirklich großartiges Buch zum Thema Musik. Unbedingt Lesen!!
Macht Musik! – Dr. Pop
Wie Musik uns ein Leben lang trägt und glücklich macht
„Die Aufteilung dieses Buches in Lebensabschnitte ist formgebender Natur, eine strukturelle Idee, die unterstreichen soll, ...
Macht Musik! – Dr. Pop
Wie Musik uns ein Leben lang trägt und glücklich macht
„Die Aufteilung dieses Buches in Lebensabschnitte ist formgebender Natur, eine strukturelle Idee, die unterstreichen soll, dass Musik in unserem gesamten Leben relevant ist.“ (S.13)
Die Sortierenthusiastin in mir jubiliert, denn der Autor teilt das Buch in Lebensphasen auf und erzählt von der Bedeutung der Musik - vom ersten Moment unseres Seins bis zum letzten Akkord.
„Es ist bewiesen, dass wir, noch bevor wir das Licht der Welt erblicken, Musik wahrnehmen und wir wissen auch, dass Singen im Alter ein Türöffner für Erinnerungen ist.“ (S.215)
Und so geht es in dem Buch von „Brahms Wiegenlied“ bis hin zu „Time to say goodbye“; auch wenn ich ja eher für „Lullaby“ und „Should I stay or should I go“ bin – aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack.
Dr. Pop erklärt verständlich, welche Bedeutung Musik für unsere persönliche Entwicklung hat, wie sie Orientierung bietet, uns prägt und begleitet – und warum sie auch für die Gesellschaft wichtig ist.
„Musik stärkt Konzentration, fördert Selbstbewusstsein und schult das Zuhören. Fähigkeiten, die nicht nur im Orchester zählen, sondern auch in der Demokratie.“ (S.48)
Der Autor lädt zur „Offenohrigkeit“ ein, d. h. über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaus in andere Genres reinzuhören, denn es schadet niemals, offen für Neues zu sein – in musikalischer Hinsicht und überhaupt!
Dr. Pop weiß wirklich, wovon er spricht, und vermittelt dies ganz hervorragend!
Mich hat besonders angesprochen, dass die gesellschaftliche Relevanz von Musik hervorgehoben wird. Musik, Musikunterricht, das Erlernen von Instrumenten und gemeinsames Musizieren sind enorm wichtig und kann Brücken bauen. Vermutlich ist Musik nicht der ultimative Kitt, der eine Gesellschaft zusammenbringt und zusammenhält, jedoch ein nicht zu unterschätzender Baustein.
„Es scheint per se schwierig, ein Instrument zu spielen und gleichzeitig wütend zu sein. Stellen Sie sich einmal Wut mit einer Triangel vor. Egal, wie fest Sie drauf dreschen, es klingt immer noch wie der Hinweis: Abendessen ist fertig.“ (S.42)
Ebenfalls hervorragend finde ich, wie der Autor seinen Umgang mit „belasteter Musik“ erklärt. Selbstverständlich ist das ein ganz individuelles Thema, jedoch kann ich seine Gedanken gut nachvollziehen und sie entsprechen auch meinem Ansatz.
Was nehme ich sonst noch so aus dem Buch mit?
Händel hat geräubert, „Love will tear us apart“ ist nur bedingt für Hochzeiten geeignet, Dr. Pop war mit dem großartigen Frank Goosen zu einem Konzert von Billy Joel, ich sollte nun wirklich bald mal nach Gronau ins Rock’n’Pop-Museum – und außerdem:
„Wir sind alle Kuratoren unserer persönlichen Playlisten.“ (S.251)
Wie sehr ich diesen Satz mag. Und wie wahr er doch auch ist.
„Was ich an Hits wie „Whatever“, „Wonderwall“ oder „Champagne Supernova“ so faszinierend finde: Sie wirken, als seien sie schon immer da gewesen.“ (S.149)
Danke, Dr. Pop, dass auch die Gallaghers in dem Buch stattfinden. Ich hätte „Macht Musik!“ auch so gefeiert, weil es einfach großartig ist – aber mit „Champagne Supernova“ ist alles nochmal so schön.
Eine Playlist zum Buch gibt es übrigens auch sowie einen großartigen Fragebogen zum Thema Musik. Bei dem würde ich mir wünschen, dass er als Download verfügbar wäre - da kann man im Falle neuer Bekanntschaften doch gleich mal sehen, mit wem man es zu tun hat. Dieses Buch ist einfach fantastisch, und es zu lesen fühlt sich an, als würde man sich mit einem Herzensmenschen über Musik austauschen. Lest dieses Buch! Unbedingt!