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Veröffentlicht am 15.05.2026

ein großartiger Roman!

Real Americans
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Real Americans / Rachel Khong
 
„Deutschland liest ein Buch“ – ein wunderbares Herzensprojekt von Kiepenheuer & Witsch, los geht’s mit: „Real Americans“.
 
1999 – Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, ...

Real Americans / Rachel Khong
 
„Deutschland liest ein Buch“ – ein wunderbares Herzensprojekt von Kiepenheuer & Witsch, los geht’s mit: „Real Americans“.
 
1999 – Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als Praktikantin in einem Medienunternehmen. Ihre Eltern sind Wissenschaftler, und für ihre Tochter haben sie sich ein erfolgreiches Leben mit einer Tätigkeit, die sie glücklich macht, gewünscht – sie soll es einmal besser haben.
Auf einer Party lernt sie den wohlhabenden Matthew kennen, die beiden verlieben sich ineinander. Lily lernt, ihr neues Leben zu akzeptieren, gewöhnt sich an den Reichtum, an Matthews Kreditkarte und an die einflussreichen Menschen um sich herum. Ein gemeinsames Kind rundet das perfekte Leben ab. Ist das Glück von Dauer?
 
2021 – Nick lebt mit seiner Mutter abgeschieden und in einfachen Verhältnissen auf einer kleinen Insel bei Seattle. Er ist kurz vor dem Schulabschluss, und ebenso wie die Frage, auf welches College er gehen soll, beschäftigt ihn auch die Frage, wer sein Vater ist. Groß, blond, blauäugig scheint er rein optisch nichts mit seiner Mutter gemeinsam zu haben. Ein heimlicher DNA-Test führt zu einem unerwarteten Ergebnis und bringt sein Leben – und alles, was er bisher zu wissen glaubte – völlig durcheinander.
 
2030 – Mai blickt auf ihr Leben zurück – ein Leben, das nicht immer einfach war, geprägt von einer harten Kindheit in China, einer abenteuerlichen Flucht, einem Neuanfang in Amerika und einem Leben, das sie voll und ganz in den Dienst der Wissenschaft gestellt hat – bis an die Grenzen des Denkbaren und darüber hinaus.
 
Drei Leben: getrennt und doch untrennbar miteinander verbunden
Drei Menschen auf der Suche nach Glück, dem richtigen Weg und Zeit
 
Gegliedert in drei Teile, beginnend mit Lily (1999), dann Nick (2021) und abschließend Mai (2030) erfährt der Lesende nach und nach, wie ihre Geschichten miteinander verbunden sind – was sie trennt und doch eint.
Es wird nachvollziehbar, warum Szenen, die zunächst faltenbringendes Stirnrunzeln verursacht haben, gar nicht anders sein konnten. Handlungsweisen, die nicht greifbar waren, werden verständlich, und es wird deutlich, dass wir alle unsere Geschichte haben und wie sehr die Liebe in ihrer vielfältigen Art darauf Einfluss nimmt. Mich haben besonders die Schilderungen des Lebens von Mai in China zur Zeit von Mao Zedong berührt.
 
Rachel Khong hat mich in einigen Momenten an T.C.B. erinnert, der ja immer wieder schöne Szenerien mit störenden Elementen bricht:
 
„Die Äpfel in den Bäumen waren golden. Auch auf dem Boden lagen Äpfel, braun und verfault. Überall schwirrten Fliegen um das matschige Obst herum. Doch wir sahen nur die Äpfel, die noch hingen, leuchtend, an Ästen wie Armen, die sich uns entgegenstreckten.“ (S.129)
 
Die drei Hauptcharaktere verbindet, dass sie immer wieder Momente erleben, in denen die Zeit stillsteht – mich hat dies zunächst verwirrt, aber um ehrlich zu sein: kennen wir nicht alle die Situationen, in denen wir uns genau das wünschen?
 
