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Veröffentlicht am 17.08.2026

ein tolles 100 Seiten Buch über die große Band aus Irland

U2. 100 Seiten
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100 Seiten – U2 / Birgit Fuß
 
Die „100 Seiten Reihe“ Reclam-Verlag umfasst Themen aller Art: Jane Austen, AC/DC, Die Toten Hosen, Oasis und vieles mehr. Seit Mai gibt es nun auch eine Ausgabe mit dem ...

100 Seiten – U2 / Birgit Fuß
 
Die „100 Seiten Reihe“ Reclam-Verlag umfasst Themen aller Art: Jane Austen, AC/DC, Die Toten Hosen, Oasis und vieles mehr. Seit Mai gibt es nun auch eine Ausgabe mit dem Thema U2.
 
„Sie sind brillant, sie sind die nettesten Typen, und sie können alle unter den Tisch trinken.“ (S.95)
 
Ob’s stimmt? Keine Ahnung. Aber wenn Noel Gallagher, seines Zeichens großmeisterlicher Verbalakrobat, wenn es darum geht über andere Bands herzuziehen, so über eine Band spricht, dann will ich ihm das gerne glauben. Er war mit ihnen auf Tour, er wird’s wohl wissen.
 
Es ist Larry Mullen jun., der im September 1976 mit einem Aushang am Schwarzen Brett seiner Schule den Stein ins Rollen bringt: „Geld für ein Schlagzeug verschwendet. Hat jemand dasselbe mit Gitarren gemacht?“ (S. 8)
Nach ein paar Neu- und Umbesetzungen formiert sich aus Paul Hewson, David Evans, Adam Clayton und eben Larry Mullen zunächst die Band „Feedback“, die sich dann in „The Hype“ umbenennt und schließlich zu U2 wird. Bereits im April 1978 nehmen sie ihr erstes Demo-Tape auf und der Rest ist beinahe Geschichte …
 
„Das Erste, was mir auffiel, war die offensichtliche Unterschiedlichkeit dieser vier Männer …“ (S.3)
 
Aus Paul wird Bono, aus David The Edge, die übrigen Spitznamen sind im Laufe der Zeit abhanden gekommen - ihren unbedingten Willen Erfolg zu haben, haben sie jedoch nie verloren. Dass U2 im Herbst dieses Jahres ihr 50-jähriges Bandjubiläum feiern, überrascht angesichts dieser Geschichte kaum – und auch wenn es ruhigere Zeiten gab, haben sie doch mit Liedern wie „With Or Without You“ oder „Beautiful Day“ Songs für die Ewigkeit abgeliefert.
 
„Denn U2 sind die vielleicht die letzte große Rockband, bei denen viele die Namen aller vier Mitglieder kennen. (Wer sind denn bei Coldplay die anderen um Chris Martin herum? … Wie heißen bei Oasis die, die keine Gallaghers sind?)“
 
hmm, ja, ich kenne die Namen, aber ich stimme der Autorin durchaus zu.
 
Energie, Wut, Trotz und ganz viel Liebe und Sehnsucht: das sind für mich die Lieder von U2. Gute, handgemachte, ehrliche Musik.
 
„Und er (The Edge) ist auch der Mann, der einmal behauptet hat, Leute, die U2 nicht mögen, geben sich einfach nicht genug Mühe.“ (S.23)
 
So sieht’s wohl aus. Wusstet ihr, dass auch Michael Mittermeier eine Verbindung zu der irischen Kapelle hat?
 
Birgit Fuß erzählt mit viel Begeisterung von der Bandgeschichte und persönlichen Begegnungen mit Bono & Kollegen und man spürt auf jeder Seite ihre Liebe zu der irischen Kapelle. Das Buch ist informativ, es beinhaltet eine Diskographie, Fotos und Abbildungen, eine Zeittafel und Lektüretipps. Mir gefällt, dass die Autorin auch die mit der Band in Verbindung stehenden kritischen Themen aufgreift.
 
Große Leseempfehlung!  🎶 

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Veröffentlicht am 17.08.2026

Ein wirklich großartiges Buch zum Thema Musik. Unbedingt Lesen!!

Macht Musik!
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Macht Musik! – Dr. Pop
Wie Musik uns ein Leben lang trägt und glücklich macht
 
„Die Aufteilung dieses Buches in Lebensabschnitte ist formgebender Natur, eine strukturelle Idee, die unterstreichen soll, ...

