Cover-Bild Heimgehen
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Dörlemann
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783038201878
Elke Cremer

Heimgehen

Ein Episodenroman in vierundzwanzig Stunden
Es scheint zunächst ein Tag wie jeder andere zu sein – Menschen treffen sich in Cafés, freuen sich auf eine Verabredung, streiten miteinander. Ein kleines Mädchen hat eine unheilvolle Vorahnung. Als plötzlich eine Gewalttat geschieht, setzt sich eine Dynamik in Gang, die sich auf die Leben verschiedener Personen auswirkt. Ein lange abwesender Vater nähert sich seiner Tochter wieder an, eine andere junge Frau kommt unter mysteriösen Umständen zu Tode. Ein älteres schwules Paar findet aus einer Beziehungskrise heraus, und ein erfolgreicher Manager muss erkennen, dass er einen großen Fehler gemacht hat.
Auf geheimnisvolle Weise scheint das Leben zahlreicher Menschen in der Stadt miteinander verflochten. Ein temporeicher Episodenroman, der in vierundzwanzig Stunden alle großen Fragen des Lebens stellt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Starkes Romandebüt

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Ein dringliches Thema der Gegenwart, temporeich und zugleich sehr sensibel gestaltet: Der Roman „Heimgehen“ erzählt von 24 Stunden während eines Amoklaufs in einer fiktiven Großstadt - pro Stunde ein Kapitel, ...

Ein dringliches Thema der Gegenwart, temporeich und zugleich sehr sensibel gestaltet: Der Roman „Heimgehen“ erzählt von 24 Stunden während eines Amoklaufs in einer fiktiven Großstadt - pro Stunde ein Kapitel, aus der Sicht verschiedener Figuren. Zugleich bietet er das Porträt einer zerrissenen und dennoch eng vernetzten Gesellschaft. Wir treffen drei Geschäftsmänner, die einen Unfall vertuschen, ein homosexuelles Paar in einer Ehekrise sowie den jungen Attentäter und seine Mutter, bei der er noch wohnt. Als Anker und besonders berührendes Herzstück der Geschichte erfahren wir von einer jungen Künstlerin, die auf dem Weg zu einem Treffen mit ihrem Vater, den sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat, in die Schusslinie gerät. Der Vater wiederum macht sich auf die Suche nach ihr und will verzweifelt seine Versäumnisse der vergangenen Jahre wieder gut machen. Die Wege der Figuren verweben sich im Laufe des Romans immer dichter, ihre Stimmen kulminieren in einem bewegenden Chor der Überlebenden und Toten, der die Werte von Liebe, Freundschaft und Verbundenheit beschwört. Die Autorin, die bisher als Lyrikerin bekannt ist, überzeugt auch in ihrer Prosa durch eine bilderstarke und facettenreiche Sprache. Der Roman wird Leser*innen begeistern, die psychologische Tiefe, gesellschaftliche Relevanz und eine vielschichtige Erzählweise statt konventioneller Plots bevorzugen. Von „New Books in German“ zur Übersetzungsförderung ins Englische ausgewählt: https://www.new-books-in-german.com/recommendations/going-home/

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Bildreiche Inszenierung

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Donnerstag 13 Uhr

Seine Nachricht kam überraschend. Sie hat ihn seit Kindertagen nicht mehr gesehen. Sie versucht sich seine Stimme vorzustellen. Kann es nicht. Angst und Vorfreude. Sie könnte jetzt durch ...

Donnerstag 13 Uhr

Seine Nachricht kam überraschend. Sie hat ihn seit Kindertagen nicht mehr gesehen. Sie versucht sich seine Stimme vorzustellen. Kann es nicht. Angst und Vorfreude. Sie könnte jetzt durch ihr lichtdurchflutetes Arbeitszimmer gehen und die unfertigen Bilder vollenden oder Manuels Geruch einsaugen. Sie muss weg, hat sie ihm gesagt. Eine Auszeit, hat die Unterrichtsstunden abgesagt, den Anrufbeantworter ausgestellt und Manuel um Geduld gebeten. Er hat es nicht gut aufgenommen und sie dann doch ziehen lassen. Sie läuft durch die Straßen dieser Stadt, von der sie noch nichts gesehen hat. Blaulicht flimmert am Himmel, Martinshörner drängen sich von hinten an ihr Ohr. Eine Frau in schwarzer Lederjacke, schwarzen Haaren läuft eilig über den Asphalt. Sie spürt einen stechenden Schmerz. Ein Knall drückt sie zu Boden, fühlt eine warme Flüssigkeit, die klebrig auf den Boden rinnt, schließt die Augen.