„Hätte ich die Zeit anhalten können, hätte ich es getan: Ich wäre in diesem Augenblick geblieben, solange ich nur konnte – mein gesamtes Leben lang.“ (S.196)
 
Der Roman wirft große, ethische Fragen auf, fragt was Wissenschaft darf, welche Grenzen es gibt, ob es überhaupt Grenzen geben darf – und zeigt, dass gut gemeint und gut gemacht eben doch nicht dasselbe ist.

Und neben all den großen Fragen, einer spannenden Familiengeschichte ist es auch ein Roman, der von Liebe in vielfältiger Weise erzählt: von glücklicher Liebe und Liebe, die wehtut, von Liebe, die wir vielleicht nicht verstehen und Liebe, die nicht sein kann.
All das jedoch nicht kitschig oder maximal herzschmerztriefend, sondern real, verständlich und nachvollziehbar.
 
Ich werde hier jetzt nicht mit Superlativen um mich werfen, aber aus tiefster Überzeugung möchte ich mit maximal-ostwestfälischer Emotion sagen:
 
das ist ein richtig gutes Buch!
 
Ein großer Roman, der mich absolut begeistert hat. Rachel Khong erzählt mitreißend von Lily, Nick und Mai – nimmt uns mit in ihre Leben, lässt uns sie verstehen, an ihnen zweifeln und stets hoffen, dass alles gut wird.
 
Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.04.2026

ein wunderschönes Buch 🇰🇷

Südkorea
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Südkorea – Land der Morgenstille / Josephine Bauluth, Christin Bohnke

„Südkorea – Land der Morgenstille“ ist ein großartiges Buch, nicht nur für junge Lesende. Die Autorinnen erzählen aus den verschiedensten ...

Südkorea – Land der Morgenstille / Josephine Bauluth, Christin Bohnke

„Südkorea – Land der Morgenstille“ ist ein großartiges Buch, nicht nur für junge Lesende. Die Autorinnen erzählen aus den verschiedensten Themenbereichen: von K-Pop über Kleidung bis Küche, von E-Sports bis Teakwando, von Feuerhunden und Meerjungfrauen bis hin zu listigen Kobolden und so erfährt man viel über das Land auf der koreanischen Halbinsel.
Die Texte sind gut verständlich und werden von wunderschönen Zeichnungen in tollen Farben ergänzt.

In dem Buch begegnet man dem alten Korea der Joseon-Dynastie, aber auch der jüngeren Geschichte des Landes:

재밌는 사실
Auf einem kleinen Platz in Seoul steht ein Stück der Berliner Mauer, die früher Ost- und Westdeutschland getrennt hat - eine Erinnerung daran, dass geteilte Länder auch wieder vereint werden können. (S.31)

Ich bin begeistert, wie vielfältig die Themenbereiche sind und mir gefällt, dass die Autorinnen neben den wesentlichen Informationen auch etwas über die Kultur erzählen, was vielleicht etwas abseits des Üblichen ist.

재밌는 사실
Statt mit »Es war einmal« zu beginnen, fangen koreanische Märchen häufig mit dem Satz »Als Tiger noch Pfeife rauchten ...«an.
Dies soll zeigen, dass die Geschichte in einer längst vergangenen, magischen Zeit spielt.

So bekommt man einen vielfältigen Einblick in die koreanische Kultur, in die Geschichte und Gegenwart des Landes im Osten Asiens.

Oft sind es ja die kleinen, besonderen Dinge, die man behält und so haben es mir in dem Kapitel rund um Sprache und Schrift die „schönen Wörter“ angetan – und auch wenn ich nicht weiß, wie man es ausspricht, ist mir doch eins besonders in Erinnerung geblieben:

효도
Hyodo bedeutet, sich gut um die Eltern und Großeltern zu kümmern und sich um sie zu sorgen, wenn sie älter werden. (S.29)

Wenn es in einer Kultur ein Wort dafür gibt, dass man sich bemüht, dass es den älteren Herzensmenschen gut geht, dann ist das einfach wunderbar.
Ebenso wunderbar finde ich, was ich die bunten Friedensbänder:

재밌는 사실
Bunte Friedensbänder hängen auf der südkoreanischen Seite an dem Zaun, der die Länder trennt. Die Menschen in Südkorea haben darauf ihre Hoffnungen und Wünsche geschrieben, dass es bald Frieden gibt und Korea wieder vereinigt, wird. (S.33)

Mir gefällt dieses Buch sehr gut, es ist interessant und abwechslungsreich und macht mich neugierig auf dieses ferne Land.