Macht Musik! – Dr. Pop
Wie Musik uns ein Leben lang trägt und glücklich macht
 
„Die Aufteilung dieses Buches in Lebensabschnitte ist formgebender Natur, eine strukturelle Idee, die unterstreichen soll, dass Musik in unserem gesamten Leben relevant ist.“ (S.13)
 
Die Sortierenthusiastin in mir jubiliert, denn der Autor teilt das Buch in Lebensphasen auf und erzählt von der Bedeutung der Musik - vom ersten Moment unseres Seins bis zum letzten Akkord.
 
„Es ist bewiesen, dass wir, noch bevor wir das Licht der Welt erblicken, Musik wahrnehmen und wir wissen auch, dass Singen im Alter ein Türöffner für Erinnerungen ist.“ (S.215)
 
Und so geht es in dem Buch von „Brahms Wiegenlied“ bis hin zu „Time to say goodbye“; auch wenn ich ja eher für „Lullaby“ und „Should I stay or should I go“ bin – aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack.
 
Dr. Pop erklärt verständlich, welche Bedeutung Musik für unsere persönliche Entwicklung hat, wie sie Orientierung bietet, uns prägt und begleitet – und warum sie auch für die Gesellschaft wichtig ist.
 
„Musik stärkt Konzentration, fördert Selbstbewusstsein und schult das Zuhören. Fähigkeiten, die nicht nur im Orchester zählen, sondern auch in der Demokratie.“ (S.48)
 
Der Autor lädt zur „Offenohrigkeit“ ein, d. h. über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaus in andere Genres reinzuhören, denn es schadet niemals, offen für Neues zu sein – in musikalischer Hinsicht und überhaupt!
Dr. Pop weiß wirklich, wovon er spricht, und vermittelt dies ganz hervorragend!  
Mich hat besonders angesprochen, dass die gesellschaftliche Relevanz von Musik hervorgehoben wird. Musik, Musikunterricht, das Erlernen von Instrumenten und gemeinsames Musizieren sind enorm wichtig und kann Brücken bauen. Vermutlich ist Musik nicht der ultimative Kitt, der eine Gesellschaft zusammenbringt und zusammenhält, jedoch ein nicht zu unterschätzender Baustein.
 
„Es scheint per se schwierig, ein Instrument zu spielen und gleichzeitig wütend zu sein. Stellen Sie sich einmal Wut mit einer Triangel vor. Egal, wie fest Sie drauf dreschen, es klingt immer noch wie der Hinweis: Abendessen ist fertig.“ (S.42)
 
Ebenfalls hervorragend finde ich, wie der Autor seinen Umgang mit „belasteter Musik“ erklärt. Selbstverständlich ist das ein ganz individuelles Thema, jedoch kann ich seine Gedanken gut nachvollziehen und sie entsprechen auch meinem Ansatz.
Was nehme ich sonst noch so aus dem Buch mit?
Händel hat geräubert, „Love will tear us apart“ ist nur bedingt für Hochzeiten geeignet, Dr. Pop war mit dem großartigen Frank Goosen zu einem Konzert von Billy Joel, ich sollte nun wirklich bald mal nach Gronau ins Rock’n’Pop-Museum – und außerdem:
 
„Wir sind alle Kuratoren unserer persönlichen Playlisten.“ (S.251)
 
Wie sehr ich diesen Satz mag. Und wie wahr er doch auch ist.

„Was ich an Hits wie „Whatever“, „Wonderwall“ oder „Champagne Supernova“ so faszinierend finde: Sie wirken, als seien sie schon immer da gewesen.“ (S.149)
 
Danke, Dr. Pop, dass auch die Gallaghers in dem Buch stattfinden. Ich hätte „Macht Musik!“ auch so gefeiert, weil es einfach großartig ist – aber mit „Champagne Supernova“ ist alles nochmal so schön.
 
Eine Playlist zum Buch gibt es übrigens auch sowie einen großartigen Fragebogen zum Thema Musik. Bei dem würde ich mir wünschen, dass er als Download verfügbar wäre - da kann man im Falle neuer Bekanntschaften doch gleich mal sehen, mit wem man es zu tun hat. Dieses Buch ist einfach fantastisch, und es zu lesen fühlt sich an, als würde man sich mit einem Herzensmenschen über Musik austauschen. Lest dieses Buch! Unbedingt!
 

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Veröffentlicht am 17.08.2026

Warmherzig und 100% Haig

Die Mitternachtsreise
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Die Mitternachtsreise / Matt Haig
 
Wilbur Budd und sein Bruder Dougie wachsen bei ihrer Mutter in Sheffield auf. Der Vater ist im Krieg gefallen, sie leben in sehr bescheidenen Verhältnissen. Während ...