Donnerstag 14 Uhr

Fragmente. Der erste Schuss trifft sein Trommelfell. Er wirft sich über Rico, der am Boden liegt und zittert. Erinnerung an das Gespräch mit den Sanitätern, die hektisch herumlaufen. Eine Gewehrmündung. Rico, dem er sanft auf die Wange klopft, flüchtende Passanten. Nur ein Streifschuss, so ein Glück, haben sie gesagt. Sie können jetzt nach Hause gehen. Kreislaufstabil entlassen. Dann Zuhause reagiert Rico nicht. Seine Augen schwarze Löcher, in die er sich zurückgezogen hat. Rico ist kalt, er deckt ihn zu, sagt: „Rico, du bist Zuhause, es ist der zehnte September, du bist in Sicherheit. Er wiederholt es mantramäßig und plötzlich fluten Ricos Lider.

Fazit: Elke Cremer, Autorin und Filmbeschreiberin, hat in eindringlichen Episoden das Leben von 12 Menschen in 24 Stunden beschrieben. Gegen Mittag schießt ein Amokläufer auf mehrere Menschen. Der Einzeltäter hat es zuvor im Netz angekündigt und konnte doch nicht aufgehalten werden. Seine Mutter hat schon lange keinen Zugang mehr zu ihm. Zu seinem Vater hat er keinen Kontakt, er ist es, dem er mit seiner Tat imponieren will. Von Anfang an baut die Autorin eine spannende Szenerie auf. Und doch ist die Tat eher ein Hintergrundrauschen. Viel faszinierender ist, wie die Autorin die Beteiligten miteinander verwebt. Ich bekomme einen Einblick in jedes dieser Leben, was die Menschen ausmacht, was sie bewegt. Nebenbei ereignet sich eine ganz andere Katastrophe und am Ende schließt sich der Kreis und ich verstehe, in welchen Zusammenhängen die Leute verbunden sind. Das hat mich ganz stark an den Film „Short Cuts“ erinnert. Interessantes Thema, feiner Schreibstil, bildreiche Inszenierung.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Was innerhalb von 24 Stunden alles passieren kann

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In 24 Kapiteln werden die Erlebnisse eines Tages verschiedener Menschen betrachtet. Durch ein Attentat sind alle Personen miteinander verbunden, obwohl sich einige nicht kennen und sich normalerweise nicht ...

In 24 Kapiteln werden die Erlebnisse eines Tages verschiedener Menschen betrachtet. Durch ein Attentat sind alle Personen miteinander verbunden, obwohl sich einige nicht kennen und sich normalerweise nicht begegnet oder miteinander in Kontakt getreten wären.

Das Cover von "Heimgehen" zeigt die bunte Silhouette verschiedener übereinander gelagerter Personen. Das passt gut zu diesen verschiedenen Episoden, verrät nichts über den Inhalt des Romans.

Elke Cremer verbindet die Schicksale verschiedener Menschen, lässt sie in Kontakt treten. Eine interessante Grundidee, die jedoch teilweise verwirrend umgesetzt ist, weil nicht sofort klar ist, um welche Person es sich handelt. Hier hätte ich mir als Kapitelüberschrift die Namen derjenigen gewünscht, um die es geht. Einige Fragen lösen sich im Laufe der Episoden auf und klären sich, andere, wie der Hintergrund der Engesflügel, bleiben unklar. Absichtlich? Auf jeden Fall sehe ich Potential im Schreibstil der Autorin und bin auf weitere Romane gespannt.

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