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Tief einatmen - und sich in der Geschichte wohlfühlen

Einatmen. Ausatmen.
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Einatmen. Ausatmen. – Maxim Leo
 
„Sie wusste schlicht nicht, wie man es anstellt, sich mit anderen Menschen zu verbinden.“ (S.37)
 
Sie – das ist Marlene Buchholz, 39, irgendwie in einer richtig wichtigen ...

Einatmen. Ausatmen. – Maxim Leo
 
„Sie wusste schlicht nicht, wie man es anstellt, sich mit anderen Menschen zu verbinden.“ (S.37)
 
Sie – das ist Marlene Buchholz, 39, irgendwie in einer richtig wichtigen Funktion bei der „Aviola“ in Hamburg und mit der Option, dort noch wichtiger, nämlich CEO zu werden. Zu Marlenes Bedauern reichen Kompetenz, Erfahrung und Ehrgeiz sowie halbherzig Verständnis für Mitarbeitende und ihre Belange vorzugaukeln nicht aus, um befördert zu werden und insbesondere ihr robust-rustikales Auftreten gegenüber dem Team sorgt für Zweifel an ihrer Befähigung für die gehobene Position.
 
Marlenes Chef Dr. Finckenstein hat vor Jahren an einem Seminar in der „Academy“ von Alex Grow teilgenommen, ist dort zu Ruhe gekommen, hat gelernt einen anderen Blickwinkel einzunehmen und verstanden, dieses erfolgreich in seine Führungsrolle einzubringen. Die „Academy“ scheint der beste Ort zu sein, um Marlene aus ihrer ausgeprägten Emotionsarmut herauszuholen und Alex der Einzige, der aus ihr eine empathische Führungskraft hervorzaubern kann.
 
Zauber und ein kleines Wunder wären auch für Alex gar nicht so schlecht, denn seine „Academy“ steht wirtschaftlich nicht gut da. Und so findet sich flott ein Deal mit Dr. Finckenstein: gelingt es Alex, Marlene zu einer Führungskraft mit Herz zu machen, werden zukünftig alle Mitarbeitenden der „Aviola“ Kurse bei ihm belegen und die „Academy“ wäre damit gerettet.
 
Es versteht sich von selbst, dass Marlene nur widerstrebend der Anweisung von Dr. Finckenstein folgt und sich auf den Weg zu Alex macht. Sie hält Achtsamkeit für Firlefanz und sieht die Zeit bei Alex als Zeitverschwendung an, die ihren Weg an die Unternehmensspitze verzögert - und schon bald treffen zwei Welten aufeinander.
 
Wunderbar! Einfach großartig! Maxim Leo erzählt mit Humor, Verstand und Gefühl eine Geschichte, die viel, viel mehr als „Junge trifft Mädchen“ ist und mich wunderbar unterhalten hat. Es passiert viel, aber nicht zu viel in der Geschichte, die einzelnen Handlungsstränge sind klug und glaubhaft miteinander verbunden und selbst die Nebenfiguren mit viel Liebe angelegt. Ganz besonders haben es mir Günther Mattissen und seine Mutter angetan. Ich mag diesen Teil der Geschichte in all seinen Facetten. Die Welt braucht mehr Mattissens!
 