Die Mitternachtsreise / Matt Haig
 
Wilbur Budd und sein Bruder Dougie wachsen bei ihrer Mutter in Sheffield auf. Der Vater ist im Krieg gefallen, sie leben in sehr bescheidenen Verhältnissen. Während der sechs Jahre ältere Dougie ungestüm keinem Konflikt aus dem Weg geht, ist Wilbur zurückhaltend und ein guter Schüler. Er liest gern und verbringt viel Zeit im Buchladen von Agnes Bagdale.
 
„Agnes Bagdale liebte Bücher ebenso wie Menschen und glaubte fest daran, dass es die Lebensfreude steigerte, wenn man mehr Krimis las.“ (S.31)
 
Schon als Jugendlicher lernt er Maggie kennen, ein tragischer Unfall in Wilburs Familie, sein Zögern und Zaudern und eine gewisse Mutlosigkeit müssen jedoch erst überwunden werden, damit die beiden zueinander finden.
Die Hochzeitsreise führt die beiden nach Venedig – und dort ist es, wo Wilbur zum ersten Mal das Gefühl hat, sich selbst zu begegnen.
 
2026. Wilbur ist inzwischen 86 Jahre alt. Er lernt Klavierspielen, um der Vergesslichkeit des Alters etwas entgegenzusetzen. „Bridge Over Troubled Water“ übt er voller Hingabe, das Lied hat eine große Bedeutung für ihn.
Plötzlich und unerwartet endet jedoch nicht nur die Musik. Wilbur begibt sich auf eine seltsame, fantastische, einzigartige Reise.
 
„Man verweilt länger bei den Dingen, die einen geprägt haben.“ (S.110)

Das Buch beginnt 1974, während der 29-jährige Wilbur und Maggie auf Hochzeitsreise sind. Dem Prolog folgt der Sprung in die Gegenwart. Gemeinsam mit Agnes Bagdale begibt sich Wilbur in einem Zug auf eine Reise zu den wichtigen Stationen seines Lebens.
War jede Entscheidung klug und richtig, ist er vom Weg abgekommen oder gar auf einem stillgelegten Gleis gestrandet?
 
Die Lesenden erleben die bedeutenden Stationen in Wilburs Leben. Es gibt schöne Momente und wirklich traurige Episoden – und Wilbur verändert sich mit den Jahren.  
Der junge Mann, der voller Enthusiasmus im Buchladen von Agnes Bagdale arbeitet und diesen später übernimmt, hat nur wenig mit dem Wilbur Budd zu tun, der in späteren Jahren Eigentümer vieler Buchläden ist. Der spätere Wilbur hat nur noch wenig Zeit für seine Frau Maggie und trennt sich letztlich sogar von seinem besten Freund Charlie, der viele Jahre für ihn als Buchhalter tätig war.
 
Wenn Matt Haig erzählt, ist das nicht nur eine Zeitreise für seine Figuren, sondern beim Lesen erlebt man selbst noch einmal Momente der Geschichte: Beatles, Bowie und Agatha Christie. Großartig.
 
„Die Mitternachtsreise“ ist eine Geschichte, wie man sie von Matt Haig kennt: klug, warmherzig und wunderbar. Auf gefühlvolle Weise erzählt Matt Haig davon, was im Leben wirklich wichtig ist. Die Figuren sind lebhaft, und es ist spannend, Wilbur auf seiner Reise durch das Leben zu begleiten. Das Buch hat mich gut unterhalten. Es ist eine schöne Geschichte: typisch Haig – und darum tatsächlich auch ein wenig vorhersehbar.
 
Bei diesem Buch gibt es eine charmante Geschichte hübsch verpackt in einem liebevoll gestalteten Äußeren: Das Cover leuchtet im Dunkeln und ich mag es wirklich sehr.
Gut, das ist bei Fotos im Sonnenschein eher weniger zu erkennen, ihr müsst es mir einfach glauben.

Herzliche Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.07.2026

der Schein trügt

Yesteryear
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Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren Kindern auf einer Farm in Idaho den amerikanischen Traum. Während Caleb die Farm bewirtschaftet, kümmert sie sich ganz traditionell um den Haushalt ...

Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren Kindern auf einer Farm in Idaho den amerikanischen Traum. Während Caleb die Farm bewirtschaftet, kümmert sie sich ganz traditionell um den Haushalt und die Kinder – und lässt als Influencerin ihre Follower an dem idyllischen Leben teilhaben.
 
„Die Spielregeln wurden im Gottesdienst und im Bibelkurs und bei jedem Abendessen wiederholt: Eine Frau hatte drei Aufgaben. Eine gute Mutter zu sein, eine gute Ehefrau zu sein und das Haus sauber zu halten. Ach, und immer schön lächeln.“ (S.54)
 
Natalie wurde religiös erzogen, war immer ein bisschen anders und galt als Außenseiterin. An der Uni lernt sie Caleb kennen, sein Vater ist Politiker, die Familie vermögend und die Zeiten ändern sich für Natalie. Nach der Geburt des ersten Kindes leben sie zunächst bei Calebs Eltern. Natalie muss sich etwas einfallen lassen und kann letztlich ihren Mann von der Idee und ihren Schwiegervater von der Finanzierung einer Farm überzeugen. Dort lebend ergibt sich, dass sie über die sozialen Medien Menschen an ihrem Alltag teilhaben lässt – und es wird zu einem großen Erfolg. Voller Ehrgeiz inszeniert Natalie ein perfektes Leben – und dann wird der Traum zum Alptraum.
 
„Ich habe die dicksten Kartoffeln“, posaunte Caleb plötzlich heraus. (S.233)
 
Ja, und genau das beschreibt Natalies Mann perfekt. Ich weiß nicht, ob das Sprichwort hinsichtlich der Ausmaße eines Erdapfels und der Intelligenz des Landwirtes weltweit bekannt ist, aber selten hat es besser gepasst als hier.
Auch die übrigen Charaktere werden nachvollziehbar, mitunter sehr stereotyp und klischeehaft beschrieben – zu dieser sehr amerikanischen Geschichte gehört es jedoch irgendwie dazu.
 
Natalie erzählt ihre Geschichte in drei Teilen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – sowie einem Epilog, der fünf Jahre später stattfindet.
Ich habe zunächst nicht nachzuvollziehen können, wie ihr Leben und ihr Traum so krass zum Alptraum werden konnten und weil ich genau das wissen wollte, habe ich weitergelesen. Die Auflösung ist interessant, aber auch irgendwie seltsam.
 
„Lächeln. Lächeln. Lächeln. Lächeln. Lächeln. Lächeln.
Beten.“ (S.174)
 
Schon vor diesem Buch sind mir Dokus über traditionelle Hausfrauen begegnet.
Ohne Frage ist es toll, sein Brot selbst zu backen, Marmelade einzukochen, Gemüse anzubauen und frisch, regional und saisonal zu kochen – ich finde es großartig, wenn das gelebt wird und ich dabei auch noch Ideen und Rezepte abgreifen kann.
Wenn damit jedoch ein sehr konservatives Gedankengut einhergeht, es mit Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen, Hautfarben, Lebensentwürfen verbunden ist und man sich eine Zeit, die zum Glück lange vorbei ist, zurückwünscht, dann ist das falsch und die daraus resultierende Gefahr nicht zu unterschätzen!
 
Die Welt braucht keine Menschen, die Marmeladekochen zur Ideologie machen!

Caro Claire Burke erzählt eine Geschichte, die mich wirklich beschäftigt hat. Natalies Leben, ihre Gedanken, ihre Weltanschauung sind für mich erschreckend und furchtbar und auch wenn ihre Handlungen mitunter nachvollziehbar sind, ergibt sich daraus keine Rechtfertigung für Täuschungen und Lügen. Yesteryear ist eine Geschichte über ein inszeniertes Leben, in dem der Ehemann es mit der Treue nur semi-genau nimmt, das Biogemüse nur dank Pestiziden makellos aussieht und das für soziale Medien arrangierte Familienglück vor allem aus Lug und Trug besteht.
Vorurteile, Vorbehalte, ein unangenehm konservatives Lebensmodell und eine maximal unsympathische Protagonistin – und dabei vermutlich eine Geschichte, wie sie in irgendjemandes Leben Realität ist.
 
Ein einziger, großer Fiebertraum, den es zu lesen lohnt!  

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Veröffentlicht am 03.06.2026

ein großartiges, spannendes, richtig gutes Buch!!

Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes. Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt
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Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes / Daniel Smith

Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt

„Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes“ erzählt die Geschichte ...

Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes / Daniel Smith

Wie ein viktorianischer Mordfall enthüllte, wer hinter dem größten Detektiv aller Zeiten steckt

„Die Wahrheit hinter Sherlock Holmes“ erzählt die Geschichte der „Ardlamont-Affäre“ und davon, wie der Medizinstudent Arthur Conan Doyle in Dr. Joseph Bell und Dr. Henry Littlejohn Vorbilder für die Figur des Sherlock Holmes gefunden hat.