„Alles ändert sich, nichts kann bleiben, wie es war. Warum eigentlich? War denn alles so schlecht vorher? Wir brauchen doch Dinge, die einfach da sind und auf die man sich verlassen kann.“ (S.128)
 
Ich mag es, wie Maxim Leo erzählt, seine Bücher zu lesen ist ein wenig, als ob dir ein Herzensmensch eine schöne Geschichte erzählt. Ich sehe die Orte vor mir, bin beobachtend mittendrin in der Szenerie und die Personen sind so lebhaft beschrieben, dass ich mir vorstellen kann, wie sie sich bewegen, wie ihre Gesten aussehen und ihre Stimmen klingen.
 
„Einatmen. Ausatmen.“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert; ganz große, herzliche Leseempfehlung.

 

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Veröffentlicht am 06.04.2026

eine kluge Geschichte - Drei sind Eine zu viel

Spielverderberin
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Spielverderberin / Marie Menke

„Eigentlich ganz schön hier“, sagte ich.
„Bauerndorf“, sagte Romy.
„Aber von der Landschaft her ganz schön.“
„Ich kann die Landschaft nicht mehr sehen, ich sehe sie ja ...

Spielverderberin / Marie Menke

„Eigentlich ganz schön hier“, sagte ich.
„Bauerndorf“, sagte Romy.
„Aber von der Landschaft her ganz schön.“
„Ich kann die Landschaft nicht mehr sehen, ich sehe sie ja schon seit Jahren.“
„Ich mein ganzes Leben“, dachte ich im Stillen. (S.113)

Bei dem Bauerndorf handelt es sich um Aulbach, einer maximal ländlichen Gegend mit 17000 Einwohnenden. Sofie und Lotte sind dort geboren und aufgewachsen und von jeher besten Freundinnen. Im Sommer vor der 10. Klasse zieht Romy aus München mit ihren Eltern nach Aulbach. Selbstbewusst und mit einem Hauch Großstadtflair bringt sie die überschaubare Welt von Sophie und Lotte durcheinander.

„Stattdessen saßen Romy und Lotte in allen Kursen, die wir gemeinsam hatten, in der ersten Reihe. Ich weiter hinten.“ (S .33)

Sophies und Lottes Freundschaft gerät massiv in Schieflage, denn beide sind gleichermaßen um Romys Anerkennung und Zuneigung bemüht. Der Druck in der Schule, herausfordernde Abi-Klausuren und die Erwartungshaltung der Familien, einen guten Beruf zu ergreifen oder einen renommierten Studiengang zu belegen nehmen ebenso Einfluss auf die jungen Frauen wie Lügen, Eifersucht und der Wunsch, eine besondere Rolle in Romys Leben zu spielen.

Selten funktioniert eine derartige Konstellation wirklich gut – drei sind eine zu viel – und
so bahnt sich langsam und unweigerlich eine Katastrophe an.

„Es fühlte sich mit einem Mal an, als wohnten wir jetzt zu dritt in der WG, Lotte, ich und meine Lüge. (S.61)

Wie viele Geheimnisse, wie viele Lügen kann eine Freundschaft aushalten?

Tja, es ist wohl nie einfach, zu dritt befreundet zu sein, irgendjemand zieht dabei oftmals den Kürzeren und Marie Menke greift mit ihrer Geschichte ein altes Thema auf und erzählt es modern, in einer gut lesbaren Sprache und absolut mitreißend.
Die Geschichte von Sophie, Lotte und Marie findet auf zwei Zeitebenen statt, zum einen rund um das Abitur sowie ein paar Jahre später zu Studienzeiten.

Das Buch ist ein Pageturner, den ich regelrecht verschlungen habe. Ich musste wissen, wie es weitergeht, wollte erfahren, welches Geheimnis verborgen ist und ob die drei Frauen ihren Weg finden und gehen – gemeinsam oder jede für sich – und war bei der „Auflösung“ des Geheimnisses sehr überrascht, denn es war völlig anders als erwartet.