Der reiche Erbe Cecil Hambrough kommt am 10. August 1893 in Schottland bei einem Jagdunfall ums Leben. Er war in Begleitung seines Lehrers Alfred Monson sowie eines Mr. Scott. Laut ihrer Aussage ist Cecil gestolpert; dabei habe sich ein Schuss aus dem geschulterten Gewehr gelöst und ihn tödlich getroffen. Da es keine Zweifel an der Geschichte gibt, stellt der Arzt den Totenschein aus.
Nachfragen der Versicherung hinsichtlich Cecils Lebensversicherung bringen erste Ungereimtheiten ans Licht – und die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Am 31.08. wird Alfred Monson verhaftet.
Nicht nur Alfred Monson, auch Cecils Familie steht vor dem finanziellen Ruin, und das Netz undurchsichtiger Finanzgeschäfte, in dem sie sich gemeinsam verstrickt haben, kann den Anschein von Reichtum nicht länger aufrechterhalten.

Als Sachverständiger wird der Mediziner Dr. Henry Littlejohn mit der Exhumierung und Obduktion beauftragt; dieser zieht seinen Weggefährten Dr. Joseph Bell hinzu.

„Sowohl Bell als auch Littlejohn leisteten dem Gemeinwesen unschätzbare Dienste und waren auf dem Gebiet der Medizin vielfache Wegbereiter …“ (S. 21)

Die beiden Mediziner befassen sich intensiv mit diesem Fall, sie sind Experten ihres Fachbereiches, Pioniere der Forensik, herausragende Persönlichkeiten und kluge Köpfe – ihr Gutachten wird maßgeblich Einfluss auf den Indizienprozess nehmen.

Ist Alfred Monson der Mörder von Cecil Hambrough?

„Denken Sie immer daran, Ihre Schlussfolgerungen durch Tatsachen zu bekräftigen.“
(Dr. Joseph Bell, S.24)

Es ist Ansichtssache, wer der größte Detektiv aller Zeiten ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass Hercule Poirot diesen Titel für sich in Anspruch nehmen möchte. Aber ohne Frage gehört auch Sherlock Holmes zu den ganz Großen – und dieses Buch leistet einen wertvollen Beitrag, um zu verstehen, warum das so ist.

Arthur Conan Doyle studiert in Edinburgh Medizin und ist ab 1878 Assistent von Dr. Joseph Bell. Bell war zu der Zeit bereits eng mit Dr. Henry Littlejohn befreundet, und so ist davon auszugehen, dass Arthur Conan Doyle diese beiden herausragenden Persönlichkeiten bei ihren Arbeiten im Bereich der Medizin und Forensik erlebt hat und von ihnen inspiriert wurde. Unkonventionelle Methoden und scharfsinnige Rückschlüsse zeichnen die Arbeiten von Bell und Littlejohn aus.
In einem Interview im Mai 1892 sagt Doyle:

„Sherlock Holmes ist sozusagen die literarische Verkörperung meiner Erinnerungen an einen Medizinprofessor an der Edinburgh University, der oft im Wartezimmer saß, keine Miene verzog und schon eine Diagnose stellte, wenn die Patienten gerade hereingekommen waren und noch kein Wort gesagt hatten.“ (S.29)

Bell und Littlejohn waren wegweisend in der Forensik der Strafjustiz. Fingerabdrücke sind in Schottland bereits in den 1890er-Jahren ein bewährtes Mittel bei der Verbrechensaufklärung; Doyle erwähnt sie zu der Zeit auch in seinen Sherlock-Holmes-Geschichten, wohingegen Scotland Yard diese Methode in England erst ab 1901 einsetzt.

Daniel Smith erzählt spannend und sehr gut lesbar von einem irritierenden Mordfall (und ich werde nicht verraten, ob Alfred Monson der Täter ist), der Geschichte der Forensik und dem Ursprung von Sherlock Holmes. Ich bin begeistert!

In den Kapitelüberschriften finden sich Zitate aus Sherlock Holmes Geschichten, Fotos veranschaulichen das Erzählte, und der Autor gibt einen Überblick, wie die Leben der Personen nach der „Ardlamont-Affäre“ verlaufen sind.

Spoiler: Bell und Littlejohn haben auch in Sachen „Jack the Ripper“ ermittelt…

Ein faszinierendes Buch über einen mysteriösen Mordfall und kluge Männer, die ihn aufklären wollen!

Ganz große Leseempfehlung!

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