Was mir an dem Buch besonders gut gefällt ist, dass die Figuren nachvollziehbar beschrieben werden, ohne dabei jedoch ausdrücklich besondere Sympathien oder auch Antipathien für die Protagonistinnen zu vermitteln und ich finde, das ist ein besonderer Punkt dieser Geschichte.
Die Gedanken der jungen Frauen hinsichtlich ihrer Herkunft, die Gefühlsschwankungen zwischen „schön hier“ und „Bauernkaff“, der Wunsch uralte Begriffe wie Bömmsken, Schnuck und Klümpkes gegen modernes Wording wie Drops und Sweeties einzutauschen, der Wille auszubrechen und einen eigenen Weg zu gehen, werden überzeugend und auf besondere Weise beschrieben.

Ein kluges und wunderbares Buch, ein besonderer Roman, der mir gut gefallen hat.

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Großartig, warmherzig, wunderbar

Frankie – Unter Menschen
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„Wenn man so alt ist wie ich, ist jeder Tag Sonntag. Everyday is like Sunday. Everyday is silent and grey.“ (S.113)

Dieses Zitat findet sich in dem Roman, erwähnt wird es von einer Figur, die ich ganz ...

„Wenn man so alt ist wie ich, ist jeder Tag Sonntag. Everyday is like Sunday. Everyday is silent and grey.“ (S.113)

Dieses Zitat findet sich in dem Roman, erwähnt wird es von einer Figur, die ich ganz großartig finde, aber bis Frankie auf die sonntagsgraue Smiths-Lady trifft, dauert es ein wenig…

Also von Anfang an: Gold, bei dem Frankie bisher sorglos und fürstlich gelebt hat, ist aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht vakant. Zwar ist die Versorgung des Katers organisiert, aber ihm ist langweilig und er begibt sich mutig auf Entdeckungsreise; wobei der erste Streckenabschnitt unfreiwillig in einem Fahrzeug der Müllabfuhr stattfindet.
Zum Glück wird Frankie entdeckt, als er jedoch bemerkt, dass ihn der Weg ins Tierheim führen könnte, büxt er aus und will zurück nach Hause oder zu Gold.

Vor einem Supermarkt trifft er einer jungen Frau, situationsbedingt bilden sie eine Zweckgemeinschaft:

„Aber das Mädchen redete weiter auf mich ein, so überzeugend wie eine Biene, und Bienen sind die größten Klugscheißer unter der Sonne, die niemand mag. Nur leider sind es auch richtig kluge Klugscheißer. Kennt ihr Biene Maja? Dann wisst ihr, was ich meine.“ (S.67)

Zu zweit ist man bekanntlich weniger allein, Shattab und Frankies entwickeln eine spröde Sympathie füreinander. Sie schlagen sich durch, geraten in interessante Situationen, teilen schöne Momente bis - ja, bis…

… ach, nee, das müsst ihr selbst lesen. „Frankie unter Menschen“ ist eine schöne, kurzweilige, jedoch nicht oberflächliche Geschichte, voller Wärme, Klugheit und Frankie-Weisheiten.

„Ich weiß nichts von Schicksal. Aber ich glaube nicht, dass irgendwo im Schnee ein Pinguin einen alten Fisch in die Luft wirft und dann fällt er auf eine Seite und der Pinguin sagt „hier geht‘s lang, Leute“ und dann latschen alle Pinguine in diese Richtung, wegen: Schicksal.“ (S.77)

Es sind genau diese Frankie-Weisheiten, die ich so sehr mag. Seine Vergleiche sind einfach großartig und seine Sicht auf die Welt mag schnöde, kodderig und vielleicht auch überheblich daherkommen, aber es ist viel Wahres darin enthalten.

„Frankie unter Menschen“ ist eine Geschichte über Freundschaft und Hoffnung, übers Suchen und Ankommen. Klug und wunderbar und aus einer besonderen Perspektive.
Es hat mich berührt, wie Shattab und Frankie bei der alten Dame, die so wunderbar Morrissey zitiert, aufgenommen werden, einem Huhn die Freiheit schenken und füreinander da sind. Jochen Gutsch lässt uns durch Frankies Augen die Welt sehen – ein Blick, der bei aller Leichtigkeit zum Nachdenken anregt.

Ganz große Leseempfehlung!

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